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Der Erbförster (1945)

deutscher Heimatfilm (1945)

Der Erbförster ist ein 1943 entstandener, deutscher Heimatfilm nach dem gleichnamigen Bühnendrama (1850) von Otto Ludwig. Die Titelrolle spielte Eugen Klöpfer.

Filmdaten
OriginaltitelDer Erbförster
ProduktionslandDeutsches Reich
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr1945
Länge80 Minuten
AltersfreigabeFSK 12
Stab
RegieAlois J. Lippl
DrehbuchHjalmar Fries
ProduktionFritz Klotzsch (Herstellungsgruppe)
MusikWerner Schmidt-Boelcke
KameraWalter Roßkopf
SchnittHans Heinrich
Besetzung

Inhaltsverzeichnis

HandlungBearbeiten

Erbförster Ulrich und Gutsherr Konrad Steinbach sind schon seit langer Zeit eng miteinander befreundet. Diese Freundschaft wird eines Tages einer starken Belastungsprobe ausgesetzt, als sich der alte Steinbach aus finanzieller Notlage heraus gezwungen sieht, seinen Wald abholzen zu lassen. Erschwert wird diese Entscheidung dadurch, dass der Gutsherr einst, bei der Errichtung eines Sägewerks, dem Förster zusagte, den von Ulrich gehegten Forst niemals radikal abholzen zu lassen. Doch das Darlehen, dass Steinbach für die Errichtung des Sägewerks von Direktor Borgmann einst hielt, soll nun gekündigt werden. Hinter Steinbachs Rücken hat sich dessen Sekretär Möller mit dem Bankier verbündet, weil man auf demnächst ansteigende Holzpreise hofft, die ein prächtiges Geschäft versprechen. Erbförster Ulrich, der die Rodung als Verbrechen an der Natur begreift, stellt sich diesem Vorhaben mit aller Kraft entgegen und gibt die von ihm benötigte Zusage nicht. Daraufhin erwirkt der Gutsherr Steinbach dessen Entlassung und hofft, dadurch endlich freie Bahn zu haben. Verbittert zieht sich der Erbförster mit seinem Hund auf eine kleine Jagdhütte zurück.

Als infolge einer heftigen Explosion der angrenzende Staudamm bricht und Ulrich in der Nähe gesichtet wird, fällt sofort der Verdacht auf ihn, obwohl er soeben ein kleines Mädchen aus den Fluten gerettet hat. Die Wassermassen fegen das Sägewerk hinfort, und die dort beschäftigten Arbeiter sind mit einem Schlag arbeitslos. Wütend richtet sich ein Mob gegen den alten Erbförster, den man der Sabotage beschuldigt. Ulrich, der gerade dem Treiben eines Wilderers auf der Spur ist, wird von den Arbeitern mit einem Gewehr im Wald gesichtet und von ihnen beschuldigt, sie mit der Waffe zu bedrohen. Ehe die Stimmung in Gewalt umschlägt, stellt sich Steinbachs Sohn Robert, der mit Thea, der Tochter des Erbförsters, verlobt ist dazwischen. Er verhindert eine mögliche Lynchjustiz und kann den wütenden Mob zurückhalten. Auf der Suche nach dem Schwiegervater in spe gerät Robert nunmehr vor die Flinte des Wilderers. Als dieser schießt, wirft sich der alte Erbförster dazwischen und wird von der Kugel getroffen und schwer verwundet. Der knorrige Bergbauer Frei ist der Übeltäter, und dieser gesteht, beim Raubfischen auch für die ungewollte Sprengung des Staudammes verantwortlich gewesen zu sein. Am Sterbebett Ulrichs kommt es zu dessen Versöhnung mit dem alten Freund Steinbach.

ProduktionsnotizenBearbeiten

Die Dreharbeiten zu Der Erbförster begannen ab dem 26. Mai 1943 mit Studioaufnahmen. Von Mitte Juni bis Ende Juli 1943 erfolgten die Außenaufnahmen, die in Passau und Umgebung gefilmt wurden.[1] Drehschluss war mutmaßlich der August desselben Jahres. Erst am 7. Dezember 1944 wurde der Streifen der Zensur vorgelegt. Im April 1945, also unmittelbar vor Kriegsschluss, fand „Der Erbförster“ seinen Weg in die reichsdeutschen Kinos. Damit war dieser Heimatfilm gemeinsam mit Via Mala, einem weiteren Heimatfilmdrama (das allerdings nicht allgemein freigegeben, sondern nur einem äußerst kleinen Kreis vorgeführt wurde), und dem Film Die Brüder Noltenius eine der letzten Uraufführungen eines deutschen Films im Dritten Reich. Nach dem Krieg lief der Streifen lediglich noch in Österreich. Hier war am 20. Mai 1953 die Erstaufführung.

Tobis-Herstellungsgruppenleiter Fritz Klotzsch übernahm auch die Herstellungsleitung, Walter Lehmann war Produktionsleiter. Für den Ton sorgte Hans Grimm, Hans Boelke schuf die wenigen Filmbauten, Friedel Towae die Kostüme.

KritikenBearbeiten

Paimann’s Filmlisten resümierte: „Ein erdgebundener, mit schönen Naturbildern und einer Wassersensation etwas breit inszenierter Stoff, dessen Figuren beim … Ensemble in guten Händen [sind].“[2]

Im Lexikon des internationalen Films heißt es: „Redliche Verfilmung eines Schauspiels von Otto Ludwig: ein Heimatfilm ohne besonderen künstlerischen Ehrgeiz.“[3]

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ulrich J. Klaus: Deutsche Tonfilme 13. Jahrgang 1944/45. Berlin 2002
  2. Der Erbförster in Paimann‘s Filmlisten (Memento des Originals vom 18. April 2018 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/old.filmarchiv.at
  3. Der Erbförster. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 18. April 2018.

WeblinksBearbeiten