Engerwitzdorf

Gemeinde in Österreich

BW

Engerwitzdorf
Wappen Österreichkarte
Wappen von Engerwitzdorf
Engerwitzdorf (Österreich)
Engerwitzdorf
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Urfahr-Umgebung
Kfz-Kennzeichen: UU
Hauptort: Schweinbach
Fläche: 41,09 km²
Koordinaten: 48° 20′ N, 14° 26′ OKoordinaten: 48° 20′ 23″ N, 14° 25′ 32″ O
Höhe: 333 m ü. A.
Einwohner: 8.840 (1. Jän. 2020)
Bevölkerungsdichte: 215 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 4209, 4222
Vorwahlen: 0 72 35
Gemeindekennziffer: 4 16 05
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Leopold-Schöffl-Platz 1
4209, 4222 Engerwitzdorf
Website: www.engerwitzdorf.gv.at
Politik
Bürgermeister: Herbert Fürst (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2015)
(37 Mitglieder)
20
6
6
5
20 
Insgesamt 37 Sitze
Lage von Engerwitzdorf im Bezirk Urfahr-Umgebung
Alberndorf in der RiedmarkAltenberg bei LinzBad LeonfeldenEidenbergEngerwitzdorfFeldkirchen an der DonauGallneukirchenGoldwörthGramastettenHaibach im MühlkreisHellmonsödtHerzogsdorfKirchschlag bei LinzLichtenbergLinzOberneukirchenOttenschlag im MühlkreisOttensheimPuchenauReichenau im MühlkreisReichenthalSchenkenfeldenSonnberg im MühlkreisSt. Gotthard im MühlkreisSteyreggVorderweißenbachWaldingZwettl an der RodlOberösterreichLage der Gemeinde Engerwitzdorf im Bezirk Urfahr-Umgebung (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Engerwitzdorf ist eine Gemeinde in Oberösterreich im Bezirk Urfahr-Umgebung im unteren Mühlviertel mit 8840 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2020). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Urfahr.

Die ursprünglich rein bäuerliche Gemeinde rings um Gallneukirchen hat keinen eigentlichen Kernort, sie setzt sich aus 30 Streusiedlungen zusammen. Nur ein kleiner Teil der Bewohner lebt in der namensgebenden Ortschaft. Auf Grund der Nachbarschaft zu Linz und der attraktiven Lage gehört Engerwitzdorf zu den am schnellsten wachsenden Gemeinden Österreichs. In Schweinbach und Mittertreffling haben sich zwei Kerne mit dichterer Bebauung und entsprechender Infrastruktur (Schulen, Einkaufszentren und anderem) gebildet, ansonsten herrschen Einfamilienhäuser und traditionelle bäuerliche Ortschaften vor. Große Teile des Gemeindegebiets sind weiterhin von der Land- und Forstwirtschaft bestimmt.

GeografieBearbeiten

Engerwitzdorf liegt auf 333 m Höhe im unteren Mühlviertel. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 7,5 km und von West nach Ost 11,0 km. Die Gesamtfläche beträgt 41 km².

FlächenverteilungBearbeiten

KatastralgemeindeBearbeiten

Von West nach Ost: KG Niederkulm (45632), KG Holzwiesen (45626), KG Klendorf (45629), KG Engerwitzdorf (45623)

OrtsteileBearbeiten

Das Gemeindegebiet umfasst folgende Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2020[1]):

  • Aigen (54)
  • Amberg (107)
  • Au (62)
  • Außertreffling (796) samt Außertreffling-Siedlung
  • Bach (337)
  • Edtsdorf (111)
  • Engerwitzberg (164)
  • Engerwitzdorf (726) samt Engerwitzdorf-Siedlung
  • Gallusberg (337) samt Gallusberg-Siedlung
  • Gratz (69)
  • Haid (482)
  • Hohenstein (45)
  • Holzwiesen (138)
  • Innertreffling (590)
  • Klendorf (177)
  • Langwiesen (23)
  • Linzerberg (918) samt Linzerberg-Siedlung und Martinstift
  • Mittertreffling (1273)
  • Niederkulm (73)
  • Niederreitern (82)
  • Niederthal (99)
  • Oberreichenbach (148)
  • Oberthal (113)
  • Schmiedgassen (112)
  • Schweinbach (1493)
  • Steinreith (89)
  • Unterreichenbach (32)
  • Weingraben (21)
  • Wolfing (50)
  • Zinngießing (119)

NachbargemeindenBearbeiten

Altenberg bei Linz Alberndorf in der Riedmark
Gallneukirchen
Unterweitersdorf
Linz   Wartberg ob der Aist
Katsdorf
Steyregg Luftenberg an der Donau St. Georgen an der Gusen

GeschichteBearbeiten

Ursprünglich im Ostteil des Herzogtums Bayern liegend, gehörte der Ort seit dem 12. Jahrhundert zum Herzogtum Österreich, seit 1490 zum Fürstentum Österreich ob der Enns.

Im Jahr 1125 wird der Ort als Engilboldistorf erstmals urkundlich erwähnt,[2] wobei der Ortsname vom Personennamen Engilpolt herzuleiten ist.[3]

Während der Napoleonischen Kriege war der Ort mehrfach besetzt, ist seither wieder bei Oberösterreich.

Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 wurde Oberösterreich zum Gau Oberdonau. Nach 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs.

Ab Sommer 1938 "organisierte" sich das Militär Gründe für den bis heute genutzten Garnisonsübungsplatz Treffling, in dessen Bereich Gebiete der Gemeinden Engerwitzdorf, Linz und Steyregg 2017 zum Sperrgebiet erklärt wurden.[4][5]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr Einwohner Veränderung prozentuelle
Veränderung
2018 8.790 + 272 + 3,2 %
2011 8.518 + 1.002 + 13,3 %
2001 7.516 + 1.502 + 25 %
1991 6.014 + 768 + 14,6 %
1981 5.246 + 1.118 + 27,1 %
1971 4.128 + 1.204 + 41,2 %
1961 2.924 + 343 + 13,3 %
1951 2.581 + 176 + 7,3 %
1939 2.405 − 152 − 5,9 %
1934 2.557 + 29 + 1,1 %
1923 2.528 − 84 − 3,2 %
1910 2.612 + 182 + 7,5 %
1900 2.430 − 9 − 0,4 %
1890 2.439 + 4 +0,2 %
1880 2.435 + 4 + 0,2 %
1869 2.431

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Pfarrkirche Treffling
  • Das Ägidikirchlein am Hohenstein wurde im 13. Jahrhundert auf einer hohen Felskanzel errichtet und war ursprünglich wohl Bestandteil einer bereits im 14. Jahrhundert zerstörten Burg.
  • In der Ortschaft Gratz befinden sich die stark verschliffenen Reste einer Ringwallanlage, von der sich der Name des Ortes ableitet (slawisch „grad“ oder „hradec“ = Burg).[3][6]

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Das Gemeindegebiet wird durch die A7 (Mühlkreis Autobahn) geteilt. Im Gemeindegebiet befinden sich drei Auf-/Abfahrten (Treffling, Gallneukirchen, Engerwitzdorf). Die A7 soll durch die S10, die Mühlviertler Schnellstraße, bis zur Tschechischen Grenze verlängert werden, um die Anrainergemeinden an der B125 zu entlasten. Weiters führt die B125 (Prager Straße) durch das Gemeindegebiet.

Aufgrund der Nähe zu Linz und des gut ausgebauten Anschlusses für den Individualverkehr kann die Gemeinde Engerwitzdorf einen überdurchschnittlichen Zuzug verzeichnen.

Die mit 2022 geplante Regio-Tram die Pregarten mit Linz verbinden soll und dabei den nördlichen Schienenanschluss an das Linzer Straßenbahnnetz bilden soll, führt ebenfalls durch das Gemeindegebiet von Engerwitzdorf. Nachdem Schweinbach (Ortszentrum von Engerwitzdorf) nahezu entlastet blieb, werden Teile wie Engerwitzdorf selbst wie auch Treffling massiv durch die Trassenführung belastet. Teilweise (Engerwitzdorf) soll die Streckenführung auf einem neuzuerrichtenden Damm durch das Hochwassergebiet geführt werden.

Früher führte die Pferdeeisenbahn Linz-Budweis ebenfalls über das Gemeindegebiet von Engerwitzdorf. Entlang eines Wanderweges kann man der alten Trasse folgen. Die Trasse führte von Linz über Engerwitzdorf nach Freistadt und weiter über die Staatsgrenze nach Budweis.

PolitikBearbeiten

Zusammensetzung des GemeinderatesBearbeiten

Ergebnisse der letzten Gemeinderatswahlen
Wahljahr 2015 2009 2003 1997 1991
- Stimmen Prozent Mandate Stimmen Prozent Mandate Stimmen Prozent Mandate Stimmen Prozent Mandate Prozent Mandate
ÖVP 3.000 (−2) 52,4 % (−3,1 %) 20 (−1) 3.002 (+446) 55,5 % (−0,4 %) 21 (−1) 2.556 (+313) 55,9 % (+0,4 %) 22 (+1) 2.243 55,5 % (−13,9 %) 21 (−5) 69,4 % (+8,4 %) 26 (+3)
SPÖ 980 (−352) 17,13 % (−7,5 %) 6 (−3) 1.332 (−49) 24,62 % (−5,6 %) 9 (−2) 1.381 (+400) 30,2 % (+5,9 %) 11 (+2) 981 24,3 % (+5,9 %) 9 (+2) 18,4 % (−16,7 %) 7 (−6)
FPÖ 928 (+437) 16,22 % (+7,07 %) 6 (+3) 495 (+324) 9,15 % (+5,41 %) 3 (+2) 171 (−334) 3,7 % (−8,8 %) 1 (−3) 505 12,5 % (+6,1 %) 4 (+2) 6,4 % (−2,5 %) 2 (+1)
Grüne (*) 814 (+232) 14,23 % (+3,5 %) 5 (+1) 582 (+119) 10,76 % (+0,7 %) 4 (+1) 463 (+147) 10,1 % (+2,3 %) 3 (±0) 316 7,8 % (+2,0 %) 3 (+1) 5,8 % (+5,8 %) 2 (+2)
Wahlberechtigt
Gültige Stimmen
7.104 (+340)
5.722 (+311)
Wahlbeteiligung:
83,16 % (+0,16 %)
6.764 (+825)
5.411 (+840)
Wahlbeteiligung:
83,0 % (+2,65 %)
5.939 (+789)
5.117 (+1.072)
Wahlbeteiligung:
80,4 % (−1,3 %)
5.150
4.045
Wahlbeteiligung:
81,7 % (−4,4 %)
Wahlbeteiligung:
86,1 % (−2,3 %)

(*) Die Grünen sind von 1991 bis 2003 als Bürgerliste für Engerwitzdorf BfE angetreten

BürgermeisterBearbeiten

Daten von der Homepage des Landes Oberösterreich


Online-DiensteBearbeiten

Die Gemeindeverwaltung bietet den Bürgern an, bestimmte Formulare direkt zuhause auszustellen um dadurch die Behördengänge zu vereinfachen. Die Bürger können daher mittels Webformular beispielsweise Anträge auf Sperrstundenverlängerung oder Bewerbungsbögen direkt von zuhause aus via Internet einreichen. Die Formularlösung basiert auf AFORMSSOLUTION vom österreichischen IT-Unternehmen aforms2web.[7]

WappenBearbeiten

Blasonierung: Durch einen silbernen Schräglinksbalken, belegt mit einem grünen Leistenstab, geteilt; oben in Grün ein goldenes Hirschgeweih, unten in Rot eine goldene, heraldische Rose mit silbernen Kelchblättern. Die Gemeindefarben sind Rot-Weiß-Grün.

Das Hirschgeweih verweist auf die langjährige Jagdtradition in der Gemeinde. Seit 1900 gibt es zwei selbständige Jagdreviere mit insgesamt über 4.000 ha. – Die heraldische Rose ist dem Familienwappen der Engelpoldsdorfer entlehnt; der Sitz dieses freien Geschlechtes befand sich im Bereich der Ortsgemeinde, kann jedoch nicht sicher lokalisiert werden. – Die Mühlkreisautobahn A 7 vom Knoten Linz (A 1) nach Unterweitersdorf – im Wappen als silberner Schrägbalken mit grüner Mittelleiste – durchquert in einer Länge von 9,5 km das Gemeindegebiet und hat hier zwei Vollanschlüsse (in Mittertreffling und Engerwitzdorf) und einen Halbanschluss (in Schweinbach).

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

Mit der Gemeinde verbundene PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Engerwitzdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2020 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2020), (CSV)
  2. Reginmar, Bischof von Passau, bestätigt dem Kloster St. Florian die Schenkungen Hermanns von Chazilinistorf und Adalberos von Griezbach, von denen jener die Pfarrkirche Katsdorf, dieser aber Lassberg dem heiligen Florian geopfert hatte. In: Oberösterreichisches Urkundenbuch. Band 2, Nr. CX, Passau, 1125, S. 164 („Steuen de engilboldistorf“ als Zeuge).
  3. a b Karl Hohensinner, Peter Wiesinger: Ortsnamenbuch des Landes Oberösterreich 10. Die Ortsnamen des politischen Bezirks Urfahr-Umgebung (Mittleres Mühlviertel). Wien 2006, S. 44–45.
  4. Hermann Rafetseder: Zur Geschichte von Gelände und Umfeld der Johannes Kepler Universität Linz, unter besonderer Berücksichtigung der NS-Zeit im Raum Auhof – Dornach jku.at, Linz 2016, abgerufen 4. September 2020, S. 31 f. – Gründe Sommer 1938 organisiert.
  5. Verordnung des Bundesministers für Landesverteidigung und Sport über das Sperrgebiet Treffling StF: BGBl. II Nr. 161/2017 ris.bka.gv.at, 1. Juli 2017, abgerufen 4. September 2020.
  6. Der Bezirk Urfahr-Umgebung. Landschaft, Geschichte, Bevölkerung, Wirtschaft, Verkehr, Wandern, Wintersport. In: Oberösterreichische Heimatblätter. Jahrgang 17, Heft 3/4, Linz 1963, S. 70 (online (PDF) im Forum OoeGeschichte.at).
  7. E-Government. In: engerwitzdorf.at. Abgerufen am 21. April 2020.