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Flape

Dorf in Gemeinde Kirchhundem, Nordrhein-Westfalen

Flape ist ein Dorf im Zentrum der Gemeinde Kirchhundem im Kreis Olpe, Nordrhein-Westfalen. Zum 30. Juni 2015 hatte der Ort 243 Einwohner.[1]

Flape
Gemeinde Kirchhundem
Koordinaten: 51° 4′ 30″ N, 8° 5′ 33″ O
Höhe: 335 m ü. NN
Einwohner: 243 (30. Jun. 2015)
Postleitzahl: 57399
Vorwahl: 02723

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Flape liegt im Süderbergland des Rheinischen Schiefergebirges. Dieses gehört zum Südsauerland, das auch als Olper Land bezeichnet wird, und hierin zum sogenannten Bilsteiner Bergland.[2] Die Ortschaft befindet sich an den westlichen Ausläufern des Rothaargebirges südlich von Kirchhundem im Flapetal. Die umliegenden Berge sind der Galgenberg (nord-östlich), der Katzenstein (südöstlich), die Hohe Lohe (südwestlich) und der Emberg (nordwestlich). Der Katzenstein ist nördlicher Ausläufer des 616,5 m hohen Stüvelhagen. Die Entwässerung durch die Flape erfolgt nach Norden zur Hundem hin.[3]

NachbarorteBearbeiten

Nachbarorte von Flape sind Kirchhundem im Norden, Würdinghausen im Nordosten, Albaum im Südosten, Emlinghausen im Süden, Berghof im Südwesten und Hofolpe im Westen.[3]

GeschichteBearbeiten

Der Name Flape wurde mit dem Grundwort „apa“ (Bach, Wasser) gebildet. Apa-Namen entstanden seit etwa Christi Geburt bis ins frühe Mittelalter. Der Raum Flape/Hundem/Altes Feld dürfte zu den ältesten Siedlungsgebieten des Kirchhundemer Landes gehören.[4][5] Die bisher älteste schriftliche Erwähnung steht mit etlichen anderen Orten im Zehntlöseregister des Mariengraden-Stiftes, Köln, vom 25. Juli 1279.[5] In den frühesten Schatzungsregistern von 1536, 1543 und 1565 erscheinen jeweils 12 Steuerpflichtige.[6] 1757 lebten in Flape auf zehn Höfen 88 Personen.[7] Außer den Bauern waren früher Fuhrleute, Schneider, Schreiner und Schuster im Dorf, auch Gastwirtschaften und sogar eine Zigarrenfabrik hat es gegeben. Heute gibt es noch zwei landwirtschaftliche Betriebe, eine Schäferei, zwei Fischzuchtbetriebe, einen Installateur und eine Weinkellerei. Um 1850 wurde das Flapetal durch eine Kunststraße von Kirchhundem nach Hilchenbach erschlossen. Zuvor war der Ort nur durch unbefestigte Wege mit den Nachbardörfern verbunden. 1890 wurde bei der Weinkellerei C. & H. Müller eine Posthilfsstelle eingerichtet, die 1896 einen Telegraphen und schon 1900 Telefon bekam; die firmeneigene Wasserkraftanlage versorgte das Dorf bereits 1898 mit Strom. Die erste Wasserleitung, die aber nur einen Teil des Ortes versorgte, ist 1897 verlegt worden. 1955 wurde die heutige Verbandswasserleitung gebaut, an die alle Häuser angeschlossen sind. Eine moderne Abwasserentsorgung gibt es seit 1993. Von 1912 bis 1939 hatte Flape eine einklassige Volksschule, eingerichtet in der früheren Zigarrenfabrik. Wegen des bedeutenden Güterverkehrs der Weinkellerei C. & H. Müller erhielt der Bahnhof an der 1914 eröffneten Bahnstrecke Altenhundem–Birkelbach die Bezeichnung „Kirchhundem-Flape“.[5] Schon 1606 war eine Kapelle im Dorf. Die heutige neubarocke Kapelle wurde 1929 gebaut.[8] Hervorzuheben ist das frühbarocke Altarretabel von 1647, das seit 1994 unter Denkmalschutz steht.[9] In der Kapelle befinden sich Werke der Kirchhundemer Malerin Ina-Maria Mihályhegyi-Witthaut. 1968 wurde das alte Haupthaus mit Speicher des Hofes Müller-Sommer vom Landesmuseum für Volkskunde abgebaut. Seit Juni 1997 ist das markante Ensemble mit dem schönen Renaissancegiebel von 1623 ein Anziehungspunkt im Sauerlanddorf des Freilichtmuseums Detmold.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Einwohnerentwicklung in Flape
Jahreszahl Einwohner
1757
  
88
1871
  
103
1890
  
107
1969
  
235
1978
  
323
1990
  
217
2006
  
249

BauwerkeBearbeiten

 
St. Johannes Baptist

Im Zentrum des Dorfes befindet sich die katholische Kapelle St. Johannes Baptist, erbaut 1929. Das Hofhaus Sommer aus dem 16. Jahrhundert befindet sich heute im "Sauerländer Dorf" des LWL-Freilichtmuseums Detmold.

NaturdenkmälerBearbeiten

Das Naturdenkmal „Vierlinden“ ist eine Baumgruppe, bei der ein Prozessionskreuz der Kirchhundemer Fronleichnamsprozession steht. Das Naturschutzgebiet Krähenpfuhl liegt am Nordhang des Stüvelhagens beim Katzenstein.

SportBearbeiten

An den Fischteichen südlich des Dorfes besteht die Möglichkeit, Angelsport zu betreiben.

Kulinarische SpezialitätenBearbeiten

 
Weinkellerei C. & H. Müller

In der Weinkellerei C. & H. Müller in Flape erhält man erlesene Weine aus deutschen und anderen Anbaugebieten.

VerkehrBearbeiten

Das Dorf Flape wird durch die L728 erschlossen. Bis 1959 wurde der Bahnhof Kirchhundem-Flape an der Bahnstrecke Altenhundem–Birkelbach bedient.

Söhne und Töchter des OrtesBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Carl Josef Müller: Müllers in Flape. Eine Familien- und Ortsgeschichte. Flape 1984.
  • Carl Josef Müller: Die Geschichte der Kapelle St. Johannes Baptist in Flape. Flape 1996.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Gemeinde Kirchhundem: Orte, abgerufen am 17. Oktober 2015
  2. Otto Lucas: Das Olper Land. Arbeiten der Geographischen Kommission im Provinzialinstitut für westfälische Landes- und Volkskunde. 4. Münster 1941. S. 4f und S. 22f.
  3. a b Wanderkarte 1:25.000 Lennestadt-Kirchhundem in de Naturparken Rothaargebirge, Ebbegebirge und Homert. Hrsg. vom Landesvermessungsamt NRW aufgrund der Topographischen Karte 1:25000. 2. Auflage 1998
  4. Günther Becker und Martin Vormberg: Kirchhundem - Geschichte des Amtes und der Gemeinde. Kirchhundem 1994. S. 19f und S. 24f
  5. a b c Carl-Josef Müller: Müllers in Flape. Eine Familien- und Ortsgeschichte. Flape 1984. S. 60f.
  6. Veröffentlichungen der Historischen Kommission Westfalens. XXX. Westfälische Schatzungs- und Steuerregister. Band 2. Die Schatzungsregister des 16. Jahrhunderts für das Herzogtum Westfalen. Teil 1. Die Register von 1536 und 1565. Münster 1971. S. 197f. Teil 2. Die Register von 1543 und Schatzungen des Adels von 1543 und 1549. Münster 2000. S. 36f
  7. Volkszählung von 1757. Archiv des Freiherrn von Fürstenberg, Arnsberg-Herdringen. Nr. 5356
  8. Carl Josef Müller: Die Geschichte der Kapelle St. Johannes Baptist in Flape. Flape 1996
  9. Denkmalliste der Gemeinde Kirchhundem