Gerhard Dietrich (Turner)

deutscher Geräteturner
Gerhard Dietrich (Turner)
Medaillenspiegel
Gerhard Dietrich, 1968
Gerhard Dietrich, 1968

Geräteturner

Deutschland Demokratische Republik 1949DDR Deutsche Demokratische Republik
Olympische Sommerspiele
Bronze 1968 Mannschaftsmehrkampf
Weltmeisterschaften
Bronze 1966 Mannschaftsmehrkampf
Bronze 1970 Mannschaftsmehrkampf
Europameisterschaften
Bronze 1967 Mannschaftsmehrkampf
Bronze 1967 Pferdsprung
Bronze 1967 Pauschenpferd

Gerhard Dietrich (* 12. Mai 1942 in Brandenburg an der Havel) ist ein ehemaliger deutscher Geräteturner, der für die DDR startete. Sein Heimatverein war der ASK Vorwärts Potsdam.

Er wurde bei einer Sichtung im Sportunterricht seiner Schule entdeckt und kam über die Akrobaten zu den Turnern bei der BSG Aufbau Brandenburg. 1960 wurde er in die Kinder- und Jugendsportschule (KJS) seiner Heimatstadt aufgenommen.[1] Da die KJS seit 1959 vom ZSKA Vorwärts Berlin II[2] betrieben wurde[3] (ab 1966 wurde dort der ASK Vorwärts Potsdam ausgegliedert), kam er damit zu diesem Verein und wurde Militärangehöriger. Neben dem Training nahm er ein Studium zum Sportlehrer auf.

Seine größten internationalen Einzelerfolge errang Dietrich bei den Europameisterschaften 1967 mit dem Gewinn je einer Bronzemedaille im Pferdsprung und am Pauschenpferd. Darüber hinaus gewann er auch mit der Mannschaft eine Bronzemedaille.[4] Danach schien seine Sportkarriere schon beendet zu sein, denn bei einer Reihenuntersuchung wurde Ende 1967 bei ihm ein inaktive Tuberkulose festgestellt. Dennoch schaffte er nach einem Vierteljahr Klinikaufenthalt den Sprung ins Olympiateam.

Bei den Olympischen Sommerspielen 1968 in Mexiko-Stadt gewann er mit der Mannschaft der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) eine Bronzemedaille im Mannschaftsmehrkampf. Auch bei den Turn-Weltmeisterschaften 1966 in Dortmund und 1970 in Ljubljana belegte er mit der DDR-Mannschaft den dritten Platz im Mehrkampf. In den Jahren 1965 und 1970 errang er bei DDR-Meisterschaften insgesamt zehn Medaillen, dabei am Pauschenpferd in den Jahren 1966 und 1970 zwei Meistertitel sowie darüber hinaus vier Silbermedaillen.

Gerhard Dietrich war ein extrem leichter Sportler, der in den 1960er Jahren als erster Sportler der Welt am Reck eine Doppelschraube schaffte.[1] 1970 beendete er seine Karriere und schloss zwei Jahre später sein Lehrerstudium ab. Er blieb noch ein Jahr als Trainer beim Sportklub und war ab 1973 als Lehrer an der KJS tätig, die von 1973 bis 1978 schrittweise nach Potsdam verlegt wurde.[5] Nach der Wende wurde er arbeitslos und arbeitete dann noch einige Jahre als Hausmeister. Mit 60 Jahren wurde er Rentner.[1] Er wohnt in Brandenburg an der Havel.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c ale [Marcus Alert]: Bei Olympia Bronze gewonnen. Gerhard Dietrich feiert 75. Geburtstag. Märkische Allgemeine, Brandenburger Kurier/Lokalsport, 15. Mai 2017, S. 27
  2. Gerhard Pohl: Die Geschichte des SC Potsdam von 1961 bis 1969 (abgerufen am 17. Mai 2017)
  3. Frank Brekow: Stichwort „Kinder- und Jugendsportschule (KJS)“. In: Udo Geiseler, Klaus Heß (Hrsg.): Brandenburg an der Havel. Lexikon zur Stadtgeschichte (= Einzelveröffentlichungen der Brandenburgischen Historischen Kommission e.V. Band XIII). Lucas Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-86732-001-6, S. 206.
  4. Marcus Alert: Gerhard Dietrich hält seine olympische Bronzemedaille noch immer in Ehren@1@2Vorlage:Toter Link/www.maerkischeallgemeine.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. In: Märkische Allgemeine. Online veröffentlicht am 28. Oktober 2010 (zuletzt abgerufen am 15. November 2010)
  5. Geschichte der Sportschule Potsdam (abgerufen am 17. Mai 2017)