Hauptmenü öffnen

Bühler Tal und Unterer Bürg

Naturschutzgebiet in Baden-Württemberg

Bühler Tal und Unterer Bürg ist ein mit Verordnung des Regierungspräsidiums Tübingen vom 10. März 1993 ausgewiesenes Naturschutzgebiet mit der Nummer 4.218.

Naturschutzgebiet Bühler Tal und Unterer Bürg

IUCN-Kategorie IV – Habitat-/Species Management Area

Bühler Tal mit Flachland-Mähwiese

Bühler Tal mit Flachland-Mähwiese

Lage Rottenburg am Neckar und Tübingen im Landkreis Tübingen, Baden-Württemberg
Fläche 84,3 ha
Kennung 4.218
WDPA-ID 162634
Geographische Lage 48° 28′ N, 9° 0′ OKoordinaten: 48° 28′ 17″ N, 8° 59′ 54″ O
Bühler Tal und Unterer Bürg (Baden-Württemberg)
Bühler Tal und Unterer Bürg
Meereshöhe von 350 m bis 400 m
Einrichtungsdatum 10. März 1993
Verwaltung Regierungspräsidium Tübingen

Inhaltsverzeichnis

LageBearbeiten

Das Gebiet liegt im Naturraum Schönbuch und Glemswald und befindet sich östlich des Rottenburger Stadtteils Kiebingen und südlich des Tübinger Stadtteils Bühl. Es ist Teil des FFH-Gebiets Nr. 7519-342 Rammert sowie des Vogelschutzgebiets Nr. 7519-401 Mittlerer Rammert. Das Bühler Tal öffnet sich von Süden nach Norden vom Rammert zum Neckar hin. Das Kernstück des Naturschutzgebietes bildet der Bühlertalbach, ein Niederungsbach mit ausgeprägter natürlicher Mäanderbildung. Ein Eschen-Erlen-Galeriewald mit Uferhochstauden, Nasswiesen und Auwaldresten säumen den Bach und seine Nebenarme.

SchutzzweckBearbeiten

Schutzzweck ist die Erhaltung der überkommenen, offenen Kulturlandschaft mit gemähten, ungedüngten, nassen bis trockenen Wiesen, Streuobstbeständen mit alten Hochstämmen, dem frei mäandrierenden Bach mit seinem natürlichen Galeriewald und mit Laubmischwald, der dank seiner Vielgestaltigkeit und Größe ein bedeutendes Refugium für seltene Pflanzen und Tiere darstellt.[1]

Flora und FaunaBearbeiten

Der natürlich mäandrierende Bühlertalbach bietet Lebensraum für das gefährdete Neunauge. In den Nasswiesen des Schutzgebietes sind Gelbbauchunke und Trollblume heimisch.

HochwasserrückhaltebeckenBearbeiten

 
Dammbau mit Schneise im Auwald

Seit Juli 2018 wird im Naturschutzgebiet ein etwa 350 Meter langer und bis zu sieben Meter hoher Damm gebaut. Der Dammbau hat das Ziel, das Hochwasserrückhaltebecken Wuhrwiesen zu erstellen. Das Ende der Baumaßnahme ist für Dezember 2019 geplant.[2] Mit dem Hochwasserrückhaltebecken soll ein Jahrhunderthochwasser, das sich im Juni 2003 in Bühl ereignet hat, zukünftig verhindert werden.[3] Es wurde planfestgestellt, dass der Bau des Rückhaltebeckens zum Schutz der Bevölkerung von Bühl das Interesse zum Schutze der Natur überwiegt. Die höhere Naturschutzbehörde hat eine Befreiung gemäß § 67 Abs. 1 Bundesnaturschutzgesetz erteilt.[4] Eine Umweltverträglichkeitsprüfung hat ergeben, dass das geplante Vorhaben erhebliche Beeinträchtigungen für Teile des Auwalds entlang des Bühlertalbachs verursachen wird. Es wird Ausgleichsmaßnahmen geben, eine Flächenerweiterung ist nicht vorgesehen.[5]

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Regierungspräsidium Tübingen (Hrsg.): Die Naturschutzgebiete im Regierungsbezirk Tübingen. Thorbecke, Stuttgart 2006, ISBN 978-3-7995-5175-5.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Regierungspräsidium Tübingen (Hrsg.): Die Naturschutzgebiete im Regierungsbezirk Tübingen. 2006.
  2. Damm wird gebaut, SWR Aktuell, 6. Juli 2018
  3. Video vom Bühler Hochwasser 2003, Schwäbisches Tagblatt, 24. April 2008
  4. Planfeststellungsbeschluss des Landratsamts Tübingen (PDF-Download)
  5. Landschaftspflegerischer Begleitplan (PDF-Download)

WeblinksBearbeiten

  Commons: Naturschutzgebiet Bühler Tal und Unterer Bürg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien