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Elisabeth Käsemann

deutsche Soziologin
Elisabeth Käsemann

Elisabeth Käsemann (* 11. Mai 1947 in Gelsenkirchen; † 24. Mai 1977 in Monte Grande, Argentinien) ist eines der bekanntesten deutschen Opfer der argentinischen Militärdiktatur, durch die zwischen 1976 und 1983 rund 30.000 Menschen umgebracht wurden.[1] Sie wurde als Gegnerin der Diktatur, die sich aktiv für eine soziale Revolution einsetzte, in ein Geheimgefängnis verschleppt, zweieinhalb Monate lang unter schwerer Folter verhört und schließlich ermordet. Eine internationale Kampagne für ihre Freilassung hatte keinen Erfolg, wofür auch der mangelnde Einsatz der deutschen Behörden verantwortlich gemacht wird. Ab 2011 wurden in Argentinien mehrere Tatbeteiligte und Verantwortliche zu Haftstrafen verurteilt.

Inhaltsverzeichnis

Jugend und Studium in BerlinBearbeiten

Elisabeth Käsemann war das vierte und jüngste Kind des prominenten Universitätsprofessors für Evangelische Theologie Ernst Käsemann und Margrit Käsemann, geb. Wizemann.[2] Sie war von 1954 bis 1966 Schülerin in Göttingen und Tübingen. Schon damals war sie politisch interessiert und engagiert, beispielsweise als Schülersprecherin und Gründerin eines politischen Arbeitskreises,[3] und übte Kritik an der obligatorischen Klassenfahrt nach Berlin.[4] 1966 legte sie am Tübinger Wildermuth-Gymnasium das Abitur ab.

Ab dem Wintersemester 1966/67 studierte sie Soziologie und Politikwissenschaft am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin, wo sie Mitglied des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes wurde und bald zum Freundeskreis ihres Kommilitonen Rudi Dutschke gehörte, des marxistischen Anführers der dortigen Studentenbewegung.[5] Mit Dutschke und anderen Studenten gehörte sie zum politischen Gesprächskreis um den Theologieprofessor Helmut Gollwitzer,[6] – er hatte sich wie Käsemanns Vater als Mitglied der „Bekennenden Kirche“ gegen die Nationalsozialisten engagiert und war in den 1960er Jahren zu einem prominenten Kapitalismuskritiker geworden, der nun insbesondere auch die Aktionen militanter Gruppen mit dem Ziel „demokratischer und sozialistischer Revolutionen“ in Lateinamerika theologisch rechtfertigte.[7] Neben dem Vietnamkrieg wurden die revolutionären Bewegungen Lateinamerikas für Elisabeth Käsemann zu einem besonderen Interessensschwerpunkt. Käsemann beteiligte sich an der Organisation von politischen Demonstrationen und Teach-ins.[8] Sie fuhr häufig auf die andere Seite der Berliner Mauer, um in Ost-Berliner Buchläden Literatur linksgerichteter Autoren zu kaufen, die im Westen deutlich teurer war.[4] 1967/68 beteiligte sie sich neben weiteren SDS-Mitgliedern der Lateinamerika-Arbeitsgruppe an der von Dutschke geleiteten SDS-Projektgruppe „Metropole und Dritte Welt (Konkrete Zusammenarbeit mit der Befreiungsbewegung der Dritten Welt)“, die neben theoretischer Schulung ursprünglich unter anderem auch „direkte Aktionen gegen Marionettenkonsulate etc.“ vorsah.[9] 1968 war sie mit Dutschke und Wolfgang Schöller Herausgeberin einer Textsammlung zur lateinamerikanischen Revolutionstheorie von Fidel Castro, Régis Debray, K. S. Karol und Gisela Mandel mit einem gemeinsam verfassten Vorwort,[6] in dem die Hoffnung zum Ausdruck kam, der auf Kuba begonnene revolutionäre Prozess könne durch Guerillakriege auch auf andere Teile Lateinamerikas ausgeweitet werden.[10] Sie reiste gemeinsam mit Dutschke und dessen Frau Gretchen Dutschke-Klotz im März 1968 nach Prag, um die sozialistische Reformbewegung des „Prager Frühlings“ aus erster Hand zu erfahren.[11]

Auf dem Evangelischen Kirchentag in Hannover im Juni 1967 erfuhr sie von der Möglichkeit, ein im Rahmen ihres Politologiestudiums vorgesehenes Pflichtpraktikum in Lateinamerika zu absolvieren.[4] Nach Abschluss ihres Vordiploms reiste sie nach Bolivien und arbeitete ab September 1968 für ein halbes Jahr als Praktikantin in einer Sozialstation in La Paz.[8]

Auswanderung nach SüdamerikaBearbeiten

 
Elisabeth Käsemann, 1974/75

Nach einer einjährigen Rundreise durch Lateinamerika entschloss sie sich zu bleiben. Eine Rückkehr nach Deutschland konnte sie sich nicht mehr vorstellen, nachdem sie Armut und Ungerechtigkeit in Lateinamerika erlebt hatte. Sie wollte einen Beitrag zur Verbesserung der Lebensverhältnisse leisten. Im Juli 1969 schrieb sie an ihre Eltern:[12][13]

„Ich bin dabei, mich mit dem Schicksal dieses Kontinents zu identifizieren. Vielleicht wird das zu Entscheidungen führen, die ihr nicht versteht oder die euch viel Kummer bereiten könnten.“

Niederlassung in ArgentinienBearbeiten

Seit 1970 lebte sie in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires, die für sie interessanter war als das vom relativ geringen Bildungsniveau der Bevölkerung geprägte und von ihr Anfang 1969 als „mit der Zeit langweilig“ bezeichnete La Paz.[14] Sie erwarb zunächst die argentinische Hochschulreife, verdiente sich als mehrsprachige Sekretärin und Übersetzerin ihren Lebensunterhalt und studierte ab April 1975 Volkswirtschaft. Sie beteiligte sich als Freiwillige an linken Sozialprojekten in den Armenvierteln der Hauptstadt, etwa mit Erwachsenenbildung und Alphabetisierungskursen.[4]

Käsemann engagierte sich politisch in kommunistischen Organisationen. Dazu gehörten auch revolutionäre Gruppen, die den bewaffneten Kampf führten,[15][16] auch wenn es keine Hinweise auf eine Mitwirkung Käsemanns an Gewalttaten gibt.[17][18][19] Eine dieser Gruppen war die trotzkistische Organización Comunista Poder Obrero (OCPO, „Arbeitermacht“),[17][20][15] die nach der Revolutionären Arbeiterpartei (PRT) mit ihrem bewaffneten Arm Revolutionäres Volksheer (ERP) zweitgrößte unter den einen gewaltsamen Umsturz anstrebenden marxistischen Gruppen der 1970er Jahre war.[21] Der von einem damaligen Geheimdienstoffizier zur Rechtfertigung ihrer späteren Verhaftung ohne Belege aufgestellten Behauptung, Käsemann sei Mitglied der ebenfalls linksrevolutionären, sich aber auf Juan Perón berufenden Stadtguerilla Montoneros gewesen, ist dagegen ausdrücklich widersprochen worden.[22]

Anfang der 1970er Jahre freundete Käsemann sich mit dem Franzosen Raymond Molinier (1904–1994) an, einem früheren Privatsekretär Leo Trotzkis im türkischen und im französischen Exil und Führungsfigur der Vierten Internationalen[16] – der 1972 als Rechtsanwalt für Oppositionelle tätige spätere argentinische Präsident Eduardo Duhalde erwähnte 1990, Käsemann habe damals mit Molinier in Monte Grande als dessen Partnerin gelebt.[23] Vor dem Hintergrund eskalierender Gewalt zwischen linksextremen Revolutionären und rechtsextremen regierungsnahen Todesschwadronen[24] verhalf Molinier zahlreichen Politaktivisten mit gefälschten Pässen zur Flucht aus Argentinien.[25] Käsemann beteiligte sich aktiv an diesem Netzwerk zur Unterstützung verfolgter Genossen. Gemäß der Schilderung von Sergio Bufano, der 1976 ihr Lebensgefährte war, engagierte sie sich auch in der militanten Untergrundorganisation PRT-ERP und war unter anderem an der Wiedereinschleusung eines zuvor aus dem Hochsicherheitsgefängnis von Rawson ausgebrochenen und ins Ausland geflohenen Guerillakämpfers beteiligt (s. Massaker von Trelew).[19]

Verfolgung und Kampf gegen die DiktaturBearbeiten

Im März 1976 putschte das Militär und etablierte eine Militärdiktatur, unter der die Verfolgung der linksgerichteten Opposition noch stark zunahm. Käsemanns Eltern besuchten ihre Tochter zuletzt im April 1976 in Buenos Aires. Sie lebte danach im Untergrund und nutzte den Decknamen „Cristina.“[13] Sie lernte Bufano nach seiner Darstellung bei einem konspirativen Treffen der PRT-ERP kennen, zu dem beide mit verbundenen Augen gelangt waren, und das zur Vorbereitung eines Mordanschlags auf einen als Folterer identifizierten Militär abgehalten wurde.[16] Käsemann und Bufano verliebten sich ineinander, ohne ihre wahren Namen zu kennen, und Käsemann ließ sich als Vorsichtsmaßnahme von ihm nur mit verschlossenen Augen zu Besuchen in seine Wohnung führen, um selbst unter Folter seine Adresse nicht verraten zu können. Laut Bufano hatten beide die Organisation um tödliche Tabletten gebeten, um sich einer Verhaftung im Notfall durch Selbstmord entziehen zu können, diese jedoch nicht erhalten.[13] Aus Käsemanns Bekanntenkreis verschwanden nun häufig Menschen spurlos.[12]

Käsemann und Bufano entschieden sich später gemeinsam gegen die Durchführung des von beiden nach weiteren Vorbereitungen schließlich als unmenschlich bewerteten Mordanschlags, da sie zwar den bewaffneten Kampf befürwortet hätten, aber nicht zu töten bereit gewesen seien.[16][19] Bufano wurde daraufhin wegen Ungehorsams aus der Guerillaorganisation ausgestoßen und kurz darauf von der Polizei verhaftet, konnte aber nach drei Tagen entkommen.[13] Im Gegensatz zu Bufano, der sich nun gegen ihren Willen zur Flucht ins Ausland entschied, bei der sie ihm jedoch mit einem von ihr gefälschten mexikanischen Reisepass behilflich war,[13] bestand sie darauf, den Kampf in Argentinien fortzusetzen, das sie laut Bufano als Schlüsselland für die Revolution in Lateinamerika sah.[16] In der gefährlichen Situation ihre Freunde und Mitarbeiter zu verlassen, sah sie als Verrat an. Beim Abschied von Bufano sagte sie ihm im Dezember 1976: „Die Arbeiterklasse geht nicht ins Exil.“[19]

Laut Bufano trennte sich Käsemann aufgrund politischer Differenzen gemeinsam mit weiteren Genossen von der PRT-ERP, blieb jedoch in einer anderen bewaffneten Untergrundorganisation aktiv. Auch wenn sie selbst praktisch keine Erfahrungen im Waffengebrauch hatte, so sei sie keine Pazifistin gewesen, sondern als Revolutionärin zum Einsatz von Gewalt bereit gewesen – „innerhalb der vom moralischen Gewissen gesetzten Grenzen“.[19][18]

Nach Angaben ihres Bruders floh Käsemann angesichts der Razzien des Militärs entgegen ihrer ursprünglichen Absicht im Dezember 1976 nach Peru, von wo sie Ende Januar 1977 nach Buenos Aires zurückkehrte, „um ihre gewerkschaftliche Gruppe von unsinnigen Aktionen abzuhalten.“[26] Obwohl das argentinische Regime massenhaft Folter, Verschleppungen und Tötungen gegen tatsächliche oder vermeintliche Oppositionelle beging, konnte es gewaltsame Aktionen der politischen Linken nicht völlig ausschalten, so verweist der Jahresbericht 1977 von Amnesty International exemplarisch auf das Attentat auf Außenminister César Guzzetti vom Mai 1977.[27]

Verhaftung, Folter und ErmordungBearbeiten

Käsemann wurde in der Nacht vom 8. auf den 9. März 1977 in Buenos Aires verhaftet und in ein geheimes Haft- und Folterlager verschleppt. Wochenlang blieb sie für die Angehörigen spurlos verschwunden. Während dieser Zeit wurde sie schwer gefoltert.

In der Nacht auf den 24. Mai 1977 wurde sie mit 15 weiteren Gefangenen aus dem Geheimgefängnis El Vesubio zu einem Haus in Monte Grande transportiert, dem Hauptort von Esteban Echeverría im Süden des Großraums Buenos Aires. Dort angekommen wurden die Opfer durch Schüsse in Genick und Rücken exekutiert. Ein an dem Einsatz als Wehrdienstleistender beteiligter Soldat sagte im Dezember 2010 bei einer Rekonstruktion der Ereignisse am Tatort im Rahmen des Gerichtsverfahrens gegen acht Verantwortliche als Zeuge aus und gab an, dass auch Militärpersonal in Zivil anwesend gewesen sei.[28]

Am 25. Mai 1977 meldete die Zeitung Clarín den Tod von 16 Terroristen: Sie seien, so die später als falsch enttarnte Nachricht, am 24. Mai 1977 bei einem Feuergefecht mit der Polizei getötet worden. Die beschönigende Darstellung illegaler Exekutionen von Gefangenen als „im Gefecht umgekommen“ war eine Standard-Praxis der Desinformation des Militärregimes. Ein Feuerwehrhauptmann erklärte 2010 im Vesubio-Prozess, wie er mit seinen Kollegen die 16 Leichen aufgefunden hatte, die anschließend in ein Massengrab auf dem Friedhof von Monte Grande geworfen wurden.[28] Auf der von den Militärs veröffentlichten Liste der 16 angeblichen Terroristen erschien eine „Isabel Kaserman“,[4] die erst später als Elisabeth Käsemann erkannt wurde.

Für die Überlassung des exhumierten Leichnams zur Überführung nach Deutschland soll der Major Carlos Antonio Españadero von Ernst Käsemann 25.000 US-Dollar verlangt und erhalten haben.[29] Der Geheimdienstoffizier Españadero fungierte während der Militärdiktatur unter dem Decknamen „Major Peirano“ als Verbindungsmann der Deutschen Botschaft zum Militärregime.[30] Die argentinischen Militärs übergaben den Leichnam Elisabeth Käsemanns der Deutschen Botschaft am 8. Juni 1977.[31] Die spätere Obduktion in Tübingen ergab, dass sie aus nächster Nähe erschossen worden war.

RettungsinitiativenBearbeiten

In der Folge des Bekanntwerdens der Verhaftung von Elisabeth Käsemann kam es zu unterschiedlichen Bemühungen, das bedrohte Leben der Deutschen zu retten. Aufgrund der Aussagen von Käsemanns britischer Freundin Diana Austin, die kurz zuvor nach dreitägiger Folterhaft aus Argentinien in die USA ausreisen konnte, startete die Menschenrechtsorganisation Amnesty International im April 1977 eine internationale Öffentlichkeitskampagne, die sich sowohl gegenüber der argentinischen als auch der bundesdeutschen Regierung für eine Freilassung der Inhaftierten einsetzte und für Berichterstattung in den Medien sorgte. Parallel dazu wandte sich ihr Vater Ernst Käsemann bereits im März 1977 mit einem Hilfegesuch an die Deutsche Botschaft in Buenos Aires, auf das er jedoch nur die Antwort erhielt, eine Elisabeth Käsemann sei der Vertretung nicht bekannt.[32] In den folgenden Wochen beteiligte sich die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) über das Referat Menschenrechte des Diakonischen Werks an den Bemühungen um eine Freilassung.[33]

Auf Nachfrage erklärte Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher später, das Auswärtige Amt habe sich ab Bekanntwerden der Verhaftung „in über 30 verschiedenen Interventionen auf allen in Betracht kommenden Ebenen der argentinischen Verwaltung (...) um Aufklärung bemüht“.[32] Der damalige Botschafter Jörg Kastl gab zwar zunächst an, er habe sich über inoffizielle Kanäle zur Diktatur für die Freilassung von Käsemann eingesetzt („Stille Diplomatie“). Insgesamt ging Kastl dabei zu Gunsten von Käsemann und anderen deutschen Opfern der Diktatur nach Einschätzung des Nürnberger Menschenrechtszentrums „weit über die vorgeschriebene konsularische Betreuung hinaus.“ Als er aber schließlich politischen Druck durch das Auswärtige Amt erbat, habe dieses abgelehnt.[34] Allerdings erklärte Kastl 2014 wenige Monate vor seinem Tod in einem Interview im Dokumentarfilm Das Mädchen – Was geschah mit Elisabeth K.?: „Die Käsemann überquerte den Schießplatz und geriet in die Schusslinie, so einfach ist das.“ Und unter Bezug auf - allerdings überzogene und unbelegte - damalige Angaben aus US-amerikanischen Quellen: „Sie war erschossen und verscharrt worden, und zwar nicht ganz so ohne Gründe. [Sie] wäre auch bereit gewesen, Bomben zu werfen. [...] Weil sie, wie gesagt, mit recht explosiven Gedanken nach Argentinien gekommen war.“[35][36]

Damals lebten in Argentinien rund 100.000 deutsche Staatsangehörige, rund 100 von ihnen wurden zu Opfern der Militärdiktatur. Nach Aussagen des Auswärtigen Amts konnte die deutsche Diplomatie in 38 Fällen die Argentinier dazu bewegen, die Inhaftierten frei zu lassen.[37] Die Rolle der deutschen Außenpolitik und ihrer Akteure im Fall Käsemann und anderen wurde in der Folge zu einem Gegenstand politischer Kontroversen und zeitgeschichtlicher Forschung (siehe eigenen Abschnitt unten).[37][38]

Ermittlungen und ProzessBearbeiten

Das von den Eltern der Ermordeten angestrengte Ermittlungsverfahren wegen des „unnatürlichen Todes“ wurde im Februar 1980 von der Staatsanwaltschaft Tübingen eingestellt,[39] da „weitere Ermittlungsmöglichkeiten angesichts der ablehnenden Haltung der argentinischen Behörden nicht bestehen“. Überlebende Folteropfer der argentinischen Diktatur wie Diana Austin, Elena Alfaro und Ana Maria di Salvo bezeugten ab 2001 eidesstattlich vor der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth, dass Elisabeth Käsemann erst im geheimen Folterzentrum „Campo Palermo“, dann im geheimen Folterzentrum „El Vesubio“ gefangen gehalten, von da zusammen mit 15 anderen Gefangenen nach Monte Grande gebracht und dort hingerichtet worden war. Die gerichtsmedizinische Untersuchung in Tübingen ergab, dass Elisabeth Käsemann durch Schüsse in Genick und Rücken aus unmittelbarer Nähe getötet wurde, was auf eine typische Exekution hinweist.

Im Auftrag der Initiative „Koalition gegen Straflosigkeit“ und der Familienangehörigen erstattete der Freiburger Rechtsanwalt Roland Beckert im Februar 1999 Strafanzeige im Fall Käsemann. Das Amtsgericht Nürnberg erließ am 11. Juli 2001 gegen den früheren argentinischen General Guillermo Suárez Mason wegen des Mordes an Elisabeth Käsemann Haftbefehl. 2003 folgten aus Nürnberg internationale Haftbefehle gegen die Junta-Mitglieder General Jorge Videla und Admiral Emilio Massera. Im Dezember 2009 wurden in Argentinien die Prozesse gegen die Militärs eröffnet. Auch im Fall Käsemann erfolgten Anklagen gegen verschiedene Personen, die 2011 zu lebenslangen Freiheitsstrafen verurteilt wurden. In den Verfahren trat die Bundesrepublik Deutschland als Nebenklägerin auf. Der Mord an Elisabeth Käsemann sollte auch im Verfahren gegen den früheren Junta-Chef Jorge Rafael Videla verhandelt werden. Im Verfahren gegen Jorge Videla wollte die Familie Käsemann als Nebenklägerin auftreten. Jorge Videla verstarb im Mai 2013 im Gefängnis.[40]

Das Gericht verhängte im Prozess um die das Folterzentrum El Vesubio betreffenden Straftaten am 14. Juli 2011 in erster Instanz gegen zwei der Angeklagten lebenslange Freiheitsstrafen wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, fünf weitere Angeklagte wurden zu Haftstrafen zwischen 18 und 22 ½ Jahren verurteilt.[41][42][43] Das zweitinstanzliche Verfahren, in dem die Bundesrepublik Deutschland erneut als Nebenklägerin auftrat, wurde im November 2011 aufgenommen[44] und endete am 29. Mai 2014 mit der Bestätigung der Verurteilungen durch die Berufungskammer des obersten Strafgerichts.[45]

In einem weiteren Prozess wurden im Dezember 2014 vier weitere Angeklagte – frühere Armeeangehörige – wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit an 204 Häftlingen in El Vesubio, darunter auch Käsemann, zu lebenslanger Haft verurteilt.[46]

GedenkenBearbeiten

Käsemann wurde am 16. Juni 1977 auf dem Friedhof in Tübingen-Lustnau bestattet.[47] Rudi Dutschke, ihr enger Studienfreund aus der Anfangszeit der gemeinsamen Solidarisierung mit den revolutionären Befreiungsbewegungen in Lateinamerika, veröffentlichte in der Zeitschrift Chile-Nachrichten einen Nachruf, in dem er seine „Genossin Käsemann“ als „besonderes Beispiel internationaler Solidarität“ würdigte, die bis zu ihrer Ermordung „fast ein Jahrzehnt im argentinischen Klassenkampf gearbeitet“ habe.[48] Die Theologin und Dichterin Dorothee Sölle – selbst Schülerin von Ernst Käsemann – widmete Elisabeth Käsemann ihr Gedicht „Bericht aus Argentinien“,[12] dessen Zeile „dass du zwei Tage schweigst unter der Folter“ 1991 als Titel eines Dokumentarfilms über Käsemann zitiert wurde. Es wurden von verschiedenen Autoren mehrere Dokumentarfilme und Artikel veröffentlicht, die sich dem Leben und vor allem den Todesumständen Käsemanns sowie der Rolle der bundesdeutschen Behörden widmeten und in denen zahlreiche Zeitzeugen sowie Weg- und Leidensgefährten Käsemanns zu Wort kamen.[49]

Im Juni 2014 ging Käsemanns ehemaliger Lebensgefährte Sergio Bufano in Argentinien mit einem auch in Deutschland rezipierten Zeitungsartikel an die Öffentlichkeit, in dem er auf einen aus Anlass der Ausstrahlung der ARD-Dokumentation Das Mädchen – Was geschah mit Elisabeth K.? verfassten Artikel Osvaldo Bayers[50] antwortete.[19][18] Der Argentinier Bayer hatte den Fall der ihm persönlich nicht bekannten Deutschen bereits seit der ersten öffentlichen Nachricht von Käsemanns „Verschwinden“ kritisch begleitet und maßgeblich mitgewirkt, ihn einer größeren Öffentlichkeit bekannt zu machen – zunächst von seinem Exilland Deutschland aus und in direktem Kontakt mit ihrer Familie. Bufano wandte sich in dem Artikel gegen das aus seiner Sicht falsche Bild einer vor allem durch Sozialarbeit in Slums aktiven pazifistischen Soziologiestudentin, die Käsemann tatsächlich nicht gewesen sei und als die sie seiner Einschätzung nach auch nicht erinnert werden wollte. Sie sei tatsächlich eine Revolutionärin gewesen, die bewusst in den Untergrund gegangen, von der Polizei verfolgt und als Mitglied bewaffneter Gruppen aktiv gewesen sei. Es sei nicht notwendig, gutmütige Figuren aufzubauen, um die Perversion der Diktatur zu beweisen. Es sei die „Verantwortung der Überlebenden, die Identität der Opfer zu respektieren“.[19][18]

Zu ihren Ehren wurde der Sitz der vom Evangelischen Kirchenkreis Gelsenkirchen und Wattenscheid betriebenen Familienbildungsstätte in ihrer Geburtsstadt zum 30-jährigen Bestehen 1993 in Elisabeth-Käsemann-Haus umbenannt. Nach dem Verkauf des Gebäudes heißt seit 2006 die gesamte Einrichtung Elisabeth-Käsemann-Familienbildungsstätte.[51] Seit 2012 wird an ihrer ehemaligen Schule, dem Wildermuth-Gymnasium in Tübingen, der Elisabeth-Käsemann-Preis an einen oder mehrere Schüler(innen) vergeben, die sich durch besonderes gesellschaftliches Engagement ausgezeichnet haben.[52] In Tübingen-Lustnau ist im Stadtquartier Alte Weberei eine Straße nach Elisabeth Käsemann benannt.[53] 2013 berichteten argentinische Medien über Pläne für ein Denkmal für Käsemann, in die ihre Familie und die Deutsche Botschaft eingebunden seien und das in der Nähe des Tatorts ihrer Ermordung in Monte Grande entstehen soll.[15][54] 2014 gründete Käsemanns Nichte Dorothee Weitbrecht die Elisabeth-Käsemann-Stiftung mit Sitz in Stuttgart, die sich für die Erinnerung an die Opfer von Diktaturen in Lateinamerika und Europa einsetzt.[55] Mitglied des beratenden Stiftungskuratoriums unter Vorsitz der ehemaligen Bundestagsabgeordneten Ingrid Hönlinger ist unter anderen der argentinische Friedensnobelpreisträger Adolfo Pérez Esquivel.[56]

Kontroversen um die Rolle der deutschen Behörden im „Fall Käsemann“Bearbeiten

Der damaligen westdeutschen Regierung unter Bundeskanzler Helmut Schmidt und dem dafür zuständigen Außenminister Hans-Dietrich Genscher wurde mehrfach vorgeworfen, dass ihnen die guten wirtschaftlichen Beziehungen zum Argentinien der Junta wichtiger gewesen wären als die Einhaltung der Menschenrechte und die Rettung des Lebens der deutschen Entführten. Neben den relativ bekannten Fällen von Käsemann und dem Münchner Studenten Klaus Zieschank wurden weitere rund einhundert[57][38] Deutsche und Deutschstämmige in den etwa 340 Geheimgefängnissen der Diktatur getötet.[58][59] Angehörige von deutschen „Verschwundenen“ erhoben vor allem schwere Vorwürfe gegen die deutsche Botschaft in Buenos Aires unter dem Botschafter Jörg Kastl und gegen das Auswärtige Amt. Es gibt, wie im Fall Käsemann eingehend dokumentiert ist, zahlreiche Hinweise, dass die deutschen Behörden trotz eindringlicher Appelle der Familien wenig unternahmen, um bei den argentinischen Behörden zugunsten der Verhafteten zu intervenieren.[59][60] Im Fall Käsemann gilt dies als besonders tragisch, da sie zum Zeitpunkt der Eingaben der Familie an die Behörden zwar schwer gefoltert wurde, aber noch lebte.[58] Bis heute setzt sich die Koalition gegen Straflosigkeit für die Strafverfolgung der an Verbrechen an Deutschen beteiligten Täter ein.

In dem ARD-Dokumentarfilm Das Mädchen – Was geschah mit Elisabeth K.? von 2014 wurden damalige Schlüsselpersonen der bundesdeutschen Regierung interviewt. Klaus von Dohnanyi, damals Staatsminister im Auswärtigen Amt, gab dabei erstmals zu, dass die Regierung damals mehr hätte tun können und auch müssen.[61] Hildegard Hamm-Brücher, die damals das gleiche Amt innehatte, äußerte sich ähnlich.

Der argentinische Bundesrichter Daniel Eduardo Rafecas, der sich mit dem Fall beschäftigt hat, meinte: „Hätte sich ein hochrangiger Vertreter Deutschlands an die Militärjunta gewandt mit der Bitte, Elisabeth Käsemann freizulassen, wäre das mit großer Wahrscheinlichkeit geschehen.“ Ein derartiger Anruf fand jedoch nicht statt.[61]

1983 stellten Angehörige deutscher „Verschwundener“ Strafanzeige gegen Genscher und Beamte des Auswärtigen Amtes und der Deutschen Botschaft wegen unterlassener Hilfeleistung. Während Genscher durch seine Abgeordnetenimmunität vor einer Strafverfolgung geschützt war, wurde zumindest gegen Beamte des Auswärtigen Amtes und der Deutschen Botschaft ein staatsanwaltschaftliches Ermittlungsverfahren eröffnet.[38]

 
General Jorge Rafael Videla, 1976–1981 Vorsitzender der argentinischen Militärregierung

Umstrittene Bewertung von Käsemanns Aktivitäten in ArgentinienBearbeiten

Es gibt mehrere unterschiedliche Faktoren, die als Gründe für das mangelnde Engagement deutscher Behörden angeführt wurden. Eric Friedler identifizierte in seinem Dokumentarfilm „Das Mädchen“ den Kontext des die bundesrepublikanische Politik beherrschenden Terrors der Rote Armee Fraktion als ein wichtiges Element, das die Bewertungen beeinflusst haben kann. Dies habe auch die Beurteilung der Betätigung von Käsemann eingeschlossen.[61] Im Film-Interview bilanzierte von Dohnanyi 2014: „Wenn ich heute die Aktenlage sehe, war es falsch, Frau Käsemann in den Kreis der Terroristen zu stellen. Sie war eine friedfertige, sozial engagierte Frau, und man konnte sie auch damals nicht in diesem Kreis vermuten.“[61]

Konflikt zwischen wirtschaftlichen Interessen und Verteidigung der MenschenrechteBearbeiten

Die argentinische Diktatur hatte bereits zu Beginn ihrer Herrschaft 1976 klargemacht, wie sie gegen die damaligen linksextremen Untergrundbewegungen der Montoneros und der ERP vorgehen würde: So kündigte der General Luciano Benjamín Menéndez – der 2010 in Argentinien erneut zu lebenslanger Haft wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt wurde[62] – großangelegte „Säuberungsaktionen“ an und gab bekannt, dass dabei auch der Tod von tausenden völlig Unschuldigen in Kauf genommen werde:

„Wir werden 50.000 Menschen töten müssen. 25.000 Subversive, 20.000 Sympathisanten und wir werden 5.000 Fehler machen.“[63]

Trotz dieser eindeutigen Absichtsbekundung, die zu ähnlichen Äußerungen anderer argentinischer Generäle passte und schnell in die Tat umgesetzt wurde, wurde die Bundesrepublik bald zum größten Waffenlieferanten der argentinischen Diktatur. Dies wurde auch dadurch gefördert, dass US-Präsident Jimmy Carter die amerikanischen Beziehungen zur Militärdiktatur aufgrund eines neuen, stärker an Menschenrechten orientierten außenpolitischen Kurses weitgehend eingefroren hatte.

Die deutsche Menschenrechtsorganisation Koalition gegen Straflosigkeit in Argentinien schrieb zum Verhalten der Bundesregierung gegenüber der Diktatur:[64]

„Ein lukratives Atomgeschäft und Waffenverkäufe in großem Umfang ließen die Politiker und führenden Wirtschaftskräfte in der Bundesrepublik darüber hinwegsehen, dass in Argentinien Menschen „verschwanden“. Mit der Militärdiktatur wurden „freundschaftliche Beziehungen“ gepflegt, um die, teils durch Bundesanleihen abgesicherten, Geschäfte der bundesdeutschen Privatwirtschaft nicht zu gefährden.“

Käsemanns Vater meinte daher nach Erhalt der Todesnachricht seiner Tochter:[64] Ein verkaufter Mercedes wiegt zweifellos mehr als ein Leben. Der Menschenrechtsanwalt Konstantin Thun schrieb zu dem Fall:[65]

„Dieses Beispiel der deutschen Beziehungen zur Militärdiktatur in Argentinien hat exemplarisch gezeigt, dass derartige Beziehungen den Menschen in Argentinien nicht gedient haben, sondern vielmehr zu einer Verschärfung der Verletzung von sozialen und politischen Menschenrechten beigetragen haben. Es wird sich noch zeigen, dass derartige Prioritätensetzung in der Außenpolitik auch den Interessen der Menschen in der Bundesrepublik nicht entspricht.“

Die Diktatur als zu pflegender „antikommunistischer Verbündeter“Bearbeiten

Käsemanns Nichte und Patentochter, die Historikerin Dorothee Weitbrecht,[1][66] veröffentlichte 2013 eine detaillierte Analyse historischer Dokumente des Auswärtigen Amts mit dem Tenor, dass die weitgehende Nichtbeachtung der Menschenrechte in der Argentinienpolitik der Bundesrepublik absichtsvoll und gewollt gewesen sei – da das Regime als antikommunistischer Verbündeter gegolten habe, den es zu unterstützen galt. Das Schicksal der deutschen Verschwundenen wie Elisabeth Käsemann sei dabei quasi als Störfaktor gesehen worden, der planvoll so weit wie möglich heruntergespielt wurde, um die guten Beziehungen zur Militärjunta nicht zu gefährden.[38]

VeröffentlichungBearbeiten

  • Mit Rudi Dutschke und Wolfgang Schöller Herausgeber sowie Verfasser des Vorworts: Régis Debray, Fidel Castro, Gisela Mandel und K. S. Karol: Der lange Marsch: Wege der Revolution in Lateinamerika. Trikont, München 1968

LiteraturBearbeiten

  • Kai Ambos, Christoph Grammer: Tatherrschaft qua Organisation. Die Verantwortlichkeit der argentinischen Militärführung für den Tod von Elisabeth Käsemann. In: Jahrbuch der juristischen Zeitgeschichte, Bd. 4 (2002/2003), S. 529–553
  • Dass du zwei Tage schweigst unter der Folter! Buch und DVD-Video in der Reihe Bibliothek des Widerstands, Laika-Verlag, Hamburg 2010, ISBN 978-3-942281-77-5 (mit Beiträgen von Frieder Wagner, Osvaldo Bayer, Elvira Ochoa-Wagner und mit einem Interview mit Wolfgang Kaleck)
  • Nie wieder! Ein Bericht über Entführung, Folter und Mord durch die Militärdiktatur in Argentinien. Hamburger Institut für Sozialforschung (Hrsg.), Beltz Verlag, Weinheim und Basel 1987, ISBN 3-407-85500-1 (Übersetzung von Nunca más. Informe de la Comisión Nacional sobre la Desaparición de Personas, 1984, aus dem Spanischen von Christián Cortés-Ahumada)
  • Konstantin Thun: Menschenrechte und Außenpolitik. Bundesrepublik Deutschland-Argentinien 1976–1983. Horlemann, Bad Honnef 2006, ISBN 3-89502-220-9 (aktualisierte Neuauflage; mit Beiträgen von Osvaldo Bayer, Kuno Hauck, Roland Beckert, Wolfgang Kaleck, Esteban Cuya)
  • Wolfgang Kaleck: Kampf gegen die Straflosigkeit. Argentiniens Militärs vor Gericht. Wagenbach, Berlin 2010, ISBN 978-3-8031-2646-7
  • Dorothee Weitbrecht: Argentinien: Profite versus Menschenleben. In: Blätter für deutsche und internationale Politik, Jg. 2013, Heft 7, S. 93–104 (online).
  • Dorothee Weitbrecht: Die Fußballweltmeisterschaft 1978 in Argentinien: Ein Sündenfall. In: Zeitschrift für Menschenrechte, Jg. 2016, Heft 2: Menschenrechte und Sport, S. 110–128.

DokumentarfilmeBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Elisabeth Käsemann – Sammlung von Bildern

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Gerhard Dilger: Prozess um Elisabeth Käsemann: Endlich Gerechtigkeit! in: taz.de vom 15. Juli 2011, abgerufen am 11. Juli 2014
  2. Richard Walter: Ernst Käsemann, Pastor der Bekennenden Kirche in Gelsenkirchen-Rotthausen 1933–1946, in: Gelsenzentrum vom Dezember 2007, abgerufen am 9. Juli 2014
  3. Esteban Cuya und Carolina Kern: Mord an Elisabeth Käsemann – das Versagen der deutschen Diplomatie (PDF), in: Justicia y Verdad vom Mai 2007, abgerufen am 11. Juli 2014
  4. a b c d e Ulrich Käsemann: Grußwort am 12.12.07 in Berlin (PDF) zur Eröffnung der Ausstellung „Elisabeth Käsemann – Ein Leben in Solidarität mit Lateinamerika“, auf der Webseite des Vereins der Freunde und Freundinnen des Otto-Suhr-Instituts, abgerufen am 11. Juli 2014
  5. Dokumentarfilm „Das Mädchen,“ zusammengefasst bei Sina Illi: Im Stich gelassen von deutscher Politik? in: Badische Zeitung vom 4. Juni 2014, abgerufen am 9. Juli 2014
  6. a b Dorothee Weitbrecht: Aufbruch in die Dritte Welt: Der Internationalismus der Studentenbewegung von 1968 in der Bundesrepublik Deutschland. Dissertation, V&R unipress, Göttingen 2012, S. 328
  7. Weitbrecht: Aufbruch in die Dritte Welt, S. 224f. u. 273
  8. a b Matthias Fink: Der Fall Käsemann: Ein Mercedes wog mehr als ein Leben, in: Sonntagsblatt Ausgabe 9/2002, abgerufen am 9. Juli 2014
  9. Weitbrecht: Aufbruch in die Dritte Welt, S. 278f.
  10. Wolfgang Kraushaar: Denkmodelle der 68er, im Dossier Die 68er-Bewegung, auf der Webseite der Bundeszentrale für politische Bildung vom 9. Januar 2008, abgerufen am 11. Juli 2014
  11. Weitbrecht: Aufbruch in die Dritte Welt, S. 328f.
  12. a b c Ein Leben in Solidarität mit Lateinamerika. Elisabeth Käsemann. (PDF-Datei; 2,70 MB) Ausstellungsbroschüre, Koalition gegen Straflosigkeit, Nürnberg, Mai 2007, S. 2
  13. a b c d e Uschi Entenmann: Der Tod und das Mädchen, in: Focus vom 2. Februar 2004, abgerufen am 12. Juli 2014
  14. Weitbrecht: Aufbruch in die Dritte Welt, S. 341, Fn. 1699
  15. a b c Esteban Echevarría: Alemania y Monte Grande unidas por la memoria, in: AUNO vom 10. Dezember 2013, abgerufen am 9. Juli 2014 (spanisch)
  16. a b c d e Alejandra Dandan: Una vida por la libertad y la justicia, in: Página/12 vom 15. September 2010, abgerufen am 9. Juli 2014 (spanisch)
  17. a b Alejandro Rebossio: Argentina condena a siete criminales de la dictadura, in: El País vom 15. Juli 2011, abgerufen am 8. Juli 2014 (spanisch)
  18. a b c d Jürgen Vogt: Ermordete Elisabeth Käsemann: Die Guerillera, in: taz.de vom 8. Juli 2014
  19. a b c d e f g Sergio Bufano: Kasemann, pacifista o revolucionaria („Käsemann: Pazifistin oder Revolutionärin“), in: Página/12 vom 24. Juni 2014, abgerufen am 8. Juli 2014 (spanisch)
  20. Cámara de Diputados de la Nación: Proyecto de Resolución, Resolutionsentwurf des Argentinischen Parlaments vom 16. März 2011, abgerufen am 12. Juli 2014 (spanisch)
  21. Violeta Ayles Tortolini: Conformación de una estrategia para la revolución socialista en Argentina: Partido Revolucionario de los Trabajadores (1965-1970) (PDF), in: Cuadernos de Marte Jg. 1, Nr. 2, Oktober 2011, S. 124, Fn. 4 (spanisch)
  22. Osvaldo Bayer: El casi mayor Peirano, in: Página/12 vom 6. März 2000, abgerufen am 12. Juli 2014 (spanisch)
  23. Eduardo Capello: A 40 años del asesinato de un Araucense en la Masacre de Trelew, in: Diario Sur Digital vom 22. August 2012, abgerufen am 10. Juli 2014 (spanisch)
  24. Argentinien: Tod durch AAA, in: Spiegel vom 4. November 1974, abgerufen am 15. Juli 2014
  25. Silvina Friera: El sentido de la palabra solidaridad, in: Página/12 vom 20. März 2014, abgerufen am 11. Juli 2014 (spanisch)
  26. Boris Palmer, Raquel Macciucci und Ulrich Käsemann: Gedenkfeier für Elisabeth Käsemann (PDF, 990 kB) , vom 22. März 2009, abgerufen am 12. Juli 2014 (deutsch und spanisch)
  27. Amnesty International: Annual Report 1977 (PDF-Version), London, Amnesty International Publications 1977, S. 123 (englisch)
  28. a b Un fiscal Federal recorrió la casa donde fusilaron a 16 personas en 1977, in: Nova Argentina vom 30. Dezember 2010, abgerufen am 12. Juli 2014 (spanisch)
  29. Ricardo Ragendorfer: Historia del represor que se encariñó con el espía que había infiltrado en el ERP, in: Tiempo Argentino vom 12. Mai 2013, abgerufen am 12. Juli 2014 (spanisch)
  30. Esteban Cuya: Mehr als nur ein Tennismatch, in: Lateinamerika Nachrichten vom März 2006, abgerufen am 30. Juni 2015
  31. Osvaldo Bayer und Frieder Wagner: Dass du zwei Tage schweigst unter Folter. 1991, Filmausschnitt auf YouTube, abgerufen am 3. Juni 2015
  32. a b Hans Holzhaider: Mord in Buenos Aires. In: Süddeutsche Zeitung vom 25. August 2001
  33. Ein Leben in Solidarität mit Lateinamerika. Elisabeth Käsemann. (PDF-Datei; 2,70 MB) Ausstellungsbroschüre, Koalition gegen Straflosigkeit, Nürnberg, Mai 2007, S. 6
  34. Dieter Maier: Das Auswärtige Amt und die Ermordung Elisabeth Käsemanns in Argentinien 1977 (PDF 118 kB von Juni 2012), auf der Internetseite des Nürnberger Menschenrechtszentrums (NMRZ), abgerufen am 2. Juni 2015
  35. Tod durch politische Untätigkeit, Süddeutsche.de
  36. Der politische Mord an Elisabeth Käsemann - Wie das Auswärtige Amt und der DFB in Argentinien versagten. Thomas Gehringer im Tagesspiegel, online 04.06.2014
  37. a b Felix Bohr, Jens Glüsing und Klaus Wiegrefe: Leichen und Pinguine. In: Der Spiegel vom 19. Mai 2014, abgerufen am 3. Juni 2015
  38. a b c d Dorothee Weitbrecht: Profite versus Menschenleben. Argentinien und das schwierige Erbe der deutschen Diplomatie. In: Blätter für deutsche und internationale Politik, Jg. 2013, Heft 7, S. 93–104.
  39. Esteban Cuya: Späte Wahrheiten. In: Amnesty Journal vom Mai 2007, abgerufen am 3. Juni 2015
  40. Volker Schmidt: Späte Aufarbeitung in Argentinien. Der gewaltsame Tod der Elisabeth Käsemann, Frankfurter Rundschau, 26. Februar 2010, S. 7
  41. Späte Sühne für Mord an Tübinger Studentin. In: Schwäbisches Tagblatt. 15. Juli 2011, abgerufen am 15. Juli 2011.
  42. Katharina Peters: Folteropfer Elisabeth Käsemann. Argentiniens Richter urteilen über die Sadisten von „El Vesubio“, Spiegel Online, 12. Juli 2011
  43. Folteropfer Elisabeth Käsemann. Argentinische Militärs müssen lebenslang in Haft, Spiegel Online, 15. Juli 2011
  44. Deutscher Bundestag: Drucksache 17/13816 (PDF), Antwort der Bundesregierung vom 5. Juni 2013 auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zum Fall Käsemann, S. 2
  45. Lesa humanidad: Casación confirmó condenas por crímenes en “El Vesubio”, in: Centro de Información Judicial vom 12. Juni 2014, abgerufen am 12. Juli 2014 (spanisch), mit Link zum vollständigen Urteilstext
  46. Argentinische Militärdiktatur: Männer hinter Mord an Elisabeth Käsemann verurteilt, Spiegel Online vom 19. Dezember 2014
  47. knerger.de: Das Grab von Elisabeth Käsemann
  48. Rudi Dutschke: Ermordetes Leben. Im Gedenken an die Genossin Elisabeth Käsemann, in: Chile-Nachrichten. Berichte und Analysen zu Lateinamerika Nummer 50, Jahrgang 4, 1977, S. 7 f., nachgedruckt in: Rudi Dutschke: Geschichte ist machbar. Texte über das herrschende Falsche und die Radikalität des Friedens. Herausgegeben von Jürgen Miermeister, Verlag Klaus Wagenbach, Berlin 1980, Neuauflage 1991, S. 172–175
  49. Über die hier in den Abschnitten Literatur, Dokumentarfilme und Weblinks aufgeführten Veröffentlichungen hinaus rief insbesondere die ARD-Dokumentation Das Mädchen – Was geschah mit Elisabeth K.? im Juni 2014 für eine breite Berichterstattung in den deutschsprachigen Medien. Darunter zum Beispiel: Michael Hanfeld: Ein Mord, der hätte verhindert werden können. In: FAZ.net vom 5. Juni 2014; Holger Gertz: Tod durch politische Untätigkeit. In: SZ.de vom 5. Juni 2014; Jörn Lauterbach: Als Deutschland Foltertod einer Studentin hinnahm. In: Welt Online vom 1. Juni 2014; jeweils abgerufen am 2. Juni 2015
  50. Osvaldo Bayer: Colaboracionistas. In: Página 12 vom 7. Juni 2014, abgerufen am 2. Juni 2015 (spanisch)
  51. Geschichte auf der Webseite der Elisabeth-Käsemann-FBS, abgerufen am 10. Juli 2014
  52. Kuratorium Elisabeth-Käsemann-Preis (PDF), Webseite des Vereins der Freunde des Wildermuth-Gymnasiums Tübingen, abgerufen am 7. April 2015
  53. Elisabeth-Käsemann-Straße, im Stadtplan auf der Webseite der Stadt Tübingen, abgerufen am 11. Juli 2014
  54. La Comisión Pro Memorial se reunió con funcionarios alemanes, in: Info Región vom 30. Juni 2013, abgerufen am 11. Juli 2014 (spanisch)
  55. Peter Burghardt, Josef Kelnberger: Im Namen der Tante. Die deutsche Familie eines Opfers der argentinischen Diktatur gründet eine Stiftung. In: Süddeutsche Zeitung, 26. März 2015, S. 6.
  56. Vorstand und Kuratorium. Webseite der Elisabeth-Käsemann-Stiftung, abgerufen am 7. April 2015
  57. Koalition gegen Straflosigkeit - "Wahrheit und Gerechtigkeit für die deutschen Verschwundenen in Argentinien". Webseite der Organisation "Koalition gegen Straflosigkeit", eingesehen am 24. Mai 2013
  58. a b Ein Leben in Solidarität mit Lateinamerika. Elisabeth Käsemann. (PDF; 2,1 MB) Ausstellungsbroschüre, Koalition gegen Straflosigkeit, Nürnberg Mai 2007, S. 14
  59. a b Miriam Hollstein: Deutsche Justiz jagt Junta-General. Welt online, 15. Juli 2001
  60. Ein Leben in Solidarität mit Lateinamerika. Elisabeth Käsemann. (PDF; 2,1 MB) Ausstellungsbroschüre, Koalition gegen Straflosigkeit, Nürnberg Mai 2007, S. 8
  61. a b c d Jörn Lauterbach: Als Deutschland Foltertod einer Studentin hinnahm. Die Welt, 1. Juni 2014
  62. Dirty War” General Receives Fourth Life Sentence. Argentinia Independent, 11. Juli 2010
  63. Paul H. Lewis: Guerrillas and generals: the “Dirty War” in Argentina. Greenwood Publishing Group, 2002, S. 147
  64. a b Ein Leben in Solidarität mit Lateinamerika. Elisabeth Käsemann. (PDF-Datei; 2,70 MB) Ausstellungsbroschüre, Koalition gegen Straflosigkeit, Nürnberg, Mai 2007, S. 9.
  65. Konstantin Thun: Menschenrechte und Außenpolitik. Bundesrepublik Deutschland – Argentinien 1976-1983., Horlemann, 2006, ISBN 3895022209, zitiert in: Ein Leben in Solidarität mit Lateinamerika. Elisabeth Käsemann. (PDF-Datei; 2,70 MB) Ausstellungsbroschüre, Koalition gegen Straflosigkeit, Nürnberg, Mai 2007, S. 9.
  66. Wolfgang Kunath: Urteil im Käsemann-Prozess in Argentinien: Lebenslange Haft für zwei Offiziere, in: Berliner Zeitung vom 16. Juli 2011, abgerufen am 11. Juli 2014
  67. … dass du Zwei Tage schweigst unter der Folter! auf filmportal.de
  68. …dass Du zwei Tage schweigst unter der Folter (Memento vom 16. März 2010 im Internet Archive), Webseite von bewegung.taz.de