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Grenze zwischen Simbabwe und Südafrika

Staatsgrenze
Die Grenze zwischen Südafrika (grün) und Simbabwe (orange)

Die Grenze zwischen der Republik Simbabwe und der Republik Südafrika ist etwa 250 Kilometer lang und verläuft in einem zusammenhängenden Abschnitt. Sie beginnt im Osten am nördlichen Rand des Krüger-Nationalparks und folgt bis zum Dreiländereck mit Botswana im Westen dem Lauf des Limpopo-Flusses.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

 
Am Grenzdreieck im Mapungubwe-Nationalpark. Der Fluss von links nach rechts ist der Limpopo; der Fluss, der am Horizont verschwindet, ist der Shashe
 
Grenzübergang auf südafrikanischer Seite bei Beit Bridge

GrenzverlaufBearbeiten

Der östlichste Grenzpunkt, am Limpopo, bildet ein Dreiländereck am Crooks’ Corner zwischen den Staatsgrenzen Südafrikas mit Mosambik und Simbabwe. Von diesem Punkt erstreckt sich die Grenze, entlang des Flusses, in Richtung Westen und dabei allen seinen Krümmungen folgend. Stellenweise ist ihr Verlauf wechselseitig auf Uferabschnitten festgelegt.

Die Grenze beider Staaten bildet zugleich die Grenze der südafrikanischen Provinz Limpopo sowie der simbabwischen Provinzen Masvingo mit nur einem kurzen Abschnitt im östlichen Grenzbereich und Matabeleland South.

Der westliche Endpunkt des Grenzverlaufes stößt an das Staatsgebiet von Botswana und befindet sich im Mapungubwe-Nationalpark, wo der Shashe in den Limpopo mündet. Letzterer bildet die Fortführung der Staatsgrenze zwischen Südafrika und Botswana.

VerkehrsverbindungenBearbeiten

Zur Querung der Grenze für den Straßenverkehr gibt es nur einen Brückenschlag, der sich mit einer kombinierten Straßen-Eisenbahnbrücke und einer neuen Straßenbrücke südlich der simbabwischen Stadt Beitbridge über den Limpopo erstreckt. Gleiches trifft für den Schienenverkehr zwischen beiden Staaten zu. An diesem Punkt verbinden die Nationalstraße N1 und die Fernstraße A4 beide Länder. Die Eisenbahnstrecke Pretoria–Bulawayo überschreitet hier parallel zur neuen Straßenbrücke gleichfalls die Grenze.

Das Befahren der 1994 eröffneten Straßenbrücke ist mautpflichtig. Je nach Verkehrsrichtung wird die Brückengebühr von einer simbabwischen (Zimbabwe National Road Administration, kurz: ZINARA) oder südafrikanischen Agentur eingezogen.[1] Sie wurde durch die New Limpopo Bridge Projects Limited (NLP) in Regie der südafrikanischen Investorengruppe NLPI Ltd. erbaut.[2][3]

Wassergewinnung aus dem GrenzflussBearbeiten

Im Grenzgebiet beider Staaten ist versucht worden, Wasser aus dem Limpopo zu gewinnen. Ein Bewässerungssystem in Simbabwe aus Grundwasserressourcen wurde bereits vor der Unabhängigkeit des Landes aufgebaut, jedoch wegen des zu hohen Salzgehalts des Limpopo-Aquifer wieder aufgegeben.[4]

Die Aufnahme des Diamantenabbaus in der Venetia Mine im August 1992, inzwischen der größte Diamantenbergbau in Südafrika, machte eine Nutzwassergewinnung aus dem Limpopo erforderlich. Nach den Ergebnissen der Vorplanungen und Variantenuntersuchungen wurde bei Beitbridge ein Wehr errichtet, dessen Baukörper auf beiden Seiten der Grenze bzw. der Uferzonen ausläuft.[5]

GrenzübergangBearbeiten

Es gibt zwischen beiden Staaten offiziell einen Grenzübergang.[6][7] Der Grenzübergang Beitbridge/Beit Bridge ist eine wirtschaftlich und touristisch bedeutsame Verkehrskontroll- und Zollerfassungsstelle im südlichen Afrika, da die hier verlaufenden internationalen Verkehrswege zu den stark frequentierten Nord-Süd-Fernverbindungen in diesem Teil des Kontinents zählen.[8]

Wegen auftretender hoher Verkehrsstärke am Grenzposten Beit Bridge plant Südafrika in Absprache mit Simbabwe und Botswana die Errichtung weiterer Grenzübergänge nach Simbabwe, so in der Nähe von Mapungubwe (Lage 22° 12′ 42,5″ S, 29° 24′ 12,3″ O) und Chikwarakwara (Lage 22° 19′ 5,3″ S, 31° 4′ 33,3″ O).[9][10]

Simbabwe Südafrika Anmerkungen Koordinaten
Straße Grenzübergang Straße Grenzübergang
A4 Beitbridge[11] N1 Beit Bridge, Beit Bridge Border Control[12] modern ausgebauter Grenzübergang,
internationale Frachtabfertigung und Kontrolle des Personenreiseverkehrs, 24 Stunden für Touristen, 6–18 Uhr für Frachtabfertigung
Lage in Simbabwe 22° 13′ 5″ S, 29° 59′ 11,5″ O
Lage in Südafrika 22° 13′ 44,8″ S, 29° 59′ 8,1″ O

GeschichteBearbeiten

Die Grenze beider Staaten wird seit Jahrzehnten von Arbeitsmigranten aus Simbabwe und anderen afrikanischen Staaten in großer Zahl passiert, die in Südafrika legale und informelle Beschäftigung finden.[13][14]

In besonderer Weise ziehen landwirtschaftliche Betriebe in der Region von Musina ihren Nutzen aus der Anwesenheit simbabwischer Grenzgänger, da sie als billige Arbeitskräfte zur Verfügung stehen. Die Lebensverhältnisse in dieser Gruppe sind vielfach prekär. Zur Linderung dieser Notsituationen in der Grenzregion begann die südafrikanische katholische Kirche 2008 im Township Nancefield (im Nordbereich von Musina) mit einer Essensversorgung für ankommende Flüchtlinge. Mitarbeiter der Hilfsorganisation MSF beteiligen sich seit 2007 mit medizinischer Grund- und Erstversorgung für simbabwische Flüchtlinge auf den Farmen, in Siedlungen um Musina und im Zentrum von Johannesburg. Ferner ist hier die britische Kinderhilfsorganisation Save the Children tätig.[15]

EreignisseBearbeiten

Der Luxuszug Pride of Africa fährt auch auf der hier grenzüberschreitenden Bahnstrecke über Bulawayo zu den Victoriafällen.

Im Bereich des Grenzübergangs von Beitbridge werden wiederholt Aktivitäten des illegalen Waffenhandels und Drogenschmuggels festgestellt.[16][17]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ray Ndlovu: SA and Zimbabwe seal deal on Beit Bridge tolling. BDlive Meldung vom 18. Juni 2014 auf www.bdlive.co.za (englisch)
  2. NLPI: New Limpopo Bridge (PVT) Limited (NLB). auf www.nlpi.net (englisch)
  3. NLPI: Shareholders. auf www.nlpi.net (englisch)
  4. FAO: Drought and climate variability in the Limpopo River Basin. Abschnitt: Groundwater resources. Zimbabwe. auf www.fao.org (englisch)
  5. Gary Brown, Philip Erasmus: Sustaining Water Supplies While Responding to Operational Requirements at the Beers Venetia Mine. PDF-Dokument S. 2–3. online auf www.ewisa.co.za (Memento des Originals vom 24. September 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ewisa.co.za (englisch)
  6. Zimbabwe-South Africa Border Crossings. auf www.drivesouthafrica.co.za (englisch)
  7. Zimbabwe Border Posts and Customs. auf www.afrizim.com (Memento des Originals vom 10. April 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.afrizim.com (englisch)
  8. SABC: Traffic subsides at Beit Bridge border post. Meldung der SABC vom 21. Dezember 2013 auf www.sabc.co.za (Memento des Originals vom 11. April 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.sabc.co.za (englisch)
  9. Creamer Media Reporter: SA: Statement by the Department of Defence, on the fifth session of the South Africa – Zimbabwe Joint Permanent Commission and Defence and Security (03/12/2010). Meldung vom 3. Dezember 2010 auf www.polity.org.za (englisch)
  10. defenceWeb: Zim-SA commission talks border security co-operation. Meldung vom 9. Dezember 2010 auf www.defenceweb.co.za (englisch)
  11. Zimbabwe Revenue Authority: Beitbridge Border Post. auf www.zimra.co.zw (englisch)
  12. Border Control Operational Coordinating Committee, Republic of South Africa: Beitbridge. auf www.borders.sars.gov.za (englisch)
  13. Taku Dzimwasha: Zimbabweans migrating to South Africa at risk of abuse and exploitation. Meldung im The Guardian vom 13. Januar 2014 auf www.theguardian.com (englisch)
  14. Nyasha Nhoro: Refugees in South Africa: Why do Zimbabweans flee their place of birth and come to South Africa?. auf www.sahistory.org.za (englisch)
  15. Blair Rutherford: Zimbabweans Living in the South African Border-Zone: Negotiating, Suffering, and Surviving. In: ACAS Bulletin 80 (2008) Spezialausgabe: Zimbabwe 2, online durch Association of Concerned Africa Scholars auf www.concernedafricascholars.org (englisch)
  16. Rudzani Tshivhase: Police working to curb criminal activities around the border (Memento des Originals vom 11. April 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.sabc.co.za. Meldung der SABC vom 27. November 2013 (englisch)
  17. SAPA: Bus driver found with heroin (Memento des Originals vom 11. April 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.sabc.co.za. Meldung der SABC vom 21. Dezember 2013 auf www.sabc.co.za (englisch)