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Burglehen

Naturschutzgebiet in Rottenburg am Neckar, Baden-Württemberg, Deutschland

Burglehen ist ein mit der Verordnung vom 14. April 1989 ausgewiesenes Naturschutzgebiet (NSG-Nummer 4.187) in einem breiten Abschnitt des Neckartales zwischen Rottenburg am Neckar, Kiebingen, Hirschau und Tübingen in Baden-Württemberg, Deutschland. Das Naturschutzgebiet nördlich des Neckars liegt auf einer Höhe von 330 m ü. NN im Rottenburger Gewann "Burglehen". Auf der gegenüberliegenden Seite südlich des Neckars befindet sich das Naturschutzgebiet Oberes Steinach.

Naturschutzgebiet Burglehen

IUCN-Kategorie IV – Habitat-/Species Management Area

Naturschutzgebiet Burglehen

Naturschutzgebiet Burglehen

Lage Deutschland, Baden-Württemberg, Landkreis Tübingen, Rottenburg am Neckar
Fläche 16,3 ha
WDPA-ID 162655
Geographische Lage 48° 29′ N, 8° 59′ OKoordinaten: 48° 29′ 15,6″ N, 8° 58′ 55,9″ O
Burglehen (Baden-Württemberg)
Burglehen
Einrichtungsdatum 14.04.1989
Verwaltung Regierungspräsidium Tübingen

Inhaltsverzeichnis

LageBearbeiten

Das rund 16,3 Hektar große Naturschutzgebiet Burglehen gehört zum Naturraum Schönbuch und Glemswald. Der Talabschnitt des Neckars mit dem die geschützte Kiesgrube mit Schlammabsetzbecken befindet sich in der Tübinger Stufenrandbucht zwischen den Engstellen der Rottenburger "Porta Suevica" und der von Derendingen. Die zehn Kilometer lange und bis zu drei Kilometer lange Talebene mit Ton- und Mergelschichten des Gipskeupers ist von den Höhenzügen des Rammert und Spitzberg sowie der Gäuflächen umrahmt. Die Kieslagen im Tal stammen aus dem Jungpleistozän und bis ins 18. Jahrhundert war der Lauf des Neckars noch frei mäandrierend ohne künstliche Regulierung. Flussschlingen, Altwasserarme und Talauen konnten sich abwechseln und der Fluss war durch den kurvigen Verlauf in diesem Abschnitt zwischen 30 und 50 % länger.

Zwischen 1779 und 1966 erfolgten verschiedene Maßnahmen zur Regulierung und Begradigung des Flusslaufs, die mitsamt dem Bau von Staustufen und Kraftwerken eine weitgehende Reduzierung des natürlichen Flusssystems zur Folge hatte. Seit dem Ausbaggern von Kiesgruben und Baggerseen haben sich die offenen Wasserflächen und Uferzonen wieder vergrößert.

Kiesabbau und Rekultivierungplanungen werden zwischen dem Kiesunternehmen und den Naturschutzbehörden abgesprochen.

Flora & FaunaBearbeiten

Beim Baggersee Burglehen ist durch das Nebeneinander von Steilufern mit Schotter-, Sand- und Lehmschichten, Ruderal- und Schilfzonen sowie Inseln, Schlick- und Kiesflächen ein vielschichtiger Lebensraum für Vögel, Amphibien, Reptilien und Insekten entstanden. So konnten im Jahr 1983 eine Kolonie Uferschwalben mit 125 Paaren gezählt werden. Insgesamt brüten im Naturschutzgebiet rund 60 Vogelarten und weitere 60 Arten finden hier auf der Durchreise einen geeigneten Rastplatz zwischen südbadischem Rheingebiet, Bodenseegebiet und Donauraum.

Zu den bemerkenswerten der rund 120 Vogelarten gehören außer den Uferschwalben auch der Eisvogel und der Flussregenpfeifer. Unter den Amphibien werden Teichfrosch und die selten vorkommende Wechselkröte hervorgehoben.

SchutzzweckBearbeiten

Der Schutzzweck umfasst die Erhaltung des Lebensraumes für eine Vielfalt von teilweise gefährdete Arten, sowie der Bestandsschutz des gemeinsam mit dem benachbarten Naturschutzgebiet "Oberes Steinach" als überregional bedeutenden Ruhe- und Rastplatzes für Zugvögel. Besonders schützenswert sind daher Rast-, Brut- und Nahrungsgebiete für die Avifauna. Dazu gehören Schlickbereiche, Flachwasserzonen und offene Wasserflächen, Steilufer, Ufergehölze, Röhrichtbestände und Ruderalzonen.[1][2][3][4]

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Regierungspräsidium Tübingen (Hrsg.): Die Naturschutzgebiete im Regierungsbezirk Tübingen. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Thorbecke, Stuttgart 2006, ISBN 3-7995-5175-1.

EinzelnachweiseBearbeiten

WeblinksBearbeiten