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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bad Schmiedeberg
Bad Schmiedeberg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bad Schmiedeberg hervorgehoben

Koordinaten: 51° 41′ N, 12° 44′ O

Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Wittenberg
Höhe: 100 m ü. NHN
Fläche: 160,02 km2
Einwohner: 8222 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 51 Einwohner je km2
Postleitzahl: 06905
Vorwahlen: 034925, 034243, 034926, 034927Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: WB, GHC, JE
Gemeindeschlüssel: 15 0 91 020
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 10
06905 Bad Schmiedeberg
Website: www.bad-schmiedeberg.de
Bürgermeister: Martin Röthel (SPD)
Lage der Stadt Bad Schmiedeberg im Landkreis Wittenberg
BrandenburgSachsenDessau-RoßlauLandkreis Anhalt-BitterfeldAnnaburgBad SchmiedebergCoswig (Anhalt)GräfenhainichenJessen (Elster)KembergOranienbaum-WörlitzLutherstadt WittenbergZahna-ElsterZahna-ElsterKarte
Über dieses Bild

Bad Schmiedeberg, bis 1925 Schmiedeberg, ist eine Stadt im Landkreis Wittenberg in Sachsen-Anhalt (Deutschland).

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Das staatlich anerkannte Moor-, Mineral- und Kneippheilbad Bad Schmiedeberg liegt im Naturpark Dübener Heide etwa 30 km südöstlich der Kreisstadt Lutherstadt Wittenberg und etwa 50 km nordöstlich von Leipzig.

Der Ortsteil Pretzsch liegt in der Elbaue. Ca. fünf Kilometer östlich des Kurortes liegt das Naturschutzgebiet Lausiger Teiche und Ausreißer-Teich.

 
360°-Panorama von Bad Schmiedeberg
 
Innenstadt von Bad Schmiedeberg

StadtgliederungBearbeiten

Bad Schmiedeberg umfasst seitdem acht Ortschaften mit 25 Ortsteilen: die ehemals selbstständigen Städte Bad Schmiedeberg und Pretzsch (Elbe) sowie die ehemaligen Gemeinden Korgau, Meuro, Priesitz, Schnellin, Söllichau und Trebitz.[2]

  • Bad Schmiedeberg
Bad Schmiedeberg
Großwig
Moschwig
Patzschwig
Reinharz
Splau
Stadt Pretzsch (Elbe)
Körbin-Alt
Körbin-Neu
Merschwitz
Großkorgau
Kleinkorgau
Meuro
Ogkeln
Sackwitz
Scholis
Priesitz
Sachau
Schnellin
Merkwitz
Söllichau
Trebitz
Bösewig
Kleinzerbst
Österitz

GeschichteBearbeiten

Erstmals wird der Ort im Jahr 1206 als Smedeberg erwähnt. 1350 erhielt er die Stadtrechte.

Bad Schmiedeberg gehörte bis 1815 zum Kurfürstentum bzw. Königreich Sachsen Amt Wittenberg, dann bis zum Zweiten Weltkrieg zur preußischen Provinz Sachsen, nach 1945 zum Land Sachsen-Anhalt. Seit 1952 gehörte die Stadt zum DDR-Bezirk Halle. Seit 1990 liegt sie im Bundesland Sachsen-Anhalt.

1878 gründete die Stadt das Städtische Eisenmoorbad, 1925 wurde Schmiedeberg der offizielle Titel „Bad“ verliehen.

Am 1. Juli 1950 wurden die bis dahin eigenständigen Gemeinden Großwig, Morschwig, Patzschwig und Splau eingegliedert.

Durch einen Gebietsänderungsvertrag beschlossen die Gemeinderäte der Gemeinden Korgau (am 11. Oktober 2007), Meuro (am 3. Dezember 2007), Priesitz (am 17. Dezember 2007), Schnellin (am 22. November 2007), Söllichau (am 15. November 2007), Trebitz (am 14. November 2007), Stadt Pretzsch (Elbe) (am 31. Januar 2008) und der Stadt Bad Schmiedeberg (am 1. November 2007), dass ihre Städte und Gemeinden aufgelöst und zu einer neuen Einheitsgemeinde mit dem Namen Stadt Bad Schmiedeberg vereinigt werden. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Juli 2009 in Kraft.[3][4]

Für die neu gebildete Stadt Bad Schmiedeberg wurde die Ortschaftsverfassung nach den §§ 86 ff. der Gemeindeordnung Sachsen-Anhalt eingeführt. Ortschaften der neu gebildeten Stadt Bad Schmiedeberg werden die aufgelösten Städte und Gemeinden und künftigen Ortsteile Bad Schmiedeberg, Pretzsch (Elbe), Korgau, Meuro, Priesitz, Schnellin, Söllichau, Trebitz. Die jeweiligen Ortschaften tragen den Namen des jeweiligen Ortsteils. Die Verwaltungsgemeinschaft Kurregion Elbe-Heideland, deren Sitz in Bad Schmiedeberg war, wurde zu diesem Zeitpunkt aufgelöst.

Am 1. Juli 2014 ist das neue Kommunalverfassungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt in Kraft getreten. In dessen §14 (2) wird den Gemeinden die Möglichkeit gegeben, den Ortsteilen, die vor der Eingemeindung Städte waren, diese Bezeichnung zuzuerkennen.[5] Die Stadt Bad Schmiedeberg hat von dieser Regelung Gebrauch gemacht. Ihre Hauptsatzung liegt in der Fassung vom 18. November 2016 vor. Im §15 (1) werden die Ortschaften und Ortsteile mit ihren amtlichen Namen aufgeführt.[6]

ReligionBearbeiten

23 % der Bevölkerung sind evangelisch-lutherisch, 4 % katholisch.[7] Zum Kirchenkreis Wittenberg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland gehören die lutherischen Kirchengemeinden Bad Schmiedeberg (mit der Stadtkirche Bad Schmiedeberg und Dorfkirchen in Patzschwig, Reinharz und Söllichau), Meuro/Ogkeln sowie Pretzsch (mit der Stadtkirche Pretzsch und Dorfkirchen in Bösewig, Österitz, Priesitz, Sachau und Trebitz). Die katholische Kirche St. Maria Regina Pacis in Bad Schmiedeberg und die Marienkapelle in Pretzsch gehören zur Pfarrei St. Marien (Lutherstadt Wittenberg) im Bistum Magdeburg.

PolitikBearbeiten

 
Rathaus
 
Portal Wittenberger Str. 88
 
Au-Tor

Stadtrat und OrtschaftsratBearbeiten

Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgender Verteilung der Sitze im Stadtrat und im Ortschaftsrat Bad Schmiedeberg:[8]

Stadtrat
Partei / Liste Sitze
CDU/FDP 11
Die Linke 3
SPD 1
FWG 4
Allianz der Bürger (AdB) 1
Gesamt 20
Ortschaftsrat
Partei / Liste Sitze
CDU/FDP 4
Die Linke 2
SPD 1
Gesamt 7

BürgermeisterBearbeiten

Erster Bürgermeister der Stadt nach der Wiedervereinigung war Reinhard Stefaniak (CDU).

Stefan Dammhayn (CDU) übte seit dem 3. April 2005 das Amt des Bürgermeisters der Stadt Bad Schmiedeberg aus. Seit dem 21. Juni 2009 war er hauptamtlicher Bürgermeister der neuen Einheitsgemeinde „Stadt Bad Schmiedeberg“.

Am 3. April 2016 wurde Martin Röthel (SPD) mit 53,3 Prozent der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von sieben Jahren zu seinem Nachfolger gewählt.[9]

WappenBearbeiten

Das Wappen wurde am 13. September 1994 durch das Regierungspräsidium Dessau genehmigt und im Landeshauptarchiv Magdeburg unter der Wappenrollennummer 46/1994 registriert.

Blasonierung: „In Silber eine rote Burg mit Zinnmauer und fünf gezinnten Türmen mit blauen Spitzendächern und Knäufen; der breite niedere Mittelturm mit offenem schwarzen Tor und hochgezogenem Fallgatter, über dem Tor eine runde und eine quadratische schwarze Öffnung, auf dem Dachknauf ein rot-silbernes Fähnchen.“

Die Stadtfarben zeigen Rot – Silber (Weiß).

Zum Wappen der Stadt Bad Schmiedeberg liegen Beschreibungen aus einem Schriftwechsel des Magistrats mit dem Preußischen Staatsarchiv Magdeburg aus dem Jahre 1927 vor: „… eine fünftürmige Burg mit breitem niederen Torturm mit offenem Tor und anschließender Zinnenmauer, über der jederseits ein höherer runder Turm erscheint, der außenhin ein kleineres Erkertürmchen trägt.“ Dasselbe Bild hat ein 1491 gebrauchtes Siegel: „SIGILLUM CIVITATIS SMEDEBERGENSIS“. Später änderte man die Burg in fünf frei nebeneinander stehende Türme. Die Symbolik des Torturmes mit weiteren vier Türmen und Zinnmauern ergibt sich aus der Stadtansicht vor der Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg 1637.

1350 erstmals als Stadt erwähnt, wird „Smedeberg“ 1429 von den Hussiten niedergebrannt. Der Wiederaufbau der Stadt wird begleitet von einer starken Ummauerung mit zwei Stadttoren. Das nördliche Aue-Tor wird 1490 erstmals genannt. Die im spätgotischen Stil neuerbaute Stadtkirche (1454) erhält vier Türme zum Zeichen des Sitzes eines Erzpriesters. 1570 wird der Bau des Rathauses mit einem Dachreitertürmchen abgeschlossen. In der Stadtansicht ragen fünf Türme über die Stadtmauer hinaus. Als Mitglied im kursächsischen Städteausschuss wird eine Ansicht Schmiedebergs in dem von Wilhelm Dilich gestalteten großen Zyklus von Stadtansichten im Riesensaal der Dresdner Residenz erwähnt. Im Bombenhagel 1945 zerstört, befindet sich eine Kopie, in der eindeutig fünf Türme zu erkennen sind, im Rathaussaal der Stadt. In einem Stich nach Merian sind ebenfalls fünf Türme das Symbol der Stadt. Selbst heute noch hat die Stadt mit dem Kurhaus, der Stadtkirche, dem Rathaus, dem Au-Tor und der Friedhofskapelle fünf sichtbare Türme.

 
Barockkirche in Reinharz

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

→ Siehe auch: Liste der Kulturdenkmale in Bad Schmiedeberg

GeschichtsdenkmaleBearbeiten

 
Bundesradfahrerdenkmal

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

  • Schmiedeberger Margarethenfest zu Ehren der Kurfürstin Margaretha II. von Österreich[10]
  • Bad Schmiedeberger Brunnenlauf
  • Zwei Weihnachtsmärkte (Marktplatz / Kurpromenade)

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

 
Jugendstil-Kurhaus

KurklinikBearbeiten

Die Rehabilitationsklinik ist auf die Indikationen Orthopädie und Gynäkologie ausgerichtet, sowohl stationär als auch ambulant.

Freizeit- und ErlebnisbadBearbeiten

Das Freizeit- und Erlebnisbad „Basso“, neben der Kur einstiges Aushängeschild der Stadt, besteht seit Insolvenz und enormen Schrottdiebstählen nur noch als Ruine an der Peripherie der Stadt.[11]

VerkehrBearbeiten

 
Bahnhof Bad Schmiedeberg
 
Elbfähre in Pretzsch

Bad Schmiedeberg liegt an der Landesstraße 128 von Pretzsch nach Bad Düben und an der Landesstraße 129 zwischen Kemberg und Greudnitz in Sachsen. Die Elbfähre im Ortsteil Pretzsch verbindet die Stadt mit Mauken.

Im öffentlichen Personennahverkehr bestehen Busverbindungen nach Wittenberg (über Kemberg), Pretzsch, Eilenburg und Gräfenhainichen.[12] Am Bahnhof Bad Schmiedeberg und an den Haltepunkten Bad Schmiedeberg Nord und Kurzentrum im Verlauf der Bahnstrecke Pretzsch–Eilenburg verkehren saisonal an Wochenenden und Feiertagen Züge nach Eilenburg und Wittenberg. Außerdem liegt Bad Schmiedeberg am Elberadweg sowie am Radweg Berlin–Leipzig.

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Bad Schmiedeberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  Wikivoyage: Bad Schmiedeberg – Reiseführer

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31. Dezember 2018 (PDF) (Fortschreibung) (Hilfe dazu).
  2. Hauptsatzung der Stadt Bad Schmiedeberg (Memento des Originals vom 22. September 2017 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bad-schmiedeberg.de
  3. Amtsblatt des Landkreises Nr. 3/2009 Seite 2-3 (PDF; 524 kB)
  4. StBA: Gebietsänderungen vom 02. Januar bis 31. Dezember 2009
  5. Kommunalverfassungsgesetz des Landes in der Fassung vom 1. Juli 2014
  6. Hauptsatzung in der Fassung vom 18. November 2016 (Memento des Originals vom 22. September 2017 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bad-schmiedeberg.de
  7. Zensusdatenbank
  8. Amtsblatt Bad Schmiedeberg 6/2014 (Memento des Originals vom 23. September 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bad-schmiedeberg.de (PDF)
  9. Ergebnis der Bürgermeisterstichwahl am 3. April 2016 (Memento des Originals vom 23. Januar 2017 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.statistik.sachsen-anhalt.de
  10. Historie des Margarethenfestes
  11. http://www.dradio.de/dlf/sendungen/dlfmagazin/1110693/
  12. Fahrplanauskunft Sachsen-Anhalt, Abfahrt/Ankunft. Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH, Dezember 2014, abgerufen am 21. Dezember 2014.