Grandmaster Flash

US-amerikanischer Rapper, DJ und Hip-Hop-Produzent

Grandmaster Flash (wörtlich Großmeister Blitz, eigentlich Joseph Saddler; * 1. Januar 1958 auf Barbados) ist ein US-amerikanischer DJ. Er ist neben Kool DJ Herc und Grandwizard Theodore einer der Pioniere des Hip-Hop.[1]

Grandmaster Flash (1998)

Leben und WerkBearbeiten

Ab 1976 entwickelte er unter dem Künstlernamen DJ Grandmaster Flash die meisten Techniken, die bis heute das DJ-ing im Hip-Hop prägen: das Cutting (das zum Beat parallele Einspielen von Tracks)[2], das Backspinning (die Platte wird zur Wiederholung eines bestimmten Abschnitts schnell rückwärts gedreht)[3] und das Phasing (bei dem durch die Verringerung der Geschwindigkeit eines der beiden Plattenteller ein Phaseneffekt erzeugt wird)[4]. Weitere, teils auch rein akrobatische Techniken gehen ebenfalls auf ihn zurück. Gemeinsam mit Kool DJ Herc und dem von ihm entdeckten Grandwizard Theodore hat er so das Instrumentarium des DJ-ing erschaffen und perfektioniert.

Als Jugendlicher begann er mit dem Hobby und trat auch live bei Area Dances und Block-Parties auf. Während er tagsüber, mit 19 Jahren Elektronik-Kurse an einer technischen Schule besuchte, betrieb er gleichzeitig "spinning" in seinem lokalen Disco-Viertel. So lernte er in der Zeit die verschiedenen Techniken[5].

Die ersten Erfolge hatte Grandmaster Flash mit der Band Grandmaster Flash & the Furious Five, die sich 1977 bildete. Seine Single The Adventures of Grandmaster Flash on the Wheels of Steel (1981), die er live einspielte, gilt in ihrer innovativen Mischung verschiedener Songs wie Good Times (Chic), Another One Bites the Dust (Queen) und Rapture (Blondie) als wegweisend. Nach mehreren Jahren mit seinem Ensemble in wechselnder Zusammensetzung ging man Ende der 80er Jahre getrennte Wege. Kurzlebige Reunions blieben ohne große Resonanz.[6]

Auch in Deutschland arbeitete er schon Mitte der 1990er Jahre mit verschiedenen Künstlern zusammen. So lieferte Grandmaster Flash zusammen mit Grand Wizard Theodore und Disco Bee Beiträge zu dem 1994 erschienenen Sampler Schützt die Rille (Köln Massive). Er und viele andere Musiker wie Das Duale System, Die Coolen Säue (DCS), Plattenpapzt, Microphone Mafia oder Konstruktive Kritik setzten sich für die damals populäre Save The Vinyl-Bewegung ein, welche das schon fast besiegelte Ende der Schallplatte verhindern wollte und, wie man heute auch weiß, dies zumindest verzögert hat.

 
Grandmaster Flash, 1999

Der bei weitem bekannteste Song von Grandmaster Flash ist The Message.[7] 1999 erregte seine Zusammenarbeit mit dem polnischen DJ Tomekk 1...2...Rhymes Galore Aufsehen und landete in den Charts.[8] 2002 kehrte Flash zum DJ-ing auf Platte zurück und veröffentlichte mit den Official Adventures eine Live-Retro und mit Essential Mix eine „klassische“ Old-School-DJ-CD. Das Lied Scorpio war im Computerspiel Need for Speed: Carbon zu hören.

 
Grandmaster Flash, 2007

2009 erschienen sein Album The Bridge, auf dem er mit wie Q-Tip, KRS-One und Snoop Dogg zusammenarbeitete.

BedeutungBearbeiten

Grandmaster Flash & the Furious Five, Run-D.M.C., Public Enemy, N.W.A, die Beastie Boys und Tupac Shakur sind die bisher einzigen Hip-Hop-Musiker, die in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen wurden.[9] Im Februar 2019 wurde ihm der Polar Music Prize zuerkannt.

DiskografieBearbeiten

Die Liste ist vermutlich unvollständig.

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben[10]
The Message (mit The Furious Five)
  UK 77 23.10.1982 (3 Wo.)
  US 53 16.10.1982 (24 Wo.)
Grandmaster Flash & the Furious Five (mit The Furious Five)
  DE 32 28.11.1983 (15 Wo.)
Greatest Messages (mit The Furious Five)
  UK 41 23.06.1984 (16 Wo.)
Work Party (mit Melle Mel)
  UK 45 20.10.1984 (5 Wo.)
They Said It Couldn’t Be Done
  UK 95 23.02.1985 (1 Wo.)
The Source
  US 145 17.05.1986 (6 Wo.)
Ba-dop-boom-bang
  US 197 25.04.1987 (1 Wo.)
On the Strength (mit The Furious Five)
  US 189 30.04.1988 (3 Wo.)
Singles
The Message (mit The Furious Five)
  AT 9 01.02.1983 (8 Wo.)
  CH 11 05.12.1982 (4 Wo.)
  UK 8 28.08.1982 (11 Wo.)
  US 62 16.10.1982 (7 Wo.)
Scorpio
  UK 77 15.01.1983 (3 Wo.)
New York New York (mit The Furious Five)
  DE 18 18.07.1983 (14 Wo.)
  CH 9 21.08.1983 (5 Wo.)
  UK 82 11.06.1983 (2 Wo.)
White Lines (Don’t Do It) (mit Melle Mel)
  UK 7 
 
Silber
12.11.1983 (61 Wo.)
Jesse (mit Melle Mel)
  UK 83 14.04.1984 (3 Wo.)
Sign of the Times
  UK 72 16.02.1985 (2 Wo.)
1, 2, 3 Rhymes Galore (From New York to Germany) (vs. DJ Tomekk feat. Afrob, Flavor Flav & MC Rene)
  DE 6 27.09.1999 (17 Wo.)
  AT 34 07.11.1999 (3 Wo.)
  CH 9 10.10.1999 (16 Wo.)

AlbenBearbeiten

  • 1982: The Message
  • 1983: Grandmaster Flash & the Furious Five (u. a. mit den Liedern New York New York und White Lines)
  • 1983: Greatest Messages
  • 1985: They Said It Couldn’t Be Done
  • 1985: Stepping Off
  • 1986: The Source
  • 1987: Ba-dop-boom-bang
  • 1988: On the Strength
  • 1998: Flash Is Back
  • 2002: The Official Adventures of Grandmaster Flash
  • 2005: Mixing Bullets and Firing Joints
  • 2007: Safety First/Watch Yourself
  • 2009: The Bridge

SinglesBearbeiten

  • 1979: Super Rappin'
  • 1981: The Adventures of Grandmaster Flash on the Wheels of Steel
  • 1981: It’s Nasty (Genius of Love)
  • 1982: The Message (Grandmaster Flash & the Furious Five)
  • 1983: Scorpio (Grandmaster Flash & the Furious Five)
  • 1983: New York New York (Grandmaster Flash & the Furious Five)
  • 1983: White Lines (Don’t Do It) (Grandmaster Flash & Melle Mel; auch mit The Furious Five)
  • 1985: Sign of the Times (Grandmaster Flash)
  • 1988: Magic Carpet Ride (Grandmaster Flash & the Furious Five)

Preise[11]Bearbeiten

  • 2007: Rock and Roll Hall of Fame
  • 2012: Grammy Hall of Fame
  • 2014: Grammy Nominee, special message
  • 2019: Polar Music Price

SonstigesBearbeiten

In der von 2016 bis 2017 ausgestrahlten Fernsehserie The Get Down, wurde er vom mauretanisch-US-amerikanischen Schauspieler Mamoudou Athie dargestellt.

„Grandmaster Flash was hip hop in the same way Velvet Underground was punk. Or King Tubby was dub. Or Wiley was grime. They were predecessors, making the music before it even had a name.“ (Tom Wakins)[12]

WeblinksBearbeiten

Commons: Grandmaster Flash – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Grandmaster Flash | Biography, Albums, Streaming Links. Abgerufen am 6. November 2020 (amerikanisches Englisch).
  2. Grandmaster Flash | Biography, Albums, Streaming Links. Abgerufen am 6. November 2020 (amerikanisches Englisch).
  3. Grandmaster Flash | Biography, Albums, Streaming Links. Abgerufen am 6. November 2020 (amerikanisches Englisch).
  4. Grandmaster Flash | Biography, Albums, Streaming Links. Abgerufen am 6. November 2020 (amerikanisches Englisch).
  5. Grandmaster Flash | Biography & History. Abgerufen am 6. November 2020 (amerikanisches Englisch).
  6. Grandmaster Flash – laut.de – Band. Abgerufen am 6. November 2020.
  7. Grandmaster Flash – laut.de – Band. Abgerufen am 6. November 2020.
  8. Grandmaster Flash – laut.de – Band. Abgerufen am 6. November 2020.
  9. Rock and Roll Hall of Fame and Museum: All Inductees: Alphabetical
  10. Chartquellen: DE AT CH UK US
  11. Official Website of DJ Grandmaster Flash. Abgerufen am 6. November 2020 (amerikanisches Englisch).
  12. Official Website of DJ Grandmaster Flash. Abgerufen am 6. November 2020 (amerikanisches Englisch).