Axt

Handwerkszeug oder Waffe

Die Axt, oberdeutsch auch Hacke genannt, ist ein Werkzeug und besteht im Allgemeinen aus einem Stück Stahl mit einer geschmiedeten stählernen Schneide (dem Blatt oder Kopf) und dem Haus. Sie ist mit dem Auge auf einem Holz- oder Kunststoffstiel (oder Schaft) befestigt.

Axt mit kleinem Schneidenwinkel, wie sie vor allem zum Entasten verwendet wird

Historischer Überblick über die Entwicklung der Axt in MitteleuropaBearbeiten

In der Zeit der Chelléen (etwa vor 350 000 Jahren) findet sich eine ganz bewusste und vorteilhafte Schlagtechnik zur Erzeugung von Schneidkanten an Steinen. Sie zeigt, dass damals bereits eine Zweiteilung der Technik vorhanden gewesen ist, die grundsätzlich verschiedene Wege bestritten hat.

Die eine Richtung geht bei der Herstellung ihrer Werkzeuge so vor, dass sie einen Feuersteinknollen köpft und dann fast gleichmäßig geformte breitflächige Späne abschlägt.

Die andere Gruppe dagegen zertrümmert den Steinknollen nicht, sondern entfernt nur soviel von seinen äußeren Teilen, wie nötig ist, um ein verwendungsfähiges Stück zu schaffen.

Die dabei entstehende Form nennen wir "Faustkeil", besser träfe wohl die Bezeichnung "Faustmesser" zu, denn das Werkzeug ist nach seiner Bauart als Keil völlig ungeeignet, als Messer jedoch durchaus zweckmäßig geformt. Solche mandelförmige, dreieckige und ovale Faustkeile zeigen schon vor 300 000 Jahren bewundernswerte Handfertigkeit als auch in der Zurichtung ein hochentwickeltes Formengefühl. Von einer Axt kann man in diesen Zeiträumen noch nicht sprechen. Wohl bringt der Faustkeil zwei wichtige Voraussetzungen mit: eine von zwei Seiten durch Abschläge erfolgte Bearbeitung und die Rundung der Schneide. Das Hindernis aber, das einer Verwendung zum Schlag entgegenstand, war die Empfindlichkeit der Schneide. Aus diesem Grund dürfte der Faustkeil nur ausnahmsweise mit einem Stiel versehen gewesen sein. Die Bruchgefahr der Schneide erschwerte übrigens auch in späteren Perioden die Bearbeitung von Holz. Die Eigenart des Axthiebes beim Fällen und Entasten von Bäumen ruft fast immer eine Biegungsbeanspruchung der Schneide hervor.

Bis in die Zeit des Neolithikums war die Zurichtungsweise der Axtschneide dadurch gekennzeichnet, dass diese durch Abschläge (Retuschen) hergestellt wurde. Die Schneide war einem Sägeblatt ähnlich, also wellenförmig bis zackig. Die Abschläge hatten zudem eine meist muschelförmige, also konkave Vertiefung hinterlassen, dadurch war die Schneide gegen Abnützung und Bruch empfindlich.

Der große Fortschritt, der sich nun anbahnte, und der in Ost- und Südeuropa früher als im Norden wahrgenommen werden kann, bestand darin, dass durch Wegschleifen aller Vertiefungen und Erhöhungen in Schneidennähe und durch ballige Ausformung eine Bruchsicherheit erzielt wurde, die allein erst die Voraussetzung für die Bearbeitung von Holz schuf. Das Werkzeug war also das Primäre, das die Holznutzung in größerem Umfang überhaupt erst ermöglichte. Die Änderung der steinzeitlichen Schneidenbearbeitung ist in ihrer technischen Bedeutung bisher vielleicht nicht genügend gewürdigt worden.

Das Neolithikum zeigt einen ungeahnten Reichtum an Axtformen: breitschneidige, zungenförmige, spitznackige, breitnackige, Flach- und Walzenäxte, geschweifte und bootförmige Typen, Hammer- und Doppeläxte. Mit der Vielfalt der Typen ist gegenüber den bisherigen Keulen- oder Astknieschäftungen eine verbesserte Stielbefestigung verbunden: die durchbohrte Steinaxt. Immer noch hält sich die aus einem Stück bestehende Hirschhornhacke als Axtwaffe oder landwirtschaftliches Gerät. (beim Hackbau, Wurzelgraben, zum Aufhacken des Eises beim winterlichen Fischfang,...)

Ob Äxte als Waffen oder Werkzeuge im Gebrauch waren, lässt sich bei Steinäxten oft schwerer entscheiden als bei metallenen Äxten. Nur wenn bestimmte Abnützungsspuren an den Axtschneiden festgestellt werden, kann mit Sicherheit auf die Verwendung als Werkzeug geschlossen werden: am wichtigsten ist der Grad der Abnützung des vorderen Schneidenteils, der Axtzehe. Diese Erscheinung findet sich auch bei modernen Äxten. Dieser Verschleiß kommt dadurch zustande, dass die Axt bei der normalen Schlagbewegung mit der Zehe den abstumpfenden Boden häufiger berührt als mit einem anderen Teil der Schneide. Wird die Axt als Waffe gebraucht, so zeigt sich dieses Merkmal nicht.

In der Bronzezeit ist die Grundform der mitteleuropäischen Bronzeaxt auf die einfache Flachform der steinernen Axt zurückzuführen. Seitliche, oft nur schwach ausgeprägte Randleisten sollen der Axt im Astkniestiel einen besseren Halt ermöglichen. Werden diese Randleisten kräftiger zu lappenförmigen Gebilden ausgebildet, entstehen die mittelständigen und später die entständigen Lappenäxte. Die Lappen geben dem Stiel eine wesentlich festere Stützung die man zur Schonung und Erhöhung der Stiellebensdauer noch durch ausgeformte Vertiefungen verstärkt. (Absatzäxte)

Werden die Lappen gänzlich geschlossen, entstehen tüllenartige Formen, die Tüllenäxte.

Die Fertigkeit Eisen zu schmieden und zu verarbeiten führt zur Herstellung eiserner Äxte, die schon in der frühen mitteleuropäischen Eisenzeit gehärtete Schneiden aufweisen. Manchmal lassen sich deutlich zwei Verwendungsarten erkennen, Axtformen nämlich, die sich besonders für den Kampf oder die Bearbeitung von Holz eignen. Schon in der jüngeren Steinzeit wird der Nacken zur Ergänzung der Waffenwirkung herangezogen, indem ihm hammerfärmige oder halbkugelige Formen gegeben werden. Auch im vorderen Orient und in der La Tene-Zeit finden sich ähnliche Beispiele.

In der frühen Metallzeit verliehen dem Stiel manchmal zungenförmige Verlängerungen des Hauses festen Halt gegen seitliche Stielbewegungen. Auch längliche Auswüchse oberhalb (Helmdach) und unterhalb des Stiels verlaufend, einen besseren Halt des Stiels gegen vertikale Bewegungen zum Ziel hatten. Während des Mittelalters ist eine Öhrform verbreitet, die sich nach vorne verjüngt. Es scheint, dass man diese Art dann vorgezogen hat, wenn man die Axt beim Übergang vom Haus in das Blatt wenig schwächen oder wenig aufbauchen wollte. Derartige Öhre sind heute noch bei den Zimmermannsbreitäxten üblich und bei Holzhaueräxten in Finnland und Nordschweden.


Sehr häufig findet man bei eisernen Äxten, auch an modernen Formen, eine Einkerbung der Rückenflanke gegenüber dem Haus. Sie dürfte sich am ehesten folgendermaßen erklären lassen: Es ist vorteilhaft, wenn die Axtschneide so gestellt wird, dass eine Verbindungslinie Axtzehe – Axtferse in ihrer Verlängerung den Stiel berühren würde. Der Kunstsinn des Axtschmiedes verlangte eine gleichwinkliche Blattausblidung, bei der die Axtschneide als Dreiecksgrundlinie angesehen, die beiden Schenkel aber durch Vorderflanke und Rückenflanke bestimmt wurden. Um die Gleichwinkligkeit beizubehalten, musste das Blatt eingekerbt werden. In dem einen odern anderen Fall könnte man auch an ein Rudiment aus der Zeiz der "Bartäxte" denken. Mit diesem nicht sehr bezeichnenden Ausdruck soll die Form des stark stielwärts hinausgezogenen Blattes versinnbildlicht werden. Auch wenn die Bartlänge verkleinert wird, verbleibt als Rest immer noch die Einkerbung. "Harzer Axt" und finnische Form lassen noch klar solche alten Typen erkennen. (Bei manchen heute verbreiteten Formen dient die Kerbe nur noch zur Kennzeichnung der Rückenflanke beim Einstielen.)

Der AxtkörperBearbeiten

 

Der Axtkörper einer Axt gliedert sich in Haupt und Blatt.

  • das Haupt: es stellt gewissermaßen das Fundament der Axt dar, die heutigen Äxte haben eine Breite von 60–70 mm, es ward herausgefunden, dass dadurch eine stabile Verbindung des Stieles zuermöglicht wird.
  • das Blatt: Die Form und die Abmessungen des Blattes hängen sehr stark vom Verwendungszweck ab. Äxte mit langen (~30 cm) Blättern waren zweckmäßig um dicke Bäume "umzuschroten" und Wurzeln abzuhacken. Nur damit gelang es tief in das Holz vorzudringen, ohne dass der Stiel hinderlich geworden wäre.

Am Haupt underscheidet man:

  • den Nacken (Schlagplatte): Der Nacken ist meist eine ebenflächige verstärkte ungehärtete rechteckige Schlagplatte. Es gibt zahlreiche Äxte mit ovalen oder runden Formen. In Europa wurden die Bäume bis zum 19. Jahrhundert nah am Boden ohne Säge "umgeschrotet", deswegen war die Ausbalancierung des Axtkörpers nebensächlich wegen den mehr vertikaleren Schlägen. In Nordamerika gab es keine Anreize mit Holz sparsam umzugehen, das ganze Land war mit alten großen Bäumen überzogen. Die Siedler brauchten Ackerland. Die schnellste Methode damals war den Fällkerb in Brusthöhe zu setzen. Deshalb wurden die Nacken der Äxte größer dimensioniert, sodass beim fast horizontalen Hauen die Axt horizontal bleibt.
  • das Haus: Das Haus umschließt das axtseitige Stielende, welches im Öhr befestigt ist.
  • das Öhr: Wurde bei älteren Äxten das Öhr noch durch das Umschmieden eines ovalen Eisens gemacht, presst man es heute mit einer Presse aus. Heutzutage sind in Mitteleuropa die "D" förmigen Öhre verbreitet, durch die ebene Fläche im Öhr und am Stiel wird das Ausrichten der Schneide beim Einstielen erleichtert. In Skandinavien, Südeuropa und Nordamerika hingegen ist das tropfenförmige Öhr traditionell benutzt.

Der StielBearbeiten

Der Stiel der Axt besteht am besten aus einem zähen Laubholz. In Mitteleuropa wird traditionell Esche verwendet, aber auch andere zähe Laubhölzer sind geeignet wie Buche, Birke oder Ahorn. In Amerika hingegen Hickory, das alle in Europa heimischen Laubhölzer in ihren Eigenschaften übertrifft.

Beim Anfertigen des Stieles ist darauf zu achten, dass der Faserverlauf nicht unterbrochen wird. Auch darf er nicht zu breit sein, damit er flexibel und möglichst vibrationsdämpfend ist.

AllgemeinBearbeiten

 
Bestandteile der Axt

Die Axt wird zum Schlagen benutzt. Haus und Kopf sind meist geschmiedet, weil solcher Stahl bei richtiger Wärmebehandlung einen guten Kompromiss zwischen Härte und Zähigkeit aufweist. Im Unterschied zum kürzeren und leichteren Beil wird die Axt üblicherweise mit beiden Händen geführt. Der Keilwinkel des Axtkörpers beträgt je nach Modell und Einsatz an der Wange zwischen 20° und 30°, die meist ballig geschliffene Schneide hat etwa 35–40°. Ihre Form ergibt sich aus dem Anwendungsfall. Quer geschäftete Geräte werden als Dechsel bezeichnet. Sie werden heutzutage zur Bearbeitung von Holz verwendet.

VorgeschichteBearbeiten

Zur Schäftung siehe: Schäftung (Vor- und Frühgeschichte)

 
Schaftlochaxt des Äneolithikums, Kupfer (Fundort heutiges Ungarn)

Archäologen nennen einen Körper mit Schaftloch Axt, denjenigen ohne Schaftloch Beil, unabhängig von Material (Stein, Bronze, Eisen, Kupfer) und Handhabung (ein- bzw. zweihändig) oder Verwendung.

Steinbeile wurden neben Geweihäxten in Europa bereits in der Mittelsteinzeit benutzt. Aus dieser Zeit sind zumeist aus Feuerstein hergestellte, ungeschliffene Beile erhalten (Kernbeil, Scheibenbeil).

In Pratteln im Bezirk Liestal des Kantons Basel-Landschaft in der Schweiz wurde das überaus seltene Halbfabrikat einer Axt aus alpinem Gestein in einer etwa 6000 Jahre alten jungneolithischen Siedlung gefunden. Die Form der Axt mit den flachen Ober- und Unterseiten ist gut erkennbar. Sie wurde durch Picken mit einem Schlagstein aus einem Gestein herausgearbeitet. Danach sollte wohl zwischen den seitlichen Verdickungen eine Durchbohrung erfolgen, um ein Schaftloch zu schaffen. Dies unterblieb aus ungeklärten Gründen genauso wie das Schleifen und Polieren der Oberflächen.[1] In der Jungsteinzeit wurden Äxte und Beile aus Stein geschliffen. Versuche ergaben, dass beim Schleifen von Quarzit und Sandstein nur die Zugabe von Wasser erforderlich ist, nicht aber von Sand.

Die Kultfunktion von Äxten und Beilen belegt eine bei Cham-Eslen in der Schweiz im Zugersee gefundene 6000 Jahre alte Axt der Cortaillod-Kultur. Ihr Doppelaxtkörper war 17,2 cm lang und mittels Keilen aus Geweih am 1,2 m langen Schaft aus Eschenholz befestigt. Dieser war spiralförmig mit rhombenverzierter Birkenrinde umwickelt.[2] Der Schaft der äneolithischen Axt aus Grab 43 von Varna in Bulgarien war mit einem Goldstreifen umwickelt. Seit dem Jungneolithikum kommen Äxte aus Kupfer vor.

GeschichteBearbeiten

 
Odysseus vor den Axt-Ösen
 
Beil aus Mammen (Dänemark)

In einem Runen-Schriftzug aus Maes Howe auf den Orkneyinseln behauptet der Urheber der Zeilen, der erfahrenste Runenschreiber des westlichen Ozeans zu sein und jene Axt benutzt zu haben, die einst Gaukr Trandilsson aus Island gehörte. Hermann Pálsson (1921–2002), der sich um die Übersetzung der Orkneyinga saga verdient machte, rekonstruierte, wer der Schreiber war. Seine Vorfahren hatten 200 Jahre zuvor den Besitzer der Axt erschlagen und sie von Generation zu Generation vererbt, bis sie in die Hände von Þórhallr Ásgrímsson dem Schreiber gelangte. Äxte waren also keinesfalls nur Gebrauchsgut, sondern auch Statussymbol, mit dem unter anderem Runen geritzt wurden.

Odysseus beweist nach seiner Heimkehr nach Ithaka seine Identität, indem er mit seinem Bogen einen Pfeil durch die Schaftlöcher („Augen“) von zwölf Äxten schießt.

In moderner Zeit werden Äxte aus Stahl geschmiedet. Der Körper ist meist mit einem Loch (Auge) versehen, um eine feste Verbindung mit dem Stiel zu gewährleisten.

HerstellungBearbeiten

  1. Das Flacheisen wurde über einen Dorn, der die Form des Axthauses besaß, gebogen, die beiden Enden dann zusammengeschweißt, eine Schneide ausgeschmiedet und im Einsatz- oder Nitrierverfahren gehärtet (nicht mehr gebräuchlich)
  2. Zwischen die beiden Enden des nach 1 gebogenen Flacheisens wurde ein kleines Stück hochgekohlten Stahles eingeschoben, mit dem Eisen verschweißt und ausgeschmiedet, in Wasser gehärtet und danach ausgelassen (nicht mehr gebräuchlich)
  3. An das Flacheisen nach 1 und 2 wurde durch Überlappungsschweißung das Schneidestück angesetzt (nicht mehr gebräuchlich; war immer selten)
  4. Um das aus einem Flacheisen zusammengebogene oder aus einem Stück gelochte und ausgeschmiedete Blatt aus Eisen wurde ein Stück flachen Stahles gelegt und verschmiedet (nicht mehr gebräuchlich)
  5. Ein rechteckig geformtes Stück Eisen wird unter einem Hammer oder einer Schmiedepresse mittels eines Dornes gelocht, wodurch das Öhr für den Stiel entsteht. Die der zukünftigen Schneide zugewendeten Eisenmasse wird mit einem Meißel aufgeschnitten, in den Schlitz ein Stück hochgekohlten Stahles eingeschoben und dieses verschmiedet. (noch üblich in Dorfschmieden)
  6. Ein rechteckiges Stück Stahl wird unter der Presse gelocht, oder das Öhr gepresst und dann unter dem Hammer ausgeschmiedet. Da es sich um eine ganz aus Stahl hergestellte Axt handelt, spricht man von einer "Ganzstahlaxt" (heute üblich)

VerwendungBearbeiten

Mit der Axt werden u. a. beim Fällen, Entasten oder Einkerben von Bäumen Holzfasern durchtrennt. Sie verfügt in der Regel über eine beidseitig angeschliffene, mehr oder weniger schlanke Klinge mit relativ spitzem Schneidenwinkel, um ein leichtes Eindringen in das Holz zu ermöglichen. Beim Fällen von Bäumen mit einer Fällaxt wird schräg zur Faserrichtung geschlagen, und zwar von oben und von unten, um einen Keil aus dem Holz zu schlagen. Dieser Keil kann bis zu zwei Drittel in den Stamm ausgeschlagen werden, je nach Neigung und gewünschter Fallrichtung. Dann wird von der Rückseite, leicht nach oben versetzt, ein weiterer Keil ausgehauen, bis der Baum fällt. Anstelle des Aushauens des zweiten Keils war hier später auch ein Schnitt mit einer Zweihand-Blattsäge möglich. Das Benutzen einer Säge oder gar Motorsäge ist effizienter, da weniger Arbeit aufgewendet werden muss.

 
Entastungsaxt mit breitem Blatt

Äxte mit besonders langer und dünner Schneide wurden zum Entasten gefällter Bäume benutzt. Mit dem Aufkommen leichter Motorsägen sind Äxte nur noch wegen geringerer Lärm- und Geruchsbelästigung oder bei Benzinmangel üblich.

Mit einer Spaltaxt (auch Mösel)[3] oder einem Spalthammer, wird bereits gesägtes Holz zu Brennholz gespalten. Spaltäxte haben eine beidseitig über eine große Fläche geschliffene, starke und schwere Klinge mit relativ stumpfem Schneidenwinkel – sie haben einen deutlich größeren Keilwinkel als Fälläxte oder Zimmermannsbeile. Die Schneide der Axt wird parallel zur Faserrichtung in das Holz geschlagen. Die hohe Kinetische Energie erzeugt hohe Spaltkräfte, verbunden mit einer großen Spaltbreite, sodass die Elastizitätsgrenze bis zum Bruch des Holzes leichter überwunden wird. So können große Holzklötze (Stammabschnitte) oft mit einem Schlag gespalten werden. Auch Spalthammer mit Spaltkeilen oder Holzspalter sind zu diesem Zweck geeignet. Sie weisen einen Keilwinkel bis zu 40° auf.

Qualitativ hochwertige Äxte werden in Deutschland seit 1932 mit dem Gütezeichen „Dreipilz“ ausgezeichnet.

Äxte und Beile mit schneidender und spaltender Funktion dienen zum Behauen und Glätten von Werkstücken, Herstellen von Balken, Pfosten, Konstruktionshölzern und Holzverbindungen. Sie verfügen i. d. R. über schlanke Klingen, die einseitig angeschliffen sein können. Typische Beispiele sind die klassischen Breitbeile der Zimmerleute.

Als schwedische Räumaxt wird ein Werkzeug mit messerartiger Klinge bezeichnet.

Der Sapie, auch Sappi(e), Zappel oder Zapine, ist ein spezielles Rückewerkzeug, das vom Haus her ähnlich wie eine Axt gebaut ist, aber anstelle einer Schneide einen gebogenen Dorn hat. Er erleichtert die manuelle Holzbringung.

Eine weitere Besonderheit stellt die Eisaxt dar. Sie diente bis Anfang des 20. Jahrhunderts zum Bearbeiten und Verschieben von mit Fuhrwerken transportierten Eisblöcken im Eiskeller (Lebensmittelkonservierung).

Siehe auchBearbeiten

 
Doppelaxt

LiteraturBearbeiten

  • Gottfried Reissinger: Die Konstruktionsgrundlagen der Axt; Parey, Hamburg 1959, ISBN 978-3490211163

WeblinksBearbeiten

Commons: Axt – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Axt – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wikiquote: Axt – Zitate

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Jürg Sedlmeier in: Archäologie in der Schweiz, Heft 34, 2011/1, S. 9
  2. Gross-Klee, E. / Hochuli, S. (2002): Die jungsteinzeitliche Doppelaxt von Cham-Eslen. Gesamtbericht über einen einzigartigen Fund aus dem Zugersee. Tugium 18, S. 69–101
  3. https://docplayer.org/24706423-Diplomarbeit-titel-der-diplomarbeit-holzarbeit-im-niederoesterreichischen-voralpenraum-vom-holzknecht-zum-forst-fach-arbeiter.html