Gerhard Feyerabend

deutscher Offizier und Generalleutnant im Zweiten Weltkrieg

Gerhard Fritz Franz Feyerabend (* 29. April 1898 auf Gut Dopsattel, Landkreis Königsberg, Ostpreußen; † 17. November 1965 in Hannover) war ein deutscher Offizier, zuletzt Generalleutnant und Kommandeur der 11. Infanterie-Division im Zweiten Weltkrieg.

LebenBearbeiten

Feyerabends Vater war der Rittergutsbesitzer Eugen Feyerabend (8. Februar 1860–18. Januar 1901), seine Mutter Anna Claassen (20. April 1870–13. Januar 1943).[1] Sein älterer Bruder Alfred Feyerabend (18. Juni 1896 bis 13. Januar 1971) war in der Nachkriegszeit als Ministerialdirektor Leiter der Abteilung Wasserstraßen des Bundesministeriums für Verkehr.

Nach der Erziehung im elterlichen Hause besuchte Feyerabend von 1906 bis 1911 das Gymnasium in Königsberg.

Im Alter von knapp dreizehn Jahren begann er 1911 mit dem Besuch der Kadettenschule zu Köslin seine militärische Laufbahn und besuchte danach von 1914 bis 1916 die Hauptkadettenanstalt Berlin-Lichterfelde.

Anschließend kam Feyerabend nach seiner Ernennung zum Fähnrich am 29. März 1916 von 1916 bis 1918 beim 2. Masurischen Feld-Artillerie-Regiment Nr. 82 zum Fronteinsatz, wo er an der Ostfront nach der Teilnahme an der Schlacht bei Kowel am 8. November 1916 das Eiserne Kreuz II. Klasse verliehen bekam und am 5. Dezember 1916 zum Leutnant befördert wurde. Im Jahre 1917 nahm er im Westen unter anderem an der Schlacht vor Verdun teil. Nach Kriegsende diente Feyerabend als Berufssoldat in der Reichswehr und wurde dort am 31. Juli 1925 zum Oberleutnant befördert.

Gerhard Feyerabend heiratete am 18. Juli 1924 in Bratricken Erna Reschke (* 16. Juni 1901), seine Tochter Marie-Louise wurde am 9. Mai 1935 geboren.[1]

Feyerabend wurde am 1. April 1933 zum Hauptmann und am 2. August 1936 zum Major befördert. Seit 1937 als Erster Generalstabsoffizier (Ia) im Generalstab der 24. Division tätig, wurde Feyerabend am 20. März 1939 zum Oberstleutnant befördert und nahm im September 1939 am Überfall auf Polen teil.

Am Westfeldzug 1940 war er als Erster Generalstabsoffizier des XXXX. Armeekorps beteiligt, am Jugoslawienfeldzug 1941 als Erster Generalstabsoffizier der 2. Armee. Nachdem er diese Funktion auch beim Überfall auf die Sowjetunion eingenommen hatte, war Feyerabend nach seiner Ernennung zum Oberst am 9. November 1941 seit dem 15. Dezember 1941 Generalstabschef des XXVII. Armee-Korps an der Ostfront und wurde am 30. Januar 1943 mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet.

Seit dem 2. August 1943 war Feyerabend Chef des Generalstabes der 1. Armee. Als solcher wurde er am 20. Februar 1944 zum Generalmajor befördert und war anschließend an der Westfront im Einsatz.

Am 9. November 1944 wurde Feyerabend als Kommandeur der als Teil der 18. Armee den Kurlandkessel verteidigenden 11. Infanterie-Division bestellt. Nach der 4. Kurlandschlacht wurde er am 23. Februar 1945 zum Generalleutnant befördert.

Am 5. April 1945 wurde Gerhard Feyerabend für das Halten der Front seiner bereits beiderseitig eingekreisten Division gegen acht bis zehn sowjetische Divisionen in der 6. Kurlandschlacht und damit für die Verhinderung des Zusammenbruchs der gesamten Kurlandfront das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen.

Feyerabend begab sich nach der in den letzten Kriegstagen erfolgten Rettung zahlreicher Truppenteile über die Ostsee nach der Kapitulation der Heeresgruppe Kurland am 10. Mai 1945 mit den Resten seiner Division in sowjetische Kriegsgefangenschaft.

Feyerabends Ehefrau und seine zehnjährige Tochter waren bereits am 30. Januar 1945 bei der Besetzung Ostpreußens durch sowjetische Soldaten getötet worden.[1]

Nach der Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft im Juli 1947 lebte Feyerabend bis zu seinem Lebensende in Rottach-Egern. In zweiter Ehe heiratete er die Witwe des 1944 verstorbenen Generalmajors Hans Georg Schmidt von Altenstadt.

AuszeichnungenBearbeiten

Feyerabend bekam folgende militärische Auszeichnungen verliehen:[2][3]

LiteraturBearbeiten

  • Franz Thomas / Günter Wegmann: Die Ritterkreuzträger der Deutschen Wehrmacht 1939–1945, Teil III, Band 6, 2003, S. 251–254.
  • Edmund Strunz (Herausgeber) / Helmut Stechlau (Bearbeiter): Deutsches Geschlechterbuch, Band 133, 1964, S. 118.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Edmund Strunz (Herausgeber), Helmut Stechlau (Bearbeiter): Deutsches Geschlechterbuch. Band 133, 1964, S. 118.
  2. Franz Thomas, Günter Wegmann: Die Ritterkreuzträger der Deutschen Wehrmacht 1939–1945. Teil III, Band 6, 2003, S. 254.
  3. Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Mittler & Sohn Verlag, Berlin 1930, S. 134.