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Eduardo Mondlane

mosambikanischer Politiker, Präsident der Mosambikanischen Befreiungsfront
Eduardo Mondlane

Eduardo Chivambo Mondlane (* 20. Juni 1920 in Manjacaze, Provinz Gaza, Portugiesisch-Ostafrika; † 3. Februar 1969 in Daressalam[1][2]) war ein Ethnologe und Soziologe sowie von 1962 bis zu seiner Ermordung im Jahre 1969 Präsident der mosambikanischen Befreiungsbewegung FRELIMO.

LebenBearbeiten

Mondlane wurde als vierter von sechzehn Söhnen eines Häuptlings der Bantu-sprachigen Tsonga in Portugiesisch-Ostafrika geboren. Bis zu seinem 12. Lebensjahr war er Schafhirt. Nach mehreren Grundschulen besuchte er eine schweizerisch-presbyteranische Schule. Da ihm der Zugang zu höherer Schulbildung in Mosambik verwehrt war, besuchte er eine kirchliche Schule in Lemana in Transvaal. Dann verbrachte er ein Jahr an der Jan H. Hofmeyr School of Social Work, um sich dann an der Witwatersrand University in Johannesburg für ein Studium in Sozialwissenschaften zu immatrikulieren, wurde jedoch im August 1949[3] nach nur einem Jahr aufgrund des South African Citizenship Act der Apartheidsregierung aus Südafrika ausgewiesen.

Durch die Hilfe von evangelischen Missionaren in Mosambik erhielt er eine Stipendiumzusage des Phelps-Stokes Fund, weshalb er sofort ein Studium in den Vereinigten Staaten hätte aufnehmen können. Mondlane entschied sich jedoch zunächst nach Portugal zu gehen, wo er an der Universität Lissabon immatrikuliert wurde. Er versprach sich dadurch ein eigenes tieferes Verständnis der damaligen portugiesischen Politik und eine Verbesserung seiner Sprachfähigkeiten. Nach negativen Erfahrungen im Umgang mit ihm als Student afrikanischer Herkunft nahm er die Stipendienzusage an und verließ Portugal in Richtung USA.[4]

1951 besuchte Mondlane das Oberlin College in Oberlin (Ohio), 1953 erwarb er einen Bachelor in Ethnologie und Soziologie. Er setzte sein Studium an der Northwestern University in Evanston (Illinois) fort und erwarb dort einen Master. Seinen Doktorgrad (Ph.D.) der Anthropologie erhielt er in Harvard.[4]

Mondlane heiratete Janet Rae Johnson aus Indiana und lebte in Chicago. Beide hatten sich fünf Jahre zuvor in einem christlichen Sommerferienlager kennengelernt. Seit 1963 lebten beide mit ihren drei Kindern Eduardo Jr., Chude und Nyeleti in Daressalam.[4]

Im Jahre 1957 wurde Mondlane bei den Vereinten Nationen ein Forschungsmitarbeiter im Trusteeship Department. Während dieser Zeit reiste er häufig nach Afrika, um in mehreren Ländern ökonomische, politische und soziale Entwicklungen zu dokumentieren. Im Verlaufe seines Besuchs 1961 in Mosambik sollte er eine führende Rolle bei der politischen Umgestaltung seines Landes aufnehmen, was ihm jedoch durch die UN-Reglements untersagt war. Noch im selben Jahr nach seiner Rückkehr in die Vereinigten Staaten folgte Mondlane einem Ruf an die Syracuse University als assistant professor für Anthropologie. Seine Tätigkeit an dieser Universität war mit der Entwicklung eines East African Studies Program (deutsch etwa: „Forschungsprogramm Ostafrika“) verbunden.[4]

1962 wurde Mondlane zum Präsidenten der neu gegründeten mosambikanischen Befreiungsfront Frente da Libertação de Moçambique (FRELIMO) gewählt. Aus diesem Grund beendete er seine Universitätskarriere in Syracuse zu Beginn des Jahres 1963. Unter seiner Leitung entstand 1963 das Hauptquartier der FRELIMO außerhalb von Mosambik in Dar es Salaam, Tansania. Unterstützt sowohl vom Westen als auch der UdSSR begann die FRELIMO 1964 einen Guerillakrieg mit dem Ziel der Unabhängigkeit Mosambiks von Portugal. 1969 starb Mondlane bei der Explosion einer Briefbombe.[5]

Mondlane wurde 1969 ein Staatsbegräbnis zuteil, das seine ehemaligen Oberlin-Kommilitonen gestalteten. Sein Freund Reverend Edward Hawley betonte während der Feierlichkeiten, dass Mondlane „sein Leben gab für die Wahrheit, dass der Mensch für die Würde und Selbstbestimmung geschaffen ist“.

Anfang der 1970er Jahre hatte die 7000 Mann starke FRELIMO-Armee einen beträchtlichen Teil Zentral- und Nordmosambiks unter Kontrolle und stand einer portugiesischen Armee von 60.000 Mann gegenüber. 1975 vereinbarten Portugal und die FRELIMO die Unabhängigkeit Mosambiks, die im Juni in Kraft trat. Als danach ein marxistischer Einparteienstaat in der Hauptstadt Maputo ausgerufen wurde, folgte ein Staatsstreich. Die Situation verschlechterte sich zusehends, und das Land versank in einen Bürgerkrieg zwischen FRELIMO und RENAMO, der erst 1992 beendet wurde.

EhrungBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. South African History Online: Eduardo Mondlane, president of FRELIMO, dies. auf www.sahistory.org.za (englisch)
  2. South African History Online: Eduardo Mondlane. auf www.sahistory.org.za (englisch)
  3. SAIRR: A Survey of Race Relations 1948-1949. [Johannesburg] [1949], S. 65
  4. a b c d Albert J. McQueen: In memory of Eduardo Chivambo Mondlane '53. auf www2.oberlin.edu (englisch)
  5. Secret Warfare: Operation Gladio and NATO's Stay-Behind Armies. In: Parallel History Project. Abgerufen am 25. Mai 2017.
  6. Oberlin College: Eduardo Chivambo Mondlane Scholarship@1@2Vorlage:Toter Link/new.oberlin.edu (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.. auf www.new.oberlin.edu (englisch)

LiteraturBearbeiten

  • José Manuel Duarte de Jesus: Edoardo Mondlane - Um homem a abater. Ediçoes Almedina, 2010. ISBN 978-972-40-4025-7