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Christian Lillinger

deutscher Jazzmusiker

Leben und WirkenBearbeiten

Christian Lillinger ist der ältere Bruder des Komponisten, Pianisten und Dirigenten Robert Lillinger und wuchs im Dorf Kuschkow auf.[1] Lillinger studierte von 2000 bis 2004 an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden bei Günter Sommer. Zwischen 2001 und 2003 war er Mitglied im Bundesjugendjazzorchester.

Lillinger spielt im Trio Gropper|Graupe|Lillinger, bis 2015 bekannt unter dem Namen Hyperactive Kid, mit dem Saxophonisten Philipp Gropper und dem Gitarristen Ronny Graupe, wo er sich weitgehend auf das konventionelle Schlagzeug-Set beschränkt.[2] Im Jahre 2008 hat er seine erste eigene Band Christian Lillingers Grund zusammengestellt, deren erste zwei veröffentlichte Alben Ende 2009 und 2013 bei Clean Feed Records erschienen. Daneben arbeitet Lillinger als Sideman mit bekannten Musikern wie Rolf Kühn, Miroslav Vitouš, Beat Furrer, Rudi Mahall, John Schröder, Barre Phillips, Wadada Leo Smith, Frank Gratkowski, Simon Nabatov, Tobias Delius, Axel Dörner, Thomas Lehn, Michael Wollny, Louis Sclavis, Bruno Chevillon, David Liebman, Gebhard Ullmann, Médéric Collignon, Alexander von Schlippenbach, Urs Leimgruber, Theo Jörgensmann, Zeitkratzer, John Edwards, Greg Cohen, William Parker, Joe Lovano, Tony Malaby. Seit 2004 arbeitet er zudem im EUPHORIUM_freakestra, dem Projektensemble um Oliver Schwerdt, mit dem er insbesondere im Trio und Quintett mit Ernst-Ludwig Petrowsky hervorgetreten ist.[3] Die gemeinsame Einspielung des „Spätwerks“ von Petrowsky mit den Alben Tumult!, Krawall!, Rabatz! fand große Beachtung.[4] Seit 2009 arbeitet Lillinger außerdem im Klaviertrio Grünen mit Achim Kaufmann und Robert Landfermann, welches bisher zwei Alben vorlegte und unter anderem 2015 bei der Verleihung des Albert-Mangelsdorff-Preises an Kaufmann auf dem Jazzfest Berlin spielte. Seit 2010 arbeitet Lillinger zudem im Trio Dell Lillinger Westergaard, das auch mit John Tchicai auftrat.

2011 gründete er mit Petter Eldh und Wanja Slavin das Trio Starlight, das seine Debüt-CD 2013 auf dem Schweizer Label Unit Records verlegte.[5] Mit Eldh und Slavin gründete er außerdem das Quartett Amok Amor mit dem amerikanischen Trompeter Peter Evans, das 2015 sein gleichnamiges erstes Album herausbrachte. Auch spielt er im Trio mit Eldh und der Pianistin Kaja Draksler[6] und im qÖÖlp-Quartett mit Ronny Graupe, Valentin und Théo Ceccaldi.[7]

 
Christian Lillinger, Copenhagen Jazz Festival 2018

Lillinger ist des Weiteren Mitglied von folgenden Gruppen: Rolf Kühn Unit, Henrik Walsdorff Trio, Die Anreicherung, Pascal Niggenkemper Vision 7, Ronny Graupes Spoom, Schmittmenge Meier, Marc Schmolling Trio, Wanja Slavin Quintett, Carl Ludwig Hübschs Drift, Hübsch Acht, Uwe Steinmetz Stream Ensemble, Die Oberschicht, Ember, Gerhard Gschlößls Vierergruppe, Gerhard Gschlößls G9, KUU! und spielt auch mit Joachim Kühn im Trio.

Von 2012 bis 2013 war Lillinger Mitglied des Vorstands der Union Deutscher Jazzmusiker. Ende 2017 gründete er das Label PLAIST-Music, dass sich genreübergreifender zeitgenössischer Avant-Garde-Musik widmet.

Preise und AuszeichnungenBearbeiten

Lillinger ist Preisträger des „Leipziger Improvisationswettbewerbs“ des Jahres 2001. Von August 2016 bis März 2017 ist er Stipendiat der Stiftung Bartels Fondation in Basel.[8] Lillinger ist Preisträger des SWR-Jazzpreises 2017.[9] Das Album Open Form for Society wurde im 3. Quartal 2019 ausgezeichnet und auf die Bestenliste des Preises der Deutschen Schallplattenkritik gesetzt: „Wie zur Zeit kein anderer hierzulande treibt Christian Lillinger den Jazz über seine vermeintlichen Grenzen hinaus“.[10]

 
Christian Lillinger im Jazzclub Unterfahrt (München 2010)

Diskographische HinweiseBearbeiten

  • Sonne (2005, WhyPlayJazz) mit Philipp Gropper, Johannes Fink, Carsten Daerr
  • Hyperactive Kid (2006, Shoebill Music) mit Ronny Graupe, Philipp Gropper
  • Euphorium Freakastra 2 Trios & 2 Babies (2005, Euphorium Records) mit Matthias Mainz, Fabian Niermann, Oliver Schwerdt, Matthias Lorenz, Konrad Gruneberg, Michael Haves, Günter Sommer
  • Vierergruppe Gschlößl I Take Everything (2006, Jazzwerkstatt) mit Rudi Mahall, Gerhard Gschlößl, Johannes Fink
  • Schmittmenge Meier REAL (2007) mit Matthias Schriefl, Gerhard Gschlößl, Robert Landfermann
  • Robert Landfermann Nicht ohne Robert Vol. 1 (2008, JazzHausMusik) mit Rudi Mahall, Simon Nabatov
  • Close Up (2009, Jazzwerkstatt) mit Rolf Kühn, Ronny Graupe, Matthias Schriefl, Johannes Fink
  • Christian Lillingers Grund First Reason (2009 Clean Feed) mit Tobias Delius, Wanja Slavin, Robert Landfermann, Jonas Westergaard sowie Joachim Kühn (auf drei Stücken)
  • Live in Berlin Vol. 1 (2010 Wizmar Records) mit Marc Schmolling und Jonas Westergaard
  • Christian Lillingers Grund Second Reason (2012, Clean Feed) mit Achim Kaufmann, Christopher Dell, Pierre Borel, Tobias Delius, Jonas Westergaard, Robert Landfermann
  • Dell/Lillinger/Westergaard Grammar (2013)
  • Dirn Bridge (2014 Euphorium Records) mit Axel Dörner und Elan Pauer
  • Gropper/Graupe/Lillinger Riot (2016 WhyPlayJazz) mit Ronny Graupe, Philipp Gropper
  • Christian Lillingers Grund C O R (2018 PLAIST-Music) mit Pierre Borel, Tobias Delius, Achim Kaufmann, Christopher Dell, Jonas Westergaard, Robert Landfermann
  • Open Form for Society (PLAIST, 2019)

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Andreas Müller: Schlagzeuger Christian Lillinger. Die Energiemaschine. tagesspiegel.de, 6. Dezember 2016
  2. Hyperactive Kid
  3. Ute Van der Sanden: Ein Konzertabend der Laut gewordenen Illusionslosigkeit In: Mitteldeutsche Zeitung, 22. Januar 2009.
  4. Bestenliste 1. Quartal 2018. Preis der Deutschen Schallplattenkritik, abgerufen am 2. Dezember 2019.
  5. Starlight. In: Jazzcity. Abgerufen am 18. Juli 2019.
  6. Michael Rüsenberg Besprechung Auftritt JazzFest Berlin 2017 (Memento vom 12. November 2017 im Internet Archive) jazzcity.de
  7. Vier Meister im Studio im Budapest Jazzzeitung
  8. Zum Kleinen Markgräflerhof :: Künstler. Abgerufen am 10. Februar 2017.
  9. Schlagzeuger Christian Lillinger erhält SWR Jazzpreis 2017 | Musik | SWR2. In: swr.online. (swr.de [abgerufen am 15. Februar 2017]).
  10. Bert Noglik: Bestenliste 3-2019. 14. August 2019, abgerufen am 17. August 2019.