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Die Dorfkirche Warchau von Nordwesten

Die Dorfkirche Warchau ist eine mittelalterliche Feldsteinkirche im zur Gemeinde Rosenau gehörenden Ortsteil Warchau. Die Saalkirche ist als Baudenkmal ausgewiesen und gehört zum Pfarramt Wusterwitz des Evangelischen Kirchenkreises Elbe-Fläming der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.[1][2]

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Der Beginn des Baus der romanischen Dorfkirche Warchau ist wahrscheinlich ins 12. Jahrhundert zu datieren, wobei sie in zwei Bauabschnitten errichtet wurde. Älteste Teile sind eine halbrunde Apsis, der Chor und östliche Bereich des Kirchenschiffs mit dem Triumphbogen. Später wurde das Schiff angebaut. In ihren äußeren Abmessungen entspricht die Kirche etwa der Dorfkirche im benachbarten Gollwitz. Die Kirche war in der Folge mehreren baulichen Veränderungen unterworfen. So wurde das originale Westportal zugesetzt und für die Dorfgemeinde ein gotisches Portal auf der Nordseite des Kirchenschiffs eingearbeitet. Auch die Kirchenfenster wurden verschiedentlich umgebaut und vergrößert. Eine Kanzel wurde 1720 von der Patronatsfamilie von Schildt gestiftet. 1727 wurde dem Schiff ein Fachwerkturm aufgesetzt. Bei einem Blitzeinschlag in den Kirchturm 1893 wurden Turmuhr und Kirchenorgel zerstört. Im Oktober 1921 erfolgte eine umfassende Renovierung der Kirche. Dabei wurde der Turm neu verputzt und die Dächer wurden ausgebessert. Zur Finanzierung der Baumaßnahmen wurde ein Kredit von 5000 Reichsmark aufgenommen. Weitere 1000 Reichsmark gab die Familie von Britzke, die Besitzer des ehemaligen Rittergutes zu. 1974 wurden bei einem Einbruch ein großer Teil des Kirchenschatzes gestohlen und ist seither nicht wieder aufgetaucht. Ab dem Jahr 1998 erfolgten wiederum umfangreiche Restaurierungsarbeiten. Bei diesen wurden Holzschutzmaßnahmen und statische Sicherungsmaßnahmen durchgeführt und Risse im Bauwerk verschlossen. Dächer und die Apsis wurden repariert.[3]

BauwerkBearbeiten

 
Bleiverglasungen in der Warchauer Kirche

Kirchenschiff, Chor und Apsis sind aus Feldsteinen gemauert. Ursprünglich existierten im Schiff sowohl auf der Nord-, als auch auf der Südseite jeweils vier kleine Rundbogenfenster. Die Rundbogenfenster auf der Nordseite sind mit Ziegelsteinen ummauert. Das westlichste wurde mit Feldsteinen zugesetzt. Auf der Südseite existiert nur noch eins der wohl ursprünglichen Rundbogenfenster, das westlichste. Die anderen drei wurden nach außen zu Rechteckfenstern, ins Kircheninnere korbbogig umgestaltet. Die Rechteckfenster sind mit verputzten Faschen umrandet. Ein rundbogiges originales Westportal wurde mit Feldsteinen zugesetzt und statt seiner auf der Nordseite ein mit Ziegelsteinen gemauertes Stufenportal eingearbeitet. Das Portal ist spitzbogig gestaltet. Auffällig ist, dass die einflügelige Tür jedoch rundbogig ist und nur etwa die Hälfte der Fläche des Portals einnimmt. Die Restfläche ist mit teilweise verputztem Mauerwerk gefüllt. Ob es sich bei der Rundbogentür im spitzbogigen Portal um die Originaltür des Westportals handelt, ist unklar. Im östlichen Bereich der nördlichen und südlichen Außenwand des Schiffes ist deutlich eine Baunaht zu erkennen.

Der Chor hat zu beiden Seiten jeweils zwei Fensteröffnungen. Ein Rundbogenfenster findet sich nur noch auf der Nordseite. Die drei anderen wurden wie auch die Fenster des Schiffs nach außen zu Rechteck-, nach innen zu Korbbogenfenstern verändert. Im nordwestlichen befindet sich eine farbige Bleiverglasung, welche Christus zeigt. An den Chor schließt sich die halbrunde Apsis an. Diese hat drei rundbogige Fensteröffnungen.

Der Kirchturm wurde nachträglich in Form eines Giebelreiters dem Kirchenschiff aufgesetzt. Er ist in Fachwerk gestaltet. Dieses liegt nach Norden, Osten und Süden frei, während es nach Westen verputzt wurde. Schallöffnungen für das Geläut gibt es in allen vier Himmelsrichtungen. Eine Turmuhr existiert nicht. Die Turmspitze bilden eine Turmkugel und eine Wetterfahne.

Die Dächer der Kirche sind mit roten Biberschwänzen eingedeckt. Schiff und Chor haben jeweils ein Satteldach, während das der Apsis ein halbes Kegeldach ist. Der Turm verfügt über ein Zeltdach. Das Zeltdach und die westliche Hälfte des Satteldachs des Kirchenschiffs sind neu eingedeckt.

InnenausstattungBearbeiten

 
Blick vom Schiff in den Chor

Holzbalkendecken in Schiff und Chor sind schlicht gestaltet. Im rundbogigen Triumphbogen befindet sich eine hölzerne Kanzel. Der geschnitzte polygonale Korb der Kanzel wird von einer Mosesfigur getragen. Am Aufgang zur Kanzel befindet sich ein Monogramm der Stifter Heinrich von Schildt und seiner Ehefrau Juliane Rosimunde, geborene von Britzke. Die Westempore wurde 1727 errichtet und im 19. Jahrhundert verändert. Auf der Empore befindet sich ein kleines defektes Harmonium. An den Wänden sind an verschiedenen Stellen Reste alter Wandmalerei zu erkennen. Diese wurden teilweise im 19. Jahrhundert erweitert.

Der Altaraufsatz stammt aus der Zeit um 1900 und zeigt zentral ein großes Kruzifix. An der Nordwand des Schiffs befindet sich ein hölzernes Epitaph für die 1716 verstorbene Maria von Britzke, Ehefrau des Gutsbesitzers Matthias von Schild. Das Epitaph ist ein Gemälde, welches die Verstorbene, ihren Mann kniend und ein gemeinsames Kind vor einer Kreuzigungsszene zeigt.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Dorfkirche Warchau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Pfarramt Wusterwitz. Eingesehen am 13. Juli 2015.
  2. Denkmalliste Potsdam-Mittelmark (Memento des Originals vom 6. Januar 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bldam-brandenburg.de (PDF; 21 kB). Eingesehen am 24. Dezember 2013.
  3. Warchau (Ev. Dorfkirche). Eingesehen am 12. August 2015.

Koordinaten: 52° 21′ 37,55″ N, 12° 20′ 44,27″ O