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GeografieBearbeiten

LageBearbeiten

Das Dorf Rinsecke gehört zum Süderbergland des Rheinischen Schiefergebirges, das auch als Südsauerland oder Olper Land bezeichnet wird. Darin gehört es zum sogenannten Bilsteiner Bergland. Das Dorf liegt an den westlichen Ausläufern des Rothaargebirges. Umgeben ist es von dem Rinsenberg (595,8 m) im Osten, dem Westerberg (662,1 m) im Südosten, dem Eggenkopf (647,3 m) im Südsüdosten, dem Milsenberg (669,8 m) im Süden, der Lichtenhardt (607 m) im Südwesten, dem Engelbertstein (575,3 m) im Westen und dem Beul (452,6 m) im Nordwesten. Nach Norden öffnet sich ein Tal, durch das die Rinsecke zur Hundem hin fließt.[2]

NachbarorteBearbeiten

Nachbarorte von Rinsecke sind die Dörfer bzw. Wohnplätze Oberhundem im Nordosten, Rhein-Weser-Turm im Osten, Rüspe im Südosten, Heinsberg im Süden, Albaum im Südwesten, Marmecke im Westen, Würdinghausen im Nordwesten und Selbecke im Nordnordwesten.[3]

GeschichteBearbeiten

Die bislang früheste bekannte schriftliche Erwähnung des Ortes kommt 1393 in den Lehenbüchern der Grafen von der Mark vor. Dort wird das Gut „to Rindesbike myt der wiltbane“ genannt.[4] Beim Grundwort des Ortsnamens – becke – handelt es sich um eine Gewässerbezeichnung, die heute mit „Bach“ übersetzt werden kann. Das Bestimmungswort könnte mit dem Begriff „Rind“ zusammenhängen. Nach Michael Flöer dürfte sich die Namensgebung des Ortes auf Viehweiden in der Nähe des Bachs oder seine Funktion als Tränge bezogen haben.[5]

 
St. Josef Kapelle in Rinsecke

ReligionenBearbeiten

Bedingt durch die jahrhundertelange Zugehörigkeit des Ortes zum kurkölnischen Herzogtum Westfalen ist die Bevölkerungsstruktur heute noch überwiegend katholisch geprägt. Von 225 Einwohnern (inkl. Nebenwohnsitzen) gehören 148 der römisch-katholischen Kirche an, 39 sind evangelische Christen und zu 37 Einwohnern liegen dazu keine Angaben vor.[6]

Rinsecke gehört zur möglicherweise im 11. Jahrhundert gegründeten Pfarrei Oberhundem,[7][8] die heute Teil des Pastoralen Raumes Kirchhundem ist.

BauwerkeBearbeiten

Die katholische Kapelle St. Josef in Rinsecke wurde 1897 erbaut. Ein Ölgemälde mit der Darstellung des Heiligen Josef stammt aus Ecuador und ist ein Geschenk der Schwiegereltern der aus Rinsecke gebürtigen Frau Ursula Porras geb. Schulte-Wrede.[9] Das Martinusfenster der aus Rinsecke gebürtige Martin Volmert, dem früheren Landrat des Kreises Iserlohn.[10]

EingemeindungenBearbeiten

Von 1843/44 bis zum 30. Juni 1969 war Rinsecke eine Ortschaft in der zum Amt Kirchhundem gehörenden Gemeinde Oberhundem. Am 1. Juli 1969 kam der Ort durch die kommunale Neugliederung zur heutigen Gemeinde Kirchhundem.

ParksBearbeiten

Rinsecke liegt im Naturpark Sauerland-Rothaargebirge. Südöstlich des Dorfes am Eggenkopf befindet sich der Panorama-Park Sauerland Wildpark.

NaturdenkmälerBearbeiten

Der Engelbertstein auf dem gleichnamigen Berg westlich des Dorfes ist eine 10 bis 15 m hohe und 70 m lange Felsformation. Der Sage nach soll hier der Kölner Kurfürst Engelbert I. anlässlich einer Jagd gerastet haben.[11]

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Johann Joseph Hanses-Ketteler aus Rinsecke gründete 1862 nach seiner Entlassung aus dem Militärdienst mit fünf Brüdern das Forstkulturgeschäft Gebr. Hanses. Vor der Dienstzeit hatte er schon auf dem elterlichen Hof mit der Forstpflanzenzucht begonnen, was als Geburtsstunde dieses Gewerbezweigs in Deutschland gilt.[12]

VerkehrBearbeiten

Rinsecke ist über die Kreisstraße 22 an die Landesstraße 553 angeschlossen.[13]

BildungBearbeiten

Die Kinder des Dorfes Rinsecke besuchen den katholischen Kindergarten St. Lambertus im Nachbarort Oberhundem und die kath. Grundschule St. Katharina in Heinsberg. Weiterführende Schulen gibt es in Kirchhundem und Lennestadt.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter des OrtesBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Rinsecke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Gemeinde Kirchhundem: Zahl der Einwohner, abgerufen am 6. März 2019
  2. Kreiskarte 1:50.000. Nr. 14. Kreis Olpe, Regierungsbezirk Arnsberg, 4. Auflage, 1975.
  3. Kreiskarte 1:50000. Nr. 14. Kreis Olpe, Regierungsbezirk Arnsberg, 4. Auflage, 1975.
  4. Margret Westberburg-Frisch (Hg): Die ältesten Lehnbücher der Grafen von der Mark (1392 und 1393). Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen XXVIII, 1). Münster 1967–1982.
  5. Michael Flöer: Die Ortsnamen des Kreises Olpe. Bielefeld 2014. S. 202.
  6. Einwohnerstatistik der Gemeinde Kirchhundem
  7. Günther Becker und Martin Vormberg: Kirchhundem. Geschichte des Amtes und der Gemeinde. Kirchhundem 1994. S. 65
  8. Aloys Klein (Hrsg.):Oberhundem. Beiträge zur Geschichte von Kirchspiel und Gemeinde. Olpe 1972. Passim.
  9. Persönliche Mitteilung von Frau Ursula Porras am 30. Juni 2004 im Gemeindearchiv Kirchhundem.
  10. Oberhundem. Beiträge zur Geschichte von Kirchspiel und Gemeinde. Oberhundem 1972. S. 109.
  11. Oberhundemer Dorfzeitung „Nigges iut diäm Duarepe“. Ausgabe 031. I. Quartal 2011 vom 23. Dezember 2010
  12. Kirchspiel Oberhundem. Chronik. Hrsg. vom Ortsarchiv Oberhundem e. V. O.O.u.J. (Oberhundem 2008). S. 645–646.
  13. Lennestadt Kirchhundem in den Naturparken Rothaargebirge, Ebbegebirge und Homert. Landesvermessungsamt Nordrhein-Westfalen. Wanderkarte 1:25000. 2. Auflage 1998.