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Gustav Ehrismann

deutscher germanistischer Mediävist
Gedenktafel für Gustav Ehrismann am historischen Institut der Universität Greifswald

Gustav Adolph Ehrismann (* 8. Oktober 1855 in Pforzheim; † 9. September 1941 in Hamburg-Othmarschen) war ein deutscher germanistischer Mediävist. Er war Ordinarius an der Universität Greifswald.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Gustav Adolph Ehrismann studierte von 1875 bis 1881 Philologie in Heidelberg und Leipzig. Er wandte sich hierbei besonders der deutschen Philologie zu, in der er 1880 zum Thema Der Renner von Hugo von Trimberg promovierte. Seit 1881 lebte er als Privatgelehrter in Pforzheim, da er gesundheitliche Probleme hatte. Er verfasste mehrere Aufsätze für die Zeitschrift „Germania“ und kehrte 1894 nach Heidelberg zurück. Ehrismann hatte sich in den Jahren 1881 bis 1894 eingehend mit den Texten des gesamten älteren germanischen und deutschen Schrifttums sowie mit der mittelalterlichen Philosophie und kirchlicher Literatur beschäftigt. Eines seiner bekannten Werke befasst sich daher mit der „Geschichte der deutschen Literatur bis zum Ausgang des Mittelalters“. 1897 erhielt er seine Habilitation in Heidelberg und wurde dort 1901 zunächst außerordentlicher Professor und 1909 dann ordentlicher Professor in Greifswald. Hier blieb er bis zu seiner Emeritierung 1924. Später zog er nach Berlin und schließlich nach Hamburg, wo er 1941 verstarb.[1]

1923 wurde er zum korrespondierenden Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften[2], 1924 der Göttinger Akademie der Wissenschaften[3] und 1932 der Bayerischen Akademie der Wissenschaften[4] gewählt.

Werke (Auswahl)Bearbeiten

  • Geschichte der deutschen Literatur bis zum Ausgang des Mittelalters. Beck, München 1918–1935 (Digitalisat).
  • Studien über Rudolf von Ems. Beiträge zur Geschichte der Rhetorik und Ethik im Mittelalter. Winter, Heidelberg 1919 (Digitalisat).

LiteraturBearbeiten

Aufsätze
  • Erich Gülzow: Unserem Lehrer Gustav Ehrismann zum Gedächtnis. C.H.Beck, München 1943.
  • Otfrid Ehrismann: Die Stille der Provinz. Gustav Ehrismann, Germanist in Greifswald (1909–1924). In: Rolf Bräuer (Hrsg.): Mediävistische Literaturgeschichtsschreibung. Gustav Ehrismann zum Gedächtnis. (Symposion Greifswald, 18.9.–23.9.1991). Kümmerle, Göppingen 1992, ISBN 3-87452-814-6, S. 17–50.
Lexikonartikel

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Eduard Neumann: Ehrismann, Gustav Adolph. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 4, Duncker & Humblot, Berlin 1959, ISBN 3-428-00185-0, S. 359 f. (Digitalisat).
  2. Mitglieder der Vorgängerakademien. Gustav Ehrismann. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 18. März 2015.
  3. Holger Krahnke: Die Mitglieder der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen 1751-2001. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2001, ISBN 3-525-82516-1, S. 74.
  4. Mitgliedseintrag von Gustav Ehrismann bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 30. Januar 2017.