Christoph Abraham Walther

deutscher Bildhauer

Christoph Abraham Walther (* um 1625 in Dresden; † 22. August 1680 (Begräbnistag) ebenda) war ein deutscher Bildhauer des Barocks.

LebenBearbeiten

Er entstammt der Künstlerfamilie Walther und war das letzte Kind des Bildhauers Sebastian Walther. Von seinen 13 Schwestern waren Viktoria und Marie Sophia mit den Bildhauern Zacharias Hegewald (1596–1639) bzw. Johann Georg Kretzschmar (1612–1653) verheiratet. In Dresden aufgewachsen, erlernte er das Bildhauerhandwerk in der Familienbildhauerwerkstatt in der Terrassenstraße 12 und arbeitete seit seiner frühen Jugend an den Werken der Familie mit.

Seine erste große selbstständige Arbeit war die Vollendung des Reliefs Mannesstand auf der Empore der (alten) Frauenkirche nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1645. Im Jahr 1648 begab er sich auf Wanderschaft und arbeitete in Ulm beim Elfenbein- und Holzschnitzer David Heschler (um 1610 bis 1667). Dort begegnete er dem ebenfalls aus Dresden stammenden Bildhauer Melichor Barthel (1625 bis 1672). In Ulm heiratete er die Tochter des Bildhauers Heinrich Wilhelm und übernahm nach dessen Ableben die Werkstatt. Um 1653 wieder in Dresden, waren seine nächsten Werke der figürliche Schmuck des Justitia-Brunnens am Altmarkt.

Im Jahr 1655 begab er sich erneut auf Wanderschaft und arbeitete in Regensburg. In der Heimat seiner Frau kaufte er einen Steinbruch und nutzte ihn für seine Arbeiten. Dort fertigte er in seiner Werkstatt unter anderem für die Benediktiner-Stiftskirche in Lambach die Nischenstatuen für den Innenraum an. Wenig später erhielt er vom sächsischen Kurfürst Johann Georg II. den Auftrag, für 100 Gulden ein Kruzifix für die Dresdner Elbbrücke (nachmalige Augustusbrücke) zu fertigen. Im März war das Werk fertig und er brachte es am 6. Juli 1658 selbst nach Dresden. Dort wurde es aufgestellt, nachdem zuvor eine Form für einen Abguss angefertigt worden war. Im Jahr 1670 wurde es von Andreas Herold gegossen und im September errichtet. Im Jahr 1845, am 31. März, bei einem starken Hochwasser, stürzte der Pfeiler mit dem Kruzifix ein und seitdem ist es verschollen.[1]

In den Jahren 1659 bis 1660 schuf er für seine verstorbene Mutter (1657) und seine beiden ältesten Töchter die Grabmale im Waltherschen Familienschwibbogen auf dem Frauenkirchhof.[2] Im Jahr 1660 arbeitete er für den Markgrafen Albrecht V. von Brandenburg(-Ansbach). Es folgten im Jahr 1664 komplizierte Regelungen von Erbschaftsangelegenheiten in Regensburg mit Hilfe von Freibriefen des sächsischen Landesherrn an den bayrischen Kurfürsten und des Regensburger Magistrats. Zugleich verkaufte er seinen Steinbruch mit Werkstatt. Ab 1665 war er wieder in Dresden. Er erhielt auf der Ratssitzung am 23. Februar 1666 die Bürgerrechte der Stadt Dresden. Er arbeitete für den sächsischen Hof und für den Markgrafen Albrecht V. von Brandenburg. Er schuf Skulpturen, Reliefs, Figuren, Epitaphe, Grabmale und Altäre aus Sandstein, Granit, Marmor und Alabaster in und um Sachsen. Mit 65 Jahren starb er in Dresden und wurde auf dem Frauenkirchhof im Familiengrab beigesetzt.

Werke (Auswahl)Bearbeiten

 
Figur Mutter Gottes, Benediktiner-Stiftskirche in Lambach
 
Denkmal der Dorothea Stubing von Christoph Abraham Walther

LiteraturBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Augustusbrücke. In: Dresden und Sachsen. Archiviert vom Original am 11. Februar 2013; abgerufen am 15. Oktober 2014.
  2. Johann Gottfried Michaelis: Dreßdnische Inscriptiones und Epitaphia. Selbstverlag des Autors, Dresden 1714, S. 172 (Digitalisat in der Google-Buchsuche).
  3. Schönfelder Kirche. In: Dresdner Stadtteile. Abgerufen am 15. Oktober 2014.