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Cyrus Overbeck (* 1. Juni 1970 in Duisburg) ist ein deutscher Künstler.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

 
Die von den Brüdern Arnold und Wilhelm Overbeck eingerichtete „Alte Brotfabrik“ in der Duisburger Arnold-Overbeck-Straße 58, in der Cyrus Overbeck sein erstes Atelier bezog

Cyrus Overbeck verlebte seine Kindheit als Sohn eines persischen Vaters und seiner deutschen Mutter[1] bis 1979 in Teheran.

1986 begann er mit seinem ersten Atelier in der stillgelegten Brotfabrik des Großvaters in der Arnold-Overbeck-Straße 58 in Duisburg, die mittlerweile unter Denkmalschutz steht.[2] 1988 schaffte er sich die erste eigene Radierpresse an. Im Jahre 1989 erlangte er in Duisburg sein Abitur. Ab 1990 arbeitete er auf Haus Esselt im Pankok-Museum (Hünxe-Drevenack, Niederrhein). Von 1990 bis 1995 schloss er ein Lehramtsstudium Sekundarstufe I und II an. Seit 1995 arbeitet Cyrus Overbeck freischaffend in seinem Atelier in den stillgelegten Räumen der Alten Brotfabrik, Duisburg-Beeck. Bis 1997 war er auf großformatige Radierungen und Holzschnitte spezialisiert.

Von 1997 bis 1999 hatte er einen Lehrauftrag für Druckgraphik an der Universität Duisburg. Im Anschluss folgten bis 2001 Aufenthalte in Carlsbad (Kalifornien).

 
Das denkmalgeschützte „Becker-Haus“ in Esens, 2003 von Overbeck erworben und als Atelier genutzt

Im Jahre 2000 eröffnete Cyrus Overbeck Ateliers in Neulouisendorf bei Kalkar und in Dornum (Norddeutschland), in welchen eine Vielzahl großformatiger Landschaftsradierungen und Holzschnitten entstanden. 2003 erwarb Cyrus Overbeck das Bürgermeister-Becker-Haus in Esens (Norddeutschland) und baute dies zu einem Atelier um. Von 2004 bis 2007 arbeitete er als Lehrer für die Fächer Deutsch, Ev. Theologie, Kunst und Geschichte am Niedersächsischen Internatsgymnasium, der Haupt- und Realschule Westerholt, und der Carl-Gittermann-Realschule in Esens.

Im Jahre 2007 folgte ein Aufenthalt in New York, „City and Ornaments“, bei dem kleinformatige Ölgemälde und Aquarelle entstanden. Seit 2010 kooperiert Cyrus Overbeck mit dem Forschungsschwerpunkt Medienkonvergenz der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz (Prof. Christian-Friedrich Vahl). 2011 eröffnete er sein offenes Atelier in der Mainzer Neustadt (Adam-Karrillon-Straße 4). Es folgte eine akademische Auseinandersetzung mit dem Thema Künstler und Kulturindustrie. Hierdurch erfolgten multiple Medienpräsenzen in Radio, Fernsehen und Print-Medien. 2013 wurde das Atelier in Düsseldorf-Flingern (Hermannstraße 38) eröffnet. Im Jahre 2013 wurde mit dem Bau der neuen Radierpresse begonnen, auf der Formate bis 240 cm Länge gedruckt werden können. 2018 wurde Overbeck in die Jury des Gutenberg-Museums Mainz berufen.[3]

Bis 2021 wird im Hafen von Neuharlingersiel eine überlebensgroße Bronze von Mathilde und Georg von Eucken-Addenhausen durch Overbeck geschaffen.[4][5]

WerkeBearbeiten

  • 1990 erste Bronzen zu Gottfried Benn, Mann und Frau gehen durch die Krebsbaracke, Guß Schmäcke, Düsseldorf
  • 1999 Krippe (drei Holzskulpturen) für die Lichtenplatzer Kapelle in Wuppertal
  • 2000 Druck des Holzschnittzyklus Fluss der Asche bei Konrad Stüven (Drucker von Joseph Beuys, Goch)
  • 2000 Eine Passion, großformatiger Lithozyklus
  • 2000 Entstehung des lithographischen Zyklus Saxa Loquuntur; Druck in der Werkstatt von Jürgen Zeidler und Angela Schröder in Bergsdorf
  • 2002 Naked Women and Dogs, Bronzen; Guß Schmäcke, Düsseldorf
  • 2010: Haus ohne Hüter, Öl und Acryl auf Leinwand
  • 2012: Umsetzung des Wächterthemas im Zyklus Women, Dogs and Ornaments; Entstehung von Bleistiftzeichnungen, geschabten Aquatinta-Radierungen, Holzschnitten, Aquarellen, Ölgemälden und Bronzen im Duisburger und Norddeutschen Atelier
  • 2012: Transformation der Landschaft Hodlers, Auseinandersetzung mit der Farbe und Form der in der Landschaft (Ölgemälde und Radierungen)
  • 2013: Fortführung der Hodlerrezeption, weitere Auseinandersetzung mit dem Ornament in der Kunst, Künstlerische Umsetzung in der Radierung, Lithographie, Holzschnitt, Bronze und Öl. Eingebunden in den Forschungsschwerpunkt Medienkonvergenz der Universität Mainz (C.-F. Vahl)
  • 2013: Bronzen zu dem Thema der archetypischen Gefühlsrezeption im Raum (Guß Schmäcke und Ara Guß), ebenso künstlerische Auseinandersetzung: der Mensch im ornamentalen Raum, Dialog von Umwelt-Umfeld im Bezug zur Transformation des Einzelnen in einer kulturell divergenten Gesellschaft, das verschmelzende Ornament als Ausdrucksträger von Assimilation Integration und Irritation
  • 2013: großformatige Radierung
  • 2013: Umsetzung des Ornaments in der Lithographie, Bergsdorf (Saalpresse, Angela Schröder, Jürgen Zeidler)
  • Der Hermaphrodit (Großformatige Bronze), Integration, Ablehnung und Akzeptanz, in der künstlerischen Auseinandersetzung mit sexueller Abweichung von der Norm, als Stellvertreterin kultureller Divergenz
  • 2017: Der Flügelschlag eines Schmetterlings. Neue Bronzen und Holzschnitte. Sendung im SWR am 21. Januar 2018[6]

Arbeiten in Museen und SammlungenBearbeiten

Teilnehmer bei der Großen Kunstausstellung NRW Düsseldorf 2001 im Museum Kunstpalast.[7]

Gruppenausstellung des Lehmbruck-Museums 1997. 75 Jahre Duisburger Künstlerbund. Vorwort des Ausstellungskatalogs von Alfred M. Fischer, Direktor der grafischen Sammlung Museum Ludwig Köln. Fischer nennt Overbeck in direkter Nachfolge von Joseph Beuys.[8]

Buchveröffentlichungen (Auswahl)Bearbeiten

AuszeichnungenBearbeiten

2014 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste mit Sitz in Salzburg in der Klasse III „Künste“ gewählt.[10][11]

LiteraturBearbeiten

  • Jochen Streiter: Die Krippe der Lichtenplatzer Kapelle. Vier Predigten, Wuppertal 2003
  • Overbeck, Cyrus. In: Kürschners Handbuch der Bildenden Künstler. Deutschland, Österreich, Schweiz. Band 2 M.L., Saur Verlag, München 2007.
  • Birgit Lehr: Den „Wahnsinn“ trage ich in mir. Cyrus Overbeck: ein Künstler zwischen New York, Duisburg, Esens und jetzt auch Mainz. In: Mainz – Vierteljahreshefte für Kultur, Politik, Wirtschaft, Geschichte. 31 (2011), 1, S. 96–101.[12]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten