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Die Ruine der Burg Hohenbalken (Bündnerromanisch: Tuor Travaulta) liegt auf dem Gemeindegebiet von Sumvitg im schweizerischen Kanton Graubünden.

Burg Hohenbalken
Lage der Burg Hohenbalken

Lage der Burg Hohenbalken

Alternativname(n): Travaulta
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: Mauerreste, Schutt
Ort: Sumvitg
Geographische Lage 46° 43′ 15″ N, 8° 53′ 52″ OKoordinaten: 46° 43′ 15″ N, 8° 53′ 52″ O; CH1903: 711548 / 175440
Höhe: 1013 m ü. M.
Burg Hohenbalken (Kanton Graubünden)
Burg Hohenbalken

Inhaltsverzeichnis

LageBearbeiten

Die spärlichen Mauerreste der ehemaligen Höhenburg liegen auf 1013 m ü. M. westlich von Sumvitg am östlichen Ende der Russeinerbrücke wenig unterhalb des Bahngleises auf einem Felskopf, der sich linksseitig oberhalb des Russeinerbachs bei der Einmündung in den Vorderrhein erhebt.

NameBearbeiten

Der Name Hohenbalken erscheint im Kanton Graubünden zweimal. Die erste Nennung des Namens stammt von der Burg Balcun At im Münstertal aus dem Jahr 1427: „… Ich Janutt Carl de Balkun ault oder von Hohenbalken ze tütsch genannt …“ Offensichtlich stammt der Name von einem hoch (lat. altus) gelegenen Balkon oder einer Galerie. Später wurde der Name Balkun ault zu Hohenbalken verdeutscht; aus dem Balkon wurde ein Balken. Ob vom Münstertal jedoch eine Namensübertragung auf die Burg in der Surselva stattfand, ist denkbar, aber nicht geklärt.[1]

AnlageBearbeiten

Die Spuren einiger Mauerzüge lassen den baulichen Zusammenhang nicht mehr erkennen. Am höchsten Punkt hat sich eine Mauerecke erhalten, vermutlich Reste eines Turms. Östlich und westlich finden sich kaum mehr wahrnehmbare Reste einer Ringmauer. Noch erkennbar sind Reste des Zufahrtsweges.

GeschichteBearbeiten

Schriftliche Unterlagen über Entstehung und Geschichte der Burg fehlen. Urkundlich bekannt ist hingegen Carl Gregor von Hohenbalken († 1577). Der Sohn eines Churer Bürgermeisters war Veltliner Landeshauptmanns, 1542–1544 Söldnerhauptmann in französischen Diensten sowie 1545 Stadtvogt von Chur. 1548 erwarb er die Burg Neu-Aspermont. 1557–1559 war er Landvogt von Maienfeld, 1567 erwarb er Schloss Haldenstein und die Herrschaft Haldenstein. Ob und in welcher Beziehung er zur Burg Hohenbalken stand, ist nicht klar. Beziehungen zu den Hohenbalken von Müstair und zur Burg von Balcun At sind nicht nachweisbar.

BilderBearbeiten

 
Ostmauer
 
Fundament des Turmes
 
Zugangsweg

LiteraturBearbeiten

  • Otto P. Clavadetscher, Werner Meyer: Das Burgenbuch von Graubünden. Zürich 1984, ISBN 3-280-01319-4
  • Anton von Castelmur: "Die Burgen und Schlösser des Kantons Graubünden", Band II, Birkhäuser-Verlag, Basel 1940
  • Heinrich Boxler, Burgennamengebung in der Nordostschweiz und in Graubünden, Verlag Huber, Frauenfeld 1976
  • Burgenkarte der Schweiz, Ausgabe 2007, Bundesamt für Landestopografie/Schweizerischer Burgenverein

WeblinksBearbeiten

  Commons: Burg Hohenbalken – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Heinrich Boxler: Die Burgennamengebung in der Nordostschweiz und in Graubünden; S. 100