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Gronau (Bad Vilbel)

Stadtteil von Bad Vilbel

Gronau ist ein Stadtteil von Bad Vilbel im Wetteraukreis in Hessen.

Gronau
Wappen von Gronau
Koordinaten: 50° 11′ 36″ N, 8° 46′ 50″ O
Höhe: 110 m ü. NHN
Fläche: 7,05 km²[1]
Einwohner: 2806 (30. Jun. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 398 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1971
Postleitzahl: 61118
Vorwahl: 06101

Inhaltsverzeichnis

Geografische LageBearbeiten

Gronau liegt an der Nidder, die am westlichen Ortsrand von links in die Nidda mündet. Das Ortszentrum Gronaus liegt rund zweieinhalb Kilometer nordöstlich der Stadtmitte von Bad Vilbel,[2] in einer Höhe von 115 m über NN.

GeschichteBearbeiten

VorgeschichteBearbeiten

Bereits in der Jungsteinzeit siedelten hier Bandkeramiker, einige Funde weisen eine Besiedlung aus römischer Zeit nach. In der zweiten Hälfte des ersten Jahrtausends nach Christus siedelten die Franken in Gronau.

MittelalterBearbeiten

Die älteste erhaltene Erwähnung des Dorfes als Gronowe in Nitachgowe (Gronau im Niddagau) erfolgte anlässlich einer Schenkung an das Reichskloster Lorsch 786. Der Ort wurde um 1255 dem Amt Bornheimerberg zugeordnet. 1320 verpfändete König Ludwig IV. das Amt Bornheimerberg an Ulrich II. von Hanau, so dass Gronau zunächst zur Herrschaft Hanau, später zur Grafschaft Hanau-Münzenberg gehörte.

Eine Pfarrkirche bestand seit mindestens 1332. Das Patronat über die zugehörige Pfarrstelle lag zunächst beim Marienstift Lich, nach der Reformation beim Fürsten von Solms zu Lich. Kirchliche Mittelbehörde war das Archidiakonat der Peterskirche in Mainz.

Historische NamensformenBearbeiten

In erhaltenen Urkunden wurde Gronau unter den folgenden Namen erwähnt (in Klammern das Jahr der Erwähnung):[3]

  • Gronowe (786)
  • Guonowa (855)
  • Grunouwe (1305)
  • Gronauwe (1340)
  • Groenaw (1385)
  • Großgronau (18. Jahrhundert)

NeuzeitBearbeiten

In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts vollzog die Grafschaft Hanau-Münzenberg und damit auch das Dorf Gronau die Reformation zunächst nach lutherischem Vorbild. 1597 setzte Graf Philipp Ludwig II. eine zweite Reformation zugunsten des reformierten Bekenntnisses durch.

 
Evangelische Kirche Gronau, erbaut 1718/19

Nach dem Tod des letzten Hanauer Grafen, Johann Reinhard III., erbten die Landgrafen von Hessen-Kassel die Grafschaft Hanau-Münzenberg. Aus der Landgrafschaft Hessen-Kassel wurde 1803 das Kurfürstentum Hessen. Vorübergehend gehörte Gronau in napoleonischer Zeit zunächst 1806 bis 1810 zum Kaiserreich Frankreich, Fürstentum Hanau, Amt Bergen, dann 1810 bis 1813 zum Großherzogtum Frankfurt, bevor es wieder kurhessisch wurde. Nach der Verwaltungsreform des Kurfürstentums Hessen von 1821, im Rahmen derer Kurhessen in vier Provinzen und 22 Kreise eingeteilt wurde, gehörte Gronau zum Landkreis Hanau. Das Kurfürstentum unterlag als Verbündeter Österreichs 1866 im Preußisch-Österreichischen Krieg dem Königreich Preußen. Dieses annektierte daraufhin Kurhessen und damit auch Gronau. Ab 1867 gehörte Gronau nun zur Preußischen Provinz Hessen-Nassau, dem Regierungsbezirk Kassel, verblieb aber im Landkreis Hanau.

Am 1. Juli 1971 wurde Gronau im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis nach Bad Vilbel eingemeindet.[4][5] Es gehörte damit zunächst zum Landkreis Friedberg, ab dem 1. August 1972 zum Wetteraukreis.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

 Quelle: Historisches Ortslexikon[3]

  • 1632: 28 Haushaltungen
  • 1663: 325 Einwohner in 45 Häusern
  • 1753: 35 Haushaltungen mit 164 Personen
Gronau: Einwohnerzahlen von 1663 bis 2012
Jahr  Einwohner
1663
  
325
1753
  
164
1834
  
367
1840
  
349
1846
  
379
1852
  
432
1858
  
400
1864
  
407
1871
  
357
1875
  
365
1885
  
410
1895
  
425
1905
  
514
1910
  
475
1925
  
528
1939
  
534
1946
  
750
1950
  
812
1956
  
786
1961
  
802
1967
  
900
1970
  
1.261
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2012
  
2.653
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [3]; nach 1970: Stadt Bad Vilbel

ReligionszugehörigkeitBearbeiten

 Quelle: Historisches Ortslexikon[3]

• 1885: 362 evangelisch (= 98,37 %), 6 katholisch (= 1,63 %) Einwohner
• 1961: 581 evangelisch (= 72,44 %), 201 katholisch (= 25,06 %) Einwohner

PolitikBearbeiten

OrtsbeiratBearbeiten

Der Ortsbeirat Gronau setzt sich aktuell aus neun Mitgliedern wie folgt zusammen:

Der Ortsvorsteher ist Herr Karl Peter Schäfer (CDU)

Kommunalwahlen Ortsbeirat Gronau[6] %
2016
%
2011
%
2006
%
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 51,0 51,6 60,37 61,3
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 17,6 34,5 28,07 25,0
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 18,2
FDP Freie Demokratische Partei 13,1 13,9 11,56 13,9

WappenBearbeiten

Auf dem Wappen sind zwei Flüsse abgebildet, die Nidder und die Nidda. Beide fließen in Gronau zusammen und unter dem Namen Nidda weiter bis zur Mündung in den Main in Frankfurt-Höchst.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

VereineBearbeiten

  • SV-Gronau e. V. – Fußball, Volleyball, Freizeit-Karate, Kinderturnen und Gesundheitssport (gegründet 1974)
  • Rassegeflügelzuchtverein 1921 Gronau
  • Freiwillige Feuerwehr Gronau (gegründet 1929)
  • Angelsportverein Frühauf Gronau 32/82 e. V. (gegründet 1932)
  • Gronauer Kerbeburschen (gegründet 1966)
  • Kleingartenverein Bad Vilbel-Gronau e. V. (gegründet 1980)
  • Tennisclub TC 84 Gronau e. V. (gegründet 1984)
  • Förder- und Betreuungsverein der Stadtschule Gronau e. V.
  • Bogensportclub Gronau e. V.

Sohn der OrtesBearbeiten

Mit Gronau verbundenBearbeiten

  • Herbert Heckmann (1930–1999), Schriftsteller, Essayist, Herausgeber; 1984–1996 Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung

schrieb u. a. Benjamin und seine Väter, Der kleine Fritz, Hessisch auf deutsch.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Standortfaktoren der Stadt Bad Vilbel, abgerufen im Dezember 2018.
  2. Zweckverband Regionalpark Niddaradweg (Hrsg.): Freizeitkarte Niddaroute – Von der Mündung bis zur Quelle. Karben, o. Jahresangabe
  3. a b c d Gronau, Wetteraukreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 22. Dezember 2014). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  4. Der Hessische Minister des Inneren: Gemeindegebietsreform in Hessen: Zusammenschlüsse und Eingliederungen von Gemeinden vom 21. Juni 1971. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 28, S. 1117, Punkt 988; Abs. 19. (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 5,0 MB]).
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 360.
  6. http://www.bad-vilbel.de/de/politik/wahlen/wahlergebnisse-seit-1946