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Elie Bechara Haddad

libanesischer Erzbischof von Sidon

Elie Bechara Haddad BS, auch Elia Beshara Haddad oder Elie Béchara Haddad (* 28. Januar 1960 in Ablah (Gouvernement Bekaa), Libanon), ist der amtierende Erzbischof von Sidon der Melkitischen Griechisch-Katholischen Kirche.

Priester und GelehrterBearbeiten

Am 3. September 1983 legte Elie Bechara Haddad sein Ordensgelübde ab, er ist Angehöriger der Ordensgemeinschaft der Melkitischen Basilianer vom Heiligsten Erlöser. Nach der anschließenden Priesterausbildung wurde er am 9. Juli 1986 zum Ordenspriester der Basilianer geweiht.

Nach seiner Priesterweihe studierte er in Rom Kirchen- und Zivilrecht und promovierte 1994 an der Päpstlichen Lateranuniversität zum Dr. jur. can. Er wurde Vorsitzender des Appellationsgerichtes in der Melkitischen Griechisch-Katholischen Kirche. 1995 wurde er zum Archimandrit geweiht und zum Kanzleileiter der Patriarchal-Dependance in Raboué (Jordanien) ernannt. 1990 wurde er zum Kaplan der „Bewegung des Apostolats der Kinder“ (IMAC)[1] im Libanon berufen. Von 1990 bis 2001 war er Sekretär seines Ordens und Regens des Priesterseminars der Basilianer. Von 2001 bis 2006 lehrte er kanonisches Recht an der Sankt Joseph Universität in Beirut, der Heilige Geist Universität in Kaslik, der Sagessa Universität in Beirut und im St. Paul Institut für Theologie und Philosophie in Harissa.

Erzbischof von SidonBearbeiten

Die Synode der melkitischen Bischöfe wählte ihn am 11. Oktober 2006 zum Nachfolger von Erzbischof Georges Kwaïter. Diese Wahl wurde am 27. Januar 2007 durch Papst Benedikt XVI. bestätigt und am 24. März 2007 spendete ihm der Patriarch von Antiochien Erzbischof Gregorios III. Laham die Bischofsweihe; als Mitkonsekratoren assistierten die Erzbischöfe Georges Kwaïter und Joseph Kallas von Beirut und Jbeil.

Zur Situation im Nahen OstenBearbeiten

Erzbischof Haddad war Teilnehmer an der Sonderversammlung der Bischofssynode über den Nahen Osten in Rom[2] und bezog eine deutliche Stellung zur Lage der Christen im Libanon.

„Er sprach auf der Nahost-Synode im Vatikan von einer verstärkten Abwanderung der Christen aus dem Land, wie aus der am Donnerstag verbreiteten Rede hervorgeht. Der Verkauf von Grundstücken aus christlichem Besitz entwickele sich gegenwärtig zu einem «gefährlichen Phänomen», sagte Haddad. Dieses könne zu einer Bedrohung für die christliche Präsenz im Libanon werden, bis hin zu ihrem Verschwinden. Haddad rief die mit Rom verbundenen orientalischen Kirchen zur gegenseitigen Solidarität auf, um diese Gefahr abzuwenden. Zudem forderte der Erzbischof eine veränderte Haltung der Kirche gegenüber dem Islam, die deutlich zwischen dem Islam grundsätzlich und manchen fundamentalistischen Strömungen unterscheide. Haddad sprach sich weiter für eine nachhaltigere Form der Unterstützung für die orientalischen Kirchen aus. Diese müsse den Charakter eines Hilfsprogramms abstreifen und zu einem Entwicklungskonzept werden, um die Christen an ihre angestammten Orte zu binden und dort Arbeitsplätze zu schaffen.[3]

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WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. THE INTERNATIONAL MOVEMENT OF CHILD APOSTOLATE – (MIDADE/IMAC) (Memento vom 18. November 2008 im Webarchiv archive.today)
  2. Begegnungen am Rand der Sonderversammlung der Bischofssynode (Gruppenbild mit Erzbischof Elie Béchara Haddad) Archivlink (Memento vom 22. Februar 2011 im Internet Archive)
  3. Christentum könnte aus dem Libanon verschwinden (Memento vom 4. August 2012 im Webarchiv archive.today)