Hauptmenü öffnen

Wikipedia β

Astronomisches Nivellement

Das Astronomische Nivellement ist eine Methode der Astrogeodäsie zur genauen Bestimmung des Verlaufs der Niveaufläche zwischen Vermessungspunkten. Dabei werden in jedem Punkt des Messprofils mittels Theodolit oder Prismenastrolab Sterndurchgänge gemessen und daraus die Lotrichtungen aller Punkte berechnet. Die Fläche, welche überall auf diese Lotrichtungen senkrecht steht, ist die gesuchte Niveau- bzw. Äquipotentialfläche.

Die Methode entspricht einer Verfeinerung der früheren Gradmessung und kann statt in Profilen auch in sich kreuzenden Linien (also flächenhaft) durchgeführt werden. In dieser Form wird sie zur lokalen oder regionalen Geoidbestimmung verwendet.

Je nach der Geländeform und dem geologischen Untergrund weicht die Krümmung der Niveaufläche geringfügig von der mittleren Erdkrümmung ab, woraus bei hoher Messgenauigkeit die Gesteinsdichte und Strukturen im Untergrund berechnet werden können.

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Karl Ledersteger: Astronomische und Physikalische Geodäsie (Erdmessung), Kapitel IV (Lotabweichung und Geoid). Jordan-Eggert-Kneissl Band V, Handbuch der Vermessungskunde, Verlag J. B. Metzler, Stuttgart 1969
  • Bernhard Heck: Rechenverfahren und Auswertemodelle der Landesvermessung, 3. Auflage, Wichmann-Verlag, Karlsruhe 2003