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Der Einsatzführungsbereich 3 (kurz EinsFüBer 3 oder EFB 3) mit dem zugehörigen stationären Control and Reporting Centre Sunrise (CRC) und dem verlegefähigen DCRC[1] ist ein Verband mit Regimentsstatus der deutschen Luftwaffe. Der Führungsstab des Verbands und das DCRC sind im Kasernenkomplex auf dem Fliegerhorst Holzdorf stationiert. Das stationäre CRC Sunrise mit der Bunkeranlage Harald hingegen liegt in der Gemarkung Schönewalde. Der Verband untersteht dem Zentrum Luftoperationen der Luftwaffe.

Einsatzführungsbereich 3
– EinsFüBer3 –
III
EFB3.png

Wappen des EFB 3
Aufstellung März 1991
Land Deutsche FlaggeDeutsche Flagge Deutschland
Streitkräfte Bundeswehr
Teilstreitkraft Bundeswehr Logo Luftwaffe with lettering.svg
Truppengattung Einsatzführungsdienst
Unterstellung Kommando Operative Führung Luftstreitkräfte Zentrum Luftoperationen der Luftwaffe
Garnison Schönewalde (Holzdorf)
Gegenwärtige Kommandeure
Kdr. EinsFüBer Oberstleutnant A. Springer
  • CRC „stationär“
Oberstleutnant J. Dobrindt
  • DCRC „verlegefähig“
Oberstleutnant K. Mirow
Insignien
Homepage Der EinsFüBer 3
RRP 117, AbgTZug 353 Berlin Tempelhof.
RRP 117, AbgTZug 351, Putgarten.

AuftragBearbeiten

Der Auftrag ist die kontinuierliche Luftraumüberwachung im zugewiesenen Luftraum zur frühzeitigen Erkennung einer Bedrohung aus der Luft. Diesen Auftrag erfüllt der Einsatzführungsbereich 3 am Standort Schönewalde (Brandenburg) gemeinsam mit dem Einsatzführungsbereich 2 in Erndtebrück (Nordrhein-Westfalen). Mittels eines Netzwerkes von Radargeräten werden alle Flugbewegungen erfasst und zur Identifizierung in die Luftwaffenkampfführungsanlagen (Control and Reporting Centre / CRC) weitergeleitet. Bei Bedarf werden Waffensysteme, wie z. B. Kampfflugzeuge, taktisch und zielgerichtet geführt. Der Einsatzführungsbereich 3 gliedert sich in zwei Einsatzgruppen, in die Einsatzgruppe stationär und verlegefähig.

Einsatzgruppe stationärBearbeiten

Mit der Einsatzgruppe stationär betreibt der Einsatzführungsbereich 3 in Schönewalde eine moderne Luftwaffenkampfführungsanlage. Damit leistet der Verband neben den nationalen Aufgaben auch seinen Beitrag zur integrierten NATO-Luftverteidigung in Europa. Um diesen Auftrag erfüllen zu können, sind dem Stab der Einsatzgruppe die Einsatzführungsstaffel 31 und die Einsatzunterstützungsstaffel 32 mit zwei Sensorzügen und insgesamt acht Abgesetzten Technischen Zügen unterstellt.

Lückenlose LuftraumüberwachungBearbeiten

Zum Sensorzug III in Cölpin gehören die Weitbereichsradarstationen in den Abgesetzten Technischen Zügen 351 Putgarten, 352 Cölpin, 353 Berlin Tempelhof und 356 Elmenhorst und zum Sensorzug IV in Regen die Abgesetzten Technischen Züge 354 Döbern, 355 Gleina, 357 Döbraberg und 358 Großer Arber. Sie sind die Sensoren der Luftverteidigung und haben die Aufgabe, die von den Radargeräten erfassten Flugziele mittels digitaler Datenübertragungsanlagen an das CRC Schönewalde weiterzuleiten und die Einsatzbereitschaft der jeweiligen Radargeräte, Fernmelde- und Funkanlagen im Dauerbetrieb sicherzustellen. Damit bilden sie die Grundlage zur lückenlosen Überwachung des zugewiesenen Luftraumes.

Einsatzgruppe verlegefähigBearbeiten

Der Auftrag des Einsatzführungsbereiches 3 wurde im Jahr 2002 um eine wesentliche Fähigkeit erweitert. Die zusätzliche Aufstellung einer verlegefähigen Einsatzgruppe für die Luftraumüberwachung und Führung von Waffensystemen im Rahmen des besonderen Aufgabenspektrums der Bundeswehr, das inzwischen jeden Punkt auf dem Globus umfassen kann, war zu diesem Zeitpunkt neu und zukunftsweisend zugleich. Der verlegefähige Luftwaffenführungsgefechtsstand, das Deployable Control and Reporting Centre (DCRC) mit seinen Containermodulen, versetzt die Einsatzgruppe in die Lage, an verschiedenen Einsatzorten weltweit defensive und offensive Luftoperationen bzw. Luftkriegsoperationen zu führen und zu unterstützen.

Fähigkeiten zur vernetzten OperationsführungBearbeiten

Das DCRC ist durch seinen modularen Aufbau so konzipiert, dass die einzelnen Fähigkeiten separat abgerufen und auftragsangepasst eingesetzt werden können. Eine zentrale Rolle spielt hierbei die Fähigkeit zur vernetzten Operationsführung, welche die teilstreitkraftübergreifende Führung von multinationalen Kräften und Mitteln weltweit mittels Datenverbund ermöglicht. Damit die Erfüllung des Auftrages gewährleistet ist, sind dem Stab der Einsatzgruppe die Einsatzführungsstaffel 33 und die Einsatzunterstützungsstaffel 34 unterstellt.

OrganisationBearbeiten

Kommandeure ...–2002[2][3]Bearbeiten

Dienstgrad Name Dienstzeit
Funktechnisches Bataillon 41
N.N.
Oberstleutnant Rüdiger Mätschke ?–1991
Radarführungsabteilung 34
Oberstleutnant Günther Gülzow 1991–1993
Radarführungsabteilung 25
Oberstleutnant Heinrich Groh 1993–1997
Oberstleutnant Thomas Harz 1997–2000
Oberstleutnant Dieter Beck 2000–2002

Kommandeure seit 2002[4][5]Bearbeiten

Dienstgrad Name Dienstzeit
Kommandeur Einsatzführungsbereich 3
Oberst Eckard Wiegand 2002–2006
Oberst Michael Dederichs 2006–2012
Oberst Franz Sauerborn 2012–2016
Oberst Mario Herzer 2016–2018
Oberstleutnant Andreas Springer seit 2018
Leiter Einsatzgruppe stationär + stellvertr. Kommandeur
Oberstleutnant H.J. Oestreich 2002–2004
Oberstleutnant Kurt Kreklau 2005–2009
Oberstleutnant Wiland Oerter 2009–2013
Oberstleutnant Carsten Boos 2013–2016
Oberstleutnant Mario Czybik 2016–2019
Oberstleutnant Jens Dobrindt seit 2019
Leiter Einsatzgruppe verlegefähig
Oberstleutnant Franz Sauerborn 2003–2006
Oberstleutnant J.P. Stern 2006–2009
Oberstleutnant Guido Leiwig 2009–2011
Oberstleutnant Mario Herzer 2011–2014
Oberstleutnant Stefan Lax 2014–2016
Oberstleutnant Oliver Eisenberg 2016–2018
Oberstleutnant Kai Mirow seit 2018

Unterstellte EinheitenBearbeiten

Bezeichnung Standort
Einsatzführungsstaffel 31 Schönewalde
Einsatzunterstützungsstaffel 32 Schönewalde
Sensorzug III Cölpin
Abgesetzter Technischer Zug 351 Putgarten
Abgesetzter Technischer Zug 352 Cölpin
Abgesetzter Technischer Zug 353 Tempelhof
Abgesetzter Technischer Zug 356 Elmenhorst
Sensorzug IV Regen
Abgesetzter Technischer Zug 354 Döbern
Abgesetzter Technischer Zug 355 Gleina
Abgesetzter Technischer Zug 357 Schwarzenbach a.W.
Abgesetzter Technischer Zug 358 Bayerisch Eisenstein
Einsatzführungsstaffel 33 Schönewalde
Einsatzunterstützungsstaffel 34 Schönewalde

GeschichteBearbeiten

Mit dem Baubeginn des Luftverteidigungsgefechtstandes der Nationalen Volksarmee (NVA) in der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (DDR) am 3. Oktober 1978 beginnt auch die Geschichte der Luftraumüberwachung und Jägerleitung am Standort. Seit dem 22. Oktober 1983 kontrollieren das Funktechnische Bataillon 41 und das Fliegertechnische Bataillon 1 auch in Schönewalde den Luftraum und den Flugbetrieb der DDR.

Übernahme in die Armee der EinheitBearbeiten

Mit dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland am 3. Oktober 1990 erfolgt auch die Übernahme des Bataillons 41 in die Bundeswehr. Unter nationaler Verantwortung überwachte dieses Bataillon den zugewiesenen Luftraum – vorerst mit der vorhandenen sowjetischen Technik. Unter Beibehaltung des Auftrages wurde das Funktechnische Bataillon 41 zum 31. März 1991 aufgelöst und als Radarführungsabteilung 34 zum 1. April 1991 aufgestellt.

Neues ZeitalterBearbeiten

Nach dem Abzug der russischen Truppen aus den „Fünf Neuen Ländern“ im Jahre 1994 in Umsetzung der Vereinbarungen des „2 plus 4 Vertrages“ nahm das Control and Reporting Centre Schönewalde ab dem 1. Januar 1995 seine Arbeit im Verbund der integrierten NATO-Luftverteidigung auf. Mit der NATO-Unterstellung ging die Verantwortung für die Luftverteidigung in den „Fünf Neuen Ländern“ vom Inspekteur der Luftwaffe an den NATO-Befehlshaber Europa-Mitte über. Zuvor war am 30. September 1994 die Radarführungsabteilung 34 in Radarführungsabteilung 25 umbenannt worden. Zwischen 1995 und 2000 folgten mehrfach technische Modernisierungen und Anpassungen an die Erfordernisse des Einsatzbetriebes. Neben der Einführung moderner Radarsysteme sowie einer hochwertigen Funkausstattung wurde im Zeitraum von 1997 bis 2000 der ehemalige NVA-Bunker in Schönewalde entkernt, erweitert und zu einem der modernsten Luftwaffenführungsgefechtsstände Europas ausgebaut. Im Zuge der konsequenten Ausrichtung der Bundeswehr auf die Einsätze im Ausland infolge der veränderten sicherheitspolitischen Weltlage wurde mit der Auflösung der Radarführungsabteilung 25 der heutige Einsatzführungsbereich 3 mit den Einsatzgruppen stationär und verlegefähig am 1. Oktober 2002 neu aufgestellt. Der Einsatzführungsbereich 3 kann auf eine umfangreiche Geschichte der Luftraumüberwachung und Einsatzführung am Standort Schönewalde/Holzdorf zurückblicken und setzt diese mit erweitertem Auftrag und Fähigkeitsprofil fort.

ChronikBearbeiten

Datum Ereignis
2. Oktober 1990 NVA Standort Schönewalde/ Holzdorf JG-1, Funktechnisches Bataillon 41, Funktechnische Kompanie 411 und gemeinsamer verbunkerter Gefechtsstand
3. Oktober 1990 Übernahme dieser Liegenschaften und Verbände durch die 5. Luftwaffendivision und Auflösung JG-1
31. März 1991 Auflösung Funktechnisches Bataillon 41 und Indienststellung als Radarführungsabteilung 34.
1. Januar 1994 Aufstellung der Lufttransportgruppe des Lufttransportgeschwaders 62 (LTG 62) am Standort Holzdorf/ Schönewalde.
September 1994 Auflösung Radarführungsabteilung 34 und Indienststellung als Radarführungsabteilung 25.
Januar 1995 ‘‘NATO-Assignment’’ für die Radarführungsabteilung 25.
März 1997 Umfangreiche An- und Umbaumaßnahmen am Standort, Obsoleszenzersatz der FüWES Lw sowie Revision der Gebäudeleit-. Elektro- und Fernmeldetechnik.
April – Juni 2000 Ersatz ARKONA (FüWES) durch GIADS
ab 1. Oktober 2002 Im Rahmen der „Luftwaffenstruktur 5“ wird der Einsatzführungsbereich 3 am Standort Schönewalde / Holzdorf aufgestellt.
Mai 2003 Verlegung der Heeresfliegerunterstützungsstaffel 1 an den Standort Holzdorf/ Schönewalde.
2006 Obsoleszenzersatz des veralteten ADMAR durch CIMACT
September 2008 Verleihung des Fahnenbandes des Landes Brandenburg
2010 Einrüstung RMCDE[6] und Anschluss an das MilRADNET[7] der Luftwaffe
1. Oktober 2010

Auflösung der Lufttransportgruppe des LTG 62 auf dem Fliegerhorst Holzdorf und Indienststellung Hubschraubergeschwader 64.[8][9]

Derzeitige Truppenteile und vorgesehene Planungen[10]
Derzeitige Truppenteile / Dienststellen
Einsatzführungsbereich 3 Luftwaffe
Lufttransportgruppe des Hubschraubergeschwaders 64 Luftwaffe
Sanitätsversorgungszentrum Sanitätsdienst
Bundeswehrdienstleistungszentrum Standortservice Holzdorf BAIUDBw
Vorgesehene Truppenteile / Dienststellen (Organisationsmaßnahmen)
Waffensystemunterstützungszentrum Luftwaffe
Systeminstandsetzungszentrum Drehflügler Luftwaffe
Zentrum Brandschutz Bundeswehr Feuerwache Schönewalde BAIUDBw

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. DCRC steht für: Deployable Control and Reporting Centre (DCRC)
  2. LwStr 3_und_4_1990_bis_2001 finale Version – Luftwaffe. Homepage der Luftwaffe, 9. November 2010, abgerufen am 3. März 2015.
  3. LwStr 4_2001_bis_2005 finale Version – Luftwaffe. Homepage der Luftwaffe, 9. November 2010, abgerufen am 3. März 2015.
  4. LwStr 4_2001_bis_2005 finale Version – Luftwaffe. Homepage der Luftwaffe, 9. November 2010, abgerufen am 3. März 2015.
  5. LwStr 5_2006_bis_2010 finale Version – Luftwaffe. Homepage der Luftwaffe, 9. November 2010, abgerufen am 3. März 2015.
  6. RMCDE steht für: Radar Message Conversion & Distribution Equipment und ist ein Netzknoten auf Applikationsprotokollebene für die Konvertierung, Filterung und Verteilung von Radardaten in einem Radardatennetz der zivilen Flugsicherung.
  7. MilRADNET steht für: Militärisches Radardatennetzwerk.
  8. Vom LTG zum HSG. Homepage der Luftwaffe, 11. Dezember 2009, abgerufen am 14. Februar 2010.
  9. Die Aufstellung des Hubschraubergeschwaders 64. Homepage der Luftwaffe, 30. September 2010, archiviert vom Original am 2. Oktober 2010; abgerufen am 1. Oktober 2010.
  10. Referenz: BMVg, Die Streitkräfte der Bundeswehr in Deutschland, Oktober 2011.