Franz Dünzl (* 25. Juli 1960 in Regensburg; † 23. August 2018[1][2]) war ein deutscher katholischer Kirchenhistoriker.

LebenBearbeiten

Franz Dünzl studierte Katholische Theologie an der Universität Regensburg und Universität Augsburg und war zunächst in der Seelsorge am Dominikus-Ringeisen-Werk in Ursberg tätig. 1987 wurde er wissenschaftlicherMitarbeiter am Lehrstuhl für Alte Kirchengeschichte und Patrologie der Universität Regensburg. Er wurde 1992 mit der Dissertation Braut und Bräutigam. Die Auslegung des Canticum durch Gregor von Nyssa bei Norbert Brox in Regensburg promoviert. 1998 habilitierte er sich an der Universität Regensburg mit der Schrift „Pneuma. Funktionen des theologischen Begriffs in frühchristlicher Literatur“ und erhielt die venia legendi für das Fachgebiet Kirchen- und Dogmengeschichte des Altertums mit Patrologie.[3]

2001 erhielt er einen Ruf auf den Lehrstuhl für Kirchengeschichte des Altertums, christliche Archäologie und Patrologie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Von 2011 bis 2013 war er Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät.[3]

Dünzl veröffentlichte zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten zur Kirchengeschichte. Er war Mitherausgeber der Reihe Fontes Christiani. Er war Vorsitzender des Fördervereins „Freunde des Ostkirchlichen Instituts“ und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des Instituts.[3]

2005 wurde Franz Dünl mit dem „Preis für gute Lehre an den staatlichen Universitäten in Bayern“ des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst ausgezeichnet.[3]

Schriften (Auswahl)Bearbeiten

  • Braut und Bräutigam. Die Auslegung des Canticum durch Gregor von Nyssa (= Beiträge zur Geschichte der biblischen Exegese. Band 32). Mohr, Tübingen 1993, ISBN 3-16-146033-2 (Dissertation).
  • Gregor von Nyssa. In Canticum Canticorum Homiliae. Homilien zum Hohenlied (Griechisch/deutsch). Übersetzt und eingeleitet von Franz Dünzl (= Fontes Christiani. Band 16/1–3). Herder, Freiburg im Breisgau/Basel/Wien/Barcelona/Rom/New York 1994.
  • Pneuma. Funktionen des theologischen Begriffs in frühchristlicher Literatur (= Jahrbuch für Antike und Christentum. Ergänzungsband 30). Aschendorff, Münster 2000, ISBN 3-402-08114-8 (= Habilitationsschrift).
  • Norbert Brox. Das Frühchristentum. Schriften zur historischen Theologie. Herder, Freiburg im Breisgau/Basel/Wien/Barcelona/Rom/New York 2000, ISBN 3-451-26279-7.
  • Kleine Geschichte des trinitarischen Dogmas in der Alten Kirche. Herder, Freiburg im Breisgau/Basel/Wien/Barcelona/Rom/New York 2006, ISBN 978-3451289460.
    • englische Übersetzung: A Brief History of the Doctrine of the Trinity in the Early Church. Translated by John Bowden. Bloomsbury T&T Clark, London/New York 2007, ISBN 978-0567031938.
    • italienische Übersetzung: Breve storia del dogma trinitario nella chiesa antica. Traduzione di Carlo Danna. Editrice Queriniana, Brescia 2007, ISBN 978-8839908292.
  • mit Wolfgang Weiß (Hrsg.): Umbruch – Wandel – Kontinuität (312–2012). Von der Konstantinischen Ära zur Kirche der Gegenwart (= Würzburger Theologie. Band 10). Echter, Würzburg 2014, ISBN 978-3-429-03710-9.
  • Fremd in dieser Welt? Das frühe Christentum zwischen Weltdistanz und Weltverantwortung. Herder, Freiburg im Breisgau/Basel/Wien 2015, ISBN 978-3451312328.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Trauer um Professor Franz Dünzl. In: mainpost.de. 28. August 2018 (mainpost.de [abgerufen am 28. August 2018]).
  2. Traueranzeige, abgerufen am 29. August 2018
  3. a b c d „Zum Tod von Prof. Dr. Franz Dünzl“, Nachruf der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Würzburg vom 28. August 2018, abgerufen am 7. August 2019