Strafsache van Geldern

deutscher Spielfilm von 1932

Strafsache van Geldern ist ein deutscher Kriminalspielfilm aus dem Jahre 1932 mit Paul Richter in der Hauptrolle. Die mit ihm nicht verwandte Ellen Richter spielte die weibliche Hauptrolle, ihr Ehemann Willi Wolff führte Regie.

Film
OriginaltitelStrafsache van Geldern
Produktionsland Deutsches Reich
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1932
Länge 88 Minuten
Stab
Regie Willi Wolff
Drehbuch W. Solski
Hans Hyan
Produktion Willi Wolff
Ellen Richter
Musik Alfred Strasser
Kamera Emil Schünemann
Wilhelm Schwäbl
Schnitt Carl Otto Bartning
Besetzung

HandlungBearbeiten

Paulus van Geldern ist ein Rechtsanwalt, der sich zwar einen Namen als Strafverteidiger gemacht hat, jedoch aufgrund seiner hemmungslosen Spielleidenschaft notorisch knapp bei Kasse ist. Seine von ihm getrennt lebende Gattin Martha kann dagegen auf einige Erfolge zurückschauen: Der einstige Revuestar besitzt ein gut laufendes Modegeschäft, bei dem die Stars ein und aus gehen. Gelegentlich nimmt sie auch Schmuckstücke in Zahlung. Zu Marthas Kundenstamm gehört auch ihre Freundin Loni Behrend. Die plant gerade ein ebensolches Tauschgeschäft: Ihre Brillantagraffe gegen ein Abendkleid. Lonis Liebhaber Gert Roßmann soll ihr Schmuckstück in den Modesalon bringen, da erreicht Martha ein dringlicher Anruf: Paulus gesteht ihr, dass er im Spiel mal wieder, diesmal gegen den Fürsten Bavaritse, eine hohe Geldsumme verloren hat. Dem Fürsten gab er seinen Ehrenwort, das Geld bis zum kommenden Tag aufzutreiben. Van Geldern sagt, er benötige unbedingt Marthas Hilfe, da dieser Verlust seine Existenz bedrohe. Doch Martha hat die Faxen dick: Sie ist nicht mehr bereit, für die Folgen seiner Spielsucht geradezustehen und schon gar nicht angesichts der Tatsache, dass ihr noch-nicht-Ex ein Verhältnis mit Marthas Salon-Direktrice Greta von Heerström begonnen habe. In schroffem Ton weist sie die Bitte Paulus’ zurück und entlässt im übrigen Greta.

Paulus will einen letzten Versuch wagen und begibt sich am frühen Abend des 5. Mai zu seiner Frau. Er will Martha erweichen, ihm das so dringend benötigte Geld zu borgen. Es kommt zu einem lauten Wortwechsel, den sogar die sich gegen 19 Uhr bereits zur Ruhe begebende Haushälterin Minna Müller mitbekommt. Minna hört einige Schreie, woraufhin sie sich eiligen Schrittes in denjenigen Raum begibt, von dem der Lärm herrührte. Dort angekommen, sieht Minna den verhassten Paulus sich über seine tote Frau beugend. Martha van Geldern ist erstochen worden und ihr gesamter Schmuck verschwunden. Die Polizei rückt an und verhaftet Paulus van Geldern als zentralen Tatverdächtigen. Als der Berufsganove Willi Vogel von der Verhaftung hört, wird dieser sofort aktiv. Der gerade im Gefängnis in Berlin-Tegel einsitzende Einbrecherkönig verdankt van Geldern viel, hat der gewiefte Strafverteidiger ihn doch bei seinem letzten Prozess mit viel Cleverness vor einer noch viel größeren Haftstrafe als die anderthalb Jahre, die er hinter Gitter musste, bewahrt.

Willi ist ein Knacki mit Ehrenkodex; er hat nicht vergessen, wem er seine reduzierte Haftzeit verdankt. Vogel bricht daraufhin stante pede aus, um bei dem ihm bekannten Hehlern nachzufragen, ob ihnen Schmucks aus dem Besitz der toten Martha van Geldern angeboten wurde. Er hofft, dadurch dem wahren Mörder auf die Spur zu kommen. Ganz nebenbei befreit er auch noch den nur widerstrebend mitkommenden van Geldern. Tatsächlich kann Ausbrecherkönig Willi Vogel den Schmuck bei dem schmierigen Hehler Schleich auftreiben, hat aber aufgrund seines Knastausbruchs die ganze Zeit die Polizei im Genick. Als diese ihn aufspürt, wird sofort auf Vogel geschossen. Schwer verwundet schleppt dieser sich in ein Zimmer, wo er bald darauf stirbt. Für den mittlerweile wieder erneut verhafteten van Geldern stehen die Dinge weiterhin alles andere als gut: Haushälterin Minna kann den treulosen Gatten ihrer ermordeten Chefin nicht ausstehen und belastet ihn schwer, und zwei Kinder, die nach dem Mord einen Mann aus dem Haus haben laufen sehen, sind als sich widersprechende Zeugen zu van Gelderns Gunsten auch nicht gut zu gebrauchen. Lonis Freund Roßmann hingegen wird während des Prozesses zunehmend nervös. Gerichtsreporter Lerse sorgt jedoch dank seiner Arbeit für eine sensationelle Wendung in der Strafsache van Geldern. Er kann die Aussage der Kinder verifizieren, und es stellt sich heraus, dass tatsächlich Roßmann der Mörder und der Schmuckdieb ist. Van Geldern wird freigesprochen und kann nun eine gemeinsame Zukunft mit seiner neuen Liebe Greta beginnen.

ProduktionsnotizenBearbeiten

Strafsache van Geldern entstand ab dem 20. Juni 1932 in den Jofa-Ateliers in Berlin-Johannisthal und wurde am 23. August 1932 im Berliner Atrium-Kino uraufgeführt. In Österreich lief der Film am 1. Dezember 1932 unter dem Titel 5. Mai, 7 Uhr abends an.

Die Filmbauten schufen Hans Sohnle und Otto Erdmann. Leon Sklarz übernahm die Produktionsleitung. Joe Hajós komponierte die Lieder. Eugen Hrich sorgte für den Ton. Eigil Wangøe diente Kameramann Emil Schünemann als Assistent.

Zwei Musiktitel wurden gespielt: Ach Willi! und Was eine Frau bei Nacht verspricht.

KritikBearbeiten

Die Österreichische Film-Zeitung schrieb: „Der Kriminalfilm Strafsache van Geldern hat wieder einmal den Beweis erbracht, von welch grundlegender Wichtigkeit für den Erfolg ein minutiös durchgearbeitetes Filmmanuskript ist.“ Darüber hinaus wurde ein Spannungsgehalt, eine ausgezeichnete Darstellung und ein interessantes Thema konstatiert.[1]

Das Lexikon des Internationalen Films konstatierte knapp: „Spannendes Kriminaldrama.“[2]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. „Strafsache van Geldern“. In: Österreichische Film-Zeitung, 17. September 1932, S. 3 (Online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/fil
  2. Strafsache van Geldern. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 10. Mai 2019.Vorlage:LdiF/Wartung/Zugriff verwendet