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Franz Werfel (1890–1945)

Der Franz-Werfel-Menschenrechtspreis wird vom Zentrum gegen Vertreibungen des Bundes der Vertriebenen verliehen. Er ist nach dem österreichischen Schriftsteller Franz Werfel benannt, der u. a. in seinem Roman Die vierzig Tage des Musa Dagh die Vertreibung und den Völkermord an den Armeniern beschrieben hat.

Der Franz-Werfel-Menschenrechtspreis geht an Einzelpersonen, Initiativen oder Gruppen, „die sich gegen die Verletzung von Menschenrechten durch Völkermord, Vertreibung und die bewusste Zerstörung nationaler, ethnischer, rassischer oder religiöser Gruppen gewandt haben.“[1] Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird alle zwei Jahre in der Frankfurter Paulskirche verliehen und wurde erstmals 2003 vergeben.

Inhaltsverzeichnis

JuryBearbeiten

Jury 2007Bearbeiten

Die Jury setzte sich 2007 aus folgenden Personen zusammen: Otto von Habsburg, Klaus Hänsch, Helga Hirsch, Milan Horáček, Hilmar Kopper, Rüdiger Safranski und Erika Steinbach. Laut der verleihenden Stiftung hat der Preis das 4. Haager Abkommen von 1907, die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948, den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte von 1966, die Entschließung der Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen von 1998, aber auch die Schlussfolgerungen der Tagung des Europäischen Rates der Staats- und Regierungschefs in Kopenhagen von 1993 und andere Äußerungen der Europäischen Union zur Grundlage.

Frühere Jurymitglieder waren Peter Glotz, Daniel Cohn-Bendit, Ralph Giordano, György Konrád und Lennart Meri.

Jury 2012Bearbeiten

Die Jury 2012 bestand aus folgenden Personen:[2]

PreisträgerBearbeiten

2003Bearbeiten

  • Mihran Dabag (Deutschland), Leiter des Instituts für Diaspora- und Genozidforschung an der Ruhr-Universität Bochum, „für seine wissenschaftliche Arbeit auf dem Gebiet der Genozidforschung, zur Geschichte der Armenierverfolgung und zu ihren heutigen Implikationen“.
  • Die Initiatoren des „Kreuzes der Versöhnung“ in Wekelsdorf/Teplice nad Metují (Tschechische Republik), „für die Errichtung des »Kreuzes der Versöhnung« in Wekelsdorf/Teplice nad Metuji für die auf dem Buchenberg 1945 ermordeten Sudetendeutschen und alle Opfer nationaler Konflikte dieser Region und für ein mutiges Zeichen des Dialogs zwischen Deutschen und Tschechen“.[3]

2005Bearbeiten

2007Bearbeiten

  • György Konrád für „sein hervorragendes Eintreten für die Würde und Rechte jedes einzelnen von Verfolgung, Deportation und Vertreibung betroffenen Menschen, unabhängig von seiner nationalen, ethnischen und religiösen Zugehörigkeit.“

2009Bearbeiten

2010Bearbeiten

  • David Vondráček, tschechischer Filmemacher, der vor allem durch den Film „Zabíjení po česku“ (Töten auf Tschechisch) bekannt geworden ist.

2012Bearbeiten

2014Bearbeiten

2016Bearbeiten

  • Freya Klier, „Bürgerrechtlerin, Schriftstellerin und Dokumentarfilmerin [...] für ihr Lebenswerk“[8]

2018Bearbeiten

  • Michael Wolffsohn, deutsch-jüdischer Historiker und Publizist dafür, dass er "immer wieder deutlich gemacht [hat], dass die Verbrechen der NS-Diktatur nicht dazu führen dürften, das Unrecht an den vertriebenen Deutschen zu verschweigen."[9]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Franz-Werfel-Menschenrechtspreis (Homepage). In: z-g-v.de, abgerufen am 21. August 2016.
  2. Jury. Franz-Werfel-Menschenrechtspreis (Memento vom 2. Februar 2012 im Internet Archive). In: z-g-v.de, abgerufen am 20. August 2016.
  3. Franz-Werfel-Menschenrechtspreis – Preisträger 2003. In: z-g-v.de, abgerufen am 21. August 2016.
  4. ZENTRUM GEGEN VERTREIBUNGEN (ZgV) verleiht Franz-Werfel-Menschenrechtspreis an Bischof Dr. Franjo Komarica (Memento vom 6. Mai 2005 im Internet Archive). In: z-g-v.de, abgerufen am 20. August 2016.
  5. Ilija Trojanow: Zu Ehren: Herta Müller (PDF; 101 kB). In: z-g-v.de, abgerufen am 20. August 2016.
  6. Annette Bauer: Osteuropa-Historiker Karl Schlögel wurde am 28. Oktober mit Menschenrechtspreis 2012 geehrt. In: Informationsdienst Wissenschaft Pressemitteilung, idw-online.de, 29. Oktober 2012, abgerufen am 29. Oktober 2012.
  7. Franz-Werfel-Menschrechtspreis für „Wolfskinder“: Filmemacher Rick Ostermann wird ausgezeichnet. Der Regisseur und Drehbuchautor erhält den Preis der Stiftung Zentrum gegen Vertreibungen am 2. November in der Frankfurter Paulskirche. In: Deutschlandradio Kultur, deutschlandradiokultur.de, 24. Oktober 2014, abgerufen 18. Dezember 2014.
  8. Die Kirche. 22. Jg., Nr. 34, 21. August 2016, ISSN 0949-8664, S. 9, Sp. 5, Rubrik Personen & Zitate.
  9. Evangelischer Pressedienst (Hrsg.): Michael Wolffsohn erhält Franz-Werfel-Menschenrechtspreis. 17. September 2018 (Tickermeldung, online nicht verfügbar).