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Pratteln

Gemeinde in der Schweiz
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Pratteln
Wappen von Pratteln
Staat: Schweiz
Kanton: Basel-Landschaft (BL)
Bezirk: Liestal
BFS-Nr.: 2831i1f3f4
Postleitzahl: 4133
UN/LOCODE: CH ATT
Koordinaten: 619296 / 262960Koordinaten: 47° 31′ 2″ N, 7° 41′ 41″ O; CH1903: 619296 / 262960
Fläche: 10,70 km²
Einwohner: i16'388 (31. Dezember 2017)[1]
Einwohnerdichte: 1532 Einw. pro km²
Website: www.pratteln.ch
Industriequartier im Westen von Pratteln

Industriequartier im Westen von Pratteln

Karte
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Pratteln (schweizerdeutsch Brattele [ˈbʀɑtːələ]) ist eine Einwohnergemeinde im Bezirk Liestal des Schweizer Kantons Basel-Landschaft.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Pratteln liegt auf 298 m ü. M., begrenzt im Norden durch den Rhein (Grenze zwischen Deutschland und der Schweiz) und im Süden durch das Gempenplateau und den Adlerberg. Zur Gemeinde gehören auch das Industriegebiet Schweizerhalle und ein Teil des grossen Rangierbahnhof Basel-Muttenz. Nachbargemeinden von Pratteln sind Augst, Füllinsdorf, Frenkendorf, Muttenz, das solothurnische Gempen sowie auf der nördlichen Rheinseite das deutsche Grenzach-Wyhlen.

  • Fläche: 1'070 ha, davon 42 % Siedlungen, 29 % Landwirtschaft, 28 % Wald, 1 % unproduktive Fläche.

GeschichteBearbeiten

 
Reformierte Dorfkirche

Pratteln wurde schon sehr früh besiedelt; man fand Überreste aus der Mittel- und Jungsteinzeit, wie den mindestens 120.000 Jahre alten Faustkeil von Pratteln, sowie der Eisenzeit, beispielsweise keltische Grabhügel, Grundmauern von römischen Gutshöfen und Grabfunde aus dem Frühmittelalter.

Der Ortsname geht auf spätromanisch *prādello «kleine Wiese» zurück, einer Verkleinerungsform zu lateinisch prātum «Wiese». Aus der deutschen Lautung des Namens, die keine Spuren der Zweiten Lautverschiebung aufweist (sonst wäre *Pfrasseln zu erwarten), kann man erschliessen, dass der Ort lange Zeit eine romanische Sprachinsel inmitten der einwandernden Alemannen gebildet hat und der Sprachwechsel erst im 7. oder im 8. Jahrhundert stattgefunden haben muss.[2]

1103 erscheint erstmals der Name Brattelo als Hof des Klosters St. Alban in Basel und 1250 fand die Kirche von Bratelle in einem Basler Dokument Erwähnung. Während fast 200 Jahren war Pratteln im Besitz der Familie Eptinger. Beim grossen Basler Erdbeben von 1356 wurden die Burgen der Eptinger auf Madeln und im Dorf zerstört. 1476 erhielt das Dorf vom deutschen Kaiser Friedrich III. eine immerwährende Steuerfreiheit und das Recht, jährlich vom 1. bis 3. Oktober einen Markt abzuhalten.

1521 wurde der Eptingerbesitz an die Stadt Basel verkauft und Pratteln damit eidgenössisch.

Während der kantonalen Trennungswirren, bei denen Pratteln auf der Seite der Landschaft stand, wurde das Dorf am 3. August 1833 von den Stadtbasler Truppen teilweise zerstört. Zeugen der Zerstörung sind die dreistöckig wiederaufgebauten Bauernhäuser an der Hauptstrasse gegenüber dem Hotel Engel und im Ausserdorf. Am 7. Juni 1837 setzte die Soleförderung der Saline Schweizerhalle ein, womit für das Dorf die Industrialisierung begann.

WappenBearbeiten

Blasonierung

Innerhalb eines schwarzen Bordes in Gold ein rechts liegender rotbezungter und rotbewehrter schwarzer Adler

Der Adler stammt aus dem Wappen der Eptinger, den ehemaligen Schloss- und Dorfbesitzern.

BevölkerungBearbeiten

PolitikBearbeiten

Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2015 betrugen die Wähleranteile in Pratteln: SVP 30,7 %, SP 25,3 %, Grüne 15,6 %, FDP 13,7 %, CVP 6,7 %, BDP 2,7 %, Grünliberale 2,5 %, EVP 1,7 %.[3]

Wirtschaft und VerkehrBearbeiten

 
Pratteln im Dreiländereck

Pratteln ist ein typischer Vorort von Basel. Viel Industrie hat sich angesiedelt, jedoch ist die Gemeinde im Dorfkern und auch im südlichen Teil sehr darum bemüht, als Wohngemeinde mit hoher Lebensqualität zu gelten. Sie zählt mit ihren gut 15'000 Einwohnern bereits als Kleinstadt und hat, insbesondere in den plattenbauartigen Quartieren Längi und Rankacker, eine der grössten Ausländerraten im ganzen Kanton Baselland.

Pratteln hat einen Autobahnanschluss an die A2 Richtung Basel (Deutschland / Frankreich) und Mittelland (Luzern, Gotthard, Zürich, Bern). Durch Pratteln führen die SBB-Linien Basel–Olten und Basel–Zürich; es halten jedoch fast ausschliesslich S-Bahn-Züge der Linien S1 und S3. Zudem ist Pratteln seit 1922 durch die Tramlinie 14 mit Basel verbunden. 2004 wurde der Bahnhof Pratteln barrierefrei ausgebaut und modernisiert sowie die Anzahl der Schliessfächer erhöht. Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2008 erhielt Pratteln mit Pratteln Salina Raurica eine weitere S-Bahn-Haltestelle.

Auf dem Gemeindegebiet von Pratteln befindet sich auch die Hardwasser AG. Ein traditionsreiches Unternehmen in Pratteln war das Stahlbau-Unternehmen Albert Buss & Cie. auf dem Gelände des heutigen Buss-Industrieparks.

Überregional bekannt ist Pratteln auch durch die Konzertfabrik Z7, in der eine Vielzahl von Rock- und Metalveranstaltungen stattfinden und vierteljährlich ein eigenes Magazin herausgegeben wird. Eine im Jahr 2014 angedachte Schließung zugunsten eines Baumarktes wurde abgewendet.[4] Die Migros versucht bereits seit 2005 einen Obi-Baumarkt auf dem Areal zu erstellen.[5]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Alte Bohrtürme der Rheinsaline, zurückreichend bis 1837
  • Alte Pfarrkirche, welche den Kern der ältesten Siedlung bildet, 1250 erstmals urkundlich erwähnt wurde und auf romanischen Fundamenten ruht. Rund um die Kirche streben die Gassen sternförmig auseinander.
  • Bürgerhaus, Dorfmuseum in Bauernhaus aus dem 16. Jahrhundert.
  • Joerin Gut, Basler Landgut aus dem 18. Jahrhundert.
  • Landsitz Mayenfels, erbaut 1726/27
  • Schloss Pratteln, ehemaliges Weiherschloss von 1275.
  • Museum Die Salzkammer in der 1860 unmittelbar bei der Saline Schweizerhalle als Direktorenwohnhaus errichteten Villa Glenck, mit umgebendem Landschaftspark
  • Autobahnraststätte Pratteln, im Stil der 1970er Jahre als Autobahnbrücke ausgeführt

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Hans Bernhard von Eptingen (1432–1484), Jerusalem-Pilger, Ritter und Reiseberichterstatter
  • Werner Winter (1924–2001), Raubtierdompteur
  • Emanuel Büchel (1705–1775), Zeichner vieler Prattler Orte

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Pratteln – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2018, abgerufen am 30. September 2018.
  2. Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol. Frauenfeld/Lausanne 2005, S. 716.
  3. Nationalratswahlen 2015: Stärke der Parteien und Wahlbeteiligung nach Gemeinden. In: Ergebnisse Nationalratswahlen 2015. Bundesamt für Statistik, 2016, abgerufen am 4. September 2016.
  4. Z7 vs. Baumarkt Pressebericht bei 20min.ch
  5. Michel Ecklin: Velowege fehlen: Baumarkt kommt immer noch nicht In: basellandschaftlichezeitung.ch, 25. September 2018, abgerufen am 26. September 2018.