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LebenBearbeiten

Nasi wurde nach seiner Ausbildung an der Militärakademie Artillerieoffizier und nahm dann als Generalstabsoffizier am Ersten Weltkrieg teil. Von 1926 bis 1928 war er italienischer Militärattaché in Paris. In den Jahren danach diente er in den italienischen Kolonien, u. a. als Gouverneur verschiedener Gebiete in Nord- und Ostafrika, wo er sich durch seine effiziente Verwaltungsarbeit und sein diplomatisches Geschick bei Verhandlungen mit Stammesführern auszeichnete.

Bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges befand er sich in Italienisch-Ostafrika, von wo aus er 1940 während des Ostafrikafeldzugs Britisch Somaliland eroberte. Im Zug der britischen Gegenoffensive zog er sich 1941 ins äthiopische Hochland zurück, wo er in der Schlacht von Gondar die letzten italienischen Stellungen in Ostafrika bis zum 28. November hartnäckig verteidigte. Nachdem der italienische Oberbefehlshaber Amadeus von Savoyen Anfang 1942 in der Gefangenschaft in Kenia verstorben war, übernahm Nasi dort die Führung der 60.000 italienischen Kriegsgefangenen.

Nasi kam 1945 nach Italien zurück, wo er sich vor einem italienischen Gericht wegen Kriegsverbrechen zu verantworten hatte. Auch die äthiopische Regierung nahm ihn in eine Kriegsverbrecherliste auf. Ein Verfahren wegen der ihm in Äthiopien vorgeworfenen Kriegsverbrechen wurde von England und Italien verhindert.[1][2] Nasi, der selbst nie verbrecherische Befehle erteilt hatte, wurde in Italien freigesprochen. Er gilt als der fähigste italienische General des ostafrikanischen Kriegsschauplatzes.

1950 sollte er die Führung im Italien anvertrauten UN-Treuhandgebiet Somalia übernehmen, was allerdings durch Proteste aus mehreren Richtungen verhindert wurde.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Aram Mattioli: Das sabotierte Kriegsverbrechertribunal. In: Der erste faschistische Vernichtungskrieg. Hrsg.: Aram Mattioli, ISBN 978-3-89498-162-4, S. 156 ff.
  2. Richard Pankhurst: Italian Fascist War Crimes in Ethiopia: A History of Their Discussion, from the League of Nations to the United Nations (1936-1949), Northeast African Studies 6.1-2 (1999), S. 83–140.