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Aurich-Oldendorf

Ortsteil der Gemeinde Großefehn in Ostfriesland, Niedersachsen, Deutschland

Aurich-Oldendorf ist ein Ortsteil der Gemeinde Großefehn im Landkreis Aurich in Ostfriesland.

Aurich-Oldendorf
Gemeinde Großefehn
Koordinaten: 53° 24′ 55″ N, 7° 36′ 8″ O
Höhe: 5 m ü. NN
Fläche: 19,66 km²
Einwohner: 1550 (2014)
Bevölkerungsdichte: 79 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 26629
Vorwahl: 04943

Inhaltsverzeichnis

Lage und GebietBearbeiten

Insgesamt bedeckt die Gemarkung eine Fläche von 2059 Hektar. Sie weist mit rund 13 Kilometern eine große Ost-Westausdehnung auf. Aurich-Oldendorf liegt auf Höhen zwischen etwa vier und fünf Metern über dem Meeresspiegel am südlichen Rand einer mit alten Plaggenböden überzogenen, bis acht Meter ansteigenden Insel aus Braunerde, die ihrerseits von Hoch- und Niedermoor umgeben ist.[1]

GeschichteBearbeiten

Funde belegen die Anwesenheit von Menschen in der Bronzezeit. Belege für eine kontinuierliche Besiedlung gibt es jedoch nicht. Im Mittelalter gehörte Aurich-Oldendorf zu den Hooge Loogen und war Teil des Auricherlandes. Häuptling Ubbo Habben erbaute im 13. Jahrhundert eine Burg, von der um 1725 nur noch Reste vorhanden waren.[2] Die St.-Petri-Kirche zu Aurich-Oldendorf wurde im 14. Jahrhundert erbaut. Im 19. Jahrhundert waren große Teile der Einwohnerschaft sehr arm. Bedingt dadurch erfasste eine Auswanderungswelle das Dorf. Von 1852 bis 1913 verließen mindestens 78 Einzelpersonen und Familien Aurich-Oldendorf. In der Hauptsache waren es In der Regel junge, nicht erbeberechtigte Bauernsöhne, Kolonisten und Handwerker, die fortgingen. Viele suchten in den USA ihr Glück und ließen sich dort zunächst hauptsächlich in Texas nieder.[1]

Am 1. Juli 1972 wurde Aurich-Oldendorf der neuen Gemeinde Großefehn zugeschlagen.[3]

Entwicklung des OrtsnamensBearbeiten

In einer Urkunde des Klosters Aland vom 7. September 1431 wird Aurich-Oldendorf als Aldathorp erstmals erwähnt. In dieser Urkunde geht es um einen Grunderwerb des Klosters in der Leybucht, die 20 Gemeindevertreter des heutigen südlichen Kreises Aurich unterschreiben. Später wurde es auch als to Oldenthorpe (1454) oder Oldendorf vor der Spetze bezeichnet.[4] Der Name bedeutet Altes Dorf. Seit dem 18. Jahrhundert gibt es zur Unterscheidung von gleichnamigen Dörfern in Ostfriesland den Zusatz Aurich-.[1]

PersönlichkeitenBearbeiten

Die Schriftstellerin Martha Köppen-Bode (* 10. November 1866; † 3. Juni 1958) wurde in Aurich-Oldendorf geboren. Ihre Werke, Werke – zahlreiche Romane, einige Gedichte und Bühnenstücke – erlangten überregionale Bedeutung. In ihren in Hochdeutsch verfassten Romanen, die stark heimatverbunden sind, ließ sie ihre Helden Plattdeutsch reden, sobald sie die wörtliche Rede verwendete. Außer als Autorin trat Martha in der Gemeinde Warsingsfehn, Ehefrau des langjährig amtierenden Pastors Paul Köppen (1867–1959), sozial engagiert in Erscheinung. Ihr Ehemann übersetzte das biblische Buch Hiob ins Plattdeutsche.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Siegfried Lüderitz: Aurich-Oldendorf, Gemeinde Großefehn, Landkreis Aurich (PDF; 968 kB), eingesehen am 15. April 2013.
  2. Dettmar Coldewey: Frisia Orientalis. Daten zur Geschichte des Landes zwischen Ems und Jade. Lohse-Eissing, Wilhelmshaven 1976, ISBN 3-920602-13-7.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 261.
  4. Otto G. Houtrouw: Ostfriesland. Eine geschichtlich - ortskundige Wanderung gegen Ende der Fürstenzeit. 2. Bände. Dunkmann, Aurich 1889/1891.