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Schloss Paspels. Im Hintergrund der Piz Beverin, rechts die Ruine der Burg Alt-Süns.

Das Schloss Paspels, auch Schloss Sins, steht bei Paspels (Gemeinde Domleschg GR) im Domleschg im schweizerischen Kanton Graubünden.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Früher lag das Zentrum von Paspels westlich des heutigen Dorfes bei der Burg Alt-Süns. Deshalb ist anzunehmen, dass die Stelle, wo heute das Schloss steht, bereits überbaut war.

Belegt ist hingegen, dass das Schloss um 1695 von Johann Viktor Travers von Ortenstein (1646–1725)[1] neu erbaut wurde, vermutlich über einem Vorgängerbau. Aus der Erbauungszeit stammen vermutlich noch Teile des Haupttraktes, die allerdings nicht mehr als solche erkennbar sind. Die Freitreppe mit Geländer auf der Südseite entstand um 1710.

1730 wurde das Schloss durch den gleichnamigen Sohn des Erbauers vollständig umgebaut. Aus dieser Zeit stammen das Treppenhaus und Täferzimmer mit Régencemalereien. Diesem Umbau liegt vermutlich immer noch die Gesamtdisposition der Anlage zu Grunde, wie sich heute präsentiert. Die Porträts der Familie von Salis-Soglio wurden 1757 von Angelika Kauffmann gemalt. Weitere Umgestaltungen nahm Generalleutnant Victor von Travers vor, der die am 25. April 1760 geweihte Kapelle einbauen liess.

Die letzte grössere Renovation fand 1892/93 unter Oberst Friedrich von Tscharner mit einer Umgestaltung des Äusseren statt. Damals entstanden Sgraffitodekorationen, das geschnitzte Dachwerk im Schweizer Holzstil und der polygonale Turm mit Haube und Laterne auf der Westseite. Architekt war Nicolaus Hartmann sen. aus St. Moritz.

1911 ging das Schloss an Minister Ferdinand von Salis-Soglio über. Heute ist es in Privatbesitz und wird als Hotel geführt. Es gehört zu den „Swiss Historic Hotels“[2]. Eine Aussenrestauration erfolgte 2002[3].

Im Süden der Anlage liegt eine grosszügige Gartenanlage mit barockem Teil, Seerosenteich und einem Pavillon an der Geländekante[4].

Im Schloss Paspels wird per Ende August 2012 den Hotelbetrieb eingestellt. Die Vermarktungsorganisationen Schweiz Tourismus und Swiss Historic Hotels hatten eine Sterne-Qualifizierung gefordert, die die Besitzerfamilie nicht beibringen mochte. Das Gebäude wird künftig privat genutzt werden. Damit verliert die Schweiz eines der beiden historischen Schlosshotels. Das zweite ist das Schloss Wartegg im Kanton St. Gallen.[5]

GalerieBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Ludmila Seifert, Leza Dosch: Kunstführer durch Graubünden: Scheidegger & Spiess, Zürich 2008

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ada von Tscharner: Johann Viktor Travers von Ortenstein. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 10. März 2017, abgerufen am 12. Januar 2014.
  2. Swiss-historic-hotels
  3. Schloss Sins
  4. swisscastles
  5. Bar Storys

Koordinaten: 46° 45′ 0,1″ N, 9° 26′ 24,7″ O; CH1903: 752925 / 179597