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Das FIFA-Exekutivkomitee war eine Institution der FIFA. Das 25-köpfige Gremium war das höchste Entscheidungsorgan des internationalen Fußballs. 2016 wurde es durch den FIFA-Rat ersetzt.

Zusammensetzung und AufgabenBearbeiten

Das FIFA-Exekutivkomitee umfasste von 2013 bis 2016 (Art. 30 FIFA-Statuten)[1] 25 Mitglieder:

  • 1 Präsident (gewählt durch den FIFA-Kongress)
  • 8 Vizepräsidenten und 15 weitere Mitglieder (gewählt durch den Kongress der jeweiligen Konföderation und eingesetzt durch den FIFA-Kongress)
  • 1 weibliches Mitglied (gewählt durch den FIFA-Kongress)

Die Amtsdauer der Mitglieder des Exekutivkomitees betrug vier Jahre. Sie begann nach der Einsetzung durch den Kongress. Ein eingesetztes Mitglied des Exekutivkomitees konnte nur durch den FIFA-Kongress oder den Kongress der jeweiligen Konföderation aus dem Amt entfernt werden. Der FIFA-Kongress hatte außerdem die Möglichkeit kooptierte Mitglieder ohne Stimmrecht hinzuzuwählen.

Den Konföderationen standen folgende Sitze zu:[1]

  • CONMEBOL: Vizepräsident (1) Mitglieder (2)
  • AFC: Vizepräsident (1) Mitglieder (3)
  • UEFA: Vizepräsidenten (3) Mitglieder (5)
  • CAF: Vizepräsident (1) Mitglieder (3)
  • CONCACAF: Vizepräsident (1) Mitglieder (2)
  • OFC Vizepräsident: (1) Mitglieder (–)

Das Exekutivkomitee traf sich mindestens zweimal im Jahr. Es bestimmte die Spielorte und -termine und legte die Formate der von der FIFA durchgeführten Wettbewerbe fest. Das Komitee ernannte die Vorsitzenden, Vizevorsitzenden sowie die Mitglieder aller ständigen Kommissionen mit Ausnahme der Audit- und Compliance-Kommission, die vom FIFA-Kongress gewählt wurden, und die Delegierten der FIFA für das International Football Association Board. Außerdem ernannte und entließ es den Generalsekretär. Der Präsident hatte hierbei das alleinige Vorschlagsrecht.[1][2]

Mitglieder Januar bis Februar 2016Bearbeiten

Name[3] Nationalität Gewählt von seit
Präsident
vakant   FIFA 2015
Senior-Vizepräsident und Interimspräsident
Issa Hayatou Kamerun  Kamerun   CAF 1990
Vizepräsidenten
Ángel María Villar Spanien  Spanien   UEFA 1998
David Chung Papua-Neuguinea  Papua-Neuguinea   OFC 2011
Salman bin Ibrahim Al Chalifa Bahrain  Bahrain   AFC 2013
Sunil Gulati Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten   CONCACAF 2013
David Gill England  England   UEFA 2015
Alejandro Domínguez Paraguay  Paraguay   CONMEBOL 2016
Mitglieder
Michel D’Hooghe Belgien  Belgien   UEFA 1988
Şenes Erzik Turkei  Türkei   UEFA 1996
Marios Lefkaritis Zypern Republik  Republik Zypern   UEFA 2007
Hany Abo Rida Agypten  Ägypten   CAF 2009
Alexey Sorokin Russland  Russland   UEFA 2017
Lydia Nsekera Burundi  Burundi   FIFA 2013
vakant   UEFA 2016
Tarek Bouchamaoui Tunesien  Tunesien   CAF 2015
Constant Omari Selemani Kongo Demokratische Republik  Demokratische Republik Kongo   CAF 2015
Abdullah Sultan Ahmad Shah Malaysia  Malaysia   AFC 2015
Ahmad Al-Fahad Al-Sabah Kuwait  Kuwait   AFC 2015
Kōzō Tashima Japan  Japan   AFC 2015
Sonia Bien-Aime   Turks- und Caicosinseln   CONCACAF 2015
Fernando Sarney Brasilien  Brasilien   CONMEBOL 2015
Luis Segura Argentinien  Argentinien   CONMEBOL 2016
Pedro Chaluja Panama  Panama   CONCACAF 2016
Kooptierte Mitglieder für spezielle Aufgaben
Moya Dodd Australien  Australien   FIFA 2013
Generalsekretär
vakant   FIFA 2015

GeschichteBearbeiten

Die Exekutivmitglieder waren 2010 durchschnittlich seit zehn Jahren im Amt.[4] Im Mai 2012 wurde am 62. FIFA-Kongress Lydia Nsekera, Präsidentin des nationalen Fußballverbandes von Burundi, als erste Frau in das Exekutivkomitee gewählt.[5]

Seit 2011 gab es dreizehn Wechsel im FIFA-Exekutivkomitee. Franz Beckenbauer (Deutschland) und Junji Ogura (Japan) verzichteten 2011 auf eine Wiederwahl. Geoff Thompson (England) und Chung Mong-joon (Südkorea) wurden im gleichen Jahr nicht mehr für das FIFA-Exekutivkomitee nominiert. Seniorvizepräsident Julio Grondona verstarb im 2014 im Amt, nachdem er 26 Jahre lang dem Komitee angehörte.

Acht Rücktritte standen in einem Zusammenhang mit Korruptionsvorwürfen:[6]

  • Im Oktober 2010 wurden die beiden Mitglieder des FIFA-Exekutivkomitees Reynald Temarii (Tahiti) und Amos Adamu (Nigeria) von der FIFA wegen Korruptionsverdachts vorläufig suspendiert.[7] Laut einem Bericht der Sunday Times waren sie bereit, ihre Stimmen bei der Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaften 2018 und 2022 zu verkaufen. Im November 2010 wurde Temarii für ein Jahr und Adamu für drei Jahre von der FIFA von allen Aktivitäten im Fußball ausgeschlossen. Einsprüche gegen die Sperren wurden von der FIFA-Berufungskommission im Februar 2011 abgelehnt.
  • Im Mai 2011 wurden Mohamed bin Hammam (Katar) und Jack Austin Warner (Trinidad und Tobago) wegen Korruptionsverdachts vorläufig suspendiert. Bin Hammam wurde 2012 wegen Stimmenkaufs vor der Präsidentenwahl 2011 von der FIFA-Ethikkommission auf Lebzeiten von allen Aktivitäten im Fußball ausgeschlossen. Jack Warner trat aufgrund der gegen ihn erhobenen Vorwürfe auf eigenen Wunsch im Juni 2011 von allen internationalen Ämtern zurück.
  • Ricardo Teixeira musste im März 2012 unter großem öffentlichen Druck wegen zahlreichen Korruptionsvorwürfen seinen Rücktritt aus dem FIFA-Exekutivkomitee erklären. Er hatte zusammen mit seinem ehemaligen Schwiegervater und dem langjährigen Fifa-Präsidenten João Havelange (Brasilien) rund 22 Millionen CHF Schmiergelder von der ISL erhalten. Er entging sowohl einer strafrechtlichen Verurteilung wie auch der Sperre durch die FIFA-Ethikkommission.[8]
  • Chuck Blazer verzichtete im April 2013 nach Korruptionsvorwürfen auf eine erneute Wiederwahl. Vor Ablauf seiner vierten Amtsdauer Ende Mai 2013 wurde er durch die FIFA-Ethikkommission aufgrund einer laufenden Untersuchung für 90 Tage für jegliche Tätigkeiten im nationalen und internationalen Fußball gesperrt.[9]
  • Manilal Fernando wurde im April 2013 wegen mehrerer Verstöße gegen das FIFA-Ethikreglement für acht Jahre für jegliche nationale und internationale Tätigkeit im Fußball von der FIFA-Ethikkommission gesperrt.[10]
  • Nicolás Leoz erklärte im April 2013 seinen Rücktritt als Mitglied des FIFA-Exekutivkomitees und als Präsident der CONMEBOL. Er machte dafür persönliche und gesundheitliche Gründe geltend. Laut der Bestechungsliste der ISL wurden ihm zwischen 1997 und 2000 ungefähr eine Million CHF Schmiergeld bezahlt. Mit seinem Rücktritt kam er einer Sperre durch die FIFA-Ethikkommission zuvor.[8]

2016 wurde das FIFA-Exekutivkomitee durch den FIFA-Rat ersetzt. Dieser umfasst 37 Mitglieder und setzt sich aus

  1. dem Präsidenten
  2. 8 Vizepräsidenten
  3. 28 einfachen Mitgliedern

zusammen.[11]

Der Präsident des FIFA-Rates ist seit Februar 2016 der Schweizer Gianni Infantino.

 
Präsident Gianni Infantino (2011)

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c FIFA-Statuten. (PDF; 357 kB) FIFA, Juli 2013, abgerufen am 28. August 2013.
  2. FIFA-Exekutivkomitee. Webseite der FIFA. Abgerufen am 21. Juni 2011
  3. Ausführende Organe der FIFA, abgerufen am 8. September 2014
  4. Jens Weinreich: Blut ist dicker als Wasser. NZZ Online, 20. Oktober 2010, abgerufen am 23. Juli 2013.
  5. SID: Nsekera: Erstmals Frau im FIFA-Exekutivkomitee. Zeit Online, 25. Mai 2012, abgerufen am 23. Juli 2013.
  6. Reformprozess der Fifa: Rücktritte und Rauchzeichen. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 4. März 2016; abgerufen am 23. Juli 2013.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.transparency.ch
  7. FIFA: Amos Adamu und Reynald Temarii. Focus, 20. Oktober 2010, abgerufen am 23. Juli 2013.
  8. a b Jens Weinreich: ISL-Zahlungen: Die geheime Liste der Bestechung im Weltsport. Spiegel Online, 28. April 2013, abgerufen am 23. Juli 2013.
  9. FIFA: Chuck Blazer für 90 Tage gesperrt. Abgerufen am 23. Juli 2013.
  10. Rechtsprechende Kammer der Ethikkommission sperrt Vernon Manilal Fernando für acht Jahre. Abgerufen am 23. Juli 2013.
  11. Wie der FIFA-Rat arbeitet. FIFA, abgerufen am 12. September 2017.