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Grießen (Jänschwalde)

Ortsteil von Jänschwalde

Grießen, niedersorbisch Grěšna, ist ein Ortsteil der Gemeinde Jänschwalde im Landkreis Spree-Neiße in Brandenburg. Der Ort ist ein Straßenangerdorf.

Gemeinde Jänschwalde
Koordinaten: 51° 50′ 54″ N, 14° 35′ 26″ O
Höhe: 97 m ü. NHN
Eingemeindung: 26. Oktober 2003
Postleitzahl: 03172
Vorwahl: 035696
Grießen (Brandenburg)
Grießen

Lage von Grießen in Brandenburg

Blick auf Grießen mit Turm der Wehrkirche
Feldsteinkirche Grießen, 2012

Inhaltsverzeichnis

LageBearbeiten

Grießen liegt in der Niederlausitz auf den Endmoränen der Hornoer Platte am Rand der Neißeaue südwestlich von Guben und am Ostrand des Tagebaus Jänschwalde.

GeschichteBearbeiten

Die älteste urkundliche Erwähnung datiert aus dem Jahr 1451[1]. Der Ortsname ist mittelhochdeutschen Ursprungs und bezieht sich auf sandigen Boden oder feinen Kies.[2] Grießen gehörte zu den drei wasserarmen Dörfern auf der Hochfläche zwischen Guben und Forst. Der Niederlausitzer Heimatforscher Hermann Standke beschrieb es in seinen Wanderungen durch die Niederlausitz wie folgt: „Das Bauerndorf Grießen, arm an Wasser – das ganze Dorf hat nur 3 Brunnen – und reich an Steinen, hat eine alte bemerkenswerte Kirche.“[3] Arnošt Muka beschrieb es 1876 noch als überwiegend sorbischen Ort.[4]

1904 wurde der Ort an die Bahnstrecke Guben–Forst angeschlossen. Der Bahnbetrieb wurde 1982 eingestellt. Im Jahr 1900 gründeten die Einwohner eine Freiwillige Feuerwehr „Spritzenverband Taubendorf Grießen“.

Am 26. Oktober 2003 wurde Grießen nach Jänschwalde eingemeindet.[5]

WirtschaftBearbeiten

 
Der Tagebau Jänschwalde mit Grießen am östlichen (rechten) Grubenrand

Das 1927–29 erbaute Wasserkraftwerk wurde 1945 zerstört und nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wiederaufgebaut. 1967 wurde es stillgelegt und demontiert. Seit 1993 wird an gleicher Stelle wieder Strom erzeugt.

Für den Bau einer Spundwand für den Tagebau Jänschwalde wurden einige Grundstücke und Häuser in Anspruch genommen. Die Häuser wurden jedoch nicht abgebrochen. Sie konnten nach dem Bau der Dichtungswand wieder bewohnt werden.

KircheBearbeiten

Die unter Denkmalschutz stehende Wehrkirche stammt aus dem 15. Jahrhundert. Sie wurde vollständig aus Feldsteinen errichtet. Der Wehrturm hat ein vorkragendes Glockengeschoss mit vierseitiger Spitze.[6] Grießen war ursprünglich eine Filialkirche von Horno.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

  • 1816: 229 Einwohner
  • 1846: 245 Einwohner
  • 1858: 301 Einwohner in 44 Häusern[7]
  • 1965: 384 Einwohner
  • 2000: 216 Einwohner[8]

LiteraturBearbeiten

  • Dokumentation bergbaubedingter Umsiedlungen, Archiv verschwundener Orte. Forst 2010.
  • Gubener Heimatkalender. Guben 1964.
  • Heimatlexikon für Guben und Umgebung. Guben 2002.
  • Hermann Standke: Heimatkunde der Niederlausitz für Schule und Haus mit besonderer Berücksichtigung von Forst und Umgebung. Rauert & Pittius, Sorau/N.L. 1923.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Grießen/Grěšna – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Dokumentation bergbaubedingter Umsiedlungen, Archiv verschwundener Orte, Forst 2010, Seite 113
  2. Ernst Eichler: Die Ortsnamen der Niederlausitz. Bautzen 1975, Seite 54
  3. Hermann Standtke: Heimatkunde der Niederlausitz. Sorau 1923, Seite 239
  4. Arnošt Muka: Pućowanja po Serbach. Nakład Domowiny, Budyšin 1957, S. 20 [„Runje tak stej wsy Grěsna a Rjasnik w Rogowskej wosadźe zwjetša serbskej.“]
  5. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003
  6. Dehio, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Bd. Cottbus Frankfurt/Oder, Seite 147, Berlin 1987
  7. Erich Müller: Horno, Grießen und Groß Drewitz früher wasserarme Dörfer. In: Gubener Heimatkalender 1964. Guben 1964, Seite 73
  8. Heimatlexikon für Guben und Umgebung. Guben 2002, Seite 8