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Gnodstadt ist ein Ortsteil von Marktbreit im Landkreis Kitzingen im bayerischen Regierungsbezirk Unterfranken an der südlichsten Stelle des Maindreiecks und gleichzeitig des Mains, wenn Gnodstadt auch 2 km vom Main entfernt ist. Gnodstadt ist einer von zwei Stadtteilen der Stadt Marktbreit und hat etwa 750 Einwohner.

Gnodstadt
Wappen von Gnodstadt
Koordinaten: 49° 38′ 17″ N, 10° 7′ 12″ O
Höhe: 276 m
Einwohner: 643 (1987)[1]
Eingemeindung: 1. Mai 1978
Postleitzahl: 97340
Vorwahl: 09332

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Urkundlich erwähnt wurde die Ortschaft das erste Mal 1130. Auch ein Rittergeschlecht mit dem Namen "von Gnodstadt" ist schon um diese Zeit belegt. Zwischen 1448 und 1806 war der Gnodstadt eines der sogenannten Sechs Maindörfer, die zur Markgrafschaft Brandenburg-Ansbach gehörten.

In der Nähe des Dorfes aber noch innerhalb der Ortsmarkung befindet sich ein Obelisk, der 1773 errichtet wurde. Dieser wird auch als Mautpyramide bezeichnet. Im Dezember 2010 wurde diese von einem Lkw-Fahrer – der paradoxerweise Autobahnmaut sparen wollte – umgefahren, wodurch Gnodstadt auch überregional in die Schlagzeilen geriet.[2]

Zahlreiche historische Häuserfassaden des Ortes sind aus Gnodstädter Sandstein gebaut, der heute noch am Rand des Ortes gebrochen wird.

Mit der Gemeindegebietsreform, die am 1. Mai 1978 in Kraft trat, wurde das Dorf in die etwa 4 km entfernte Stadt Marktbreit eingemeindet und wechselte somit vom Altlandkreis Ochsenfurt, der mit der einzigen Ausnahme von Gnodstadt dem Landkreis Würzburg zugeschlagen wurde, in den Landkreis Kitzingen.[3] Der Eingemeindung waren große Proteste der Bevölkerung vorausgegangen.[4]

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Blau die silbern gekleideten Apostelfiguren Petrus (rechts) und Paulus, ersterer die Rechte erhoben, in der Linken einen Schlüssel, letzterer in der Linken ein Schwert, die Rechte mit einem Kreuz zum Segen erhoben.“[5]
Wappenbegründung: Die beiden Apostel verweisen seit dem Dreißigjährigen Krieg auf die beiden Kirchenpatrone des Ortes. Zuvor besaß der Ort ein anderes Siegel unbekannten Inhalts, das 1632 von den Markgrafen von Brandenburg-Ansbach erneuert wurde. Zunächst waren die beiden Apostel hinter einem Tisch sitzend dargestellt, zwischen beiden stand ein Kreuz.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Natursteinfassade in Gnodstadt aus Gnodstädter Sandstein (Sockel aus Kirchheimer Muschelkalk)

Den Mittelpunkt des Ortes bildet die ehemalige Wallfahrtskirche St. Peter und Paul. Ihr Turm geht bereits auf das 13. Jahrhundert zurück. Später zog eine Madonna Pilger aus weit entfernten Orten hierher. Im Jahr 1528 führten die Markgrafen von Ansbach die Reformation ein und beendeten so abrupt die Wallfahrt. Noch heute besitzt das Gotteshaus wertvolle Ausstattungsstücke, wie eines der ältesten Geläute der Umgebung.

Am nordwestlichen Ortsende Richtung Ochsenfurt steht zwischen drei sogenannten Kreuzbäumen ein Renaissancebildstock aus dem Jahr 1586, welcher 2001 auf Anliegen der Kirchengemeinde restauriert wurde, wodurch die hohe künstlerische Qualität der Martersäule mit biblischen Figuren wiederhergestellt wurde.

In der Ortsmitte befindet sich ein malerischer Dorfbrunnen mit Sinnspruch und Jahreszahl (1920). Schon seit 1463 ist die Existenz eines Rathauses bekannt. Das heutige, zweistöckige Gebäude mit dem Jugendraum der Landjugend Gnodstadt und einer alten Kanone stammt aus den Jahren 17301732 und besitzt einen großen Saal.

Gesellschaftliches LebenBearbeiten

VereineBearbeiten

Der Turn- und Sportverein TSV Gnodstadt stellt einen erheblichen Teil der Freizeitgestaltung in Gnodstadt dar. Er hat zurzeit 630 Mitglieder. Außer Fußball bietet der TSV auch Wirbelsäulengymnastik, Radfahren, Kinderturnen, Mutter-Vater-Kind-Turnen und Aerobic an. Im Jahr 2006 feierte der TSV sein 100-jähriges Jubiläum mit einer Sportwoche, dem Gaukinderturnfest und weiteren Festlichkeiten.

In Gnodstadt sind sieben Vereine ansässig, Landjugend, TSV Gnodstadt, Männergesangsverein, Landfrauen, Feuerwehrverein, Diakonieverein, Reit- und Fahrverein.

BildungBearbeiten

Gnodstadt hat einen evangelischen Kindergarten.

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Hans Bauer: Alte und neue Wappen im Landkreis Kitzingen. In: Jahrbuch des Landkreises Kitzingen 1980. Im Bannkreis des Schwanbergs. Kitzingen 1980. S. 53–70.
  • Hans Bauer: Landkreis Kitzingen. Ein Kunst- und Kulturführer. Marktbreit 1993.
  • Johann Kaspar Bundschuh: Gnottstadt. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 2: El–H. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1800, DNB 790364298, OCLC 833753081, Sp. 338–339 (Digitalisat).
  • Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit. (Nachdr. der Ausg. Nördlingen, Beck, 1879). Band 2. Verl. für Kunstreprod. Schmidt, Neustadt an der Aisch 1993, ISBN 3-923006-90-X, S. 404.
  • Gottfried Stieber: Gnodstatt. In: Historische und topographische Nachricht von dem Fürstenthum Brandenburg-Onolzbach. Johann Jacob Enderes, Schwabach 1761, S. 403–407 (Digitalisat).

WeblinksBearbeiten

  Commons: Gnodstadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Gnodstadt – Pfarrei Großhaslach, in: Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn, Band 2

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 365 (Digitalisat).
  2. 40-Tonner prallt gegen historische Mautpyramide | Main-Post (3. Dezember 2010)
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 748.
  4. Main-Post: Der Volkszorn hat sich gelegt. Main-Post von Montag, 21. Januar 2019. S. 28.
  5. Bauer, Hans: Alte und neue Wappen im Landkreis Kitzingen. S. 62.
  6. Ernst Luther † (Nachruf) http://frankenland.franconica.uni-wuerzburg.de/login/data/1966_49.pdf