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Andrew Davies (Drehbuchautor)

britischer Schriftsteller und Drehbuchautor

Andrew Wynford Davies (* 20. September 1936 in Cardiff, Wales) ist ein britischer Lehrer, Autor von Kinder- und Jugendbüchern sowie Drehbuchautor, der vor allem für seine Adaptionen englischer Literatur für das britische Fernsehen bekannt ist.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Andrew Davies wurde 1936 in Cardiff geboren, wo er die Whitchurch Grammar School besuchte. Nach seinem Abschluss in Englisch am University College London im Jahr 1957 wurde er wie seine Eltern Lehrer und unterrichtete von 1958 bis 1961 an verschiedenen Londoner Schulen. Danach lehrte er am Coventry College of Education und an der University of Warwick in Coventry. 1960 schrieb er bereits erste Hörspiele für das Radio, ehe er sich dem Fernsehen zuwandte sowie Bühnenstücke, Kinderbücher und Romane schrieb. Seine Lehrtätigkeit gab er jedoch erst 1986 auf, um sich voll und ganz dem Schreiben zu widmen.

Seit Mitte der 1990er Jahre gilt er in Großbritannien als Meister der Adaption englischer Literatur für Film und Fernsehen. Sein Drehbuch für die BBC-Miniserie Stolz und Vorurteil (1995) mit Jennifer Ehle und Colin Firth basierend auf Jane Austens gleichnamigem Roman von 1813 erhielt viel Kritikerlob[1] und war Grundlage dafür, dass sich diese Verfilmung sowohl in Großbritannien als auch in den Vereinigten Staaten zum Straßenfeger entwickelte.[2] Daraufhin schrieb er die Drehbücher für Fernsehadaptionen von Jane Austens Emma (1996) mit Kate Beckinsale, Shakespeares Othello (2001), für Doktor Schiwago (2002) mit Keira Knightley und für die BBC-Verfilmung von Austens Verstand und Gefühl unter dem Titel Sinn und Sinnlichkeit (2008).

Zu seinen Arbeiten für die Kinoleinwand gehören Circle of Friends – Im Kreis der Freunde (1995) mit Minnie Driver, Der Schneider von Panama (2001) mit Pierce Brosnan sowie die Komödien Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück (2001) und Bridget Jones – Am Rande des Wahnsinns (2004) mit Renée Zellweger in der Titelrolle. 2011 verfasste er das Drehbuch der Literaturverfilmung Die drei Musketiere.

Für sein Kinderbuch Conrads Krieg wurde er 1979 mit dem Guardian Award in der Kategorie Children’s Fiction geehrt. Im Laufe seiner Karriere erhielt er zahlreiche weitere Auszeichnungen, darunter zwei Emmy Awards, vier BAFTA TV Awards, drei Awards der Writers’ Guild of Great Britain (u. a. für Stolz und Vorurteil) sowie ein Evening Standard British Film Award für Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück.

Seit 1960 ist er mit der ehemaligen Lehrerin Diana Lennox Huntley verheiratet, mit der er einen Sohn und eine Tochter hat.[3]

Werke (Auswahl)Bearbeiten

RomaneBearbeiten

  • The Fantastic Feats of Doctor Boox, 1972 – dt.: Machen wir, sagte Doktor Gluuk
  • Conrad’s War, 1978 – dt.: Conrads Krieg
  • Marmalade and Rufus, 1980
  • Alfonso Bonzo, 1986
  • Getting Hurt, 1989 – dt.: Typen wie ich
  • Poonam’s Pets, 1990 (zusammen mit seiner Frau Diana Davies)
  • B. Monkey, 1992 – dt.: Mein Name ist B. Monkey

BühnenstückeBearbeiten

  • Can Anyone Smell the Gas?, 1972
  • The Shortsighted Bear, 1972
  • Filthy Fryer and the Woman of Mature Years, 1974
  • Linda Polan: Can You Smell the Gas?, What Are Little Girls Made Of?, 1975
  • Rohan and Julia, 1975
  • Randy Robinson’s Unsuitable Relationship, 1976
  • Teacher’s Gone Mad, 1977
  • Going Bust, 1977
  • Fearless Frank, 1978
  • Brainstorming with the Boys, 1978
  • Battery, 1979
  • Diary of a Desperate Woman, 1979
  • Rose, 1980
  • Prin, 1990

HörspieleBearbeiten

  • 1964: The Hospitalization of Samuel Pellett
  • 1967: Getting the Smell of It
  • 1967: A Day in Bed
  • 1970: Curse on Them, Astonish Me!
  • 1971: Steph and the Man of Some Distinction
  • 1971: The Innocent Eye
  • 1972: The Shortsighted Bear
  • 1972: Steph and the Simple Life
  • 1976: Steph and the Zero Structure Lifestyle
  • 1980: Accentuate the Positive
  • 1984: Campus Blues

DrehbücherBearbeiten

AuszeichnungenBearbeiten

BAFTA TV AwardBearbeiten

Nominiert:

  • 1990: Mother Love (zusammen mit Ken Riddington und Simon Langton)
  • 1991: Ein Kartenhaus (zusammen mit Ken Riddington und Paul Seed)
  • 1994: The Boot Street Band (zusammen mit Angela Beeching, John Smith und Steve Attridge)
  • 1995: Middlemarch (zusammen mit Louis Marks und Anthony Page)
  • 1996: Stolz und Vorurteil (zusammen mit Sue Birtwistle und Simon Langton)
  • 1997: Game-On (zusammen mit Geoffrey Perkins, Sioned Wiliam, John Stroud und Bernadette Davis)
  • 1999: Vanity Fair – Jahrmarkt der Eitelkeiten (zusammen mit Gillian McNeill und Marc Munden)
  • 2000: Wives and Daughters (zusammen mit Sue Birtwistle und Nicholas Renton)
  • 2002: Othello (zusammen mit Anne Pivcevic, Julie Gardner und Geoffrey Sax)
  • 2002: Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück (zusammen mit Helen Fielding und Richard Curtis)
  • 2003: Doktor Schiwago (zusammen mit Anne Pivcevic und Giacomo Campiotti)
  • 2006: Bleak House (in der Kategorie Bester Drehbuchautor)

Gewonnen:

  • 1993: Anglo Saxon Attitudes (zusammen mit Andrew Brown und Diarmuid Lawrence)
  • 1999: A Rather English Marriage (zusammen mit Joanna Willett und Paul Seed)
  • 2002: The Way We Live Now (zusammen mit Nigel Stafford-Clark und David Yates)
  • 2006: Bleak House (zusammen mit Nigel Stafford-Clark, Justin Chadwick und Susanna White in der Kategorie Beste Dramaserie)

Broadcasting Press Guild AwardBearbeiten

Nominiert:

  • 2006: Bleak House (Writer’s Award)
  • 2007: Die Schönheitslinie (Broadcasting Press Guild Award zusammen mit Saul Dibb und Kate Lewis)
  • 2009: Klein Dorrit (Broadcasting Press Guild Award zusammen mit Anne Pivcevic, Rebecca Eaton und Lisa Osborne und Writer’s Award)
  • 2009: Sinn und Sinnlichkeit (Writer’s Award)

EmmyBearbeiten

Nominiert:

  • 1996: Stolz und Vorurteil
  • 2006: Bleak House

Gewonnen:

  • 1991: Ein Kartenhaus
  • 2009: Klein Dorrit

Writers’ Guild of Great Britain AwardBearbeiten

Nominiert:

  • 1992: Ein Kartenhaus
  • 2009: Klein Dorrit

Gewonnen:

  • 1992: Anglo Saxon Attitudes
  • 1994: Middlemarch
  • 1996: Stolz und Vorurteil

WeitereBearbeiten

  • 1979: Guardian Award für Conrad’s War
  • 1980: Boston Globe-Horn Book Award
  • 1981: Pye Colour TV Award
  • 1987: Royal Television Society Award
  • 1999: FIPA D’Or beim Biarritz International Festival of Audiovisual Programming für Vanity Fair – Jahrmarkt der Eitelkeiten
  • 2002: Evening Standard British Film Award in der Kategorie Bestes Drehbuch zusammen mit Helen Fielding und Richard Curtis für Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück
  • 2002: London Critics’ Circle Film Award in der Kategorie Bestes britisches Drehbuch zusammen mit Helen Fielding und Richard Curtis für Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück
  • 2002: Nominierung für den Writers Guild of America Award zusammen mit Helen Fielding und Richard Curtis für Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück
  • 2002: Nominierung für den USC Scripter Award zusammen mit Helen Fielding und Richard Curtis für Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück
  • 2002: Nominierung für den Royal Television Society Award für The Way We Live Now
  • 2006: Royal Television Society Award für Bleak House
  • 2006: Nominierung für den TV Quick Award zusammen mit Nigel Stafford-Clark für Bleak House
  • 2006: Banff Rockie Award beim Banff World Media Festival zusammen mit Justin Chadwick, Nigel Stafford-Clark und Susanna White für Bleak House
  • 2009: Nominierung für den Television and Radio Industries Club Award zusammen mit Lisa Osborne, Anne Pivcevic und Rebecca Eaton für Klein Dorrit

LiteraturBearbeiten

  • Sarah Cardwell: Andrew Davies. Manchester University Press, 2005, 227 S., ISBN 0-7190-6492-9.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. John J. O’Connor: An England Where Heart and Purse Are Romantically United. In: The New York Times, 13. Januar 1996.
  2. Seifenoper und Satire. In: Der Spiegel, 19. Februar 1996.
  3. Andrew Davies: Champion of the bodice ripper. In: The Telegraph, 4. Januar 2008.