Ernst Hake

deutscher Architekt und Postbaubeamter

Ernst Maximilian Hake (* 22. Juni 1844 in Preußisch Stargard; † 24. Februar 1925 in Vlotho) war ein deutscher Architekt und Postbaubeamter.

LebenBearbeiten

Ernst Hake machte nach dem Schulbesuch in Preußisch Stargard 1865 das Abitur am Realgymnasium in Elbing und war anschließend Baueleve beim Kreisbaumeister in Neustettin. Es folgte ein Studium an der Berliner Bauakademie, das er mit der Baumeister-Prüfung Anfang 1875 abschloss. Die Reichspostamt richtete 1875 eine eigene Bauverwaltung unter der Leitung des Architekten und Baubeamten August Kind (1824–1904) ein, wo er anfangs bei Carl Schwatlo in Berlin für die Bauleitung sowie in Bremen und später in Hamburg tätig war, zunächst als Postbauinspektor und dann als Postbaurat (ab 1883, evtl. bereits vor 1878). 1890 kam er zum Reichspostamt in Berlin, wurde im August 1891 Geheimer Postbaurat und Vortragender Rat bei der Leitung der Bauverwaltung im Reichspostamt. Am 2. November 1891 wurde er Mitglied der Preußischen Akademie des Bauwesens, vor 1896 Geheimer Oberpostbaurat und 1906 Wirklicher Geheimer Oberbaurat. Nach seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 1911 übersiedelte er nach Vlotho.

BautenBearbeiten

  • 1875–1878: Post- und Telegrafenamt mit Oberpostdirektion in Bremen, Domsheide 15 (Bauleitung; Entwurfvom Reichspostamt Berlin, Carl Schwatlo und August Kind; erhalten)
  • 1877–1881: Post- und Telegrafenamt in Flensburg, Rathausstraße 2 (Entwurf und Oberbauleitung; Ausführung durch Architekt Hildebrandt; heute gewerblich genutzt)
  • 1878: Postamt in Thorn (Vorentwurf von Moering)
  • 1882–1884: Post- und Telegrafenamt in Lübeck, Markt (Bauleitung: Ferdinand Münzenberger; nicht erhalten)
  • 1883–1887: Post- und Telegrafenamt mit Oberpostdirektion in Hamburg, Dammtorwall 8 (Oberbauleitung; Entwurf vom Reichspostamt in Berlin, August Kind und Julius Carl Raschdorff; Bauleitung durch Regierungsbauführer Friedrich Ruppel)
  • 1885–1886: Post- und Telegrafenamt in Neumünster (Entwurf und Oberbauleitung; Bauleitungdurch Regierungsbauführer Siecke; erhalten, seit 1989 als Alte Post-Passage)
  • 1892–1893: Post- und Telegrafenamt in Greifswald (Entwurf in Zusammenarbeit mit Postbaurat Carl Hindorf, OPD Stettin, im Wesentlichen erhalten, seit 2014 Nutzung durch die Stadtverwaltung als Stadthaus)
  • 1892–1895: Post- und Telegrafenamt in Dortmund (Entwurf in Zusammenarbeit mit Architekt Karl Doflein und Oberbauleitung; Bauleitung durch Regierungsbaumeister Karl Buddeberg)
  • 1892–1897: Post- und Telegrafenamt Schwerin, Mecklenburgstraße 4/6 (Entwurf in Zusammenarbeit mit Architekt Daegert und Oberbauleitung; erhalten)
  • 1893–1895: Postzeitungsamt in Berlin, Dessauer Straße / Königgrätzer Straße 20 (Bauleitung durch Heinrich Techow; nicht erhalten)
  • 1893–1898: Erweiterung des Reichspostamts in Berlin, Leipziger Straße 14–18 und Mauerstraße 69–75 (Entwurf; Bauleitung durch Heinrich Techow und Franz Ahrens; erhalten, 1989–2000 Restaurierung, heute Museum für Kommunikation)
  • 1894–1895: Post- und Telegrafenamt in Uelzen, Bahnhofstraße 14 (erhalten)
  • 1894–1900: Hauptpostamt (Neue Post) in Potsdam, Am Kanal 16–18 (erhalten)
  • 1895–1899: Post- und Telegrafenamt in Magdeburg, Breiter Weg 203–206 (erhalten, 2005–2006 zum Justizzentrum umgebaut)
  • 1896–1899: Oberpostdirektion in Straßburg, Kaiser-Wilhelm-Straße (heute Avenue de la Liberté) (Entwurf zusammen mit Ewald Freiherr von Rechenberg; Oberbauleitung durch Postbaurat Ludwig Bettcher und Postbauinspektor Karl Buddeberg; heute Poste Centrale)
  • 1899–1902: Post- und Telegrafenamt in Frankfurt an der Oder, Wilhelmplatz 3–5 / Logenstraße 1–4 (heute Zehmeplatz) (Entwurf zusammen mit Anton Freiherr von Rechenberg; erhalten)
  • 1901–1902: Post- und Telegrafenamt in Oldenburg, Poststraße 1 (Entwurf zusammen mit Ewald Freiherr von Rechenberg; heute privatisiert, Büro- und Wohnanlage)
  • 1902–1904: Oberpostdirektion Chemnitz in Chemnitz-Kaßberg, Stephanplatz (Entwurf; Oberbauleitung durch Regierungsbaumeister Wilhelm Deetz; erhalten)

LiteraturBearbeiten

  • Uwe Kieling: Berliner Baubeamte und Staatsarchitekten im 19. Jahrhundert. Berlin 1986, S. 37.

WeblinksBearbeiten

  • Datensatz zu Ernst Hake in der Datenbank Architekten und Künstler mit direktem Bezug zu Conrad Wilhelm Hase (1818–1902), zuletzt abgerufen am 2. März 2019