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Ferdinand von Nordenflycht

preußischer Beamter und zuletzt Oberpräsident der Provinz Schlesien
Ferdinand Otto Freiherr von Nordenflycht

Ferdinand Otto Freiherr von Nordenflycht (* 10. Dezember 1816 in Minden; † 24. Mai 1901 in Berlin) war ein preußischer Beamter und zuletzt Oberpräsident der Provinz Schlesien.

LebenBearbeiten

Ferdinand von Nordenflycht wurde am 10. Dezember 1816 als Sohn des Regierungsrats und späteren Marienwerder Regierungspräsidenten Jakob von Nordenflycht und dessen Ehefrau Johanna von Dalwigk (* 23. Oktober 1798) in Minden geboren.

Nach dem Abitur am Joachimsthaler Gymnasium in Berlin studierte er Rechtswissenschaften und Cameralia in Königsberg, Bonn und Berlin. 1836 wurde er Mitglied des Corps Rhenania Bonn.[1] Anschließend absolvierte er die übliche Ausbildung für höhere Beamte und wurde im Januar 1843 zum Regierungsassessor bei der Regierung in Magdeburg ernannt. Ein Jahr später arbeitete er als wissenschaftlicher Hilfsarbeiter im preußischen Finanzministerium. Von 1845 bis 1849 war er Regierungsassessor bei der Regierung in Erfurt; von 1849 bis 1851 Referent im Literarischen Kabinett, d. h. der Pressestelle des Preußischen Staatsministeriums. Im Jahr 1850 wechselte Nordenflycht als Regierungsrat nach Posen. Im Range eines Oberregierungsrates ging er 1857 als Regierungsvizepräsident nach Stralsund. Anschließend war er ab 1858 als Regierungsrat in Arnsberg tätig, ehe Nordenflycht 1862 als Regierungsdirektor nach Minden wechselte. Dort wurde er im Juni 1866 Regierungspräsident. In den Jahren 1866 und 1867 war Nordenflycht außerdem Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses. Er gehörte dabei der konservativen Partei an. Im Februar 1867 wurde er Regierungspräsident in Frankfurt an der Oder. Ab Mai 1873 war Nordenflycht Oberpräsident für Schlesien und gleichzeitig Regierungspräsident in Breslau. Im November 1874 wurde er in den einstweiligen Ruhestand versetzt, weil er die Kulturkampfgesetze nur zögerlich umsetzte. Aus diesem Grund blieb ihm auch die sonst übliche Ernennung zum Wirklichen Geheimen Rat bei dem Ausscheiden aus dem Dienst verwehrt. Im Juni 1875 wurde er schließlich aus dem Staatsdienst entlassen. Er starb am 24. Mai 1901 in Berlin.

FamilieBearbeiten

Er heiratete am 1. Juli 1845 Adelheid Conrad (* 21. Februar 1821; † 16. November 1862). Das Paar hatte mehrere Kinder:

  • Gustav Adolf (* 28. Mai 1846) ⚭ 1886 Adolfine von Wedel (* 3. Oktober 1864), Eltern des Polizeipräsidenten Ferdinand Freiherr von Nordenflycht
  • William Ernst Friedrich (* 1. Mai 1848; † 3. Mai 1890), Hauptmann a. D. ⚭ 1884 Auguste (Gussy) von Schmieden (* 19. August 1862)[2]
  • Ferdinand Carl Constantin (* 4. Januar 1850), Generalkonsul in Kapstadt ⚭ 1884 Adele Müblig
  • Wolfgang Julius (* 1. Juli 1851), Generalmajor ⚭ 1888 Olga von Kahlden
  • Hans Otto Fürchtegott (* 11. Mai 1853) ⚭ 1882 Charlotte Anna Olga von Zastrow (* 21. Dezember 1859) verwitwete Zastrow

LiteraturBearbeiten

  • Gothaisches genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser auf das Jahr 1865 S.673, 1893 S.629f
  • 175 Jahre alt - Bezirksregierung in Ostwestfalen 1816-1991. Eine Dokumentation, bearbeitet von Ernst Siemer, herausgegeben vom Regierungspräsidenten in Detmold aus Anlass des 175. Jahrestages der Gründung der »Regierung im Weserlande zu Minden«, Detmold 1991, v. a. S. 81.
  • 79. Jahresbericht der Schlesischen Gesellschaft für Vaterländische Kultur (1901), Nekrologe, S. 10. (online)

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Kösener Corpslisten 1960, 12, 215
  2. Die Witwe heiratete 1892 Friedrich von Lueder