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Rautenberg (Harsum)

Ortsteil der Gemeinde Harsum

Rautenberg ist eine von neun Ortschaften der niedersächsischen Gemeinde Harsum im Landkreis Hildesheim.[1] Der von der Landwirtschaft geprägte Ort hat rund 500 Einwohner und liegt in unmittelbarer Nähe zur Zuckerfabrik Clauen.

Rautenberg
Gemeinde Harsum
Wappen von Rautenberg
Koordinaten: 52° 13′ 14″ N, 10° 2′ 3″ O
Höhe: 87 m
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 31177
Vorwahl: 05128

Inhaltsverzeichnis

LageBearbeiten

Der Ort liegt rund sieben Kilometer östlich von Harsum. Eine gute Verkehrsanbindung besteht über die Landesstraße 411, die mitten durch das Dorf verläuft, an die Bundesstraßen 1 und 494. Die Bundesautobahn 7 ist über die Anschlussstelle Hildesheim erreichbar. Einen Bahnanschluss gibt es in Harsum an der Strecke Lehrte–Hildesheim nach Hannover und Hildesheim. Nördlich fließt der Bruchgraben an der Kreisgrenze zu Peine.

GeschichteBearbeiten

 
Erdhügel der Burg Rautenberg

Rautenberg ist eine alte Bauernsiedlung, die wohl aus germanischer Zeit stammt. Nach der Ortschaft ist das Rittergeschlecht derer von Rautenberg benannt, nach denen wiederum die heutige Hauptstraße, die Rutenbergstraße, ihren Namen hat. Die Überreste der Burg Rautenberg, die bei einem Brand im frühen Mittelalter nahezu vollständig zerstört wurde, sind lediglich noch in Form des „Hahnewall“ genannten Mottenhügels erhalten. Ein dort befindlicher Brunnen soll noch weitgehend original erhalten sein. Auf dem Grund dieses Brunnens wurden in den 1970er Jahren einige mittelalterliche Waffen, Metflaschen und Gebrauchsgegenstände gefunden. Die Herren von Rautenberg blieben noch bis zu ihrem Erlöschen 1647 Grundherren in Rautenberg, lebten aber in Hildesheim, im Rautenbergschen Hof an der Ecke Michaelisplatz / Langer Hagen, einem hochgekragten Fachwerkbau, der 1945 bei den Luftangriffen auf Hildesheim zerstört wurde, sowie seit dem 13. Jahrhundert auch auf Schloss Rethmar.

Rautenberg wurde aufgrund des Neugliederungsgesetzes im Raum Hildesheim/Alfeld am 1. März 1974 in die Gemeinde Harsum eingegliedert.[2]

PolitikBearbeiten

OrtsratBearbeiten

Rautenberg hat einen fünfköpfigen Ortsrat.[3]

WappenBearbeiten

Der Schild der Ritter von Rautenberg (niederdeutsch: Rutenberg) wurde zum Gemeindewappen: Auf leuchtendem goldenem Felde stehen in schwarz zwei Reihen von Rauten, die quer den Schild durchziehen, fünf Rauten oben, drei Rauten unten. Das Wappen der Ritter zeigte darüber hinaus eine schwarz goldene Helmdecke und auf dem Helm einen roten spitzen Hut mit einer Pfauenfeder (vgl. Blatt 182 des 1605 in Nürnberg erschienenen Wappen-Buchs von Johann Siebmacher, wo sich im Schild in der oberen Reihe allerdings nicht fünf, sondern nur vier Rauten befinden). Die acht Rauten im Wappen der v. Rutenbergs sollen bedeuten: „Acht. Rute. Swart. Or. Das heißt: Echt Gericht, Gesetz und Recht.“[4]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Evangelische Kirche Cosmas und Damian aus dem frühen 15. Jahrhundert
  • Dorfteich
  • Metplatz

SonstigesBearbeiten

In Rautenberg gibt es einen Kindergarten, einen Sportplatz, einen Friedhof und ein Feuerwehrhaus. Auf dem Hahnewall wurde es eine Rodelbahn eingerichtet mit "Teufelsbahn", "Huckelbahn" und "Babybahn". Am Dorfteich befindet sich ein Rastplatz.

Von hier stammt das heute in Horn (Niederösterreich) befindliche Mirakulose Kreuz von 1618. Dieses wurde im Jahre 1659 von Graf Ferdinand Sigismund Kurtz von Senftenau nach einer angeblichen Misshandlung durch Protestanten zu den Piaristen nach Horn gebracht, wo es dann wallfahrtsmäßig verehrt wurde. Heute ist die Wallfahrt erloschen. Das Kreuz ist im Höbarthmuseum der Stadt Horn ausgestellt.[5]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Rautenberg (Harsum) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ortschaften der Gemeinde Harsum. Gemeinde Harsum, abgerufen am 8. Mai 2015.
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 209.
  3. Ortsräte Harsum
  4. P. Reverey: Dorpschaft und Kerke tom Rutenberge. Hannover 1926, S. 3
  5. Gustav Gugitz: Österreichs Gnadenstätten in Kult und Brauch, Band 2: Niederösterreich und Burgenland. Wien 1955, S. 50.