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Café Moskau

Gebäude in der Karl-Marx-Allee im Berliner Ortsteil Mitte
Café Moskau, 2017

Das Café Moskau (eigentlich: Restaurant Moskau, Eigenschreibweise: Cafe Moskau ohne Accent aigu) ist ein denkmalgeschütztes Gebäude in der Karl-Marx-Allee 34 im Berliner Ortsteil Mitte gegenüber dem Kino International.

Inhaltsverzeichnis

NationalitätenrestaurantsBearbeiten

 
Gesamtansicht, 1964
 
Detailansicht, 1967
 
Sputnik am Café Moskau
 
Mosaik am Café Moskau

Die volkseigene Handelsorganisation der DDR HO (in Berlin: VEB HO Gaststätten Berlin) betrieb seit den 1950er Jahren in Berlin sieben Nationalitätenrestaurants:

In den Restaurants sollte durch eine ländertypische Küche und verschiedene Veranstaltungen den Gästen ein Einblick in die kulinarischen und kulturellen Bräuche der jeweiligen Länder geboten werden. Alle Restaurants wurden nach der politischen Wende geschlossen.

GeschichteBearbeiten

Das Café Moskau wurde 1959 von den Architekten Josef Kaiser und Horst Bauer als Nationalitätenrestaurant mit insgesamt 600 Gaststättenplätzen geplant und von 1961 bis 1964 errichtet. Auffällig ist seine Transparenz, die durch eine offene Atriumbauweise erreicht wurde. Den Eingangsbereich zur Karl-Marx-Allee schmückt das 9 Meter × 15 Meter große Mosaik Aus dem Leben der Völker der Sowjetunion des Malers Bert Heller. Zur Eröffnung wurde der Sputnik in Originalgröße, ein Geschenk des Botschafters der UdSSR, angebracht. Der Namenszug auf dem Dach wurde von dem Grafiker Klaus Wittkugel entworfen. 1965 schuf der Bildhauer Fritz Kühn einen 2,5 Meter hohen Stahlbrunnen für den Innenhof.

Der Gebäudekomplex war folgendermaßen gegliedert:

Untergeschoss

  • Nachtbar

Erdgeschoss

  • Foyer
  • Atrium
  • Galerie
  • Russischer Salon mit Nebensalon Leningrad
  • Ukrainischer Salon
  • Natascha-Lounge
  • Steinbar mit Wintergarten

Obergeschoss

  • Foyer
  • Foyer Bar
  • Salon Moskau
  • Salon Kaukasus
  • Salon Riga

Bis Ende der 1980er Jahre arbeiteten bis zu 160 Angestellte im Café Moskau.

In den Jahren 1982 und 1987 kam es unter der Entwurfsleitung von Gerd Pieper zu größeren Umbauarbeiten, bei denen hölzerne Verkleidungen und Wandschmuck aus Meißener Porzellan hinzukamen.

Nach der politischen Wende ging die Immobilie an die Treuhandliegenschaftsgesellschaft (TLG Immobilien) über und stand lange Zeit leer. Nach dem Jahr 2000 wurde das Café Moskau für unterschiedliche Veranstaltungen, kulturelle Aktivitäten und als Treffpunkt wiederbelebt. Von 2002 bis 2004 war der WMF Club mit der gastronomischen Leitung betraut, bespielte die Nachtbar mit wöchentlichen Club-Abenden und gelegentlich auch alle anderen Bars. Wöchentlich fand sonntags bis zu deren Umzug ins Week-End im Haus des Reisens die schwul-lesbische GMF-Party statt.

Wesentliche Teile der erfolgreichen Film-Komödie Alles auf Zucker! (2004) wurden in den Räumlichkeiten des Café Moskau gedreht.

Nicolas Berggruen erwarb 2007 das Objekt von der TLG Immobilien und ließ es für mehrere Millionen Euro renovieren. 2010 wurde die sanierte Fassade mit dem Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und dem Zentralverband des Deutschen Handwerks ausgezeichnet.[3] Strom und Heizung wurden in die Fassade integriert.[4]

Ralf Regitz, der Betreiber der ehemaligen Techno-Diskothek und des heutigen Veranstaltungsortes E-Werk, war dann Pächter des weitgehend original wiederhergestellten Cafés. Ein Clubbetrieb fand nur noch gelegentlich statt. Das Gebäude wird an geschäftliche Kunden für Tagungen, Kongresse und Konferenzen vermietet.

Der nachfolgende Pächter Oliver Rübenkamp, der Geschäftsführer des Clubs E 4 am Potsdamer Platz, durfte wieder einen regelmäßigen Club-Betrieb am Wochenende anbieten.[5] Ende September 2011 eröffneten die 600 m² großen Clubräume nach einer weiteren Erneuerung. Ab März 2012 wurde Lisa Wege und Katajun Fakhoury von der Berliner Veranstaltungsagentur Wahre Werte eine neue Konzession für das Café Moskau erteilt.[6]

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Café Moskau – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Neues Deutschland, 19. Dezember 1956, S. 8
  2. Neues Deutschland, 1. Mai 1969, S. 2
  3. Ursula Schirmer: Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege 2010 in Berlin. In: stadtentwicklung.berlin.de, 10. November 2010, (PDF; 4 S., 417 kB).
  4. Oliver Stade: Goslarer sanieren Berggruen-Immobilie in Berlin und erhalten Bundespreis. (Memento vom 1. August 2012 im Webarchiv archive.is) In: Goslarsche Zeitung, 3. November 2010.
  5. Carline Mohr: Neueröffnung. Café Moskau ist zurück im Berliner Nachtleben. In: Berliner Morgenpost, 23. September 2011.
  6. Ingeborg Ruthe: Café Moskau: Berggruen zieht die Reißleine. In: Berliner Zeitung, 2. März 2012.

Koordinaten: 52° 31′ 10″ N, 13° 25′ 22″ O