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Bundesjazzorchester

deutsche Band des deutschen Musikrates
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Das Bundesjazzorchester (BuJazzO) ist das Jugendjazzorchester der Bundesrepublik Deutschland mit dem Zweck der Spitzenförderung des Jazznachwuchses. Das Orchester wurde 1987 gegründet und probt in Bonn. Träger ist die Deutscher Musikrat gemeinnützige Projektgesellschaft mbH. Das Orchester ist ein Projekt des Deutschen Musikrates. Projektleiter ist Dominik Seidler. Nach bestandenem Vorspiel wird jedes Mitglied maximal zwei Jahre in die Förderung des Ensembles aufgenommen.

Das Orchester ist seit 2010 Patenorchester der WDR Big Band. Seit 2014 bzw. 2016 besteht eine Kooperation mit dem National Youth Jazz Orchestra (England) sowie dem Nationaal Jeugd Jazz Orchest (Niederlande) über ein regelmäßiges „Student-in-Residence“-Programm.

Bundesjazzorchester 2016

GründungBearbeiten

Das Orchester wurde 1987 auf Anregung des Deutschen Musikrates gegründet. Am 6. Januar 1988 trat es zum ersten Mal bei einem Auftritt im Bundeskanzleramt an die Öffentlichkeit.

LeitungBearbeiten

Die künstlerische Leitung liegt seit 2011 bei dem Team Jiggs Whigham und Niels Klein. Mit ihnen und wechselnden Gastdirigenten erarbeiten die zwischen 17 und 24 Jahre jungen Talente – fast alle sind Studenten an deutschen und internationalen Musikhochschulen – regelmäßig neue Programme und präsentieren diese in anschließenden Konzerten im In- und Ausland. Begleitet werden sie dabei von einer internationalen Dozenten- und Profimannschaft, die sie musikalisch unterstützt und ihnen ein professionelles Umfeld und optimale Rahmenbedingungen bietet.

Von Anfang an bis ins Jahr 2006 stand das Bundesjazzorchester unter der Leitung von Peter Herbolzheimer, einem renommierten deutschen Bigbandleiter. Zwischen 2007 und Mitte 2011 wechselte die künstlerische Leitung halbjährlich zwischen renommierten Dirigenten. Whigham und Klein dirigieren seit 2011 im Wechsel mit Gastdirigenten aus aller Welt das BuJazzO und legen gemeinsam die künftigen Programme des Ensembles fest.[1]

ab 2020 Ansgar Striepens

RepertoireBearbeiten

Das Orchester steht in der Tradition der Jazz-Bigbands. Das Konzertprogramm enthält Jazzstandards von berühmten Jazzmusikern wie Charlie Parker, Clifford Brown, Dave Brubeck, Benny Goodman, Miles Davis, Duke Ellington, Thad Jones, Michael Brecker und Thelonious Monk. Die Arrangements der Stücke kommen unter anderen von Thad Jones, Rob Pronk und Peter Herbolzheimer, der auch zahlreiche eigene Kompositionen zum Repertoire beigesteuert hat. Viele Stücke kommen aber auch aus der Feder früherer und derzeitiger Mitglieder des Bundesjazzorchesters. Für besondere Veranstaltungen ist das BuJazzO auch mit Geir Lysne, Lars Møller, T. A. S. Mani oder R. A. Ramamani aufgetreten.

VeröffentlichungenBearbeiten

Das BuJazzO hat bis 2018 fünfzehn Alben veröffentlicht:

  • Vol. 1 (Deutsche Harmonia Mundi / Ars Musici, 1988; Leitung: Peter Herbolzheimer)
  • Vol. 2 (Ars Musici, 1991; Leitung: Peter Herbolzheimer)
  • Vol. 3 – Tour on the Baltic States and Russia 1993 (Ars Musici, 1993; Leitung: Peter Herbolzheimer)
  • Vol. 4 – Focus on Vocals (Mons, 1997; Leitung: Peter Herbolzheimer; Doppel-CD)
  • Vol. 5 – On Tour (Mons, 1999; Leitung: Peter Herbolzheimer)
  • Vol. 6 – Calling South Africa (Mons, 2006; Leitung: Peter Herbolzheimer)
  • Vol. 7 – The Next Generation (2007–2009; Leitung: Marko Lackner, Bill Dobbins, Ed Partyka, Jiggs Whigham, Steffen Schorn; Doppel-CD)[2]
  • Maria Baptist & BuJazzO: City Grooves (MBM/Harmonia Mundi, 2011; Leitung: Maria Baptist)[3]
  • Vol. 9 – Originals (2010; Leitung: Marko Lackner)[2]
  • Vol. 10 – Calcutta Ending (GMO, 2011; Leitung: Mike Herting)
  • 25 (DoubleMoon 2013; Leitung: Jiggs Whigham & Niels Klein; Doppel-CD)[4]
  • Vol. 12 – Afropa (GMO, 2014; Leitung: Mike Herting)
  • Bujazzo/Niels Klein Groove and the Abstract Truth (Double Moon 2016)
  • Michael Villmow/Bundesjazzorchester Verley uns Frieden (Double Moon 2017)
  • Vol. 15 – BuJazzO 30 (Double Moon 2018, mit Gastsolisten wie Nils Landgren und Wolfgang Niedecken)

AuszeichnungenBearbeiten

1997 erhielt das BuJazzO den Deutschen Musikpreis[5], 2010 den WDR-Jazzpreis für Nachwuchsorchester[6] und 2012 einen ECHO Jazz als „Sonderpreis für außerordentliche Leistungen im Jazz-Bereich“. Aufgrund der Bedeutung des Wirkens und der musikalischen Kompetenz der Formation, die eine „klingende Visitenkarte des Jazz made in Germany“ sei, wurde sie mit dem Frankfurter Musikpreis 2018 geehrt.[7]

FinanzierungBearbeiten

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der Westdeutsche Rundfunk, die Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten und die Daimler AG teilen sich die Förderung des Bundesjazzorchesters. Auch die Teilnehmer tragen mit Eigenbeiträgen zur Finanzierung bei.

BewerberBearbeiten

Das Höchstalter beträgt 24 Jahre. Ein Eintritt in das Ensemble ist bis zum Alter von 22 Jahren möglich. Mitglieder verpflichten sich für die Dauer von zwei Jahren bzw. vier Arbeitsphasen. Teilnahmevoraussetzung ist ein bestandenes Auswahlvorspiel. Besetzt sind alle Bigband-Instrumente plus Vokalensemble. Die Arbeitsphasen setzen sich zusammen aus Orchester- und Satzproben, Instrumentalunterweisung – einzeln oder in Gruppen – sowie einem musikalischen Rahmenprogramm und informativen Zusatzangeboten.[8]

Ehemalige MitgliederBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bundesjazzorchester mit neuer künstlerischer Leitung, Neue Musikzeitung, 26. August 2011
  2. a b The Next Generation/Originals (Besprechung) All About Jazz
  3. Besprechung (Jazzthing)
  4. Besprechung Jazzthing
  5. Deutscher Musikpreis. Abgerufen am 30. März 2011.
  6. Pressemitteilung: WDR Jazzpreis. WDR, 7. September 2010, abgerufen am 30. März 2011.
  7. Musikmesse 2018: Frankfurter Musikpreis geht an Bundesjazzorchester (BuJazzO). Jazzzeitung, 20. März 2018, abgerufen am 17. November 2018.
  8. Deutscher Musikrat - BuJazzO: BuJazzO: Bewerber. In: www.bundesjazzorchester.de. Abgerufen am 14. Juni 2016.