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Algenroth

Ortsteil der Gemeinde Heidenrod im Rheingau-Taunus-Kreis

Algenroth ist ein Ortsteil der Flächengemeinde Heidenrod im südhessischen Rheingau-Taunus-Kreis.

Algenroth
Gemeinde Heidenrod
Koordinaten: 50° 10′ 5″ N, 7° 53′ 27″ O
Höhe: 377 (367–379) m ü. NHN
Fläche: 1,66 km²[1]
Einwohner: 80 (11. Feb. 2014)[2]
Bevölkerungsdichte: 48 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 65321
Vorwahl: 06775

GeographieBearbeiten

Algenroth ist der westlichste Ortsteil von Heidenrod im westlichen Hintertaunus. Rund 200 Meter westlich der Ortslage grenzt der Rhein-Lahn-Kreis im Bundesland Rheinland-Pfalz. Das Dorf besteht aus etwa 40 bebauten Grundstücken. Algenroth liegt in 370 Meter Höhe auf einem landwirtschaftlich genutzten Höhenrücken zwischen dem Morsbach im Süden und dem Seitzgraben im Norden, die beide nach Westen über die Landesgrenze dem Mühlbach zufließen. Westlich von Algenroth, knapp jenseits der Landesgrenze, endet der Höhenrücken in dem 375 Meter hohen Algenrother Berg. Nach Osten in Richtung des Nachbarortes Zorn steigt der Höhenzug über den Weißen Stein zum 445 Meter hohen Pfaffenberg an. Bewaldete Gemarkungsteile sind die der Sonne abgewandten Hanglagen südlich von Morsbach und Seitzgraben. Der höchste Punkt von Algenroth liegt an der südlichen Gemarkungsgrenze 460 Meter hoch am Nordhang des Galgenküppel (495 m).

Die nächstgelegenen Ortschaften sind im Südwesten Weidenbach und Diethardt, im Nordwesten Münchenroth, im Nordosten Niedermeilingen und Obermeilingen sowie im Südosten Zorn.

GeschichteBearbeiten

Der früheste erhalten gebliebene urkundliche Nachweis belegt das Bestehen des Ortes Aldegerod seit dem Jahr 1297. Im Jahr 1583 wurden 6 Hausgesäße (Haushalte) gezählt. Der Ort war im Amt Hohenstein Teil der Niedergrafschaft Katzenelnbogen und kam mit dieser als Erbschaft 1479 an das Haus Hessen und 1816 an das Herzogtum Nassau, wo Algenroth dem Amt Langen-Schwalbach zugeteilt wurde. Nach der Annexion des Herzogtums durch Preußen wurde der Ort 1867 dem Untertaunuskreis im Regierungsbezirk Wiesbaden zugeordnet.

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen schloss sich die Gemeinde Algenroth mit 15 weiteren Gemeinden am 31. Dezember 1971 auf freiwilliger Basis zur Gemeinde Heidenrod zusammen.[3] Für Algenroth wurde wie für alle anderen Ortsteile ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher eingerichtet.[4]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Das Ortsbild wird von dem als Evangelische Kapelle genutzten ehemaligen Backhaus geprägt, einem denkmalgeschützten kleinen Fachwerkbau von 1730, der im Schnittpunkt zweier Ortsstraßen freistehend errichtet wurde. Der Bau verfügt über einen hohen verschieferten Dachreiter mit doppelter geschweifter Haube, der auf eine schon frühere sakrale Nutzung des 1970–71 zur Kirche umgebauten Backhauses schließen lässt. Diese Mehrfachnutzung bzw. Nutzungswandel eines Bauwerks ist besonders in kleinen Dörfern der Region zu finden.[5] Die restaurierte Originalglocke des Dachreiters ist im Innenraum ausgestellt. Am nordwestlichen Ortsrand steht eine etwa 500 Jahre alte Eiche, die als Naturdenkmal geschützt ist.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Algenroth, Rheingau-Taunus-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 23. Mai 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. Ortsteile der Gemeinde Heidenrod Einwohnerzahl HW, abgerufen im April 2016
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 378.
  4. Hauptsatzung. (PDF; 100 kB) § 5. In: Webauftritt. Gemeinde Heidenrod, abgerufen im Februar 2019.
  5. Denkmalpflege Hessen: Ev. Kapelle, ehem. Backhaus