Borsum (Harsum)

Ortsteil der Gemeinde Harsum

Borsum ist eine Ortschaft der Gemeinde Harsum im niedersächsischen Landkreis Hildesheim. Innerhalb der 1974 gebildeten Großgemeinde[3] ist es der zweitgrößte Ort und der Hauptort des historischen Kirchspiels Borsumer Kaspel.

Borsum
Gemeinde Harsum
Wappen von Borsum
Koordinaten: 52° 12′ 27″ N, 10° 0′ 20″ O
Höhe: 91 m ü. NHN
Fläche: 8,64 km²[1]
Einwohner: 2428 (30. Jun. 2019)[2]
Bevölkerungsdichte: 281 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 31177
Vorwahl: 05127
Borsum (Niedersachsen)
Borsum

Lage von Borsum in Niedersachsen

Luftbild
Luftbild

GeografieBearbeiten

Der Ort liegt etwa 10 km nördlich der Mittelgebirgsschwelle in der Hildesheimer Börde, die sich durch ihre Schwarzerdeböden auszeichnet. Südwestlich vom Ort liegt der Borsumer Wald.

GeschichteBearbeiten

Die älteste urkundliche Erwähnung Borsums ist aus dem Jahr 799 erhalten. Durch seine ununterbrochene politische Zugehörigkeit zum Hochstift Hildesheim blieb Borsum von der Reformation unberührt und hat bis heute eine katholische Bevölkerungsmehrheit und entsprechendes Brauchtum.

 
St.-Martinus-Kirche

Die katholische Pfarrkirche St. Martinus stammt aus dem 18. Jahrhundert. Die Mauern des Kirchturms sind jedoch wesentlich älter. Er stammt aus dem 15. Jahrhundert und wurde einst auch als Wehrturm benutzt.

1718 wurde in Borsum der Jesuitenpater Heinrich Ruhen geboren, der 1751 bei einem Indianerüberfall auf die Missionsstation Sonoita ums Leben kam. Heute ist der größte Platz nach ihm benannt (Pater-Heinrich-Ruhen-Platz). Ein Denkmal von ihm steht an diesem Platz, und eine Tafel erinnert an ihn in der Borsumer Kirche. Aus diesem Grund hat Borsum seit einigen Jahren eine Patenschaft mit der Stadt Sonoita in Mexiko. Ein Platz in Borsum heißt deshalb auch Sonoita-Platz.

Wirtschaftlich ist Borsum von der Landwirtschaft, vor allem vom Zuckerrübenanbau geprägt. Dagegen ist die Viehzucht zurückgegangen, und die einst zahlreichen Bauernhöfe werden entweder im Nebenerwerb betrieben oder sind funktional umgebaut und dienen heute als Wohn- oder Gewerberaum.

EingemeindungenBearbeiten

Zur Gebietsreform in Niedersachsen wurde Borsum am 1. März 1974 in die Gemeinde Harsum eingegliedert.[4]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr Einwohner Quelle
1885 0930 [5]
1910 1259 [6]
1925 1360 [5]
1933 1331 [5]
1939 1366 [5]
1950 2488 [7]
1956 2120 [7]
Jahr Einwohner Quelle
1973 2107 [1]
1980 2254 [2]
1990 2205 [2]
2000 2547 [2]
2010 2531 [2]
2015 2440 [2]
2019 2428 [2]

PolitikBearbeiten

OrtsratBearbeiten

Der Ortsrat von Borsum setzt sich aus 9 Ratsmitgliedern zusammen. Im Ortsrat befinden sich zusätzlich 3 beratende Mitglieder (CDU, Bündnis für Borsum!, Grüne).[8]

(Stand: Kommunalwahl 11. September 2016)

OrtsbürgermeisterBearbeiten

Der Ortsbürgermeister ist Josef Stuke (Bündnis für Borsum!). Seine Stellvertreterin ist Elisabeth König (Bündnis für Borsum!).[8]

SportBearbeiten

Der TTS Borsum 1951 – ein 1951 gegründeter Tischtennisverein – spielte mit seiner Herrenmannschaft von 1981 bis 1995 in der 2. Bundesliga. Dem Abstieg folgte 1999 der Wiederaufstieg. In den 2000er-Jahren etablierte sich der Verein in der viertklassigen Regionalliga Nord. Nachdem die Mannschaft in den 2010er-Jahren mehrfach die Meisterschaft in der Regionalliga sichern konnte, wurde aus organisatorischen Gründen zunächst auf einen Aufstieg verzichtet. In der Saison 2017/18 wurde nach der erneuten Regionalliga Nord-Meisterschaft der Schritt in die dritte Liga Nord gewagt. Diesem Intermezzo folgte der direkte Wiederabstieg in die Regionalliga Nord, wo die Mannschaft in der Saison 2019/20 antritt.

Der 2009 gegründete Jugendfußballclub JFC Kaspel setzt sich auch bei internationalen Turnieren durch. Der Club hat 10 Jugendteams und zahlreiche Anhänger.

Im Herrenbereich ist der ortsansässige Fußballverein der VfL Borsum.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Bildung, öffentliche EinrichtungenBearbeiten

Die Gemeinde Harsum unterhält in Borsum die Grundschule „Borsumer Kaspel“. Es gibt eine katholische Kindertagesstätte.

VerkehrBearbeiten

ÖPNV

Borsum ist durch eine Buslinie (Hildesheim-Adlum) des Regionalverkehr Hildesheim angebunden.

PersönlichkeitenBearbeiten

EhrenbürgerBearbeiten

  • Albrecht Classen (* 1956), Mediävist, Germanist und Kulturhistoriker, 2007 wurde er Ehrenbürger von Borsum

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

Personen, die mit der Gemeinde in Verbindung stehenBearbeiten

  • Johann Conrad Müller (1704–1798), Orgelbauer des 18. Jahrhunderts, der im Umkreis von Hildesheim wirkte, er baute 1767 die Orgel der örtlichen St.-Martinus-Kirche
  • Valentin Volk (1846 o. 1849 o. 1850–1909), Kunst- und Kirchenmaler aus Mainz, der im neoromanischen Stil malte, die Ausmalung der Wände und des Gewölbes der örtlichen St.-Martinus-Kirche wurde 1898/99 von ihm ausgeführt
  • Werner Schubert-Deister (1921–1991), Maler und Bildhauer, verstarb in Borsum
  • Hermann Schnipkoweit (1928–2018), Politiker (CDU), er war Mitglied des Landtages von Niedersachsen und von 1976 bis 1990 niedersächsischer Sozialminister, lebte und verstarb in Borsum
  • Ursula Ernst (* 1944), Kommunalpolitikerin (CDU), bis zu ihrer Wahl in den Landtag war sie als Lehrerin an der Grundschule Borsum tätig
  • Rosalia Stähr (* 1990), Tischtennis-Nationalspielerin, begann ihre Karriere beim TTS Borsum
  • Alexander Kurzbach (1991–2014), Volleyballspieler, verstarb bei einem Verkehrsunfall bei Borsum

WeblinksBearbeiten

Commons: Borsum – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Niedersächsisches Landesverwaltungsamt (Hrsg.): Gemeindeverzeichnis für Niedersachsen. Gemeinden und Gemeindefreie Gebiete. Eigenverlag, Hannover 1. Januar 1973, S. 30, Landkreis Hildesheim-Marienburg (Digitalisat [PDF; 21,3 MB; abgerufen am 21. Februar 2020]).
  2. a b c d e f g Gemeinde Harsum Haushaltsplan 2020 – Einwohnerzahl. (PDF; 5,3 MB) In: Webseite Gemeinde Harsum. 30. Juni 2019, S. 5, abgerufen am 21. Februar 2020.
  3. Ortschaften der Gemeinde Harsum. In: Webseite Gemeinde Harsum. Abgerufen am 21. Februar 2020.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 209.
  5. a b c d Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Hildesheim (Siehe unter: Nr. 9). (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  6. Ulrich Schubert: Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 – Landkreis Hildesheim. Angaben vom 1. Dezember 1910. In: gemeindeverzeichnis.de. 5. Januar 2020, abgerufen am 23. Februar 2020.
  7. a b Statistisches Bundesamt Wiesbaden (Hrsg.): Amtliches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland – Ausgabe 1957 (Bevölkerungs- und Gebietsstand 25. September 1956, für das Saarland 31. Dezember 1956). W. Kohlhammer, Stuttgart 1958, S. 167 (Digitalisat).
  8. a b Ortsrat Borsum. In: Webseite Gemeinde Harsum. Abgerufen am 21. Februar 2020.