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Das Spukschloß im Spessart

Film von Kurt Hoffmann (1960)

Das Spukschloß im Spessart ist eine deutsche Filmkomödie des Regisseurs Kurt Hoffmann aus dem Jahr 1960. Liselotte Pulver spielt, wie schon in dem Vorgängerfilm Das Wirtshaus im Spessart, die Hauptrolle. Der männliche Hauptpart ist mit Heinz Baumann besetzt.

Filmdaten
OriginaltitelDas Spukschloß im Spessart
Das Spukschloss im Spessart Logo 001.svg
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr1960
Länge97 Minuten
AltersfreigabeFSK 6
Stab
RegieKurt Hoffmann
DrehbuchGünter Neumann
Heinz Pauck
ProduktionGeorg Witt
MusikFriedrich Hollaender
Olaf Bienert
Alfred Strasser
KameraGünther Anders
SchnittHilwa von Boro
Besetzung
Schloss Oelber in Niedersachsen diente als Schlosskulisse für die Außenaufnahmen

Im Verleihmaterial wurde der Film als „Grusical“ bezeichnet. 13 Musiktitel im Film werden von den Schauspielern gesungen, darunter der wohl bekannteste „Für Sie tun wir alles“.

Inhaltsverzeichnis

HandlungBearbeiten

Den Räubern im Spessart ist es schlecht ergangen. Sie wurden im Keller des Wirtshauses im Spessart lebendig eingemauert. Erst in der Bundesrepublik der Wirtschaftswunderzeit wird die Wirtshausruine abgerissen, weil eine Autobahn durch den Spessart gebaut werden soll. Ironischerweise entsteht genau am Platz des Wirtshauses ein neues „Wirtshaus für Reisende“; die Autobahnraststätte „Spessart“. Den Geistern der Räuber gelingt es so zu entkommen, und sie suchen Zuflucht in einem Schloss in der Nähe, in dem die junge Gräfin Charlotte von Sandau lebt. Die Geister können erst erlöst werden, wenn jeder von ihnen eine gute Tat begangen hat.

Die Wirtschaftslage des Schlosses ist desolat, und die Gräfin Charlotte steht kurz vor der Pleite. In dieser Situation erscheint Oberregierungsrat von Teckel, ein Nachfahre des Polizeimajors von Teckel, welcher einst die Räuber gefangen genommen hatte. Er macht der Gräfin den Vorschlag, kraft seines Bonner Amtes einen ausländischen Staatsgast im Schloss unterzubringen, den Prinzen Kalaka aus Celebresien. Gleichzeitig spioniert im Schloss der Sohn eines Bauunternehmers herum, der das Schloss in ein Luxushotel umbauen will.

Als die Geister den Schmuck des Prinzen stehlen, wird die Gräfin Charlotte als Diebin verhaftet und die Geister müssen, um sie freizubekommen, die Obrigkeit von ihrer Existenz überzeugen. Dieses gelingt, und zum Schluss helfen die Geister Charlotte noch aus ihrer finanziellen Klemme, indem sie gegen ein üppiges Honorar als Astronauten für die Amerikaner gegen die Sowjets am Wettlauf zum Mond teilnehmen.

HintergrundBearbeiten

Die Handlung knüpft lose an den Film Das Wirtshaus im Spessart an, der 1958, ebenfalls unter Hoffmanns Regie, gedreht wurde. Als Regieassistent arbeitete auch der spätere Fernsehregisseur Rainer Erler am Film mit.

Gedreht wurde vom 23. Juni bis Ende September 1960. Die Innenaufnahmen entstanden im Bavaria-Atelier in München-Geiselgasteig, die Außenaufnahmen in Miltenberg, Aschaffenburg, Bonn, München und San Remo.[1] Wegen seines malerischen Aussehens diente als Schlosskulisse das Schloss Oelber in Oelber am weißen Wege in Niedersachsen.

Während der Vorbereitung zu den Dreharbeiten verstarb der Schauspieler Wolfgang Müller als Flugschüler bei einem Flugzeugabsturz in der Schweiz. Sein Teamspieler Wolfgang Neuss (die beiden Wolfgangs) wurde von den Dreharbeiten zu diesem Film entlassen. Die beiden hatten in Das Wirtshaus im Spessart das Räubergespann Knoll und Funzel gespielt. Das Spukschloß im Spessart wurde am 15. Dezember 1960 im Gloria-Palast in Berlin uraufgeführt.

Eine weitere Fortsetzung drehte Kurt Hoffmann 1967 unter dem Titel Herrliche Zeiten im Spessart. 2010 wurde der Fernsehfilm Im Spessart sind die Geister los gezeigt, der thematisch an Das Spukschloß im Spessart angelehnt ist.

KritikBearbeiten

„Originelle Gruselkomödie mit satirischen Untertönen.“

Heyne Filmlexikon, 1993

„Ein Grusical: bezaubernde Spukgeschichte und kecke, aber liebenswürdige Zeitkritik mit kabarettistischen Höhepunkten.“

„Das einfallsreich inszenierte ‚Grusical‘ steht über dem Durchschnitt bundesdeutscher Lustspiele jener Jahre und schwingt sich manchmal sogar zur Satire auf: auch eine kabarettistische ‚Bonn-Parodie‘ ist dabei.“

AuszeichnungenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. CineGraph – Lexikon zum deutschsprachigen FilmKurt Hoffmann
  2. Das Spukschloß im Spessart. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 2. März 2017.