Alessija Lause

deutsche Schauspielerin

Alessija Lause (* 15. April 1980 in Bad Aibling[1]) ist eine deutsche Schauspielerin.

LebenBearbeiten

Herkunft und AnfängeBearbeiten

Alessija Lauses Mutter ist Kroatin, ihr Vater Deutscher.[2][3] Ihre künstlerische Karriere begann bereits als Kind. Im Alter von 6 Jahren stand sie zum ersten Mal vor der Kamera, als sie im Musikvideo-Clip Love Is Just A Breath Away des ehemaligen Bay City Rollers-Sängers Les McKeown mitspielte.[2][3] Anschließend folgten Hauptrollen in dem Kindermagazin „Zapp Zarapp“ von Bayern 3 und diverse Werbespots.[2] In der Schule wirkte sie im Schultheater mit.[2]

Tanz und TheaterBearbeiten

Nach ihrem Abitur in Deutschland ging sie nach Kroatien.[2] Sie arbeitete in Kroatien als Regieassistentin, absolvierte Praktika in Film-Produktionsfirmen in Deutschland und arbeitete als Assistentin bei der Inszenierung von Shakespeares „King Lear“ (Regie: Lenka Udovički) des kroatischen Theaters „Ulysses Kazalište“, mit Rade Šerbedžija auf den Brijuni-Inseln in Kroatien.

Sie war dann auf der Bühne zunächst wieder hauptsächlich als Tänzerin, mit Schwerpunkt Physical Theatre/Tanztheater, tätig. 2003 wirkte sie beim Kroatischen Theaterfestival in Pula in zwei Tanzstücken mit.[1] Sie war Mitglied der japanischen Butoh-Company „Katsura Kahn & Saltimbanque“, mit der sie auch international auf Tournee ging; 2003 gastierte sie mit der Company im Rahmen der RuhrTriennale. Sie war außerdem Ensemblemitglied der argentinischen Aireal-Theater Company „De La Guarda“, mit der sie in Berlin auftrat.[2][4]

Ab 2003 besuchte Lause, die über keine klassische Schauspielausbildung verfügt, verschiedene Schauspielworkshops und Coachings, u. a. bei Susan Batson, Keith Johnstone, Sherry Hormann und Nessie Nesslauer (Internationale Filmschule Köln, 2004) sowie Monica Bleibtreu (Internationale Filmschule Köln, 2005).[1][2] Sie spielte dann, in Deutschland und international, in diversen Off-Theater-Produktionen. Sie trat am Theater ...und so fort in München (2005), im DOCK 11 (2005, Tel-Aviv, Berlin) in einer deutsch-israelischen Co-Produktion, im Heimathafen Neukölln (2009), beim Theaterforum Kreuzberg (2011) und am Theater Tiefrot in Köln (2011) auf.

2010 brachte Lause das Zwei-Personen-Theaterstück „Danny and the Deep Blue Sea“ von John Patrick Shanley in erster eigenhändiger Produktion, unter der Regie von Andreas Schmidt, auf Englisch in Berlin auf die Bühne.[5] 2011 gastierte sie als Roberta in Danny and the Deep Blue Sea beim Edinburgh Fringe Festival.[3] Für die weibliche Hauptrolle wurde Lause in Edinburgh als „Beste Schauspielerin“ mit dem „The Stage Award for Acting Excellence“ ausgezeichnet.[3][6] Im selben Jahr war die Produktion auch auf dem Belfast International Arts Festival zu Gast.[7] Mit dem Stück gastierte sie auch am English Theatre Berlin (2012).[1] 2015 hatte sie ein Gastengagement als Sharla in Killer Joe am Théâtre des Capucins in Luxemburg.[1]

Film und FernsehenBearbeiten

Lause übernahm seit 2006 auch regelmäßig Film- und Fernsehrollen und in vielen verschiedenen TV-, wie auch Kinoproduktionen zu sehen, wie z. B. in der Mini-Serie Im Angesicht des Verbrechens (Regie: Dominik Graf).

Im Polizeiruf 110: Stillschweigen (Erstausstrahlung: September 2012) spielte sie, an der Seite von Dirk Borchardt, die Rolle von Yvonne Tauber; sie verkörperte die Ehefrau des Präsidenten eines Rostocker Motorradclubs. Im Tatort: Das goldene Band (Erstausstrahlung: Dezember 2012) war sie neben Maria Furtwängler die ermittelnde Kriminalhauptkommissarin Carla Prinz. In dem Serien-Special Der Bergdoktor – Ein letztes Lied (Erstausstrahlung: Januar 2016) war sie die an einem Gehirntumor leidende erfolgreiche Sängerin Katharina Selig, die bald in vollständiger Taubheit leben wird.

Sie wirkte auch in Kommissar Marthaler – Engel des Todes (2015, Regie: Lancelot von Naso), im Kinofilm Wie Männer über Frauen reden[8] (2016, Regie: Henrik Regel) und in der ersten Staffel der internationalen TV-Serie The Team (2015) (Regie: Kasper Gaardsøe), die in Deutschland im ZDF ausgestrahlt wurde, mit.

Durchgehende Serienrollen hatte sie in den Fernsehserien Hinter Gittern – Der Frauenknast (2006–2007; als Gefängnis-Insassin Rosie) und Koslowski & Haferkamp (2014; als Barfrau Sarah Kaiser). Außerdem wirkte sie in zahlreichen Serien in Episodenrollen mit.

In der Auftaktfolge zur 7. Staffel der ARD-Serie Familie Dr. Kleist, die im November 2017 ausgestrahlt wurde, hatte sie eine Episodenhauptrolle als Naturheilmedizinerin, deren Tochter an Diphtherie erkrankt ist.[9] Es folgten Episodenhauptrollen in SOKO Köln (Februar 2018, als Yoga-Lehrerin und Ex-Ehefrau eines zunächst tatverdächtigen ehemaligen Berufsboxers) und SOKO Wismar (Februar 2018, als Werkstattleiterin, die aus Liebe und Eifersucht zur Mörderin an ihrer besten Freundin wird).

In der Anwaltsserie Falk, die im Mai/Juni 2018 auf Das Erste erstausgestrahlt wurde, hatte Lause eine durchgehende Serienrolle als Trulla, die beste Freundin und langjährige Assistentin des extravanganten Anwalts Falk (Fritz Karl).[10] In der 5. Staffel der ZDF-Serie Dr. Klein (2019) übernahm Lause eine der Episodenhauptrollen als Mutter eines 17-jährigen Mädchens, das eine Geschlechtsanpassung vornehmen lassen will.[11]

Im Magdeburger Polizeiruf 110: Zehn Rosen (Erstausstrahlung: Februar 2019) spielte sie eine der Hauptrollen als transsexuelle Blumenhändlerin Pauline Schilling, deren Figur sie „mit einer Mischung aus Zerrissenheit, Wut, Verzweiflung und Lebenshunger“ anlegte.[12][13] Im Kölner Tatort: Bombengeschäft (Erstausstrahlung: März 2019) verkörperte sie in einer dramatischen Hauptrolle die aus Bosnien stammende, durch den Krieg traumatisierte und in ihrer Ehe unzufriedene Witwe eines getöteten Sprengmeisters.[14][15]

2015 koproduzierte sie ihren ersten Kinofilm BLANK, den sie auch mitentwickelte, und in dem sie eine der zwei Hauptrollen übernahm. Der Film hatte 2016 auf dem „Achtung Berlin“-Festival (New Berlin Film Award) im Wettbewerb „Mittellanger Film“ Premiere und war auf verschiedenen Filmfestivals zu sehen.

StuntsBearbeiten

Neben der Schauspielerei arbeitete sie bis 2013 mehrere Jahre auch als Stuntfrau. Sie doubelte u. a. internationale Stars wie Cate Blanchett (in Wer ist Hanna?), Diane Kruger (in Unknown) und Gemma Arterton (in The Voices).[3] Einer ihrer Stunts für Unknown ist auf dem Cover des Buches 100 Years Studio Babelsberg zu sehen.[16][17]

SonstigesBearbeiten

2015 wurde Alessija Lause mit der „Večernjakova Domovnica“ als Gewinnerin des Heimatpreises von den Lesern der kroatischen Tageszeitung Večernji List als beliebteste kroatische im Ausland lebende Schauspielerin ausgezeichnet.[18] Alessija Lause ist Mitglied im Bundesverband der Film- und Fernsehschauspieler und Mitglied der Deutschen Akademie für Fernsehen.[1] Sie lebt in Berlin.[1]

Filmografie (Auswahl)Bearbeiten

InterviewsBearbeiten

  • Interview mit Casting Network zur 100. Ausgabe des Magazins
  • Interview mit Jasna Lovrinčević für U vihoru vremena

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e f g Alessija Lause; Profil und Vita bei Schauspielervideos.de. Abgerufen am 15. Mai 2017.
  2. a b c d e f g Alessija Lause: Titelcover des Fachbuchs Casting!. Porträt-Artikel über Alessija Lause. Auf: Casting-Network.de vom 1. Januar 2006. Abgerufen am 15. Mai 2017.
  3. a b c d e Alessija Lause. Biografie. Offizielle Internetpräsenz Theater am Kurfürstendamm/Komödie Berlin. Abgerufen am 15. Mai 2017.
  4. Alessija Lause - Schauspielerin. Abgerufen am 2. März 2018.
  5. Tina Thiele, casting network: Alessija Lause Das Titelgesicht vom Fachbuch Casting - cn-kolumne - casting-network. Abgerufen am 2. März 2018.
  6. Winners revealed for The Stage Awards for Acting Excellence at the Edinburgh Festival Fringe 2012 | Edinburgh Festival Fringe. In: Edinburgh Festival Fringe. (edfringe.com [abgerufen am 2. März 2018]).
  7. Staff Round Up. Abgerufen am 2. März 2018 (englisch).
  8. https://www.youtube.com/watch?v=wrT4W_NJgxE
  9. „Familie Dr.Kleist“ ist wieder im Programm. In: Thüringer Allgemeine vom 7. November 2017. Abgerufen am 9. Dezember 2017.
  10. Alessija Lause als Trulla. Offizielle Internetpräsenz Das Erste. Abgerufen am 17. Mai 2018.
  11. Dr. Klein | Folge 3: Auf einen Schlag. Offizielle Internetpräsenz ZDF. Abgerufen am 19. Januar 2019.
  12. Video: Interview mit Alessija Lause. Abgerufen am 10. Februar 2019.
  13. „Zehn Rosen“: Polizeiruf 110 aus Magdeburg um eine Transsexuelle. TV-Kritik. In: Neue Osnabrücker Zeitung vom 10. Februar 2019. Abgerufen am 10. Februar 2019.
  14. „TATORT“ AUS KÖLN: Hier kann nichts mehr entschärft werden. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 31. März 2019. Abgerufen am 3. April 2019.
  15. Na, erkannt? TV-Transfrau taucht in Kölner „Tatort“ wieder auf – und hat große Pläne. In: EXPRESS vom 31. März 2019. Abgerufen am 3. April 2019.
  16. https://www.heise.de/foto/artikel/Bilderbuch-fuer-Cineasten-100-Years-Studio-Babelsberg-1469407.html
  17. c't Fotografie: Bilderbuch für Cineasten: 100 Years Studio Babelsberg. Abgerufen am 2. März 2018 (deutsch).
  18. Ivan Perišić o Večernjakovoj domovnici: Ova mi je nagrada posebna. (vecernji.hr [abgerufen am 2. März 2018]).