Gregori Chmara

ukrainisch-stämmiger Schauspieler

Gregori Chmara (russisch Григорий Михайлович Хмара/Grigori Michailowitsch Chmara, ukrainisch Григорій Михайлович Хмара/Hryhorij Mychailowytsch Chmara; * 17. Julijul./ 29. Juli 1878greg.[1] in Poltawa, Russisches Kaiserreich; † 3. Februar 1970 in Paris) war ein ukrainischstämmiger Schauspieler.

Grigori Chmara in Simfoniya goria (1918)

LebenBearbeiten

Chmara, ein Schüler von Konstantin Sergejewitsch Stanislawski, begann seine Theaterlaufbahn 1910 am Moskauer Künstlertheater. Ab 1915 wirkte er in russischen Filmen mit und übernahm hier bedeutende Rollen, darunter den Titelhelden in Rodion Raskolnikow.

1919 emigrierte er nach Deutschland und spielte Theater unter anderem bei Max Reinhardt. 1922 konnte er seine Filmtätigkeit fortsetzen und verkörperte in Robert Wienes Raskolnikow erneut den Titelhelden. In der Bibelverfilmung I.N.R.I. spielte er Jesus Christus und hatte danach kurze Zeit Kultstatus.

Schon bald blieben Chmara jedoch nur noch Nebenrollen, und in G. W. Pabsts Die freudlose Gasse erhielt er nur einen kurzen Auftritt als Kellner. Er war zu dieser Zeit Lebensgefährte von Asta Nielsen und fast nur noch in Filmen zu sehen, in denen sie agierte.

1929 übernahm er die Titelrolle in dem erfolglosen polnischen Film Mocny czlowick. 1933 ging er erstmals nach Paris, seit 1936 hielt er sich ständig in Frankreich auf. Er spielte hier vor allem Theater und trat als Sänger und Gitarrist in Pariser Cabarets auf. Daneben wirkte er in unregelmäßigen Abständen bis zu seinem 90. Lebensjahr in Filmen mit.

Filmografie (Auswahl)Bearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 2: C – F. John Paddy Carstairs – Peter Fitz. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3.
  • Kay Weniger: 'Es wird im Leben dir mehr genommen als gegeben …'. Lexikon der aus Deutschland und Österreich emigrierten Filmschaffenden 1933 bis 1945. Eine Gesamtübersicht. S. 122 f., ACABUS-Verlag, Hamburg 2011, ISBN 978-3-86282-049-8

WeblinksBearbeiten

AnmerkungenBearbeiten

  1. Geburtsdatum laut Kay Weniger. IMDb gibt 23. Juli 1893 als Geburtsdatum an.