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Datsun DB
Produktionszeitraum: 1948–1954
Klasse: Kleinwagen
Karosserieversionen: Limousine, Kombi, Kastenwagen
Vorgängermodell: Nissan 70
Nachfolgemodell: Nissan A50

Im März 1948 stellte Datsun die Datsun DB Baureihe erstmals vor. Es war die erste modern aussehende japanische Pkw-Neuentwicklung seit dem Zweiten Weltkrieg und damals in der oberen Mittelklasse angesiedelt. Bis Ende 1954 wurde die DB-Reihe, ab 1949 offiziell als Datsun deLuxe vermarktet, ständig modernisiert produziert, und durch den auf einem Austin Motors basierenden Nissan A50 ersetzt.

Datsun DB/Datsun deLuxe DB-2 (1948–1950)Bearbeiten

DB/Datsun deLuxe (DB-2)

Crosley CC

Produktionszeitraum: 1948–1950
Karosserieversionen: Limousine, Kombi
Motoren: Ottomotor:
0,72 Liter (11,8 kW)
Länge: 3150 mm
Breite: 1330 mm
Höhe: 1570 mm
Radstand: 2006 mm
Leergewicht: 520 kg

Der Datsun DB erschien 1948 mit einer modernen aerodynamisch gestalteten Form. Besonders hervor stachen der zweigeteilte Kühlergrill und eine durchgehende Sicke auf der Motorhaube. Das Design stammte aber nur bedingt von Datsun, denn es handelte sich beim DB im Grunde um eine Kopie des 1947er Crosley CC. Der US-amerikanische Automobilhersteller Crosley Motors, von Powel Crosley 1939 gegründet, präsentierte 1947 ein sehr markant gestaltetes neues Modell mit zwei Kühlergrillöffnungen. Es ist nicht überliefert, wann und wie Datsun eines oder mehrere Modelle des neuen Crosley CC erlangte, um das Design zu kopieren. Wahrscheinlich ist aber das dies dadurch gelang, da nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges noch US-Besatzungstruppen in Japan stationiert waren und amerikanische Fahrzeuge importierten. Obwohl keine Karosserieteile gleich waren, ist es offensichtlich, dass der Datsun DB eine Kopie war. Die einzigen signifikante Unterschiede waren das Design des Kühlergrill, der Motorhaube und die Länge der Windschutzscheibe. Diese war kürzer beim Datsun DB, weil ein größerer Motorraum benötigt wurde, um den Datsun-Typ-7-Motor unterzubringen. Außerdem hatte die Windschutzscheibe eine rechteckige Form mit rechtwinkligen Ecken. Beim Crosley CC waren die Ecken der Scheibe abgerundet. Der Seitenventilmotor stammte aus der Vorkriegszeit. Er hatte 722 cm³ und 15 PS und war in den meisten Datsun–Modellen ab 1935 verwendet worden. Im DB übertrug die Leistung ein Dreigang-Schaltgetriebe.

Obwohl Powel Crosley Datsun wissen ließ, dass er nicht glücklich über die ganze Sache sei, leitete er keine rechtliche Schritte ein. Gründe hierfür dürften gewesen sein, dass Crosley mit seiner eigenen Autofirma in ernsten finanziellen Schwierigkeiten war. Des Weiteren bestand nicht die Gefahr, dass die Datsun-Modelle außerhalb Japans in den Handel kamen. Überdies waren die USA sehr daran interessiert, die japanische Wirtschaft wieder auf Kurs zu bringen und hatten wohl auch ein Interesse daran, dass der Nissan-Konzern während der Konsolidierungsphase nach Kriegsende nicht noch finanzielle Belastungen einginge. 1949 änderte Datsun aber das Design des DB etwas, um ihn weniger wie den Crosley CC aussehen zu lassen, zum Datsun DB-2.

Datsun deLuxe DB-2 1949–1950Bearbeiten

Der 1949 in den Handel kommende DB-2 war technisch unverändert zum DB. Ab sofort bis zum Produktionsende 1954 wurde die Modellreihe als Datsun deLuxe vermarktet. Nunmehr hatte Datsun das Design geändert. Der DB-2 hatte stattdessen nun einen subtilen Bug durch die Mitte der Motorhaube und eine völlig flache Front. Der Kühlergrill war nun aus einem Stück mit sechs dünnen horizontalen Balken und reichte fast über die gesamte Breite des Autos. 1950 gab es eine leichte Veränderung bei der Gestaltung des Kühlergrills, den nun statt sechs dünne horizontale Balken fünf horizontale Stangen unterteilten. Die oberen mittleren und unteren Balken waren viel dicker als zuvor. Über dem Kühlergrill war nun eine Halterung für das Nummernschild befestigt. Außer der zweitürigen Limousine wurde auch eine Kombi-Version des DB-2 gebaut (Intern DW-2). Wie zeitgenössische amerikanische sogenannte Woody-Wagon hatte er Seitenteile aus Holz. Im Nissan-Konzern war dies bis heute der einzige „Woody“.

AntriebBearbeiten

  • 4-Zylinder-Seitenventil-Ottomotor
  • 722 cm³ Hubraum
  • Bohrung & Hub: 55 × 75 mm
  • Leistung: 15 PS bei 3500/min
  • Verdichtung: 6,2 : 1
  • 3-Gang-Schaltgetriebe

Datsun deLuxe DB-4, DB-5, DB-6 (1951–1954)Bearbeiten

Datsun deLuxe DB-4, DB-5, DB-6

Datsun deLuxe DB-4

Produktionszeitraum: 1951–1954
Karosserieversionen: Limousine, Kombi, Kastenwagen
Motoren: Ottomotoren:
0,72–0,86 Liter
(11,8–18,4 kW)
Länge: 3805 mm
Breite: 1480 mm
Höhe: 1560 mm
Radstand: 2150 mm
Leergewicht: 890 kg

Der Datsun deLuxe DB-4 ersetzte 1951 den Vorgänger DB-2. Nunmehr war das Modell eine viertürige Limousine. Die DB-4 Serie hatte ein etwas längeres Chassis als der DB-2 um mehr Platz für die viertürige Karosserie zu haben. Die Front blieb bis auf den Kühlergrill unverändert, ab der Frontscheibe war aber alles neu gestaltet. Diese war nun anders geformt und hatte nun abgerundete Kanten. Die Heckscheibe war relativ schmal, bei den späteren DB-5- und DB-6-Modellen wurde sie breiter gestaltet und reichte um die hinteren Säulen herum. Der Kühlergrill bestand statt einem Satz aus verchromten horizontalen Balken aus einem gedruckten Stahlgitter in der gleichen Farbe wie die Karosserie lackiert. Oberhalb des Kühlergrill war nun ein breiter Chrom und ein rot lackierter Streifen angebracht, zwischen denen der Schriftzug Datsun angebracht war. Darüber war ein großes rundes D angebracht. Weiterhin kam der 722 cm³ Seitenventilmotor zum Einsatz, mit nun 16 PS, und ein Dreigang–Schaltgetriebe. Neben der viertürigen Limousine DB-4 gab es auch wieder eine Kombi-Version mit nun fünf Türen (Intern DW-4), sowie einen dreitürigen Lieferwagen auf Basis des Kombi als Kastenwagen oder mit Seitenscheiben.

AntriebBearbeiten

  • 4-Zylinder-Seitenventil-Ottomotor
  • 722 cm³ Hubraum
  • Bohrung & Hub. 55 × 75 mm
  • Leistung: 16 PS bei 3500/min
  • Verdichtung: 6,2 : 1
  • 3-Gang-Schaltgetriebe

Datsun deLuxe DB-5 (1953–1954)Bearbeiten

1953 löste die Serie DB-5 die DB-4-Modelle ab. Die Karosserie und Karosserievarianten blieben gleich. Geändert wurde der Bereich über dem Kühlergrill. Auf dem DB-4 war hier, zwischen den Scheinwerfern, eine Tafel angebracht mit einem großen runden D-Emblem. Beim DB-5 bestand dieser Bereich nun aus zwei quadratischen Lufteinlässen mit dem D-Emblem in der Mitte überquert durch zwei horizontale Chromleisten. Die größte Veränderung war jedoch der Motor. Der DB-5 erhielt den ersten komplett neu konstruierten Datsun Motor seit dem Krieg. Der Datsun D-10 war jedoch im Wesentlichen eine vergrößerte Version des D-7. Ebenfalls als Seitenventilmotor hatte er 860 cm³ Hubraum und leistete 25 PS. Die Höchstgeschwindigkeit stieg auf 78 km/h. Ende 1953 wurde die Heckscheibe enorm vergrößert und die vorderen Seitenblinker wanderten von den Kotflügeln neben die Luftklappe vor der Windschutzscheibe an die A-Säulen.

Datsun deLuxe DB-6 (1954)Bearbeiten

1954 wurde die DB-6 Reihe eingeführt. Einzig die viertürige Limousinenversion war nun noch verfügbar. Der einzige Unterschied zum DB-5 bestand in der Kraftübertragung. Statt einem Dreigang- wurde nun ein Viergang-Schaltgetriebe verbaut. Bereits im Dezember 1954 wurde die Produktion zugunsten des auf einem Austin Motors basierenden eingestellt.

AntriebBearbeiten

  • 4-Zylinder-Seitenventil-Ottomotor
  • 860 cm³ Hubraum
  • Bohrung & Hub: 60 × 75 mm
  • Leistung: 25 PS bei 3600/min
  • Verdichtung: 6,6 : 1
  • Vergaser: Hitachi VA26-1
  • 3-Gang-Schaltgetriebe (DB-5)
  • Achsantrieb: 6,5 : 1
  • Höchstgeschwindigkeit: 78 km/h
  • 4-Gang-Schaltgetriebe (DB-6)
  • Achsantrieb: 6,43 : 1

WeblinksBearbeiten