Alarmstufe V

Film von Alois J. Lippl (1941)

Alarmstufe V ist ein reichsdeutscher Spionagefilmdrama mit NS-propagandistischen Untertönen von 1941. Unter der Regie von Alois J. Lippl spielen Heli Finkenzeller und Ernst von Klipstein die Hauptrollen.

Film
Titel Alarmstufe V
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1941
Länge 93 Minuten
Produktions­unternehmen Bavaria Film
Stab
Regie Alois J. Lippl
Drehbuch
Musik Leo Leux
Kamera Carl Hoffmann
Schnitt Ferdinand Weintraub, Adolph Schlyssleder
Besetzung

sowie Walter Lantzsch, Wastl Witt, Franz Fröhlich, Karl Hanft, Walter Ebert-Grassow, Werner Leidenfrost, Helmut Kutzner, Gert Harsdorff, Rudolf Kunig, Dolf Zenzen, Anton Reimer, Franz Stick, Herbert Kroll

Handlung Bearbeiten

Nach drei Jahren Abwesenheit kehrt der Oberwachtmeister bei der Feuerschutzpolizei, Richard Haller, nach München zurück. Der Grund für den Weggang war die Entscheidung seiner damaligen Verlobten Hilde Meindl, sich von ihm zu trennen. Nun heißen Hallers alte Kollegen von einst ihn wieder herzlich willkommen. Hallers erster dienstlicher Einsatz führt ihn zu einer Fabrik, die chemisch-pharmazeutische Produkte herstellt. Haller ist überrascht, als er dort Hilde wiedertrifft, die hier Sekretärin des Forschers Prof. Crusius geworden ist. Die Glut der Gefühle zwischen den beiden einst Liebenden ist noch nicht vollkommen verlöscht, und so verabredet man sich für den kommenden Abend. Da Hilde sich davor fürchtet, dass sie sich wieder in Haller verlieben könnte, sagt sie ihm schriftlich ab. Der enttäuschte Feuerschutzpolizist kontaktiert daraufhin die attraktive Tänzerin Carla Valmeda, die er unlängst während der Zugfahrt nach München kennen gelernt hatte. In einem Tanzlokal beginnt Haller heftig mit Carla zu flirten, da er nebenan Hilde ausgemacht hatte, die wiederum in Begleitung eines gewissen Herrn Wiedemann gekommen ist. Der Versuch, Hilde eifersüchtig zu machen, klappt ganz gut, zumal die junge Frau ihre erneut aufflammenden Gefühle für Richard nicht mehr verleugnen kann. Haller wiederum missfällt es sehr, dass sich Hilde offensichtlich mit einem anderen Mann zu vergnügen scheint.

Als am kommenden Hilde im Büro erscheint und bemerkt, dass eine Schreibtischschublade, in der üblicherweise der Tresorschlüssel liegt, nicht ordnungsgemäß verschlossen wurde, macht sie sich große Sorgen. Denn im Safe lagert ihr Chef, der Professor, wertvolles Radium, das keinesfalls in falsche Hände geraten darf. Hilde ist sich vollkommen sicher, dass sie am Tag zuvor das Schreibtischfach ordnungsgemäß verschlossen hatte und benachrichtigt daher Prof. Curtius, der wiederum die Polizei alarmiert. Die kriminalpolizeilichen Ermittlungen ergeben, dass Richard Haller in seiner Funktion als Feuerschutzpolizist der Letzte gewesen war, der während eines Kontrollrundgangs durch die Firma diesen Raum passiert haben könnte. Somit gerät er in Verdacht und wird augenblicklich vom Dienst suspendiert. In Wahrheit aber war es jener ominöse Herr Wiedemann, Hildes Bekanntschaft und Begleitung in dem Tanzlokal, der sich am Schreibtischfach zu schaffen gemacht hatte. Wiedemann hatte sich an die unbedarfte Sekretärin herangemacht und später einen Abdruck des Tresorschlüssels angefertigt, um demnächst das Radium zu stehlen. Hilde gegenüber hatte er behauptet, ein ehemaliger Dorfschullehrer zu sein, der in München sein Studium wieder aufnehmen bzw. fortsetzen wolle. Angesichts Richards Begegnung mit Carla glaubt die Sekretärin, dass sich Haller offensichtlich schnell über sie hinweggetröstet hat und macht diesem eine Szene. Es kommt zum vorübergehenden Bruch, der erst dann gekittet werden kann, als Carla Hilde über die Harmlosigkeit ihrer Begegnung mit Richard aufklären kann.

Haller geht derweil einer Spur nach, die seine Unschuld belegen kann und ihm seine Ehre und den Job wiedergibt. Er ist fest davon überzeugt, dass der zwielichtige Spion und Dieb Wiedemann hinter allem stecken müsse. Nach der Versöhnung mit Hilde entscheiden sich beide dazu, sich im Betrieb auf die Lauer zu legen, um den Schurken, der in der Zwischenzeit mit dem Abdruck des Tresorschlüssels einen Zweitschlüssel angefertigt hat, auf frischer Tat zu ertappen. Tatsächlich erscheint Wiedemann und ist gerade dabei, den Tresor des Professors zu öffnen, um das Radium zu entwenden. Der Schurke wird gestellt und flieht durch das Chemiewerk, immer Richard Haller auf seinen Fersen. Bei dieser Jagd kommt es zu einem Feuerausbruch sowie einem Zweikampf der beiden Kontrahenten. Haller kann Wiedemann dingfest machen, doch da bedrohen die Flammen bereits Hildes Leben. Durch den beherzten Einsatz von Hallers Kollegen, der Feuerschutztruppe, wird der Brand gelöscht und Hilde gerettet.

Produktionsnotizen Bearbeiten

Die Dreharbeiten begannen am 13. Juni 1941 mit den Atelieraufnahmen in München-Geiselgasteig und wurden nach den Außenaufnahmen (rund eine Woche ab dem 8. August 1941) im Hamburger Freihafen abgeschlossen. Die Uraufführung war am 22. Dezember 1941 in den Dresdner Zentrum-Lichtspielen.

Gerhard Heydenreich war Produktionsleiter, Hans Sohnle und Wilhelm Vorwerg gestalteten die Filmbauten. Maria Pommer-Uhlig entwarf die Kostüme. Heinz Schnackertz assistierte Chefkameramann Carl Hoffmann, Adolph Schlyssleder war Regieassistent.

Die Produktionskosten betrugen etwa 1.048.000 Reichsmark.[1]

Für die Hitler-Verächterin Hanne Mertens war dies der letzte Film, sie wurde unmittelbar vor Kriegsende im April 1945 vom NS-Regime im KZ Neuengamme ermordet.

Nach Kriegsende 1945 wurde dieser Film von den alliierten Militärbehörden verboten.

Rezeption Bearbeiten

In Der deutsche Film 1938-1945 heißt es, dass Alarmstufe V der „politischen Erziehung diente“.[2]

Der Filmdienst urteilte: „Ungeschickt mit einer Liebesgeschichte vermengtes Spionageabenteuer ohne großen Unterhaltungswert.“[3]

Siehe auch Bearbeiten

Weblinks Bearbeiten

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Ulrich J. Klaus: Deutsche Tonfilme 11. Jahrgang 1940/41. S. 173 (02.41), Berlin 2000
  2. Boguslaw Drewniak: Der deutsche Film 1938-1945. Ein Gesamtüberblick. Düsseldorf 1987, S. 223
  3. Alarmstufe V. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 26. Dezember 2019.