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Feliks Nowowiejski

polnischer Komponist, Dirigent, Organist und Musiklehrer
Feliks Nowowiejski
Feliks-Nowowiejski-Museum (Geburtshaus von Feliks Nowowiejski) in Barczewo an der Stelle, wo das einstöckige Haus seiner Familie stand (später aufgestockt)
Gedenktafel am Feliks-Nowowiejski-Museum in Barczewo

Feliks Nowowiejski (* 7. Februar 1877 in Wartenburg (Ermland); † 18. Januar 1946 in Poznań)[1] war ein polnischer Komponist, Dirigent, Organist, Musiklehrer und Päpstlicher Kammerherr[2] sowie ein Träger des polnischen Orden Polonia Restituta.

Inhaltsverzeichnis

Kindheit und SchulausbildungBearbeiten

Feliks Nowowiejski wurde als fünftes Kind von insgesamt elf Geschwistern geboren. Sein Vater, Franz Adam Nowowiejski, 1830 in Wartenburg geboren, hatte polnische Wurzeln (sein Großvater, Jan Nowowiejski, 1730 in Wartenburg geboren, hatte seinerzeit die Polin, Anna Jabłońska aus Tollack, geheiratet). Er war in Wartenburg Schneidermeister mit eigener Werkstatt und führte dort auch eine Volksbücherei mit polnischen Büchern. Die Mutter Katharina Falk (* 1847), die zweite Ehefrau von Franz Adam Nowowiejski, war eine Deutsche aus dem Nachbardorf Wuttrienen. Während der Vater sich für das Polentum in Ermland engagiert einsetzte und auch Leiter des örtlichen polnischen Kulturvereins war, zeigte die Mutter, u. a. als Pianistin im Familienkreis, ein großes Interesse für die Kunst. Durch gemeinschaftlichen Gesang von landläufigen Volksliedern sowie Vortragen von Gedichten bekannter Dichterfürsten aus Polen und Deutschland als auch eigene, selbstgereimte Verse förderte sie das wohl von ihr geerbte große musische Talent ihres Sohnes Feliks. Trotz polnisch-patriotischer Einstellung des Vaters sprachen die Kinder besser Deutsch als Polnisch. So konnte Feliks selbst vor seiner Berliner Zeit sich schriftlich nur in Deutsch ausdrücken.[2]

Nowowiejskis Familie lebte schon über mehrere Generationen im Ermland. 1883 wurde Feliks Nowowiejski Schüler der Elementarschule in Wartenburg (im Pfarrhaus der St. Anna-Kirche). Wegen seines musikalischen Talents – er komponierte schon mit 10 Jahren sein erstes Klavierstück (eine Suite von einfachen klassischen und zeitgenössischen Tänzen für Klavier: Polonaise, Menuett, Polka, Walzer, Galopp, Mazurka und Krakowiak) – kam er 1887 auf die Klosterschule in Heiligelinde, wo er in Harmonielehre unterrichtet wurde und Geige, Cello, Waldhorn, Klavier und Orgel spielen lernte. Die Ausbildung konnte er jedoch nicht abschließen, da er bald allein für den Unterhalt seiner Familie zu sorgen hatte. Im Jahr 1893 übersiedelte die Familie verarmt (Bankrott der väterlichen Werkstatt) nach Allenstein.[3]

Berufsleben, Musikstudium, künstlerisches SchaffenBearbeiten

Feliks Nowowiejski wurde im Jahr 1893 als Violinist beim Preußischen Grenadier-Regiment-Orchester in Allenstein angestellt, wodurch er in der Lage war, für den Lebensunterhalt seiner Eltern und seiner Geschwister zu sorgen. Dort komponierte er Musikstücke für Militärkapellen und Liebhaberorchester. Dank eines Kompositionspreises für seinen Marsch Pod sztandarem pokoju (Unter dem Banner des Friedens) konnte er vom 1. April bis September 1898 am Stern'schen Konservatorium Berlin studieren. Von 1898 bis 1900 bekleidete er die Organistenstelle an der St.-Jakobus-Kirche in Allenstein. Nachdem er mit einem weiteren Musikpreis ausgezeichnet worden war, absolvierte er vom 15. Januar bis 16. April 1900 einen Dreimonatskurs an der Kirchenmusikschule Regensburg, um Kontrapunkt, den Palestrinastil und Gregorianischen Choral zu studieren. Danach studierte er in Berlin am Stern’schen Musikkonservatorium Theorie und Kontrapunkt bei Ludwig Bussler, Komposition bei Wilhelm Taubert und Gradus ad Parnassum bei Heinrich Bellermann und vervollkommnete sich gleichzeitig im Orgelspiel bei Otto Dienel sowie im Orchester bei Gustav Hollaender.

Nachdem Nowowiejski eine Kantate an die Königliche Akademie der Künste in Berlin eingesandt hatte, wurde er in die Meisterklasse für klassische Komposition unter Max Bruch aufgenommen (1900–1902). Gleichzeitig nahm er ein Studium der Musikwissenschaft und der Ästhetik an der Friedrich-Wilhelm-Universität in Berlin auf. In Berlin kam er in Kontakt mit polnischen Intellektuellen und entwickelte einen starken polnischen Patriotismus, der sich später oftmals in seinen Werken widerspiegelte (z. B. in Ermländische Motive, Rota, Polnische Brautwerbung oder Quo vadis).[2]

Seine erste Auszeichnung mit dem Giacomo-Meyerbeer-Preis erhielt Nowowiejski im Jahr 1902 für sein Oratorium Powrót syna marnotrawnego (Heimkehr des verlorenen Sohnes). Von den 000000000004500.00000000004.500 Mark Preisgeld finanzierte er eine Studienreise durch Deutschland, Böhmen, Mähren, Österreich, Italien, Afrika, Frankreich und Belgien, auf der er unter anderem Antonín Dvořák, Gustav Mahler, Camille Saint-Saëns, Pietro Mascagni und Ruggero Leoncavallo kennenlernte. 1903 erhielt Nowowiejski den Ludwig-van-Beethoven-Preis für seine Ouvertüre Swaty polskie (Polnische Brautwerbung) und 1904 zum zweiten Mal den Giacomo-Meyerbeer-Preis für seine Sinfonien in a-Moll (die er später zurückzog) und h-Moll (Nr. 1). Mit diesem Preisgeld setzte er sein Studium bei Max Bruch fort. Er war Kompositionslehrer und Chordirigent, gleichzeitig Organist und Chorleiter an der St.-Hedwigs-Kathedrale in Berlin und danach dort an der Dominikanerkirche St. Paulus. Im Jahr 1907 gewann er den Kompositionswettbewerb in Lemberg mit dem Lied Żałobny pochód Kościuszki na Wawel (Trauerzug des T. Kościuszkos zum Wawel). 1907 komponierte er das große Oratorium Quo Vadis, das nach der Uraufführung am 22. Oktober 1909 in Amsterdam in mehr als 150 Städten in Europa, Nord- und Südamerika aufgeführt wurde und seinen Weltruf begründete.

Im Jahr 1909 ließ sich Nowowiejski in Krakau nieder, wo er als Direktor der Krakauer Musikgesellschaft fungierte. Gleichzeitig war er Organist und Kapellmeister der Warschauer Symphoniekonzerte. Am 15. Juli 1910 versammelten sich zum 500. Jahrestag der Schlacht bei Tannenberg die Krakauer auf dem Matejko-Platz und stimmten unter Nowowiejskis Leitung Maria Konopnickas Rota an, ein Gedicht gegen die Germanisierung der Polen, das Nowowiejski vertont hatte. 1910 erhielt Nowowiejski beim Kompositionswettbewerb in Lemberg, anlässlich des 100. Geburtstages von Frédéric Chopin, den ersten Preis für sein Sololied Zagasły już....[2] Im März 1911 heiratete Nowowiejski in Kraków-Wawel die Krakauer Musikstudentin Elżbieta Mironow-Mirocka; die Eheleute bekamen die Tochter Wanda und die vier Söhne Feliks, Kazimierz, Adam und Jan. 1914 erhielt er für sein Chorwerk Danae den Lemberger Musikpreis.[1]

Aufgrund zunehmender Anfeindungen in Polen zog Nowowiejski nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs in das Deutsche Reich nach Berlin. Er wurde zum Kriegsdienst eingezogen, schwor den Eid auf den Kaiser Wilhelm II. und diente als Kapellmeister im örtlichen Militärorchester. Nach der Beendigung des Ersten Weltkrieges ließ er sich im Jahr 1918 in Poznań nieder und war dort als Dozent an dem Musikkonservatorium, Komponist, Dirigent und Chorleiter tätig. Seine Auftritte als Redner beim Abstimmungswahlkampf des Plebiszites von 1920 im Ermland und Masuren zeugten von seinem erstarkten polnischen Patriotismus. Dadurch kam es zum Zerwürfnis mit seinem Lehrer Max Bruch, der erfolgreich dazu aufrief, Nowowiejski und dessen Musik zu boykottieren. Nowowiejski geriet in Deutschland mehr und mehr in Vergessenheit; seine Musik wurde nicht mehr in Veranstaltungsprogramme aufgenommen. Im Jahr 1935 erhielt er für seine zahlreichen religiösen Werke von Papst Pius XI. den Titel eines Päpstlichen Kammerherrn verliehen. Ein Jahr später bekam er den polnischen Orden Polonia Restituta.[2]

Zu Beginn des Polenfeldzugs 1939 versteckte sich Nowowiejski bei den Schwestern des Elisabeth-Krankenhauses in Poznań und flüchtete anschließend nach Krakau; zuvor hatte er eine kurzzeitige Internierung erlebt wegen Verdacht der Spionage für Russland (aufgrund der Denunzierung eines Passanten). Nach dem Zweiten Weltkrieg, als die Volksrepublik Polen die ehemaligen deutschen Ostprovinzen, u. a. Posen und Teile Ostpreußens, in ihr Staatsgebiet eingegliedert hatte, wurde Nowowiejski wegen seiner pro-polnischen Einstellung und den polnischen Themen vieler seiner Musikwerke als Pole angesehen, weshalb er wiederholt gewürdigt wurde, z. B. in Poznań: Feliks-Nowowiejski-Museum; in Bydgoszcz: Feliks-Nowowiejski-Musikakademie; Olsztyn: Feliks-Nowowiejski-Symphonie-Orchester; Rota-Melodie als Glockenspiel vom Rathausturm; Barczewo: Feliks-Nowowiejski-Museum in seinem Geburtshaus, jährliche Feliks-Nowowiejski-Chorkonzerte in der St.-Anna-Kirche.[4]

LebensendeBearbeiten

Nach einem schweren Schlaganfall im Dezember 1941 beendete er seine Laufbahn als Musiker. Kurz nach Kriegsende 1945 kehrte Nowowiejski nach Poznań zurück, wo er am 18. Januar 1946 starb. Seine letzte Ruhestätte (Ehrengrab) fand er in der Krypta der Verdienten der St.-Adalbert-Kirche in Poznań.[1]

WirkungBearbeiten

Bereits vor dem Ersten Weltkrieg fand Felix Nowowiejskis Musikschaffen auch in Deutschland große Anerkennung, so z. B. 1913 in Krefeld durch die Aufführung seines später bekannt gewordenen Musikwerks, des Oratoriums Quo vadis, sowie mit der Uraufführung des Oratoriuums Kreuzauffindung. In beiden Aufführungen wurden dem persönlich anwesenden Komponisten laut einer Zeitungsnotiz begeisterte Ovationen zuteil.[5]

Durch die Kriegswirren sind einige seiner Musikstücke verschollen bzw. unwiederbringlich verloren gegangen.[2] Einige seiner Kompositionen gelangten erst Jahre nach seinem Tod an die Öffentlichkeit. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg erfuhr Nowowiejski auch in Deutschland langsam wieder Anerkennung; seine Werke wurden wieder in die Programme großer Musikveranstaltungen aufgenommen. In Berlin-Moabit wurde an der Dominikanerkirche St. Paulus eine Gedenktafel angebracht.[6] Von bekannten Interpreten, z. B. Rudolf Innig, gibt es zahlreiche CD-Einspielungen seiner Musikstücke u. a. alle der insgesamt neun großen Orgel-Symphonien. Aufführungen seiner Werke fanden statt beispielsweise 1959 in Rostock (Oper Vineta), 1998 in Düsseldorf (Quo vadis), vom 9. bis 11. Oktober 2009 in Berlin beim Feliks-Nowowiejski-Festival (Orgel-Konzerte in der St. Pauluskirche, in der Gedächtniskirche und der St. Johannis-Basilika sowie Vortragsabend mit Klavierkonzert im Polnischen Haus-Polonicum), 2012 in Fulda (Quo vadis, anlässlich des Domjubiläums 300 Jahre Dom zu Fulda) und 2012 in Bad Homburg vor der Höhe (Quo vadis). Es folgten 2013 ein Großes Orgel-Konzert in Krefeld (Lutherkirche, Organist Rudolf Innig), vom 7. bis zum 28. September 2014 das Felix-Nowowiejski-Festival Berlin-Warschau, 2014 weitere Konzerte in Berlin (in der Pauluskirche, in der St. Matthiaskirche und in der Ludwigskirche), ebenfalls 2014 Konzerte in Warschau (in der Allerheiligenkirche und in der Heiligkreuzkirche).[7]

2016 jährt sich der Todestag des Komponisten zum 70. Mal. Aus diesem Anlass führte die Posener Philharmonie (Orchester der Posener Philharmonie mit Chor der Podlachischen Oper und Philharmonie) sein großes Musikwerk, das Oratorium Quo vadis, im August dieses Jahres in der Universität der Künste in Berlin wieder auf. Nowowiejski lebte und arbeitete als Organist, Musiklehrer, Chorleiter und Komponist viele Jahre in Berlin. Hier komponierte er auch dieses Werk; es wurde in den berühmtesten Konzerthäusern in Europa, Nord- und Südamerika und Australien bis 1939 mehr als 200 mal gespielt, bevor es in der Zeit danach beinahe in Vergessenheit geraten wäre.[8]

Seine Melodie zum Lied Rota wird als Glockenspiel der 37 Glocken zu jeder vollen Stunde vom 82 Meter hohen Turm des Rechtstädtischen Rathauses in Danzig weit über die Dächer der Stadt zu Gehör gebracht.

Die Melodie zur polnischen Ermlandhymne O Warmio moja miła (O Du mein liebes Ermland) wird seit dem 22. Januar 1969 täglich, am 31. Dezember auch um Mitternacht, vom Turm des Rathauses in Allenstein als Hejnał gespielt. Erstmals blies ein Trompeter die Melodie am 28. Oktober 1947. Bei der Übersendung des in Noten gefassten Gedichts an den Text-Autor schrieb Feliks Nowowiejski: „Ich habe das Liedchen mit ganzem Herzen komponiert, gedenkend der lieben, teuren Heimat, wo mehr inneres, wahres Glück herrscht als anderswo!“ Die gleiche Melodie, auf einem Tonträger vom Glockenspiel in Allenstein aufgezeichnet, erklingt täglich um 12 Uhr vom Rathaus in Barczewo (Wartenburg).

Vom Glockenturm des alten Rathauses in Świnoujście (Swinemünde) ist das Lied Hymne an die Ostsee als Chorgesang weithin über Stadt und Hafen zu hören.[9] Das ist die Hauptmelodie seiner Oper Baltische Legende.

Zusammenfassung der Auszeichnungen und EhrungenBearbeiten

  • 1889 Erster Preis beim Musik-Wettbewerb in London – für Unter der Flagge des Friedens,
  • 1899 British-Musicain-Siegespreis;
  • 1902 Großer Giacomo-Meyerbeer-Preis (Stipendium von 4500 Mark) – für das Oratorium Die Heimkehr des verlorenen Sohnes und eine romantische Ouvertüre,
  • 1903 Erster Preis beim Beethoven-Paderewski-Wettbewerb – für die Ouvertüre Polnische Brautwerbung,
  • 1904 Großer Giacomo-Meyerbeer-Preis (Stipendium von 4500 Mark) zum wiederholten Male – für die Symphonien a-moll und h-moll,
  • 1907 Erster Preis beim Musik-Wettbewerb in Avondale-Chicago – für die Kantate für Chor, Orchester und Orgel,
  • 1907 Erster Preis beim Kompositions-Wettbewerb in Lemberg – für den Trauerzug Kościuszkos zum Wawel,
  • 1908 Aufnahme ins Weltjahrbuch 1908: „Nowowiejskis ungewöhnliches Talent, seine Beharrlichkeit, sein Streben wie auch sein Zielbewußtsein, seine ernste Auffassung dieses Zieles und die bisherigen Resultate bezeugen uns, dass wir es hier mit einem Künstler von Gottes Gnaden, mit einem nicht nur berufenen, sondern außergewöhnlichen Meister zu tun haben.“,
  • 1909 Spontane Schenkung des Diamantringes seitens der holländischen Königin Wilhelmina an Noowowiejski unmittelbar nach der Uraufführung seines Oratoriums Quo vadis in Amsterdam als Anerkennung seines Musikschaffens,
  • 1910 Erster Preis beim Kompositionswettbewerb in Lemberg anlässlich des 100. Geburtstags von Frédéric Chopin, für sein Lied Zagasły już,
  • 1914 Lemberger Musikpreis für die Chor-Musik Danaë,
  • 1931 Ehrenmitgliedschaft der Organ Music Society London;
  • 1931 Erster Preis beim Musikwettbewerb in London – für seine 9. Orgel-Symphonie,
  • 1933 Erster Preis beim Musikwettbewerb des Meeresfest in Gdynia 1933;
  • 1935 Verleihung des Titels eines Päpstlichen Kammerherrn – für seine religiösen Werke, darunter die Missa pro pace (Messe für den Frieden) durch Papst Pius XI.,
  • 1935 Polnischer Staatspreis für Musik (National Music-Award);
  • 1936 Orden Polonia Restituta;
  • 1936 Ehrennadel der Polnischen Föderation der Chor- und Instrumental-Ensembles,
  • 1945 wurde die Stadt Wartenburg für ein Jahr umbenannt in Nowowiejsk – erst danach erhielt sie aus politischen Gründen den Namen Barczewo.
  • 1961 In seinem Geburtshaus in Barczewo befindet sich seit 1961 das Feliks-Nowowiejski-Museum mit Gedenktafel. Es besitzt viele wertvolle originale Stücke aus dem Leben und Werk Nowowiejskis: Klaviere, Möbel, Manuskripte und Dokumente. Es dient außerdem kulturellen und pädagogischen Aktivitäten. Auch eine Straße und die Grundschule in seinem Geburtsort wurden nach ihm benannt (im Schulvorhof steht sein Denkmal, eine Büste aus Granit auf einer 1,5 m hohen vierkantigen Steinsäule). Seit 2002 findet in Barczewo, in der St.-Anna-Kirche, jährlich das Internationale Chormusik-Festival Feliks Nowowiejski (Międzynarodowy Festiwal Muzyki Chóralnej im. Feliksa Nowowiejskiego) statt.
  • 1996 wurde in Poznan (Posen) die Feliks Nowowiejski-Gesellschaft gegründet. Zudem erhielt in dieser Stadt auch eine Straße seinen Namen. In der Kassenhalle der dortigen Oper hängt eine F. Nowowiejski-Erinnerungstafel mit Hinweis auf seine bekanntesten Werke: Oratorium Quo vadis, Oper Legenda Bałtyku (Ostsee-Legende/Vineta), Marsch-Musik Pod sztandarem pokoju (Unter dem Banner des Friedens) und Lied Rota (Der Schwur). In seinem ehemaligen Wohnhaus eröffnete am 7. Februar 2008 das Feliks-Nowowiejski-Museum Posen. An dem Museumsgebäude hängt eine Gedenktafel zum 100-jährigen Jubiläum der Rota-Uraufführung. In Poznań findet seit 1994 alle fünf Jahre der Internationale Feliks-Nowowiejski-Orgelwettbewerb statt mit Vergabe des Feliks-Nowowiejski-Musikpreises, Veranstalter ist die Feliks-Nowowiejski-Gesellschaft Posen in Zusammenarbeit mit der Musikakademie Posen.
  • Nach dem Komponisten benannt sind u. a. die Musikschulen in Szczecin (Stettin), Gdańsk (Danzig), die Staatliche Musikschule Danzig, die Musikschule in Zgorzelec (Görlitz), die Musikakademie Bydgoszcz (Bromberg), sowie Chor und Orchester der Ermland-Masuren-Philharmonie. Auch allgemeinbildende Schulen in Polen, von Grundschulen (z. B. in Ketrzyn (Rastenburg)) bis hin zu Gymnasien (z. B. in Braniewo (Braunsberg)) sowie Straßen und Plätze tragen seinen Namen, wie in Gdynia (Gdingen) die Feliks-Nowowiejski-Promenade (1522 m langer und 10 m breiter Ostseeufer-Boulevard mit parallel verlaufender Inlineskaterbahn sowie Fahrradweg, Teil der Rennstrecke Tour de Pologne).
  • In Danzig-Nowyport, vor dem Haus der Meeres-Kultur, steht ein F.-Nowowiejski-Denkmal (Büste auf einer 1,50 m hohen Vierkantstele).
  • Neben der Basilika in Święta Lipka (Heiligelinde) befindet sich ein Gedenkstein zu Ehren von Feliks Nowowiejski (1,70 m hoher Findling mit einer Marmortafel, Aufschrift: „Feliks Nowowiejski, 1877-1946, Komponist, war hier von 1887 bis 1893 Klosterschüler.“)
  • Am Gebäude in Olsztyn (Allenstein), ul. Pieniesznego 18 (ehem. Wilhelmstr.), nun eine Sprachenschule, hängt eine kunstvolle Gedenktafel mit einem Kopf-Relief, Noten und Text des Ermland-Liedes mit dem Hinweis, dass er 1893–1900 hier mit seiner Familie wohnte. Auch im Vorraum des Rathauses befindet sich eine Gedenktafel zur Ehre von F. N. als Komponist der Ermland-Hymne O Warmio moja miła.
  • In Świnoujście (Swinemünde), am Gebäude der Direktion Swinoujskisch Spa (Kurortverwaltung) befindet sich eine imposante Feliks-Nowowiejski-Gedenktafel (Kupfertafel mit Kopfrelief im Lorbeerkranz). Im Jahr 1910 hatte F. N. erstmals in diesem Kurort und in diesem Haus einen mehrwöchigen Urlaub verbracht und den Reiz der Legende Vineta erfahren, die ihn 1924 zur Komposition der Oper Legende der Ostsee veranlasste.
  • In Berlin-Moabit, an der Dominikanerkirche St. Paulus, hängt eine Feliks-Nowowiejski-Gedenktafel mit folgendem Text „(...) hier lebte und arbeitete F. N. (...); mit seinem in Berlin entstandenen Oratorium Quo vadis erlangte er Weltruhm.“
  • Krakau, 2010, am Gebäude an der Ul. Floriańska 20 wurde eine Gedenktafel mit dem Hinweis auf den 100. Jahrestag der Wohnzeit (1910–1914) von F. N. angebracht.
  • Polen, 2016, Würdigung mit dem Titel „Kulturpatron 2016“, anlässlich seines 70. Todestages; beschlossen vom Sejm, polnische Nationalversammlung.
  • Polen, 2016, Herausgabe einer Gedenk-Medaille (mit Bildnis des Komponisten) seitens der Ermland-Masuren-Philharmonie in Allenstein anlässlich des 70. Todestages von Nowowiejski

Werke (Auswahl)Bearbeiten

Die folgende Werkliste bietet eine Auswahl bedeutender Kompositionen:[1]

SinfonienBearbeiten

  • Nr. 1 h-Moll op. 12 (1904, verschollen)
  • Nr. 2 op. 52 Arbeit und Rhythmus (1937/38)
  • Nr. 3 op. 53 Die sieben Farben der Iris (1936–40)
  • Nr. 4 op. 58 Sinfonie des Friedens für drei Gesangssolisten, gemischten Chor und Orchester (1941)
  • Nordlandfahrt (um 1900, verschollen)
  • a-Moll (1903, verschollen)

Sinfonische DichtungenBearbeiten

  • Nina i Pergolesi op. 17 nr 2
  • Beatrycze op. 17 nr 1 (1903)
  • Śmierć Ellenai (Der Tod Helenas) op. 32 (1915)

OuverturenBearbeiten

  • Swaty polskie (Polnische Brautwerbung), seinem teuren Meister, Max Bruch, in Verehrung und Dankbarkeit gewidmet; 1903 Beethovenpreis
  • Syn Marnotrawny (Ouverture zum Oratorium) op. 3
  • Legenda Bałtyku (Ouverture zur gleichnamigen Oper)

OpernBearbeiten

  • Emigranci (1917)
  • Legenda Bałtyku (Ostseelegende vom Untergang der sagenhaften Stadt Vineta), Oper 1924, 3 Akte, Erstaufführung am 28. November 1924 in Poznań, deutsche Erstaufführung unter dem Titel „Vineta“ in Rostock 1959
  • Kompass (1925), bisher nicht veröffentlicht[10]
  • Legenda Kaszuba, Komische Oper 1933. Libretto von Gustaw Morcinek nach einem Buch von Hieronim Derdowski (1852–1902). Ein Lied daraus ist die inoffizielle kaschubische Hymne
  • Ondraszek (wahrscheinlich 1939)

BalletteBearbeiten

  • Leluja (Tatry) op. 37
  • Malowanki Ludowe (Volksgemälde) op. 18 (1925), Erstaufführung 1928 in Poznań

OratorienBearbeiten

  • Heimkehr des verlorenen Sohnes op. 3 (1901). Erstaufführung in Heiligelinde am 11. Mai 1993; Giacomo-Meyerbeer-Preis 1902
  • Quo vadis op. 30 (1903) für Bass, Bariton, Sopran, Chor, Sinfonieorchester und Orgel. Libretto von Antonie Jüngst, 1843–1918, basierend auf einem Roman von Henryk Sienkiewicz. Szenen: I. Brand Roms, Auf dem Forum Romanum; II. a) Marsch der Pretorianer, b) Der Oberste Pretorianer; III. Die nächtliche Versammlung von Christen in den Katakomben; IV. Die Via Appia-Vision von Christus und Petrus; V. Finale. Uraufführung am 4. Mai 1907 in Aussig, zweite Uraufführung nach einer Neubearbeitung am 22. Oktober 1909 in Amsterdam. Bis 1939 kam es in Europa, Nord- und Südamerika sowie Australien zu mehr als 200 Aufführungen.
  • Das Finden des hl. Kreuzes op. 35 (1905) mit dem berühmten Parce Domine (Herr, verschone mich); Libretto: Arno Herolask, Erst-Aufführung am 11. April 1906 in Lemberg, Uraufführung in Deutschland 1914, Krefeld, Stadthalle, in Anwesenheit des Komponisten.
  • Mysterium Kreuz mit Psalm 136, unvollendetes Oratorium

Werke für Soloinstrument und OrchesterBearbeiten

  • Marsch Unter dem Banner des Friedens (1898). Erster Preis in London
  • Légende op. 32
  • Konzert für Cello und Orchester op. 55 (1938)
  • Klavierkonzert d-Moll op. 60 Slawisches (1941)

Werke für Orgel und KlavierBearbeiten

  • Treny op. 20 nr 3
  • Neun große Orgelsinfonien op. 45 (ca. 1929–31); Nowowejski bezeichnete diese Kompositionen selbst als sein musikalisches Testament; z. B. die 9. Orgel-Symphonie im Gedenken an Ludwig van Beethoven
  • Vier Orgelkonzerte op. 56 (ca. 1930–40)
  • In Paradisum / Elegie op. 61 für Orgel (1941)
  • Balladen, Mazurken und Tänze für Klavier

MessenBearbeiten

  • Gregorianische Messe
  • Polnische Messe „BOGU RODZICA“ op. 25 nr 5
  • Missa „Christus – Spes mea“ op. 46 nr 6
  • Missa Mariae Claramontanae op. 49 nr 1
  • Missa de Lisieux op. 49 nr 2
  • Missa Pro Pace op. 49 nr 3 (1935)
  • Messe „Stella Maris“ op. 49 nr 4
  • Missa de Lourdes op. 49 nr 5

KunstliederBearbeiten

  • Pamiętasz Janku op. 16 nr 2
  • Dumka o Wiśle, op. 23, Nr. 2; Klagelied über der Weichsel
  • Zgasły już… op. 26 nr 1, Sololied mit Klavierbegleitung (Erster Lemberg-Preis 1910)
  • Rota op. 38 nr 2 (1910); zu einem der bekanntesten polnischen patriotischen Lieder geworden; bezieht sich auf die Unterdrückung beziehungsweise Germanisierung des Polentums durch Preußen.
  • Marsylianka wielkopolska (1919); bekanntes polnisches patriotisches Lied, komponiert anlässlich des erfolgreichen Großpolnischen Aufstandes
  • Róże dla Safo op. 51 nr 1
  • Pod Niebem Persji op. 51 nr 7
  • Zakochani op. 51
  • Noce op. 51 nr 5

ChorwerkeBearbeiten

  • Ojczyzna, Psalm 136 (Jeruzalem) op. 18
  • Trauerzug mit dem Leichnam von Kościuszki zum Wawel op. 25 nr 2 (1907); Komposition für Männerchor und Kapelle; Erster Lemberg-Preis
  • Kantate für Chor, Orchester und Orgel (1907); Erster Preis beim Musikwettbewerb in Avondale-Chicago
  • Danaë op. 29 nr 3 (1914) für Männerchor und Kapelle; Erster Lemberg-Preis 1914
  • Christe Rex – Mottospruch der Kirchenchöre op. 43 nr 7 (1935)
  • Teka Białowieska op. 56

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Feliks Maria und Kazimierz Nowowiejski: Dookola kompozytora. Wydawn. Poznańskie, Posen 1968, 1971 (im Umfeld des Komponisten).
  • Jan Boehm: Feliks Nowowiejski. Zarys biograficzny. Pojezierze, Olsztyn 1968, 1977 (Biografischer Abriss).
  • Dietrich Kämper: Max Bruch und Felix Nowowiejski. In: Studien zur Musikgeschichte des Rheinlandes, Bd. 4, Köln, 1975, S. 43–50.
  • John Boehm: Felix Adam (Nowowiejski), ein Künstler und Pädagoge. Dissertation, Uniwersytet Warmińsko-Mazurski, Olsztyn 1985.
  • Erdmann: Die Orgelmusik von Felix Nowowiejski. In: W. Konold (Hrsg.): Deutsch-polnische Musikbeziehungen. München 1987, S. 71–76.
  • Alexander Schwab: Felix Nowowiejski. Komponist aus Wartenburg. In: Heimatjahrbuch Landkreis Allenstein. Nr. 28, 1997, S. 129–130.
  • Krzysztof D. Szatrawski: Feliks Nowowiejski – Polnischer Komponist aus Ermland. Borussia, Kultura, Historia, Literatura. Halbjahresschrift des Vereins der Kulturgemeinschaft „Borussia“ in Allenstein/Olsztyn, Nr. 18–19, 1999, S. 396–406.
  • Janina Tatarska: Nowowiejski Feliks. In: Elżbiety Dziębowskiej (Red.): Encyklopedia Muzyczna PWM. Polskie Wydawn. Muzyczne, Kraków 2002, ISBN 83-224-0112-4.
  • Janina Tatarska: F. Nowowiejski – gatunek, forma, styl. In: Kompozytor – srodowisko – dzielo w mucyke polskiej XX wieku. Posen 2003.
  • Felix Nowowiejski. In: Ludwig Finscher (Hrsg.): Die Musik in Geschichte und Gegenwart. Bärenreiter, Kassel 2004.
  • Krzysztof D. Szatrawski: Literackie i symboliczne inspiracje Poematu symfonicznego „Śmierć Ellenai“ op.17 nr 3 Feliksa Nowowiejskiego. In: K. D. Szatrawski (Hrsg.): Poematy symfoniczne Feliksa Nowowiejskiego.Rekonstrukcja i reinterpretacja spuścizny rękopiśmiennej kompozytora. Barczewo 2007, S. 23–34.
  • Krzysztof D. Szatrawski: Fundament ideowy i kształt artystyczny „Śpiewnika morskiego“ Feliksa Nowowiejskiego. In: K. D. Szatrawski (Hrsg.): Patriotyczne i religijne źródła twórczości Feliksa Nowowiejskiego. Barczewo 2008, S. 45–60.
  • Stefan Keym: Feliks Nowowiejski zwischen Berliner Akademie und Polonia. In: Symphonie. Kulturtransfer-Untersuchung zum Studienaufenthalt polnischer Komponisten in Deutschland. Habilitationsschrift, Universität Leipzig 2008, S. 71–73.
  • Magdalena Adamek-Kurgan: The unknown Face of Feliks Nowowiejski – The Piano Works. (Die unbekannte Seite von Feliks Nowowiejski – die Piano-Werke). VDM Verlag Dr. Müller, Saarbrücken 2008, ISBN 978-3-639-07913-5.
  • Krzysztof D. Szatrawski: Romantyzm i romantyczność Fryderyka Chopina i Feliksa Nowowiejskiego. In: Krzysztof D. Szatrawski (Hrsg.): Kultura muzyczna polskiego romantyzmu. W 200-lecie urodzin Fryderyka Chopina i w 100-lecie powstania „Roty“ Feliksa Nowowiejskiego. Barczewo 2010, S. 37–48.
  • Krzysztof D. Szatrawski: Cichy patron – promocja muzyki Feliksa Nowowiejskiego w działalności Szkoły Muzycznej im. Fryderyka Chopina w Olsztynie. In: Krzysztof D. Szatrawski (Hrsg.): Edukacja i uczestnictwo w kulturze muzycznej. Barczewo 2011, S. 67–84.
  • Arthur Dette: Felix Nowowiejski, Wartenburger Komponist. In: Heimatjahrbuch Landkreis Allenstein. Nr. 42/2011, S. 114–116.
  • Felix Nowowiejski. In: Lexikon der Orgel. Laaber-Verlag, Laaber 2011, ISBN 978-3-89007-508-2.
  • Ireniusz Wyrwa: Problematyka wykonawcza utworow organowych Feliksa Nowowiejskiego. (Die Orgelmusik von Feliks Nowowiejski). Dissertation, Universität Lublin 2011.
  • Krzysztof D. Szatrawski: Popularny i niedoceniony. Wokół amerykańskiego debiutu Feliksa Nowowiejskiego. In: Krzysztof D. Szatrawski (Hrsg.): Od pieśni do symfonii. Artystyczne i społeczne konteksty twórczości Feliksa Nowowiejskiego. Barczewo 2013, S. 71–88.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d Biografie auf Polskie centrum informacji muzycznej, abgerufen am 8. November 2016 (polnisch).
  2. a b c d e f Krzysztof D. Szatrawski: Feliks Nowowiejski – Polnischer Komponist aus Ermland (Memento des Originals vom 25. November 2009 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.szatrawski.republika.pl (polnisch), abgerufen am 8. November 2016.
  3. amuz.bydgoszcz.pl: Kurzbiografie von Feliks_Nowowiejski, abgerufen am 8. November 2016.
  4. Internationale Chorfestival in Barczewo, abgerufen am 8. November 2016.
  5. Rheinische Volkszeitung vom 9. März 1914, Ausgabe für Krefeld, Nr. 240, Musikalisches - Uraufführung des Oratoriums „Kreuzauffindung“ von Felix Nowowiejski.
  6. berlin.de: Eintrag in der Gedenktafel-Datenbank, abgerufen am 8. November 2016.
  7. sdpz.org: Zyklische Aufführung der neun Orgelsinfonien von Felix Nowowiejski, abgerufen am 8. November 2016.
  8. deutschlandradiokultur.de: Nowowiejskis Oratorium „Quo Vadis“, abgerufen am 8. November 2016.
  9. Die Hymne auf youtube.com; abgerufen am 24. Juni 2015. (Spieldauer 3:44 Minuten)
  10. Stand 2014