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Lufttransportgeschwader 63

Geschwader der deutschen Luftwaffe

Das Lufttransportgeschwader 63 (LTG 63) ist ein Geschwader der deutschen Luftwaffe, welches auf dem Fliegerhorst Hohn (ICAO-Code: ETNH) stationiert ist. Mit Auflösung des Kommandos Einsatzverbände Luftwaffe ist das LTG 63 seit dem 1. Juli 2015 dem Luftwaffentruppenkommando in Köln-Wahn unterstellt, wobei die Einsatzführung dem European Air Transport Command (EATC) obliegt. Seit Anfang 2018 ist das LTG 63 der letzte Transall-Verband der Luftwaffe mit 24 C-160D (Stand Mitte 2018).

Lufttransportgeschwader 63
— LTG 63 —
III
COA LTG 63.svg

Internes Verbandsabzeichen (Wappen)
Aufstellung 24. August 1957
Land Flag of Germany.svg Deutschland
Streitkräfte Bundeswehr
Teilstreitkraft Bundeswehr Logo Luftwaffe with lettering.svg Luftwaffe
Stärke ca. 1400 Soldaten
Unterstellung Luftwaffentruppenkommando
Standort Hugo-Junkers-Kaserne Alt Duvenstedt
Fliegerhorst Hohn
Auszeichnungen Flag of Schleswig-Holstein.svg Fahnenband
Schleswig-Holstein (1981),
Flag of Germany.svg Fahnenband
Deutschland (1997)
Führung
Kommodore Oberst Markus Kleinbauer[1]
Luftfahrzeuge
Transportflugzeug/
-hubschrauber
Transall C-160

AuftragBearbeiten

Sicherstellung des Lufttransports

  • für Luftwaffe, Heer und Marine
  • des zentral-militärischen Bereiches
  • bei Bedarf für den politisch-parlamentarischen Bereich

durch

  • Verlegelufttransport
  • Logistischen Lufttransport
  • Luftlandeoperationen
  • Transport von Verwundeten, Unfallverletzten und Kranken

Zusätzliche Sicherstellung des Lufttransports im Rahmen von

  • Lufttransportsondereinsätzen
  • Katastrophenschutz
  • Unterstützung des zivilen Luftrettungssystems
  • Fliegerische Aus- und Weiterbildung
  • Taktische Einsatzausbildung

GeschichteBearbeiten

Fliegerhorst Hohn
Lage Fliegerhorst Hohn
Koordinaten: N54° 18′ 43″ E009° 32′ 17″

Das LTG 63 wurde am 15. September 1961 zunächst auf dem Heeresflugplatz Celle aufgestellt und mit der Nord 2501 Noratlas ausgerüstet. Im September 1967 wurde der Standort nach Hohn bei Rendsburg verlegt. Die zum LTG 63 gehörende Hugo-Junkers-Kaserne liegt ca. drei Kilometer entfernt in Krummenort. In den Jahren 1968 bis 1970 wurden die Noratlas durch Transall C-160 ersetzt.

Am 9. Februar 1975 wurde das Geschwader durch ein Unglück erschüttert, als eine C-160D mit der Kennung 50+63 beim Landeanflug auf den Flughafen Chania wegen eines Navigationsfehlers und bei dichtem Schneetreiben in einen Berg flog. Keiner der 42 Insassen, neben der Besatzung waren Angehörige des Flugabwehrraketenbataillon 39 auf dem Weg zu einer Übung nach Kreta mit an Bord, überlebte das Unglück.[2]

Im Frühjahr 1993 wurden Teile des aufgelösten Hubschraubertransportgeschwader 64 (HTG 64) aus Ahlhorn in das LTG 63 eingegliedert. Dem LTG 63 standen so zusätzlich 19 Bell UH-1D zur Verfügung. Die Hubschrauber der 2. Staffel verlegten zur Ausbildung über Wasser regelmäßig nach Borkum. Im Zuge der Aufstellung des Hubschraubergeschwader 64 (HSG 64) auf dem Fliegerhorst Holzdorf wurde die 2. Staffel des LTG 63 im Dezember 2010 aufgelöst und deren Hubschrauber an den neuen Verband abgegeben.[3]

Im Frühjahr 2013 verlegten Transall des Geschwaders zur Unterstützung der französischen Opération Serval, dem Kampfeinsatz gegen Islamisten in Nordmali, nach Westafrika.[4]

Zum 1. April 2014 wurde das Lufttransportgeschwader 63 (LTG 63) zum Ausbildungsverband erklärt. Die lehrgangsbezogene praktische und theoretische Transall-Ausbildung findet jetzt auf dem Fliegerhorst Hohn statt. Die Ausbildung auf dem Transall C-160 Flugsimulator wird weiter am Fliegerhorst Wunstorf, aber unter der Verantwortung des LTG 63, durchgeführt.[5]

Stand 2011 sollten der Militärflugplatz Hohn sowie die dazugehörige, wenige Kilometer entfernte Hugo-Junkers-Kaserne in Krummenort (Alt Duvenstedt) im Jahr 2019 mit der Einstellung des Flugbetriebs mit der Transall im Zuge der Neuausrichtung der Bundeswehr vollständig aufgegeben werden.[6] Im Dezember 2015 wurde dann beschlossen, den Betrieb des Fliegerhorstes bis Ende 2021 fortzusetzen, da erst um dieses Jahr die Befähigung des Airbus A400M für den taktischen Lufttransport erwartet wird. Der Flugbetrieb der Transall wird dazu ab Ende 2017 am Standort Hohn gebündelt und das Lufttransportgeschwader 61 in Penzing aufgelöst.[7]

GliederungBearbeiten

  • Stab LTG63
    • Fliegende Gruppe (FlgGrp LTG 63)
    • Technische Gruppe (TGrp LTG 63)

KommodoreBearbeiten

Nr. Name Beginn der Berufung Ende der Berufung
1 Oberstleutnant Wilhelm Batz 15. Dezember 1961 31. Januar 1964
2 Oberst Horst Rudat 1. Februar 1964 31. März 1971
3 Oberst Dr. Heinz-Ulrich Beuther 1. April 1971 31. März 1979
4 Oberst Hubert Marquitan 1. April 1979 30. September 1980
5 Oberst Rudi Gutzeit 1. Oktober 1980 30. September 1986
6 Oberst Jürgen Reiss 1. Oktober 1986 31. März 1991
7 Oberst Joachim Mörsdorf 1. April 1991 30. September 1993
8 Oberst Hans-Otto Elger 1. Oktober 1993 31. März 1995
9 Oberst Hans-Jürgen Ochs 1. April 1995 30. September 1998
10 Oberst Hans-Jürgen Miunske 1. Oktober 1998 27. März 2003
11 Oberst Helmut Fritzsche 28. März 2003 27. März 2006
12 Oberst Manfred Merten 27. März 2006 25. Februar 2010
13 Oberst Stefan W. Neumann 25. Februar 2010 18. Juni 2012
14 Oberst Hartmut Zitzewitz 19. Juni 2012 22. Oktober 2018
15 Oberst Markus Kleinbauer 22. Oktober 2018

AuszeichnungenBearbeiten

Militärgeschichtliche Sammlung im LTG 63Bearbeiten

Mit über 400 Exponaten präsentiert das Lufttransportgeschwader 63 seine Geschichte im Hörsaalgebäude der Hugo-Junkers-Kaserne. Gezeigt wird die Entwicklung des Luftwaffengeschwaders seit dem Gründungsjahr 1961, seiner Flugzeuge und weltweiten Hilfs- und Unterstützungsflüge in Katastrophen-, Krisen- und Kriegsgebiete. Ein Teil der Ausstellung befasst sich mit der Historie rund um den Flugplatz Hohn und der deutschen Einheit seit dem Mauerfall 1989. Die Sammlung kann nach telefonischer Vereinbarung besichtigt werden.[8]

AbbildungenBearbeiten

TriviaBearbeiten

Seit Drehbeginn für die Fernsehserie Die Rettungsflieger stellte das Geschwader einen SAR Hubschrauber Typ Bell UH-1D und das entsprechende Personal. Die Verbandsabzeichen sind dort ebenfalls auf dem Hubschrauber wie auch den Uniformen der Darsteller zu sehen.

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Lufttransportgeschwader 63 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Letzter Wachwechsel beim Transall-Geschwader – Schleswig Holsteinische Landeszeitung, abgerufen am 24. Oktober 2018
  2. Tödliche Schleife. In: Der Spiegel. Nr. 8, 1975 (online). Zitat: „Indizien deuten darauf hin, daß die 42 Toten von Kreta die Opfer eines Navigations-Irrtums der Crew wurden.“
  3. Die Aufstellung des Hubschraubergeschwaders 64. Homepage der Luftwaffe, 30. September 2010, archiviert vom Original am 2. Oktober 2010; abgerufen am 1. Oktober 2010.
  4. Luftwaffe beginnt Verlegung nach Afrika. Homepage der Deutschen Luftwaffe, 15. Januar 2013, abgerufen am 15. März 2013.
  5. D. Jennert: Mekka der Transall-Piloten. Schleswig-Holsteinische Landeszeitung, 3. April 2014, abgerufen am 19. April 2014.
  6. Stationierung der Bundeswehr vom Oktober 2011
  7. LTG 63 fliegt noch bis 2021 mit Transall. Homepage der Deutschen Luftwaffe, 14. Dezember 2015, abgerufen am 30. Dezember 2015.
  8. Militärgeschichtliche Sammlung im LTG 63 auf der Seite des Kreises Rendsburg-Eckernförde