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Plaggen

abgestochenes Stück Oberboden aus Heiden oder Wäldern
Teilweise abgeplaggte Heidefläche im Naturerlebnisraum Mildstedt
Abgeplaggte Heidefläche im Naturschutzgebiet Süderlügumer Binnendünen

Eine Plagge (niederdeutsch zu Placken) ist ein ausgestochenes Stück Oberboden. Anders als Grassoden stammen Plaggen meist aus Heiden (Heideplaggen) oder Wäldern (Waldplaggen). Beim Plaggenstechen (auch Plaggenhieb genannt) wird der humose und durchwurzelte Oberboden mit Teilen der darauf befindlichen Vegetation in rund vier bis sechs Zentimeter Stärke abgestochen.

Plaggen wurden in Nordwestdeutschland, Jütland und in den östlichen Niederlanden mindestens seit der Eisenzeit[1] bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts, teilweise bis in die 1930er Jahre, im Zuge der Plaggendüngung auf ackerbaulich nicht genutzten Flächen gewonnen. Anschließend wurden sie meist als Einstreu in den Ställen verwendet und mit dem Mist als organischer Dünger ausgebracht, meist auf den hofnahen Eschfluren. Diese geplaggten Flächen wurden deutlich aufgewertet. Heute sind Plaggen durch Mineraldünger abgelöst.

Auf den abgeplaggten Flächen kam es durch den regelmäßigen Verlust des Oberbodens zur gravierenden Bodendegradation (Verheidung und Erosion). Heideflächen, die unter Naturschutz stehen, werden aber teilweise als Pflegemaßnahme heute noch abgeplaggt. Da die Heiden durch Übernutzung entstanden, ist diese Degradierung zu ihrer Erhaltung notwendig.

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Till Kasielke: Spätquartäre Landschaftsentwicklung im oberen Emscherland, Dissertation, vorgelegt am Geographischen Institut (Fakultät für Geowissenschaften) der Ruhr-Universität Bochum 2014, S. 166 (PDF)